Fahrräder: Tests & Testsieger

Die besten Fahrräder der Fachpresse

Unsere Bestenlisten zeigen die derzeit besten Fahrräder auf dem Markt. Dafür hat unsere Fachredaktion Testberichte aus 60 Testmagazinen für Sie ausgewertet.

Ratgeber zu Fahrräder

Radeln, Rasen oder Biken: Das müssen Räder können

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Testsieger-Räder sparen Gewicht, bringen aber trotzdem einen steifen Rahmen mit
  2. Nabenschaltungen sind langlebiger und kommen mit wenig Pflege aus, Kettenschaltungen bieten Ihnen den größeren Übersetzungsbereich und feinere Schaltstufen
  3. Bremsen: Hydraulische Bremssysteme heute Stand der Technik

Fahrräder im Test: Was machen Testsieger besser?

Top-Ausstattung, schwache Knochen: Das Opero SL fiel wegen einer unzureichenden Schweißnaht zwischen Steuer und Unterrohr bei der Stiftung Warentest durch. (Bild: pegasus-bikes.de)

Soll ein neues Zweirad her, fließen bei der Kaufentscheidung viele subjektive Anforderungen ineinander: Rahmenform, Ausrichtung, Design, Komfortanspruch. Eines müssen aber alle beherrschen, von der Einrohr-Citygurke bis zum Trekkingrad: Testmagazine achten bei den Markenrädern mit Argusaugen auf die Fahrstabilität. Bei Gepäckzuladung straucheln viele Alltagsräder, auch teure. Faltradanbieter kennen das Problem sowieso.

Das klassische Herrenrad löst das Stabilitätsproblem am besten. Räder mit tiefem Einstieg – Einrohr-Räder oder Räder mit Trapezrahmen – ziehen in den Tests schon mal den Kürzeren, besonders bei den günstigen Rädern und schnellen Pedelecs. Die Hersteller sehen sich einer Wunschliste gegenübergestellt, auf der das Thema Rahmenstabilität nicht einmal die größte Herausforderung ist. Einen Platz auf dem Siegertreppchen gibt es nur, wenn sie das auch noch mit möglichst geringem Materialeinsatz hinbekommen. Hat das auch für Sie Priorität, ist Budget gefragt.

Überraschenderweise knickten die eigentlich als als besonders stabil geltenden Herrenrahmen im letzten Härtettest der Stiftung Warentest frühzeitig ein. So brach beispielsweise das Modell Opero SL von Pegasus an der Schweißnaht zwischen Steuer- und Unterrohr. Erklärung der Warentester: Zum Verhängnis wurde ihm gerade die hohe Steifigkeit.

Beim Bremstest liefern Bremsen mit hydraulischer Kraftübertragung in den Magazintests immer das bessere Ergebnis ab. Der klassische Bowdenzug verliert, Verschleiß und Korrosion setzen ihm schneller zu und mindern die Bedienbarkeit. Ob Scheiben- oder Felgenbremsen, spielt bei Alltagsrädern praktisch keine Geige. Beide verzögern in den Fahrradtests ordentlich. Fahren Sie sich aber eine Acht in die Felge, sind Sie mit der Scheibenbremse besser bedient. Auch bei Nässe greift sie in der Regel etwas besser.

Tipps aus den Tests der Fachmagazine:

 
  • Gabelfederung: Erste-Klasse-Reisen kostet. Gute Federgabeln lassen sich einstellen und bei Bedarf blockieren. So kommen Sie beim eisernen Wiegetritt durch die Rushhour leichter voran, weil der Vorbau beim Pedaltritt nicht einsackt. Bei teuren Rädern lässt sich die Gabeldämpfung oft über einen Hebel vom Lenker aus sperren.

 

  • Wer (schlecht) bremst, verliert: Hydraulik-Bremsen packen fester zu als Bremsen mit konventionellem Bremszug. Sie lassen sich außerdem leichter bedienen und feiner dosieren. Nur sind sie bei den günstigen Rädern selten anzutreffen. Ausnahme: Das Entdecker Sport von Prophete (ca. 500 Euro, erhältlich als Damen- und Herrenmodell).
 
  • Federsattelstützen schonen den Rücken. Günstige Teleskopsattelstützen weisen jedoch häufig hohe Fertigungstoleranzen auf und neigen daher zum Verkanten. Parallelogramm-Sattelstützen merzen diesen Nachteil aus, sind aber schwerer und sacken beim Federn immer auch etwas nach hinten.
 
  • Lichtblicke: Tagfahrlicht braucht nicht jeder, Standlicht ist bei den dynamobetriebenen Leuchten aber inzwischen der gute Standard. Dabei speichert ein kleiner Akku in der Leuchte während der Fahrt Strom, den er beim Stehen an der Ampel wieder abgibt. Nicht von Zahlen blenden lassen: Scheinwerfer zwischen 30 und 50 Lux reichen in der Stadt völlig aus. Achten Sie lieber auf eine gleichmäßige Ausleuchtung und gute seitliche Sichtbarkeit. Viele Dynamoleuchten flackern bei geringem Tempo.
 
  • Das Auge fährt mit: Im Rahmen verlegte Züge werten das Rad optisch auf und erleichtern das Tragen bzw. Schultern. Vorbehalten ist das aber nur den Rädern oberhalb der 500-Euro-Marke.
 
