Objektive

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Ratgeber zu Objektiv-Linsen

Für jede Aufnahmesituation gewappnet

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. für sehr unterschiedliche Aufnahmesituationen erhältlich
  2. müssen zum jeweiligen Kamera-System passen
  3. Modelle für Einsteiger wie Profis verfügbar
  4. lange Lebensdauer am Markt

Sony Alpha 7 III ohne Objektiv Die Sony Alpha-7-Serie ist mit E-Bajonett und Vollformat-Sensoren ausgestattet. (Bildquelle: Sony)

Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras haben den Vorteil, dass das Objektiv gewechselt kann, um der jeweiligen Aufnahmesituation gerecht zu werden. Möchten Sie beispielsweise Nahaufnahmen anfertigen, benötigen Sie ein spezielles Makroobjektiv, weit entfernte Gegenstände holen Sie mit einem Teleobjektiv ins Bild, weite Landschaften fangen Sie mit einem Weitwinkelobjektiv ein. Bei der Wahl der richtigen Brennweite ist auch die Größe des Kamerasensors entscheidend, da dieser direkt auf den Bildwinkel einwirkt.

Auf den Kameraanschluss achten

Die einzelnen Kamerahersteller nutzen unterschiedliche Objektivanschlüsse. Gerade bei den Objektiven von Herstellern, die Objektive für verschiedene Kameramarken anbieten, gilt es darauf zu achten, das richtige Modell auszuwählen. Ein Fujifilm-Objektiv passt nicht an eine Canon-Kamera, ein Objektiv aus der Canon-M-Reihe für spiegellose Systemkameras kann wiederum nicht an eine Spiegelreflexkamera von Canon angeschlossen werden, die den Canon-EF-Anschluss nutzt. Helfen können allerdings entsprechende Adapter.

Tamron 16-300mm F/3.5-6.3 Di II VC PZD Das Tamron 16-300mm F/3.5-6.3 Di II VC PZD ist ein sehr flexibel einsetzbares Superzoom-Objektiv. (Bildquelle: Amazon)

Die richtige Sensorgröße

Jedes Objektiv ist auf bestimmte Sensorgröße ausgelegt. Dabei gilt: je größer der Sensor, desto größer und schwerer fallen in der Regel auch die Objektive aus. Jene, die für große Vollformatsensoren ausgelegt sind, können in der Regel auch an Kameras mit dem kleineren APS-C-Sensorformat genutzt werden - wenn der Kameraanschluss stimmt, oder ein entsprechender Adapter zum Einsatz kommt. Umgekehrt erzeugen Objektive, die für APS-C-Sensoren optimiert sind, an Vollformatkameras einen dunklen Kreis an den Bildrändern, da sie nicht die gesamte Fläche des Sensors belichten. Olympus und Panasonic nutzen das noch kleinere Micro-Four-Thirds-Format (MFT). Neben der handlicheren Bauform dieser Objektive, bietet der gemeinsame Standard den Vorteil, dass die Objektive beider Hersteller an den Kameras des jeweils anderen genutzt werden können.

Die Sache mit dem Crop-Faktor

Brennweite ist nicht gleich Brennweite. Wie groß ein Bildausschnitt ausfällt, der mit einer bestimmten Brennweite erzeugt wird, hängt von der Sensorgröße der Kamera ab, mit der das Bild geschossen wird. Der Crop-Faktor gibt dabei den Umrechnungfaktor an, mit dem sich ein zum Vollformat äquivalenter Bildausschnitt ergibt. Für APS-C-Sensoren beträgt dieser Faktor etwa 1,5; bei MFT-Sensoren 2. Das bedeutet, dass ein Objektiv mit der Brennweite 50 mm an einer Kamera mit MFT-Sensor einen Bildausschnitt erzeugt, der dem eines 100-mm-Objektiv an einer Vollformat-Kamera entspricht.

Objektive mit dem größten Zoom-Faktor

Zoomobjektiv oder feste Brennweite?

