Kindersitze: Tests & Testsieger

Die besten Kindersitze der Fachpresse

Unsere Bestenlisten zeigen die derzeit besten Kindersitze auf dem Markt. Dafür hat unsere Fachredaktion Testberichte aus 14 Testmagazinen für Sie ausgewertet.

Ratgeber zu Autokindersitze

Bestmöglich geschützt durch i-Size, mitwachsende nur selten top

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. zwei Normen: nach Körpergewicht (ECE R 44) und nach Körpergröße ("i-Size")
  2. Preis-Leistungs-Vergleich: auch teure Sitze können mangelhaft sein
  3. sehr gute Babyschalen ermöglichen Rückwärtstransport bis 15 Monate
  4. mitwachsende Sitze der großen Gruppe I-III nur bedingt empfehlenswert
  5. Isofix-Anbindung in der Regel sicherer als die Montage mit Gurt
  6. namhafte Marken für sichere Maxi-Cosi (Babyschalen) sind Britax, Joie, Cybex, Kiddy und BeSafe

mitwachsender Kindersitz Concord Vario XT-5 "Concord Vario XT-5" als Beispiel für einen mitwachsenden Gruppe-I-III-Sitz. Das Schutzniveau eines mitwachsenden Kindersitzes liefert oft nur Durchschnitt. (Quelle: concord.de)

Wie gehen Testmagazine beim Test von Kindersitzen vor?

Federführend bei Kindersitz-Tests ist die Stiftung Warentest, geprüft wird in Kooperation mit dem ADAC. Vier Testdisziplinen muss ein Autokindersitz dabei durchlaufen: Sicherheit, Handhabung, Ergonomie und Schadstoffe. Die größten Wertungsbrocken sind Messwerte in simulierten Front- und Seitenaufpralltests und eine darauf basierende Einschätzung von Verletzungsrisiken für die Kleinen. Weitere Punkte, die Testmagazine bewerten: Wie gut halten Gurt und dämpfende Materialien die Last auf den Kinderkörper in Grenzen? Halten die Isofix-Nasen unten am Sitz die Aufprallkräfte aus oder löst sich ein Modell wie der Recaro Optia von seinem Isofix-Sockel? Behält ein Kindersitz mit Gurt-Montage beim Frontalcrash seine Position? Und meistert ein i-Size-Modell die erweiterten Sicherheits-Anforderungen an den Seitenaufprallschutz?

Wenn die auto motor & sport Kindersitze bewertet, warten ebenfalls verschiedene Dummys auf ihre Einsätze, zudem prüfen Tester auch Handling, Komfort für das Kind und ob die Bedienungsanleitung Reserven hinsichtlich der Verständlichkeit aufweist. Alle Testmagazine jedoch setzen Kindersitze verschiedener Größen auf den Prüfschlitten, ob Autoschale für Babys ab der Geburt, Kindersitze bis vier Jahre (Gruppe 0/I oder Gruppe I), etwas seltener sogenannte Reboarder, die nur oder wahlweise bis ins Kindergartenalter rückwärts im Fahrzeug montiert werden; auch Kindersitze der großen Gruppen II-III oder solche, die über die gesamte Kinderzeit mit dem Kind mitwachsen (Gruppen I-III), müssen ein mindestens befriedigendes Schutzniveau abliefern; ein schlechteres Test-Ergebnis würde dazu führen, dass sich der Sicherheitsmangel verstärkt auf die Gesamtwertung auswirkt.

Auffallend mit Blick auf die Testhistorie zu Kindersitzen ist, dass die Messverfahren mit Prüfschlitten und Kinderdummy unehmend komplexer geworden sind; damit lassen sich neue Erkenntnisse zur Unfallsicherheit und technischen Entwicklungen beim Fahrzeugbau gewinnen, etwa mit Blick auf die Bedienung eines Kindersitzes. Nicht zuletzt tragen neue Testmethoden den Veränderungen der Gesetzeslage Rechnung. So muss sich der gesamte Prüfstand mit Testkarosserie inklusive aller Aufprallszenarien beispielsweise auf die strenge Prüfnorm i-Size (ECE R 129) ausrichten.

