Elek­tri­sche Zahn­bürs­ten: Tests & Test­sie­ger

Die besten reinigen tadellos, machen Anfänger und Erfahrene gleichermaßen froh und sind leicht zu bedienen. Ob vibrierend oder rotierend ist peripher. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten elektrischen Zahnbürsten am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet. Der letzte Test ist vom .

87 Tests 331.500 Meinungen

Ratgeber: Elektrische Zahnbürsten

Oszil­lie­rend oder mit Schall?

Das Wichtigste auf einen Blick:
  1. Schon einfache Elektrozahnbürsten putzen gründlicher als Handzahnbürsten
  2. Faustformel: Je höher die Vibrationsfrequenz, desto besser das Reinigungsergebnis
  3. Unterschiede zwischen Schallzahnbürste und oszillierender Zahnbürste liegen hauptsächlich in Form und Bewegung des Bürstenkopfs
  4. Kostentreiber sind oft Ausstattungs-Highlights wie Timer, Andruckkontrolle und Reinigungsmodi
  5. Schallzahnbürsten putzen zehnmal schneller als klassische Elektrozahnbürsten
  6. Stiftung Warentest empfiehlt vor allem Kindern Modelle mit Putzzeitsignal

Elektrische Zahnbürsten putzen mit mindestens 3.000 Umdrehungen pro Minute den Schmutz von den Zähnen, Schallzahnbürsten sogar mit rund 30.000. Das schafft man mit einer manuellen Zahnbürste nicht. Und genau darin liegt auch der Vorteil einer Elektrozahnbürste: Sie putzt wesentlich effizienter. Außerdem ist sie in der Lage, Fehler in der Putztechnik auszugleichen – eine richtige Handhabung vorausgesetzt.

Oszillierende Zahnbürste versus Schallzahnbürste – wo liegen die Unterschiede?

Elektrische Zahnbürsten unterteilen sich in oszillierende Rundkopf- und vibrierende Schallzahnbürsten. Dabei ist nicht nur die Art der Bewegung verschieden, sondern auch der Bürstenkopf und das Handling der Bürsten. Oszillierende Zahnbürsten haben einen kleinen, runden Bürstenkopf, der sich rotierend in abwechselnde Richtungen bewegt. Die Bürstenköpfe gehobener Elektrozahnbürsten bewegen sich zusätzlich pulsierend vor- und rückwärts. Der Vorteil der kleineren Bürstenköpfe ist, dass man auch schwer zu erreichende Stellen relativ leicht erreicht. Das Putzen dauert allerdings länger, da Sie jeden Zahn einzeln putzen müssen. Dabei ruhig auch in jeden Zahnzwischenraum schnurren. Ein Nachteil dieser Zahnbürsten ist die Verletzungsgefahr: Putzen Sie zu energisch, können Sie Ihr Zahnfleisch verletzen. Im schlimmsten Fall provoziert man sogar einen Rückgang des Zahnfleischs. Um das zu vermeiden, verfügen teurere Elektrozahnbürsten über eine sogenannte Andruckkontrolle, auch als Druckkontrolle oder Drucksensor bezeichnet.

Philips Zahnbürste mit Easy-Start-Funktion Schallzahnbürsten mit „Easy-Start“, hier Philips Sonicare +6 series HX6921/06, helfen Einsteigern, sich an das Kitzeln im Mund zu gewöhnen. (Bildquelle: philips.de)

Kommen überall hin: Schallzahnbürsten mit 30.000 Schwingungen pro Minute

Bei Schallzahnbürsten besteht diese Gefahr in deutlich geringerem Umfang, da hier ohne größeren Druck geputzt wird. Die Putzbewegungen der Bürstenköpfe werden mit Linearmotor oder elektromagnetischen Impulsen angetrieben. So schaffen sie rund 30.000 Bewegungen pro Minute und bewegen sich damit zehnmal schneller als jene von herkömmlichen Elektrozahnbürsten. Die vibrierenden Auf- und Abwärtsbewegungen sind so schnell, dass Schallwellen entstehen, die man als Brummen wahrnimmt. Ein weiterer Vorteil dieser Technik liegt darin begründet, dass sie im Speichel-Zahnpasta-Gemisch starke „Turbulenzen“ erzeugt – also Flüssigkeitsströmungen im Mundraum, die sogar auf Bakterien zwischen den Zähnen treffen. Schallzahnbürsten sollen demnach auch in die Zahnzwischenräume und überall dorthin gelangen, wo keine Borsten sind.

