Digitalkameras

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Ratgeber zu Digitalkameras

Für jeden Bedarf den richtigen Fotoapparat

Stärken

  1. mit Zoomobjektiv flexibel nutzbar
  2. gute Bildqualität bei Sonnenschein
  3. einfache Kameras oft preiswert

Schwächen

  1. mit kleinem Sensor mäßige Bildqualität bei wenig Licht
  2. gute Kameras meist teuer

Im Vergleich der Test-Magazine – was macht gute Digitalkameras aus?

Kompakte Digitalkamera Canon G9 X Die Edel-Kompaktkamera Canon PowerShot G9 X Mark II bietet trotz ihrer geringen Größe eine überzeugend gute Bildqualität auch bei wenig Licht. (Bildquelle: canon.de)

Die Bildqualität ist das Kriterium, an dem sich Kameras messen lassen müssen. Tests beweisen, dass eine hohe Bildqualität nicht allein von der Auflösung des Bildsensors abhängt. Neben dem Sensor hat das Objektiv mit seiner Abbildungsleistung einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität der Fotos, daher bewerten Testmagazine Sensor und Objektiv gerade bei Kompaktkameras als eine Einheit. Die beste Bildqualität liefern System- und Spiegelreflexkameras. Kein Wunder: haben diese Fotoapparate doch mit die größten Bildwandler. Aber auch unter den Kompaktkameras, die dem Namen nach auf eine besonders geringe Gehäusegröße setzen und somit kleine Bildsensoren erfordern, gibt es Modelle mit guter Bildqualität – allen voran bei den Edel-Kompakten.

In die Bewertung der Fachzeitschriften fließt zudem die Bedienung der Kamera mit ein. Positiv beurteilen die Tester eine intuitive und einfache Bedienung sowie Motivprogramme und Automatiken, die gerade dem Laien zu guten Fotos verhelfen. Ein unübersichtliches Menü hingegen führt zur Abwertung.

Smartphone oder Kompaktkamera?

Dual-Kamera am Smartphone LG G6 Mobiltelefon LG G6 mit Dualkamera (Bildquelle: lg.com)

Die Smartphone-Kameras werden immer besser und so verwundert es kaum, dass immer weniger Menschen extra Geld für eine Kompaktkamera ausgeben. Aber auch wenn sich die reine Bildqualität der Smartphones kaum von den meisten Kompakten unterscheidet, haben die Kompaktkameras einen entscheidenden Vorteil: Sie verfügen in der Regel über ein Zoomobjektiv! Smartphones-Kameras besitzen hingegen meist nur ein Objektiv mit fester Brennweite und können nur digital zoomen, was einem Bildzuschnitt gleichkommt – und folglich einem Qualitätsverlust.

Wer zum Beispiel im Urlaub Details größer ins Bild bekommen möchte, ist mit einer kleinen Kamera mit Zoom besser beraten als mit der Schnappschusskamera seines Handys. Aber das haben auch die Smartphone-Hersteller erkannt und bauen in ihre teureren Modelle zwei Kameras mit Objektiven unterschiedlicher Brennweite ein. Der Zoom, der damit erreicht werden kann, überzeugt allerdings Tester und Nutzer noch nicht völlig. Und für ein echtes Zoomobjektiv fehlt schlicht der Platz im Gehäuse.

DigitalkamerasSensorgrößeObjektivGehäusegrößePreisAnwender
Kinderkameras1/3" und kleinerFestbrennweitemittelgünstigKinder (Spielzeug)
Smartphone-Kameras1/4" bis 1/2,3"Festbrennweite, kein Zoom, Dualkamerasehr klein(Im Smartphone enthalten)Hobbyfotografen
Kompaktkameras1/2,3"Zoom kleingünstig bis erschwinglichHobbyfotografen
Edel-Kompaktkameras1" bis VollformatFestbrennweiten oder hochwertige, aber meist nur 3-fach-Zoomskleinteuerambitionierte Hobbyfotografen
Bridgekameras1/2,3" bis 1"Superzoom/
Reisezoom
mittel bis großgünstig bis teuerambitionierte Hobbyfotografen
Unterwasser-/
Outdoorkameras
1/2,3"Zoomkleinerschwinglichambitionierte Hobbyfotografen
Systemkameras1" bis VollformatObjektive können gewechselt werden: Zoom, Festbrennweitemittel bis großerschwinglich bis sehr teuerambitionierte Hobbyfotografen
SpiegelreflexkamerasAPS-C bis Vollformatgroßerschwinglich bis sehr teuerHobby- bis Profifotografen
Mittelformatkamera44 x 33 mm und größersehr großsehr teuer bis extrem teuerProfifotografen