Da ein Kindersitz aber auch im täglichen Betrieb punkten muss, fließen Handhabung und Ergonomie mit einem festen Anteil in das Qualitätsurteil mit ein. Besonders bei den meist schweren und unhandlichen Reboard-Kindersitzen, etwa beim Modell Axkid Wolmax, sind Sitzeinbau und Umbau in andere Fahrzeuge kritische Faktoren. Die Tester erwarten leichte, einfach zu befestigende Modelle und Gurtsysteme, die nicht verdrehen oder durch versteckte Laschen am Kindersitz gefädelt werden müssen; allgemein, im Besonderen auch bei rückwärts gerichteten Sitzen, liegt das Augenmerk der Tester auf dem Platzangebot für die Beine und den Sichtverhältnissen nach draußen.

Lassen Sie sich von der Werbung der Hersteller nicht blenden: Nicht immer nützt es Eltern, wenn sie komplexe Gurt- oder Isofixsysteme vor sich haben. Als selbstverständlich setzen die Tester daher voraus, dass ein Kindersitz auch mit Blick auf das bauartbedingte Fehlbedienrisiko sicher sein muss. Das bedeutet: Auch Personen, die sonst nicht mit Kindersitzen vertraut sind, muss der sichere Einbau gelingen. Mit Tests auf PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen), bestimmten Weichmachern, Formaldehyd, Flammschutzmitteln oder phenolischen Verbindungen kommen die Tester schließlich Schadstoffen auf die Spur, die der Gesundheit der Kinder schaden könnten.

Kindersitze mit Seitenaufprallschutz

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Maxi-Cosi Pebble Plus Gut(1,6)
2 Concord Reverso Gut(1,7)
3 Britax Römer Kid II Gut(1,8)

Preisgünstig, aber gut: Welches sind die besten Kindersitze ohne Isofix?

Babyschalen schützen zum Teil auch ohne Isofix-Anbindung zur Fahrzeugkarosserie gut. Das freut insbesondere Eltern, die bei der Wahl ihres Kindersitzes aufs Geld achten müssen, bringt aber Nachteile bei der Handhabung. Denn einen Kindersitz nur mit dem Fahrzeug-Gurt auf der Rückbank Ihres Autos zu fixieren, kann umständlich und zeitraubend sein, insbesondere mit Kind im Sitz. Klickbare Isofix-Basisstationen sind da deutlich komfortabler – aber auch meist teurer. Der größte Haken dabei ist, dass noch längst nicht jedes Auto mit den dazugehörigen Isofixösen in der Fuge zwischen Rückbank und Lehne ausgestattet ist.

Babyschale Cybex Cloud Q Die Cybex-Schale "Cloud Q" schützt Babys auch ohne Isofix gut. (Bildquelle: cybex.de)

 
  • In der Kategorie Babyschalen ohne Isofix fallen die Maxi-Cosi-Kindersitze Citi oder Pebble positiv auf (test 6/2016) – und die Cybex Cloud Q schnitt bei Stiftung Warentest (Ausgabe 6/2015) ohne Isofix-Basis sogar geringfügig besser ab als mit Isofix-Basis Q-fix.
  • Die Stokke iZi Go Modular by BeSafe (ein Zwilling des BeSafe iZi Go Modular) war im Test (test 6/2017) mit Isofix-Basis (iZi Modular i-Size Base) sogar um eine Notenstufe schlechter als ohne Isofix-Station.
  • Eine gute Platzierung im oberen Notenspektrum teilten sich die Cybex-Babyschalen Aton 5 und Aton 5 mit Isofixbasis Aton Base 2 (test 6/2017) – aber auch eine Preisspanne im dreistelligen Bereich. Dasselbe Ergebnis bei den Babyschalen GB Idan und GB Idan mit Isofixbasis Base-fix: Die Stiftung Warentest kam zu einem guten Urteil bei der Sicherheit, die Preisdifferenz der Online-Händler erstreckt sich über einen hohen zweistelligen Betrag.
  • Gute Kleinkind-Kindersitze zur Montage mit dem Auto-Gurt besitzen Seltenheitswert in der Testlandschaft. Die meisten dieser Sitze für Kinder bis ca. vier Jahre halten sich im mittleren Notenspektrum auf. In der Gruppe I-III für Kinder bis zwölf Jahre stellt der Cybex Pallas M SL einen guten und daher empfehlenswerten Vertreter der gegurteten Kategorie (test 6/2017).