Zusätzliche Tipps: Nicht alle Schallzahnbürsten, die der Markt hergibt, bewegen ihre Borsten so kraftvoll, dass sie diese Turbulenzen – also den hydrodynamischen Reinigungseffekt – in ausreichendem Maß erzeugen. Eine minimale Frequenz der Borstenschwingung ist aber nötig, um den hydrodynamischen Effekt auszulösen. Darüber hinaus haben auch die Schallzahnbürsten einen weiteren Nachteil: Sie verursachen ein Kribbeln im Mundraum, das viele als unangenehm empfinden. Bürsten mit „Easy Start-Funktion“ – etwa bei den Philips Sonicare Schallzahnbürsten – helfen den Nutzern, sich langsam an das Zähneputzen mit einer Elektrozahnbürste zu gewöhnen.

Oral-B Genius 9000S Im Dunstkreis von Testsieger Oral-B Genius 9000: Das Schwestermodell 9000S, ebenfalls mit rotierendem Rundkopf, bietet eine zusätzliche „Sensitiv-Aufsteckbürste“ für empfindliche Zähne. (Bildquelle: amazon.de)

Rund oder länglich? - Jede hat ihre Vor- und Nachteile

Die Unterschiede zwischen beiden Zahnbürsten-Arten liegen nicht nur in der Bewegung, Sie können sie auch rein äußerlich an der Form der Bürstenköpfe erkennen. Bei der Schallzahnbürste ist der Kopf, ähnlich wie bei einer Handzahnbürste, eher länglich geformt. Es können also mehrere Zähne oder eine größere Zahnfläche gleichzeitig geputzt, schwierige Stellen aber weniger gut leicht erreicht werden. Die Putztechnik bleibt aber dieselbe, sodass die Umstellung von der Hand- auf eine Schallzahnbürste leichter fällt. Im Grunde unterstützen die Vibrationen nur die manuelle Putztechnik, anders als bei der oszillierenden Bürste, bei der die Putzbewegungen fast komplett – bis auf das Versetzen der Bürste auf den nächsten Zahn – von der Zahnbürste übernommen wird.
Alle Tests seit 2013 zeigen: Sogenannte Schallzahnbürsten sind nicht automatisch besser als die mit oszillierend-rotierenden Bürsten. Der Schall selbst wirkt nicht direkt auf die Zähne. Die Bezeichnung ist daher unglücklich gewählt. – Stiftung Warentest

Die Reinigungsleistung: Die besten Elektrozahnbürsten punkten mit hoher Vibrationsfrequenz

Ein Indikator für die Reinigungsleistung einer elektrischen Zahnbürste ist die Frequenz. Je mehr Bewegungen der Bürstenkopf in der Minute erzielt, desto besser fällt meist das Reinigungsergebnis aus. Dabei ist aber auch zu beachten, welchen Weg der Bürstenkopf pro Schwingung zurücklegt. Beträgt die Amplitude drei bis vier Millimeter, können Sie davon ausgehen, dass Sie bei der Wahl Ihrer Elektrozahnbürste und beim Zähneputzen nicht allzu viel falsch machen.

Testet die Stiftung Warentest auch Ultraschallzahnbürsten?

