Fahrräder

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Ratgeber zu Fahrräder

Nach wie vor hoch im Kurs

Stärken

  1. günstige Einstiegsklasse
  2. leicht
  3. geringer Wartungsaufwand
  4. hohe Steifigkeit

Schwächen

  1. Einsatz auf leichtes bis mäßig anspruchsvolles Gelände beschränkt
  2. geringere Traktion
  3. niedriges Komfortniveau

Bergamont Revox 8.0 Leicht, mit guten Parts und vergleichsweise günstig: das Revox 8.0 von Bergamont (Bildquelle: bergamont.com)

Nach welchen Kriterien werden MTB-Hardtails in den Testmagazinen beurteilt und was zeichnet die Testsieger aus?

Trotz wachsender Fully-Konkurrenz werden die Verkaufsflächen der Händler weiterhin von den Hardtails dominiert. MTB-Einsteiger schätzen sie, weil sie günstig sind, Race-Profis und Tourer wegen ihres geringen Gewichts. Denn spätestens beim Kräftemessen im Bergauf-Modus machen sich selbst geringe Unterschiede bemerkbar. Und so wundert es nicht, dass der Gewichtsfrage in den Testmagazinen über alle Preislagen hinweg besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Materialien wie Carbon, ausgefeilte Verfahren bei der Rahmenfertigung und leichte Komponenten lassen die Hardtail-Liga schon mal unter die 10-Kilo-Marke rutschen, treiben die Preise aber in schwindelerregende Höhen. Doch auch vergleichsweise preiswerte Testsieger-Hardtails wie das Revox 8.0 von Bergamont drücken die Kilos auf moderate Werte.

Der Kampf um Kilos flammt aber erst im hohen dreistelligen Preisbereich richtig auf, bei den häufig unter dem Label Marathon oder Cross-Country vertriebenen MTBs. Dann gibt es auch Beigaben wie die wegen ihrer Präzision umjubelten XT-Schaltung von Shimano oder ein Pendant von der teureren und spezialisierteren Sram-Theke, eine mehr oder weniger vernünftig dämpfende Federgabel und fein dosierbare Scheibenbremsen. Ist nur ein Bike für kurze Schotterwegsprints gefragt, um die die Winterplauze abzutrainieren, reicht auch ein Hardtail aus der Preisklasse zwischen 500 und 800 Euro mit günstigen und soliden Komponenten aus Shimanos Altus- oder Deore-Gruppe. Gabel-Lockout, Vario-Sattelstütze, kaschierte Züge und Performance-Reifen geraten dann ins Hintertreffen. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob das Bike nun 13 oder 14 Kilo wiegt. Diese Preisklasse wird von den einschlägigen Verbrauchermagazinen zwar kaum erfasst. Marken wie Giant, Cube oder Radon liefern auf diesem Budgetniveau aber zielführende Kompletträder.

Unabhängig vom Preis und der Gewichtsfrage sind Hardtails der Fully-Klasse in einem Punkt grundsätzlich unterlegen, wie auch die einschlägigen Testmagazine immer wieder resümieren: Ihre Spritzigkeit können sie nur auf moderatem Terrain entfalten. Anspruchsvolle Wurzelparcours und Buckelpisten beantworten sie bei rasantem Tempo stets mit einem Super-Mario-Effekt. Der Grund: Durch die fehlende Hinterbaudämpfung verliert das hintere Laufrad schnell den Bodenkontakt und bleibt länger in der Luft. Das Hardtail hat also längere Phasen zu überwinden, in denen es manövrierunfähig ist. Ähnlich verhält es sich bei der Gabeldämpfung: Reagiert sie zu träge und weist einen zu kurzen Federweg auf, tanzt auch das vordere Laufrad munter dem Traktionsverlust entgegen.

Die Top 3 der leichtesten Hardtails


MTB-Hardtails unter 1.000 Euro: Welche sind die besten?

Geringes Budget und hohe Ansprüche müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen, wenn ein Hardtail zu Fitnesszwecken gesucht ist. Die landläufige Faustregel, dass ein gutes Hardtail erst ab 1.000 Euro zu haben ist, beginnt zu bröckeln. Carver legt schon bei rund 800 Euro los und bringt mit dem Strict 700 ein solides Modell mit XT-Schaltwerk von Shimano, Rock Shox-Federgabel mit Lenker-Lockout und moderatem Gewicht an die Käufer. Konkurrent Radon wirft mit dem ZR Team 7.0 ein ähnliches Hardtail auf den Markt, Listenpreis: etwa 850 Euro. Das Race One von Cube liegt bei Ausstattung und Preis auf einem ähnlichen Level, muss sich im Gewichtsvergleich aber unterordnen. Die Klasse der Hardtails um die 1.000 Euro wird seit Jahren von Bulls Copperhead 3 beherrscht. Teile und Gewicht stimmen – und Auslaufmodelle aus den Vorjahren können satte Ersparnisse einfahren.

