Herrenfahrräder

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Ratgeber zu Herrenfahrräder

Keine echten Diamanten, aber trotzdem für die Ewigkeit

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. klassischer Herrenrahmen stabilste Rahmenform
  2. spezielle Sättel für Herren erhältlich
  3. alle führenden Hersteller mit belastbaren XXL-Rädern für große und kräftige Fahrer im Sortiment


Welche Vorteile bietet das klassische Herrenrad?

Rennräder und Mountainbikes kennen den Unterschied zwischen Damen- und Herrenvarianten nicht, vorherrschend ist bei den Sportlichen der sogenannte Diamantrahmen, bei dem Ober-, Haupt- und Sattelrohr ein Dreieck bilden – gemeinhin akzeptiert als Stellvertreter des Herrenfahrrads. Der Grund ist in der Statik zu suchen. Es handelt sich um die stabilste Rahmengeometrie, von der zum Beispiel auch Reise- und Trekkingräder profitieren. Auch Trendbikes wie Fixies setzen ausschließlich auf Diamantrahmen. Beim typischen Damenrad hingegen wird das Oberrohr am sattelnahen Ende entweder tiefer gesetzt („Trapez“-Form) oder ganz weggelassen. Diese sogenannten Tiefeinsteiger bergen einen entscheidenden Nachteil: Es fehlt ihnen an Stabilität, daher geraten sie leicht ins Flattern, wenn mal richtig Fahrt aufgenommen wird. Klarer Pluspunkt also für das „Herrenrad“.

Der sogenannte Diamantrahmen – Inbegriff des klassischen Herrenfahrrads – ist die stabilste Rahmenform. (Bildquelle: amazon.de)


Welche Marken bieten Fahrräder für besonders kräftige und/oder große Herren?

Um leichter aufs Rad zu kommen, entscheiden sich kräftige Herren wegen des tiefen Durchstiegs gerne für ein Damenmodell. Knifflig: Durch das fehlende Oberrohr fehlt es ihnen von Haus aus an Straffheit. Daher erfordern sie einen erhöhten Materialeinsatz an besonders beanspruchten Stellen. Die führenden Anbieter am Markt haken diese Wunschliste konsequent ab, zum Beispiel Kalkhoff mit der Agattu-Serie. Entsprechende Räder tragen den Zusatz XXL in Produktbezeichnung. Die Belastbarkeit beläuft sich auf stattliche 170 kg. Angeboten werden auch Rahmengrößen für Personen oberhalb der Zwei-Meter-Marke. Raleigh imitiert das Konzept mit dem Unico XXL, während sich bei Hercules in der Imperial-Serie gleichwertige Pendants finden.

Nicht nur für Damen interessant: Hochbelastbare Tiefeinsteiger wie beim Agattu XXL 8 von Kalkhoff stehen auch bei kräftigen Herren hoch im Kurs. (Bildquelle: kalkhoff-bikes.com)


Welche Sättel gibt es speziell für Herrenfahrräder?

Die Industrie reagiert zwischenzeitlich auf die besonderen Bedürfnisse männlicher Radfreunde und bietet Fahrradsättel mit mittigen Aussparungen zur Entlastung des Schambeins und -bogens an. Humorvolle Hersteller nennen sie „Love Channels“, die unterschiedlich groß ausfallen. Manche besitzen lediglich eine kleine Kuhle, andere eine durchgehende Vertiefung und einige sind sogar komplett ausgespart. Tipp: Massenanbieter wie Selle Royal werfen gute Sättel schon für kleines Geld auf den Markt.

Für lange Strecken bieten sich Sättel mit Aussparungen zur Entlastung des Schambereichs an. (Bildquelle: amazon.de)

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Herrenfahrräder

Die Bezeichnung „Herrenrad“ verschwindet zusehends vom Markt. An ihre Stelle treten Unisexmodelle, die von Männern und Frauen gleichermaßen gefahren werden können. Dies betrifft weniger den Bereich Cityräder, sondern Mountainbikes, Trekking- und Fitnessräder, die auf die klassischen Tugenden eines Herrenrads, hohe Steifigkeit und Tempostabilität, ausgelegt sind. Wer in den vergangenen Jahren den Fahrradmarkt beobachtet hat, konnte feststellen, dass die Unterscheidung in sogenannte Herrenräder und Damenräder immer mehr verschwindet. Mittlerweile geht der Trend sogar dahin, die vormaligen Herrenmodelle als Unisex-Fahrräder anzubieten, das heißt, sie können gleichermaßen von Frauen wie von Männern gefahren werden. Diese Entwicklung nahm ihren Ursprung vor allem im Mountainbike-Bereich, in dem anfänglich Damen-Versionen nahezu unbekannt waren. Aus Gründen der Stabilität waren MTBs stattdessen mit dem für klassische Herrenräder typischen Oberrohr versehen. Dessen Vorteil liegt nämlich darin, dass die Rahmenkonstruktion eine höhere Steifigkeit aufweist und damit gleichzeitig auch höheren Belastungen ausgesetzt werden kann. Herrenräder waren daher, beziehungsweise sind es heutzutage sogar teilweise noch, besser geeignet für sportliche Fahrer, da sie für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Ferner können sie mehr Gewicht, zum Beispiel in Form von Gepäck, oder schwere Fahrer tragen. Speziell bei den Cityrädern, also den Spezialisten für den Alltagsgebrauch, findet sich daher bis heute häufig noch die Unterscheidung in Herrenrad und Damenrad, und in den meisten Fällen zeigt sich die Unterscheidung bereits optisch am vorhandenen oder fehlenden Oberrohr – wobei auch nichts dagegen spricht, dass Männer wegen des leichteren Einstiegs ein Damenrad vorziehen. Im Bereich Trekkingbike beziehungsweise unter den Crossrädern und Fitnessrädern hingegen ist mittlerweile die Unterscheidung nahezu vollständig zugunsten von Unisexmodellen aufgelöst worden. Speziell als Damenräder beworbene Modelle sind lediglich in Details noch auf die weibliche Anatomie zugeschnitten, etwa in der Breite der Lenkerstange oder in der Länge des Radstandes. In puncto Steifigkeit und Tempostabilität hingegen stehen sie den als Standardmodelle geführten Herrenrädern meistens in nichts mehr nach. Dasselbe trifft auch auf Rennräder zu. Speziell in dieser Kategorie spielt nämlich die Tempostabilität eine zentrale Rolle, und diese wird von Männern wie Frauen gleichermaßen geschätzt. Die Entwicklung spiegelt sich übrigens auch in den zahlreichen Ratgebern zum Fahrradkauf wider. Sie weisen in der Regel darauf hin, sich von der Unterteilung in Herren- und Damenrädern, sofern sie überhaupt noch aufrecht erhalten wird, nicht leiten zu lassen – viele Bikerinnen finden heutzutage nichts mehr dabei, sich auf ein „typisches“ Herrenrad zu setzen. Warum auch nicht, denn es bietet schließlich nur Vorteile, sieht man einmal von der Stange ab. Aber im Rock fährt heutzutage kaum noch jemand auf einem Rennrad oder Mountainbike durch die Gegend, und allein aus „sittlichen Gründen“ muss auf das Oberrohr schon lange nicht mehr verzichten werden.