Bislang nicht. Grund ist, dass sie nur selten und meist nur als System mit einer speziellen Zahncreme angeboten werden. Ultraschallzahnbürsten arbeiten mit etwa 20 Kilohertz und dürften nicht mit den weit verbreiteten Schallzahnbürsten verwechselt werden, heißt es in test-Ausgabe 3/2016. Weil sie die Zähne ohne zu bürsten reinigen sollen, sind sie ausgesprochen begehrt – und mancher Anbieter von Schallzahnbürsten setzt anscheinend ganz bewusst auf die Verwechslungsgefahr und spricht vom Ultraschall als besonders effektiver Reinigungstechnologie seiner Zahnfeger.

Blick auf die Besten ihrer Klasse: Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor

  1. Oral-B Teen
    Oral-B Teen
    • Sehr gut 1,1
  2. Oral-B Pro 2 2000S
    Oral-B Pro 2 2000S
    • Sehr gut 1,1

Was tun bei entzündetem Zahnfleisch?

Da viele Menschen die Bedeutung eines gesunden Zahnfleischs unterschätzen, vernachlässigen selbst fleißige Putzer diesen Teil der Mundschleimhaut beim täglichen Zähneputzen. Doch für entzündetes Zahnfleisch gibt es noch weitere Erklärungen als nur nachlässiges Zähneputzen. Möglicherweise haben Sie Zahnfleisch-Probleme aus ganz anderen Gründen. Lassen Sie am besten von Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin abklären, ob eine der folgenden Punkte für Sie zutrifft:
  • Sie üben beim Zähneputzen zu viel Druck auf Zähne und Zahnhälse aus.
  • Sie verwenden eine „aggressive“ Zahncreme mit stark abrasiven Stoffen.
  • Sie verwenden eine Zahnbürste mit zu harten Borsten.
  • Sie leiden unter Hormonschwankungen beispielsweise während einer Schwangerschaft.
  • Sie konsumieren viel Säurehaltiges wie Zitrusfrüchte, Softdrinks oder zuckerhaltige Speisen.
  • Auch schlecht sitzende Zahnspangen, Zahnprothesen oder Zahnschutzschienen könnten Ihr Zahnfleisch reizen.

Ausstattung im Vergleich: Wozu brauche ich Timer, Andruckkontrolle, Putzmodi?

Elektrische Zahnbürsten sind bereits für 10 Euro zu bekommen. Aber es gibt auch Modelle für weitaus mehr Geld. Der Preis hängt vor allem von der Ausstattung und vom Akku ab. Während man bei einfachen Geräten häufig nur zwischen zwei Geschwindigkeitsstufen wählen kann, bieten Hightech-Modelle spezielle Putz-Modi oder auch Timer und Warnfunktionen. Eine Andruckkontrolle ist besonders bei oszillierenden Zahnbürsten eine sinnvolle Sache, denn wird zu stark aufgedrückt, macht sich die Zahnbürste bemerkbar. Zusätzlich zu den verschiedenen Geschwindigkeitsstufen verfügen teurere Geräte auch über verschiedene Putzmodi. So gibt es unter anderem Funktionen zur Zahnfleischmassage oder speziell zur Zahnaufhellung.

Elektrische Kinderzahnbürste Janosch by Beurer JZA 70 mit Sanduhr Putzen, bis die Sanduhr durchgelaufen ist: Mit einer Sanduhr hilft Beurer bei seiner Janosch-Kinderzahnbürste JZA 70 Kindern dabei, die Mindestputzzeit von zwei Minuten einzuhalten. (Bildquelle: amazon.de)

Putzzeittimer in verschiedenen Varianten

Elektrische Zahnbürsten mit Putzzeitsignal gibt es in verschiedenen Varianten. Einfachere Modelle mit Putzzeit-Timer schalten die Bürste einfach nur aus, wenn eine bestimmte Zeit abgelaufen ist, gehobene haben einen Intervall-Timer: Nach einer bestimmten Putzzeit, meist 30 Sekunden, „ruckelt“ die Bürste und ruft den Putzer zum Wechsel des Gebiss-Quadranten auf. Es gibt sogar Elektrozahnbürsten, die mit einem separaten Display ausgestattet sind, das Sie gut sichtbar zum Beispiel am Spiegel befestigen können. Wer bereits viele Jahre Putzerfahrung hat, der hat die Putzdauer aber meist gut im Gefühl. Kindern empfiehlt die Stiftung Warentest Bürsten mit Putzzeittimer aber ausdrücklich. Das große Ziel sei es, das noch wenig ausgeprägte Zeitgefühl auszugleichen. Kinder sollten wenigstens zweimal pro Tag für mindestens zwei Minuten Zähne putzen, schreibt die Stiftung in einem Test zu Kinderzahnbürsten.