Stärken

  1. Festbrennweite: hohe Lichtstärke
  2. Festbrennweite: mehr künstlerischer Gestaltungsspielraum
  3. Zoom: großer Brennweitenbereich, flexibel für diverse Einsatzzwecke
  4. Zoom: recht günstig

Schwächen

  1. Festbrennweite: je nach Motiven/Situationen häufiger Objektivwechsel nötig
  2. Festbrennweite: teuer, dazu hohes Gewicht
  3. Zoom: anfällig für Abbildungsfehler, vor allem bei der Anfangsbrennweite
  4. Zoom: bei wenig Licht häufig ungeeignet

Spiegelreflexkameras hatten schon immer den Vorteil, dass der Fotografierende schnell und unkompliziert zwischen verschiedenen Objektiven wechseln konnte, um für jede Aufnahmesituation gewappnet zu sein. Bei den Digitalkameras ist vor einiger Zeit eine neue Gruppe hinzugekommen, die ebenfalls den Status einer Systemkamera für sich beanspruchen kann, die aber ohne Spiegel arbeiten und deshalb den Namen spiegellose Systemkameras oder DSLM (kurz für digital single lens mirrorless) tragen. Ob Sie sich für ein Zoomobjektiv oder für eines mit fester Brennweite entscheiden, hängt von unterschiedlichen Gründen ab.

Vor- und Nachteile von Zoomobjektiven

Zoomobjektive sind praktisch und ermöglichen durch ihre variable Brennweite ein größeres Einsatzgebiet. Die meisten Kamerahersteller bieten ihre Systemkameras, ob mit oder ohne Spiegel, meist als Basis-Kit an, das ein Zoomobjektiv im unteren Brennweitenbereich beinhaltet. Aus Marketing-Gründen sind diese Kits nicht sonderlich teuer und die mitgelieferten Zoomobjektive von eher durchschnittlicher Qualität. Das liegt vornehmlich an der geringen Lichtstärke, die meist in Weitwinkelstellung f/4,5 beträgt und zum Telebereich bis f/6,3 abnimmt. Sicherlich können Sie damit auch gute Fotos machen, die sich sehen lassen können. Werden jedoch die Lichtverhältnisse, etwa durch Dämmerung oder schlecht beleuchtete Räume, schwächer, wünscht man sich eine bessere Lichtstärke. Dafür muss man bei allen Objektiv-Typen deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen. Inzwischen haben die Objektiv-Hersteller auch Zooms im Angebot, die sogar Lichtstärken von f/2,0 leisten können. Da Zooms einen mittleren bis großen Brennweitenbereich abdecken können, sind sie bei den meisten Fotografen sehr beliebt - man muss nicht andauernd das Objektiv wechseln. Oft kommt man mit einem 28-75 Millimeter und einem 70-300 Millimeter gut zurecht. Da aber diese Objektive quasi als Allrounder genutzt werden, kann es auch zu Abbildungsfehlern, insbesondere in den Randbereichen kommen. Wenn die Anfangsbrennweite nur bis zum Dreifachen gezoomt werden kann, ist man noch weitestgehend davor geschützt. Da hochwertige Full-HD-Videos bei den Systemkameras zum guten Ton gehören, sollten Sie beim Kauf auf einen leisen Zoom-Motor achten, der vibrationsarm arbeitet und die Filmaufnahmen nicht weiter stören kann.

Objektive mit dem größten Zoom


Vor- und Nachteile von Festbrennweiten

Objektive mit fester Brennweite werden überwiegend von ambitionierten Fotografen und Profis genutzt, die einen bestimmten Qualitätsstandard der Aufnahmen erreichen wollen. Vignettierung und Verzeichnung sind bei den üblicherweise recht teuren Objektiven weniger stark ausgeprägt, als bei den Zoomobjektiven. Hinzu kommt das bessere Lichtstärkenverhältnis von f/1,8 oder gar f/1,4 – dadurch sind ausgezeichnete Bokeh-Aufnahmen möglich, die das Motiv glasklar in Szene setzen und den Hintergrund leicht verschwimmen lassen. Damit ist auch schon erklärt, dass die künstlerische Gestaltungskraft eines Festbrennweiten-Objektivs deutlich über einem Zoom liegt und folglich eher im semiprofessionellen Bereich und aufwärts anzutreffen ist. Aus der freien Hand und bei schlechten Lichtverhältnissen sowie mit kurzen Belichtungszeiten ist eine Festbrennweite einem zoomobjektiv immer überlegen. Die Nachteile sind aber auch offensichtlich: hohe Anschaffungskosten paaren sich mit zunehmendem Gewicht der Ausrüstung und dem häufigeren Wechsel der Objektive. Ein Wechsel bedeutet zudem immer Staubeinfall und eine stärkere Verschmutzung des Sensors.

Welche Brennweite für welches Motiv geeignet ist und welche Wirkung sie haben, erfahren Sie im Ratgeber "Brennweite und Bildwinkel: Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiv".  Möchten Sie allgemeine Hinweise zum Kauf eines Objektivs, schauen Sie doch einmal in den Ratgeber "Das richtige Objektiv finden".

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