Fischer EM 1864 Muss sich vor der teuren Konkurrenz nicht verstecken: das Fischer EM 1864 (Bildquelle: fischer-die-fahrradmarke.de)

Welche sind die günstigsten Hardtail-Pedelecs?

Längst hat der Pedelec-Trend auch die MTB-Sparte eingeholt. Doch wer sich bei Markenherstellern wie Cube oder KTM bedient, muss schnell mal ein kleines Vermögen hinblättern. Discounter-Anbieter ziehen nach und setzen das Preisniveau deutlich unter die 2.000-Euro-Schwelle. NCM bildet derzeit die untere Kante des Preisspektrums und vertreibt seine MTB-Pedelecs über die Märkte der Real-Kette für gut 1.000 Euro, markiert im Gewichts- und Teilevergleich aber das Schlusslicht. Fischer macht es besser und liefert seine Modelle aus der EM-Reihe mit XT-Schaltwerk, Markenbereifung und 100 mm-Federgabel mit Sperrfunktion aus – Listenpreis: um die 1.800 Euro. Ein Blick auf die Vorjahresmodelle kann sich auch hier lohnen, die Preisnachlässe belaufen sich zum Teil auf mehrere Hunderter. Den Wunsch nach einem erschwinglichen E-MTB schlagen auch Handelsriesen wie Stadler nicht ab. Beim Blade XT der Eigenmarke Dynamics sind für rund 1.700 Euro gute Teile und Fahreigenschaften geboten. Darüber hinaus besitzt es einen Bosch-Motor, was in dieser Preisregion selten ist.

Radeln, Rasen oder Biken

KTM Life Action KTM Life Action

Den Fahrradmarkt beherrscht eine große Modellvielfalt. Doch im Vorfeld einer Kaufentscheidung stehen ganz simple Überlegungen: Welches Fahrrad eignet sich für welches Nutzungsverhalten? Die Frage ist für Großstädter anders zu beantworten als für den (renn-)sportlich ambitionierten Fahrer, für freizeitaktive Familien anders als für den alpenaffinen Extremtourer. Grob lassen sich Allrounder von Spezialfahrrädern unterscheiden, Trekkingräder mit Cityrädern vergleichen und E-Bikes und Pedelecs als Räder mit wachsendem Markt- und Kundenbedürfnis einsortieren. Auch Misch- und Zwischenformen lassen sich finden - doch tatsächlich ist der Markt überschaubarer als es scheint.

Alltagstauglich: Cityräder und Trekkingbike

Trekking- oder Tourenräder sind die sportlichen Verwandten des Cityrades. Meist kombinieren sie eine Kettenschaltung mit guter Übersetzung, während Cityräder mit einer wartungsfreundlichen Nabenschaltung punkten. Beide Radarten sind Allrounder im besten Sinne – für die Einkaufstour, den Radausflug und den Weg zur Arbeit gleichermaßen geeignet, leicht, komfortabel und robust. Trekkingräder sind allerdings einen Tick sportlicher als City-Fahrräder und überall da die richtige Wahl, wo Ausflüge auf das Land, Wochenendtouren oder Reisen geplant sind. Cityräder mit ihrer entspannten Sitzposition, den dicken Reifen und Gepäckträgern sind häufig bei Frauen und einer älteren Nutzerschaft das Rad der Wahl. Hollandräder erleben zurzeit eine Renaissance – nicht zu Unrecht: Zwar schwer und meist auf nur drei Gänge beschränkt, doch dank ihrer aufrechten Sitzposition und feudalen Lenkerergonomie als gemütliche Stadträder beliebt.