Nur kein Druck: Zahnbürsten mit Putzzeittimer im Test

Doch aus Sicht der Warentester sollten Sie genau hinsehen. Gerade hochwertige Modelle wie Silk’n Sonic Smile, Philips Sonicare EasyClean 3 Series oder die Waterpik Sensonic Professional Plus, alle aus dem gehobenen Preissegment um die 100 Euro, lassen nämlich gerade im Prüfpunkt Timerfunktion Punkte liegen. Dann ist das Timersignal für den Anwender nicht immer optimal wahrnehmbar. Aus diesem Grund senken die Tester sogar über den scheinbar modernsten E-Bürsten den Daumen – und zeigen, dass Timer in ihrer Bedeutung für richtiges Putzen gegenüber der Technik-Hybris keinesfalls unbedeutende Details geworden sind.

Appell an die Hersteller

Die Botschaft an die Hersteller könnte auch lauten, nicht jedes Hightech-Detail als unbedingt Notwendiges zu verkaufen und damit Geld in die Kassen zu spülen. Manches wie die abgerundeten Qualitätsfasern „Tynex DuPont“ oder das Flach-Design der Go Travel sind Ideen von PR-Poeten und lenken etwas davon ab, dass elektrische Zahnbürsten eins nicht können: schneller putzen als Handzahnbürsten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass er Tempo nicht mit Gründlichkeit verwechselt, sollte eine Bürste mit Timer wählen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er die empfohlene Putzdauer auch wirk­lich einhält, kann eine Zahnbürste mit integriertem Timer wählen: Das Putz­zeit­signal zeigt an, wann die zwei Minuten um sind. Das ist für Kinder besonders hilf­reich, weil sie noch kein gutes Zeitgefühl haben. - Stiftung Warentest

Sauber! So gut putzen die Preishelden aus den Putzparaden bei Stiftung Warentest

Auch mit manchem Preiskracher bekommen Sie laut Stiftung Warentest die Zähne sauber: Die „gute“ Nevadent Professional Care von Lidl kostete zum Testzeitpunkt nur 8 Euro, die „befriedigende“ Braun Oral-B Advance Power bekommen Sie für rund 15 Euro und die „guten“ Bürsten Active Professional von dm / Dontodent und Total Clean Professional von Budni für etwa 16 Euro. Letztere kürte die Stiftung Warentest in ihrer Dezemberausgabe 2019 als „Preis-Leistungs-Helden“. Sie putzen gut, haben je zwei Putzmodi und eine Andruckkontrolle, die aufleuchtet, wenn Sie den Bürstenkopf zu fest auf die Zähne pressen.

Batteriezahnbürste Oral-B Advance Power Mit der günstigen Batteriezahnbürste Oral-B Advance Power bekommen Sie die Zähne laut Stiftung Warentest „gut“ sauber. Verzichten müssen Sie auf einen Putzzeit- und Intervalltimer. (Bildquelle: amazon.de)

Knackpunkt Akku: Kaum einer lässt sich austauschen

Ein wichtiges Kaufkriterium ist auch der Akku. Er sollte ausdauernd sein, zu jeder Zeit geladen werden können und – neueres Kriterium bei Stiftung Warentest – austauschbar sein. Vor allem bei billigen Zahnbürsten ist das nur selten der Fall. Aber auch von Testsieger-Marken wie Philips Sonicare oder Braun Oral-B wünscht man sich, dass sie mit austauschbaren Akkus solche Umwelt- und Nachhaltigkeitswerte mit etwas mehr Nachdruck verfolgen würden. Stattdessen hat man den Eindruck, sie würden mit lebensmüden Akkus sogar einen Teil ihres Umsatzes erzielen – indem sie auf Käufer setzen, die ihre Elektrozahnbürste kurzerhand gegen ein neues Modell austauschen.
Wichtig ist, Akkus zu schonen. Ihnen schaden etwa Temperaturen von mehr als 25 Grad und feuchte Luft im Bad. – Stiftung Warentest