Wie viel Megapixel brauche ich wirklich?

Unten stehende Tabelle gibt eine grobe Orientierung, welche Auflösung Fotos mindestens bei Betrachtung auf dem jeweiligen Medium haben sollten. Circa 10 Megapixel sind demnach für die meisten Zwecke ausreichend. Allerdings liegt die durchschnittliche Auflösung der Digitalkameras aktuell bei rund 20 Megapixel (Bildquelle: testberichte.de). Auch wenn eine Auflösung von etwa 10 Megapixel für den Großteil aller Darstellungsmöglichkeiten genügt und Spielraum für den Bildzuschnitt lässt, werden es Hobbyfotografen schwer haben, eine entsprechende Kamera zu finden. Gute und preiswerte Kameras mit rund 10 Megapixel werden schlichtweg nicht mehr angeboten. Da bleibt nur der Griff zur teureren Bridge- oder Edel-Kompaktkamera. Allerdings bekommt man zu diesem Preis bereits eine gute Einsteigersystem- oder -spiegelreflexkamera.

Betrachtung von Fotos auf durchschnittliche
Auflösung
Anmerkung
UHD-Fernseher (4K)8 MPAuflösung ergibt sich aus dem TV-Standard
Full-HD-Fernseher2 MP
Computer-Monitor1-2 MPDurchschnittliche Auflösung ermittelt mit statcounter.com
Tablet-Display1 MP
Smartphone-Display0,5-1 MP
Foto 10 x 15 cm2-3 MPAuflösung bei Consumer- und semiprofessionellem Anspruch
Poster 100 x 150 cm12-15 MP

Die besten Digitalkameras mit hoher Auflösung

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Light L16
2 Sony Cyber-shot DSC-RX1R II Sehr gut(1,5)
3 Sigma dp0 Quattro Gut(2,4)

Warum macht meine Kamera bei wenig Licht keine guten Bilder?

Äußerst lichtempfindliche Fotokamera von Sony Das Katzenauge - die Sony Alpha 7S - macht mit Vollformatsensor und gerade mal 12,2 Megapixel extrem rauscharme Bilder bei Kerzenschein. (Bildquelle: sony.com)

Der Glaube mehr Megapixel gleich bessere Bildqualität hält sich wacker in den Köpfen der Konsumenten. Ganz falsch ist das natürlich nicht, aber kleine Sensoren mit vielen Pixeln, wie sie in Kompaktkameras zu finden sind, haben Schwierigkeiten, gute Bilder bei wenig Licht zu liefern. Der Grund: Die Pixel auf dem Bildsensor teilen sich das einfallende Licht. Drängen sich viele kleine Pixel dicht auf dem Sensor, bleibt für jeden einzelnen Pixel nur sehr wenig Licht übrig, um daraus ein elektrisches Signal für das digitale Bild zu erzeugen. Nimmt die einfallende Lichtmenge zudem noch ab, zum Beispiel in der Dämmerung, reicht das vom Pixel generierte Signal oft nicht aus und muss verstärkt werden. Mit der Verstärkung setzt das Bildrauschen ein, das zu einem Detailverlust führt. Die Fotos sehen nicht mehr so schön wie bei Sonnenschein aus.
Weniger Pixel auf dem Bildsensor bedeuten, dass jeder Pixel größer ausfällt und mehr Licht einsammeln kann. Das Rauschen ist somit geringer. Wer sich also bei wenig Licht eine bessere Bildqualität wünscht, dem sei zu einer Kamera mit großem Sensor und wenig Megapixel geraten, zum Beispiel zu der Systemkamera Sony Alpha 7s. Im Bereich der Kompaktkameras lohnt sich ein Blick auf die Edel-Kompakten.