Mountainbikes Giant Reign 2 - SRAM X7

Sportlich: Mountainbikes, Renn- und Fitnessräder

Mountainbikes sind Gelände- und Berg-Spezialisten mit bis zu 30 Gängen und mit ihrem breiten Übersetzungsbereich auch auf steilen Steigungen fahrbar. „Fullys“ besitzen an Vorder- und Hinterrad Dämpfungs- und Federungselemente, „Hardtails“ höchstens am Vorderrad. Mountainbikes sind zwar für bergige Trails und Downhills konstruiert, doch viele Fahrer bevorzugen sie auch im Stadtverkehr. Rennräder hingegen sind kaum für den Alltag geeignet. Streng auf Geschwindigkeit definiert fehlen meist die wichtigsten Komponenten wie Klingel, Licht und Reflektoren. Fitnessräder sind Bikes für sportliche Fahrer, die gerade nicht auf besagte Makel des Rennrades setzen wollen. Zwar nutzen auch sie die Rennradtechnik, doch lässt sich eine bequemere Sitzposition und komfortablere Lenkstange anstelle der Rennlenker finden.

Elektrofahrrad Kalkhoff Impulse XXL I8R 8G Nexus Kalkhoff Impulse XXL I8R 8G Nexus

Fahrräder mit elektrischem Rückenwind: Pedelecs und E-Bikes

Fahrräder mit Elektroantrieb unterscheiden sich in E-Bikes und Pedelecs. Während E-Bikes mit mehr als 25 Stundenkilometern fahren und demnach eher zu den führerscheinpflichtigen Leichtkrafträdern gehören, zählen Pedelecs – mit Ausnahme der schnellen S-Pedelecs – zu den Fahrrädern, deren Motor nur beim Treten mitschiebt. Zum Fahren benötigen sie einen Akku, der je nach Beanspruchung Touren von 20 bis 100 Kilometer ermöglicht. Immer häufiger sind Pedelecs das Rad der Wahl für Berufspendler und gesundheitlich eingeschränkte Menschen. Ob man wiederum ein Pedelec mit Front-, Mittel- oder Heckmotor bevorzugt, ist hauptsächlich an der Frage zu messen, ob er mit einer Rücktrittsbremse (Vorderradnabenmotor) kombinierbar sein soll, der Fokus eher auf stabilem Fahrverhalten (Mittelmotor) liegt oder vor allem mit Gepäck im Heck Flatterneigung wie beim Heckmotor vermieden werden soll.

Die richtige Rahmenhöhe bestimmen

Fahrräder gibt es in verschiedenen Rahmenhöhen. Schließlich machte es kaum Sinn, eine 1,55 Meter große Frau auf ein Standard-Tourenrad zu setzen oder dem Sitzriesen dasselbe Trekkingbike zu empfehlen wie einem Kunden mit langen Beinen. Die Rahmenhöhe in Zentimeter berechnet sich aus der Schrittlänge mal 0,66. Auch Erfahrungswerte helfen: Das Oberrohr darf nicht so hoch sein, dass der Fahrer es im Stand berührt, und der Lenker-Sattelabstand muss so weit sein, dass die Beine nicht an den Lenker stoßen. Rückengeplagten stellt sich die Frage nach einer Federgabel. Klickt man sich durch die Seiten von ADFC und namhaften Herstellern, zeigt sich ein Gegentrend – weg von der Federgabel, die ein Rad unnötig schwer macht und das Fahrverhalten beeinträchtigt. Stattdessen sollte man auf eine Bereifung mit guten Abrolleigenschaften achten. Anders sieht es beim Sattel aus: Dort hilft Rückenpatienten tatsächlich eine Federung.

Was kostet ein gutes Alltagsrad?

Die Frage wiederum, wie viel der Kunde sich für ein Alltags- oder Trekkingrad mindestens im Budget zurechtlegen sollte, beantworten Experten gerne mit der 500-Euro-Marke; gut bewertete Fahrräder liegen etwa zwischen 700 und 1.600 Euro. Sicherlich – wer ein Rad sucht, das seinen Dienst nur für den Weg zum Bäcker antritt, mag auch ein Rad aus dem Baumarkt wählen. Doch wer mehr will, sollte nicht zwischen Dübeln und Akkubohrern suchen, sondern bei einem Vollsortiment-Anbieter in Wohnortnähe einkaufen. Auswahl, Beratung und Qualität, vor allem aber der After-Sales-Service sind hierfür die Hauptgründe. Nicht jeder Werkstattmeister nimmt außerdem Budgetmodelle zur Reparatur an. Namhafte Komplettanbieter sind Kalkhoff, Pegasus, Kettler, Scott oder Cube, die sich durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auszeichnen. Preisdifferenzen bei ein- und demselben Modell lassen sich meist mit Qualitätsunterschieden bei den Komponenten wie Innenlager, Federung oder Bremsen erklären.

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