  • Sicherer Stand: Ein Hinterbauständer ist wegen des hecklastigen Radschwerpunkts oft die bessere Wahl. In den meisten Fällen lässt er sich auch nachrüsten.

Schalten und Walten: Welche Schaltung ist die beste?

Erste Hausnummer: Nabenschaltungen sind pflegeleicht und halten eine Menge aus. Kettenschaltungen verschleißen schneller, bieten aber im Zusammenspiel mit mehreren Kettenblättern den größeren Übersetzungsbereich und feinere Schaltstufen. Bei Trekkingrädern sind sie erste Wahl. Beim Cityrad reicht auch eine Nabenschaltung. Shimano dominiert den Markt und vertreibt eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Schaltwerken, vom einfachen 3-Gang-Nabengetriebe bis zur Automatikschaltung. Rohloff bedient die Nische der Tandems, Reise- und Lastenräder. SRAM wildert im Mountainbike-Gehege.

Nabenschaltungen benötigen bis auf einen Ölwechsel von Zeit zu Zeit praktisch keine Zuwendung, können auch im Stand geschaltet werden und bringen auch noch eine dritte Bremse an Bord, sofern sie mit einem Rücktritt versehen sind. Sie halten weniger Gänge und meist einen schmaleren Übersetzungsbereich bereit als Kettenschaltungen und sind am Cityrad der gute Standard. Räder im unteren Preisbereich setzen auf eine simple 3-Gang-Schaltung, teurere auf die bergfreundlichere Shimano Nexus in 7- bzw. 8-Gang-Ausführung oder die Shimano Alfine mit 11 Gängen. Tipp: Nabenschaltungen gibt es auch ohne Rücktritt – eine Geschmacksfrage.

Wird es steiler, kommen Sie mit der Kettenschaltung leichter voran. Auch in dieser Sparte begegnen wir bei den Alltagsrädern häufig Schaltwerken von Shimano. Acera, Alivio, Altus – das sind die häufigsten Schaltserien an den günstigen Allrounder-Rädern. Sportliche Fahrräder werden gerne auch mit der SLX, Deore oder Deore XT ausgerüstet. Die Unterschiede erschließen sich Kunden nur schwer. Augenfällig sind die Preisunterschiede. Der Anspruch diktiert die Kosten: Teure Schaltwerke bringen die robusteren Bauteile mit und schalten schneller, aber auch präziser. Oft bringen sie auch die größeren Übersetzungsbereiche mit. Bei Shimanos seit Jahrzehnten hochumjubelten – und teuren – Deore XT lassen sich auch mal zwei, drei Gänge überspringen. Weiterer Unterschied, wenn auch nicht augenfällig: Hochwertige Schaltungen halten die Kette auch dann an Ort und Stelle, wenn es in den Super-Mario-Modus geht. Grund ist die stärkere Kettenvorspannung durch den Schaltwerksarm. Beim Genussrad reichen die Günstigen.

Der Taschenrechner hilft beim Kauf: Eine hohe Gangzahl erlaubt Ihnen feinere Schaltstufen, verrät aber noch nichts über den Übersetzungsbereich. Vergleichen Sie die Übersetzungen Ihrer Favoriten im niedrigsten und höchsten Gang.

Orientierungshilfe: So ermitteln Sie die Übersetzung

  1. Teilen Sie die Anzahl der Zähne des Kettenblatts durch die Anzahl der Zähne des größten Ritzels am Zahnkranz. Bei Kurbeln mit mehreren Kettenblättern nehmen Sie das kleinste. Je kleiner die Zahl, umso leichter kommen Sie steile Anstiege hinauf.
  2. Wollen Sie Temporekorde brechen, gehen Sie genau umgekehrt vor: Teilen Sie die Anzahl der Zähne des größten Kettenblatts durch die Anzahl der Zähne des kleinsten Ritzels. Je größter die Zahl, umso weiter kommen Sie mit einer Kurbelumdrehung.
Arbeitserleichterung: Viele Hersteller geben die Übersetzungen in ihren Produktbeschreibungen preis. Bei moderaten Topografien können Sie sich den Vergleich im Grunde sparen.

Was kostet ein gutes Alltagsrad?

Die Frage wiederum, wie viel der Kunde sich für ein Alltags- oder Trekkingrad mindestens im Budget zurechtlegen sollte, beantworten Experten gerne mit der 500-Euro-Marke; gut bewertete Fahrräder liegen etwa zwischen 700 und 1.600 Euro. Sicherlich – wer ein Rad sucht, das seinen Dienst nur für den Weg zum Bäcker antritt, mag auch ein Rad aus dem Baumarkt wählen. Doch wer mehr will, sollte nicht zwischen Dübeln und Akkubohrern suchen, sondern bei einem Vollsortiment-Anbieter in Wohnortnähe einkaufen. Auswahl, Beratung und Qualität, vor allem aber der After-Sales-Service sind hierfür die Hauptgründe. Nicht jeder Werkstattmeister nimmt außerdem Budgetmodelle zur Reparatur an. Namhafte Komplettanbieter sind Kalkhoff, Pegasus, KTM oder Cube, die sich durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auszeichnen. Preisdifferenzen bei ein- und demselben Modell lassen sich meist mit Qualitätsunterschieden bei den Komponenten wie Innenlager, Federung oder Bremsen erklären.

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