Welches sind die besten Kindersitze ab der Geburt mit sehr gutem Unfallschutz?

Für Babyschalen, also Liegeschalen speziell für Babys und Kinder bis etwa eineinhalb Jahre, gelten zwei Normen parallel nebeneinander: Die neuere i-Size-Norm (ECE R 129) orientiert sich an der Körpergröße des Kindes, die ältere – und weiterhin gültige – Norm (ECE R 44) am Körpergewicht. Wirklich etwas falsch machen können Sie nicht, und auch die Hersteller die Wahl, an welche der beiden Normen sie sich beim Bau ihrer Kindersitze halten. Für i-Size-Kindersitze können sie Spannen für die Körpergröße der Babys angeben, nur für klassische Babyschalen gilt einheitlich ein Maximalgewicht von 13 Kilogramm. Weil i-Size-Sitze aber auch einen Seitenaufpralltest bestehen müssen, sind die Sicherheits-Anforderungen hier höher – und Sie als Eltern mit einem i-Size-Sitz prinzipiell auf der sicheren Seite. Doch die Testhistorie zu Babyschalen zeigt, dass sich neben einigen sehr guten i-Size-Modellen auch Baby-Autokindersitze aus der klassischen ECE-Gruppe nach Körpergewicht unter die besten Kindersitze mit einreihen – zum Teil aber nur einen Bruchteil der bis 700 Euro teuren i-Size-Modelle kosten.

Eine kleine Auswahl an i-Size-Babyschalen:

Klassische Babyschalen bis 13 Kilogramm Gewicht (ECE-Gruppe 0+):

Welchen Vorteil bringen Kindersitze zum Drehen?

Die Entwicklung drehbarer Kindersitze kennt zwei Ausprägungen. Zum einen als vorwärts wie rückwärts montierbare Kleinkindsitze, die sich bis zu vier Jahre lang rückwärtsgerichtet im Auto verstauen lassen; zum anderen als rotierbare Babyschalen, allerdings mit Schwerpunkt auf Bedienkomfort: Hier geht es um schnelles Ein- und Aussteigen und um bequemes Anschnallen ohne tiefe Verbeugungen durch zur Türseite drehbare Schalen. Letztere bringen es auf hohe Beliebtheitswerte bei den Eltern – und an Beispielen wie dem Recaro Zero.1 Elite, Nuna Rebl Plus i-Size oder Joie spin 360 lassen sich die Bemühungen der Hersteller ablesen, Eltern beim Umgang mit den Sitzen möglichst gut zu unterstützen. Doch die Vorzüge sind oft theoretisch, wie Nutzermeinungen zeigen: Der Nutzwert drehbarer Kleinkindsitze wie etwa dem Maxi-Cosi Milofix, GB Vaya i-Size oder Cybex Sirona M2 i-Size scheitert an zu wenige Beinfreiheit für die Kleinen, oft muss mit zweieinhalb Jahren ein neuer Sitz her. Babyschalen, die sich zur Tür drehen lassen, finden Kunden meist überzeugend – und der Mehrpreis relativiert sich, da ein Folgesitz erst nach etwa drei bis vier Jahren fällig wird. Babyschalen, auch solche für Kinder bis 15 Monate, müssen viel früher ausgetauscht werden.

GB Vaya i-Size Modell "GB Vaya i-Size": Beispiel für einen um die eigene Achse drehbaren Kleinkindsitz mit den Vorzügen eines vollwertigen Reboard-Kindersitzes. (Quelle: gb-online.com)

Schützen nur teure Kindersitze gut?

Eine unerfreuliche Erkenntnis aus dem ADAC-Kindersitztest vom Sommer 2019 lautet: Für Kindersitze müssen Sie immer tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Preisspanne bei den getesteten Modellen bis 36 kg Körpergewicht reicht von ca. 200 bis 500 Euro. Doch teuer ist nicht gleich gut, das zeigt Testversager Chicco Oasys i-Size für 400 Euro eindrucksvoll. Umgekehrt schützen Kindersitze unter 100 Euro zum Teil überraschend gut. Dazu zählen beispielsweise der Nania Beone SP für rund 50 Euro oder der Britax Römer Adventure für rund 80 Euro (jeweils zum Testzeitpunkt), für die die ADAC-Tester jeweils die Note "Gut" vergeben konnten.