Ein Tipp zum Schluss

Beim Zahnbürsten-Kauf sollten Sie darauf achten, dass sich frische Aufsteckbürsten leicht nachkaufen lassen. Wer zu günstigen Produkten oder Aktionsware vom Discounter greift, muss damit rechnen, dass Ersatzbürstenköpfe nur schwer oder nur für kurze Zeit zu bekommen sind.

„Fluo­rid ist ein hei­kles Thema“

Zahnmedizinerin Kiana Meier-Friedhoff Die Zahnmedizinerin Kiana Meier-Friedhoff ist Spezialistin für Kiefergelenkerkrankungen und beantwortet für uns die wichtigsten Fragen zu Zahnreinigung und Mundhygiene. (Bildquelle: zahnarztpraxis-drvoss.de)

Putzt elektrisch wirklich besser als manuell? Wie können Sie Mundgeruch verhindern und wie hartnäckigen Zahnbelag? Sollten Sie rotierenden oder vibrierenden Zahnbürsten den Vorzug geben? Und müssen Sie wirklich nach jeder Mahlzeit ans Zähneputzen denken? Im Schwerpunkt Zahnreinigung widmen wir uns auf Testberichte.de diesen und weiteren Fragen. Die Zahnmedizinerin Frau Kiana Meier-Friedhoff hat uns mit Antworten versorgt.

Zu welchen Mundhygiene-Maßnahmen raten Sie Ihren Patienten außer dem täglichen Zähneputzen?

Mehrere sind geeignet. Außer Mundduschen, Ölziehen und Zungenschabern gehören dazu die kleinen Zahnzwischenraum- oder Interdentalbürsten. Bei Letzteren rate ich meinen Patienten dringend, sich von der Prophylaxe die richtige Größe zeigen zu lassen.

Empfehlen Sie Ihren Patienten zusätzlich zur normalen Bürstenreinigung auch Zahnseide – und wenn ja, welche?

Bei Zahnseide empfehle ich vor allem die ungewachste Variante, da Speisereste besser daran haften bleiben. Für größere Zahnzwischenräume sind Interdentalbürsten aber die bessere Alternative.

Manche Menschen tun sich schwer mit Zahnseide. Sind Mundduschen hier eine Alternative?

Unbedingt. Mundduschen sind generell eine gute Alternative für Menschen, die mit anderen Mundhygiene-Maßnahmen wie Zahnseide oder Interdentalbürsten nicht gut zurechtkommen.

Eignen sich Mundduschen auch als Ersatz für die normale Reinigung mit der Zahnbürste?

Auf gar keinen Fall! Um regelmäßiges und gründliches Säubern der Zähne mit einer Zahnbürste kommt man auch mit der besten Munddusche nicht herum.

Kann man mit einer Munddusche hartnäckigen Zahnbelag selbst entfernen?

Nein. Nur die mechanische Reinigung der Zähne mit der Zahnbürste bringt den gewünschten Effekt.

Was reinigt Zahnzwischenräume und Zahnfleischsaum besser: Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen?

Zahnzwischenraumbürstchen sind hier klar im Vorteil. Das gilt aber natürlich nur, wenn der Zahnzwischenraum es zulässt.

Ist es ratsam, in einen Zungenreiniger zu investieren und was bringt ein solches Gerät?

