Stärken
Schwächen
Spiegellose Systemkameras bieten wie auch digitale Spiegelreflexkameras (DSLRs) die Möglichkeit, Wechselobjektive zu nutzen. Da sie jedoch ohne einen Klappspiegel auskommen, können sie kompakter konstruiert werden und fallen in der Regel handlicher als DSLRs aus. In Sachen Sensoren, Prozessoren und Autofokus haben sie die Spiegelreflexkameras mittlerweile überholt. Viele Hersteller haben ihre DSLR-Produktion inzwischen eingestellt und konzentrieren sich vollständig auf spiegellose Systeme. Lediglich bei der Akkulaufzeit liegen manche Modelle noch unter dem Niveau klassischer DSLRs.
Wie unterscheiden sich die verschiedenen Sensorgrößen?
Die ersten spiegellosen Systemkameras erschienen im MFT-System mit Sensoren im Four-Thirds-Format. Diese messen in der Diagonale nur die Hälfte eines Vollformatsensors. Das Format ist nach wie vor beliebt, da es besonders kompakte Gehäuse ermöglicht, und wird vor allem von Panasonic und OM System (früher Olympus) genutzt. Andere Hersteller wie Sony, Canon, Nikon und Fujifilm setzen bei Einsteiger- und Mittelklassemodellen auf APS-C-Sensoren. Im Vollformatsegment haben mittlerweile alle großen Hersteller starke spiegellose Systeme aufgebaut: Sony mit der Alpha-7- und Alpha-9-Reihe, Canon mit der EOS-R-Serie, Nikon mit dem Z-System und Leica mit dem L-Mount-System.Anschaffungskosten: Einstieg oder Profi-Ambitionen?
Spiegellose Vollformatkameras wie die Sony Alpha 7-Serie richten sich an semiprofessionelle und professionelle Fotografen. (Bild: Sony.de)
Preislich nehmen sich spiegellose Systemkameras und DSLRs bei vergleichbarer Ausstattung kaum etwas. Die Produktpalette reicht vom Einsteiger- bis Profi-Segment. Fast alle Hersteller bieten ihre Modelle als Kit mit einem Standardzoomobjektiv an. Im Einstiegssegment sind Kameras bereits ab rund 500 Euro erhältlich, semiprofessionelle Vollformatmodelle beginnen ohne Objektiv oft zwischen 2.000 und 3.500 Euro, professionelle Flaggschiffe kosten deutlich mehr.
Wechselobjektive in den verschiedenen Systemen
Beim Einstieg in ein spiegelloses System lohnt ein Blick auf die verfügbare Objektivauswahl. In den meisten Fällen lassen sich Objektive für Spiegelreflexkameras über Adapter auch an spiegellosen Systemkameras nutzen. Das ist besonders praktisch, wenn man bereits ein Objektiv-Arsenal besitzt.Die breiteste Objektivpalette bietet nach wie vor das Micro-Four-Thirds-System (MFT) von Panasonic und OM System. Sony hat seine E-Mount-Objektiv-Palette kontinuierlich ausgebaut und profitiert davon, dass auch Dritthersteller wie Sigma und Tamron zahlreiche Objektive anbieten. Canon hat mit dem RF-System und Nikon mit dem Z-System inzwischen ebenfalls umfangreiche und hochwertige Objektivprogramme aufgebaut. Das System von Fujifilm genießt einen ausgezeichneten Ruf und bietet eine stolze Auswahl. Einen formatübergreifenden Standard haben Leica, Panasonic und Sigma mit dem L-Mount geschaffen: Objektive verschiedener Hersteller lassen sich hier an APS-C- und Vollformatgehäusen nutzen.


