Die besten Digitalkameras mit fest verbautem Objektiv für Aufnahmen bei wenig Licht

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Leica Q (Typ 116) Sehr gut(1,3)
2 Panasonic Lumix DMC-FZ2000 Sehr gut(1,4)
3 Panasonic Lumix DC-TZ202 Gut(1,6)

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Kompaktkamera mit 1-Zoll-Sensor Sony Cyber-shot DSC-RX100M3 kann sich hohe Pixelanzahl erlauben Kompaktkamera mit 1-Zoll-Sensor Sony Cyber-shot DSC-RX100M3 kann sich hohe Pixelanzahl erlauben

Die Kameraklasse mit einer Sensorgröße von mindestens 18 Megapixeln ist vornehmlich mit Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras besetzt. Aber auch manche Kompaktkameras und Bridgekameras sind in diesen Bereich vorgestoßen. Daneben werden gelegentlich sogenannte digitale Kamerarückteile für analoge Mittelformatkameras angeboten, die die Rollfilmkassette durch einen Digitalsensor ersetzen beziehungsweise Mittelformatkameras, die dann allerdings auch mit 30, 40, 50 und 60 Megapixeln ausgestattet sind.

Kompakt- und Bridgekameras ab 18 Megapixel

Verfügt eine Kompakt- oder eine Bridgekamera über einen kleinen Sensor, etwa einem 1/2,3-Zoll-Chip, sollte dieser keineswegs mit 18 oder mehr Megapixel bestückt werden. Leider gibt es einige Anbieter, die die Pixelgläubigkeit ausnutzen und mit einer hohen Pixelanzahl Kunden werben wollen. Selbst ein hintergrundbeleuchteter Sensor hat einfach nicht die Kapazität diese extrem hohe Anzahl an Pixeln unterzubringen. Dementsprechend klein fallen sie aus und nehmen weniger Licht auf, sodass bei höheren ISO-Werten schnell ein Bildrauschen einsetzt, was teilweise durch eine integrierte Software in der Kamera automatisch behoben werden soll, aber schließlich zum Verlust von Bilddetails führt. Ausnahmen bilden sogenannte Edelkompakte, die größere Sensoren von einem Zoll, APS-C-Format oder sogar Vollformat aufweisen können.

System- und Spiegelreflexkameras ab 18 Megapixel

Nicht jede Systemkamera kann einen großen Sensor aufweisen. So arbeitet Nikon beispielsweise mit einer Aufnahmefläche von 13,2 mal 8,8 Millimetern und einer Diagonalen von einem Zoll. Dementsprechend fällt die Bildqualität besser als bei den meisten Kompakt- und Bridgekameras aus, aber schlechter als bei klassischen Spiegelreflexkameras.

Große Aufnahmefläche für das Mittelformat: Pentax 645Z mit 51 MP Große Aufnahmefläche für das Mittelformat: Pentax 645Z mit 51 MP

Auch hier gibt es Ausnahmen. Olympus beispielsweise arbeitet bei seinen Spiegelreflexkameras nur mit einem Cropfaktor von 2. Verfügt die Kamera allerdings über einen APS-C-formatigen Sensor sind 18 Megapixel noch machbar und man kann mit einer guten Bildqualität rechnen.

Mittelformatkameras

Sensoren von Mittelformatkameras haben eine so große Fläche zur Verfügung, dass sie bequem 30 und mehr Megapixel unterbringen können. So hat die Pentax 645Z eine Aufnahmefläche von 43,8 x 32,8 Millimetern. Andere Mittelformatkameras können 40 x 50 oder sogar 40 x 60 Millimeter vorbringen und kommen auf eine Spitzenanzahl von 60 Millionen Pixel.

Tests

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