Es ist durchaus sinnvoll, sich einen speziellen Zungenreiniger zu kaufen. Mit einem Zungenschaber lassen sich Beläge, die sich tagsüber und über Nacht angesammelt haben, gut von der Zungenoberfläche herunterschaben. Auch gegen unangenehmen Mundgeruch hilft eine solche Zungenreinigung, da schlechter Geruch sich in vielen Fällen auf Beläge im Mundraum zurückführen lässt. Am besten sind Zungenschaber, die man auch auskochen oder im Geschirrspüler reinigen kann – also Modelle aus Edelstahl. Vielfach hilft aber auch ein einfacher Löffel: Wenn Sie mit der Kante über die Zungenoberfläche streichen, können Sie auch mit dieser Methode einen Großteil der Beläge entfernen.

Sind elektrische Zahnbürsten besser als normale Handzahnbürsten?

Ich persönlich empfehle meinen Patienten den Griff zur elektrischen Zahnbürste. Ein klarer Pluspunkt gegenüber normalen Handzahnbürsten besteht in jedem Fall darin, dass sie schwer zugängliche Stellen besser erreichen. Handzahnbürsten dagegen helfen beim Erlernen einer perfekten Putztechnik – beide haben also ihre Vorzüge.

Welcher Bürstentyp ist aus Ihrer Sicht besser: rotierender Bürstenkopf oder vibrierende Schallzahnbürste?

Wir in der Zahnarztpraxis Dr. Voß empfehlen unseren Patienten Zahnbürsten mit rotierenden Bürstenköpfen. In unserer Praxis haben wir damit die besseren Erfahrungen gemacht.

Braucht eine elektrische Zahnbürste wirklich mehrere Reinigungsmodi wie z. B. Aufhellen, Zahnfleischmassage oder Tiefenreinigung?

Wer sich vor dem Kauf seiner elektrischen Zahnbürste absichern möchte, sollte durchaus auf eine Mindestausstattung achten. Funktionen wie Zahnfleischmassage, Andruckkontrolle und Geschwindigkeitsregulierung sind meines Erachtens elementar.

Warum sollte eine Andruckkontrolle zur Ausstattung einer elektrischen Zahnbürste gehören? Was kann passieren, wenn man beim Zähneputzen zu viel Druck ausübt?

In zwei Fällen rate ich meinen Patienten zu kontrolliertem Andruck auf Zähne und Zahnfleisch: Zum einen bei „weichen“ Zähnen, die bei zu viel Druck an Substanz verlieren könnten; und zum anderen bei Zahnhalsdefekten, wo ein Zuviel an Putzdruck die Empfindlichkeit der Zähne fördern kann.

Wie viel Zeit sollte man sich fürs Zähneputzen generell nehmen? Reichen zwei Minuten oder ist länger immer auch besser?

Wer sich jeder Fläche des Zahns mit möglichst viel Zeit und Aufmerksamkeit widmet, tut immer etwas Gutes für seine Zahngesundheit. Eine feste Faustformel über die empfohlene Zwei-Minuten-Putzzeit hinaus gibt es aber nicht. Manche Patienten benötigen mehr, manche weniger Zeit.

Ab wann sollte man seine alte gegen eine neue Zahnbürste austauschen?

Spätestens nach drei Monaten wird eine neue Zahnbürste fällig. Wirken die Borsten aber schon vor diesem Zeitraum ausgefranst und abgenutzt, ist das ein Hinweis auf einen früheren Wechsel zur Folgebürste.

Sollte man wirklich nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen?

Besser wäre es in jedem Fall. Wer viel säurehaltige Lebensmitteln und Getränke zu sich nimmt, sollte eine Stunde mit dem Putzen warten, da es in etwa so lange dauert, bis sich die Schutzschicht – der sogenannte Biofilm – über den Zahn aufbaut. Um diesen Prozess zu unterstützen, kann man den Mund auch mit etwas stillem Wasser ausspülen.

Es gibt Zahnbürsten mit harten, weichen und mittleren Borsten. Welche eignet sich für wen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Eine etwas weichere Zahnbürste wirkt beispielsweise nach einer Parodontose-Behandlung schonender auf das Zahnfleisch. Zu weichen Zahnbürsten sollten außerdem Menschen greifen, die zu etwas mehr Andruck beim Putzen neigen oder deren Zahnsubstanz generell etwas weicher beschaffen ist. Mittelfeste Zahnbürsten eignen sich für fast jedes Gebiss, von harten Zahnbürsten und Aufsteckbürsten mit harten Borsten rate ich grundsätzlich ab.

Raten Sie Kindern von klein auf zum Putzen mit elektrischen Zahnbürsten?

Ich rate immer zu einem Wechsel zwischen der normalen Handzahnbürste und einer elektrischen Bürste, da Kinder die richtige Putztechnik erst erlernen müssen. Mit einer elektrischen Zahnbürste allein gelingt das nicht.

Richtig Zähne putzen – welche Tipps zur Zahnputztechnik haben Sie für unsere Leser?

Gehen Sie am besten systematisch vor, das heißt: Reinigen Sie Ihre Zähne immer nach demselben Muster. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie bestimmte Bereiche vergessen. Vergessen Sie keinesfalls die Übergänge von den Zähnen zum Zahnfleisch und die Bereiche hinter den letzten Zähnen.

Kommen viele Patienten zu Ihnen, deren Zahnprobleme sich durch richtiges Putzen hätten vermeiden lassen?

Eindeutig ja.

Immer mehr Verbraucher interessieren sich für zertifizierte Naturkosmetik-Zahncremes ohne bedenkliche Substanzen wie z. B. Mikroplastik oder Parabene. Doch vielen dieser Pasten fehlt das schützende Fluorid, wie es in Tests von Öko-Test oder Stiftung Warentest erwünscht ist. Was würden Sie Ihren Patienten empfehlen?

Fluroid ist ein heikles Thema. Hier kann es nur um die optimale Dosierung gehen, damit eine Zahncreme ihre Karies-reduzierende Wirkung entfalten, aber keine schädlichen Nebenwirkungen hervorrufen kann. Daher rate ich meinen Patienten, sich ausführlich mit den möglichen Inhaltsstoffen von Zahncremes zu beschäftigen, um selbst entscheiden zu können, was für sie vertretbar ist.

Und noch eine Frage zur richtigen Zahnpasta. Es gibt Universal- und Sensitiv-Zahncremes sowie Zahnpasta mit Weiß-Auslobung. Welche sind nützlich, welche Unfug?

Einige Zahncremes enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können. Ich empfehle meinen Patienten, sich persönlich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, damit sie ein Bewusstsein für die Risiken in diesem Bereich entwickeln und selbst entscheiden können, was für sie das Richtige ist. In meinen Augen ist optimale Zahnreinigung aber ohnehin eher eine Frage der Putztechnik als der Zahnpasta.

Wir bedanken uns bei Zahnärztin Frau Kiana Meier-Friedhoff für die Beantwortung unserer Fragen.
Die Zahnmedizinerin ist spezialisiert auf Kiefergelenkerkrankungen und praktiziert in der Berliner Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Alexander Voß in Berlin-Zehlendorf.


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Was sollten Sie vor dem Kauf wissen?

Unser Ratgeber gibt den Überblick:

  1. Oszillierende Zahnbürste versus Schallzahnbürste – wo liegen die Unterschiede?
  2. Kommen überall hin: Schallzahnbürsten mit 30.000 Schwingungen pro Minute
  3. Rund oder länglich? - Jede hat ihre Vor- und Nachteile
  4. Die Reinigungsleistung: Die besten Elektrozahnbürsten punkten mit hoher Vibrationsfrequenz
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„Solls ein bisschen mehr sein?“ (Erschienen 11/2020)

„Teure Luxusmodelle locken mit üppiger Ausstattung. Mehrere preisgünstige Puristen putzen die Zähne aber auch gut.“Eine elektrische, mit Akku betriebene Zahnbürste gibt es schon für knapp unter 20 Euro - Sie können bei der Anschaffung aber auch mühelos 200 Euro investieren. Lohnt es sich, tiefer ins Portemonnaie zu ...

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