Kindersitze mit rotierbarer Sitzschale im Überblick

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Cybex Cloud Z i-Size Gut(1,7)
2 GB Platinum Vaya i-Size Gut(2,0)
3 Recaro Zero.1 Elite (i-Size) Gut(2,2)

Gibt es überhaupt sehr gute mitwachsende Kindersitze?

In Tests sind die sogenannten mitwachsenden Sitze, also verstellbare Sitzsysteme für das gesamte Kindersitzalter, in der Rubrik Unfallschutz meist nur „befriedigende“ Vertreter ihrer Gewichtsklasse. Für eine Topbewertung als herausragende Gruppe-I-III-Kindersitze sind die Belastungswerte im Prüfbetrieb meist zu hoch oder eine sichere Gurtführung über Schulter und Becken ist nicht gewährleistet. Für die Kleinen bleibt ein mittleres bis hohes Verletzungsrisiko. Schlecht sieht es außerdem mit mitwachsenden Sitzen für alle Bedürfnisse aus. So lieferte der bislang einzige dieser Art (Graco Milestone für die Gruppen 0+ bis III) im Test einen nur „ausreichenden“ Schutz bei der Simulation eines Frontalzusammenstoßes.

Mitwachsende Kindersitze im Überblick

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Britax Römer Kid II Gut(1,8)
2 Britax Römer Kidfix SL Gut(1,8)
3 GB Platinum Vaya i-Size Gut(2,0)

Ein einziger Kindersitz von Geburt an reicht in der Regel nicht aus, sagen auch die Tester. Die besten „All-in-One-Sitze“ machen in der Kerndisziplin, der Unfallsicherheit, Punkte mit besonderen Schutzeigenschaften gut, die es sonst nur bei Sitzen für kleine Kinder gibt: mit zusätzlicher Befestigungsmöglichkeit an Isofixverankerungen, die den Kurvenhalt erhöhen und den Sitz bei einer Vollbremsung besser in Position halten – den Unfallschutz laut ADAC aber oft nicht verbessern. Die Isofixsysteme in den großen Gruppen sind meist an der Silbe „fix“ im Produktnamen zu erkennen, z. B. Kiddy Cruiserfix III, LCP Kids Saturn iFix oder Casualplay Multipolaris Fix.

Die Stiftung Warentest und ADAC raten Eltern, zu Beginn eine gute Babyschale zu kaufen. Erst wenn der Kopf des Kindes über den Rand der Babyschale hinausragt, werde ein Folgesitz fällig. Viele der größeren Sitze passen dann für das gesamte Kindergarten- und Schulalter. Empfehlenswert sind aber nur solche, deren Lehne und Kopfteil sich leicht an das Wachstum und die Bedürfnisse der Kleinen anpassen lassen. Für einen sicheren Transport raten wir, besonders die Anpreisungen der Online-Händler zu hinterfragen: Bei vielen preiswerten Sitzen der großen Gruppe II-II lässt sich das Rückenteil abnehmen, damit der Sitz auch größeren Kindern passt. Im realen Unfallgeschehen würde damit zugleich aber der komplette Seitenschutz wegfallen. Solche Sitzerhöhungen sind nicht vertrauenswürdig. Die getesteten dieser Art, etwa die Graco-Sitze Logico L oder Junior Maxi, entpuppten sich alle als mangelhaft.


Neuester Clou? – Kindersitze mit Alarmsystem
In den vergangenen Jahren starben mehrere Kleinkinder zum Beispiel an Hitzschlag, weil sie stundenlang im Auto sitzengelassen wurden. In Italien sind deshalb Kindersicherungsvorschiften geplant, an die sich in bestimmten Fällen auch deutsche Reisende halten müssen. Wann diese Regelungen inkrafttreten und welche technischen Anforderungen sie im Detail aufstellen, ist derzeit noch offen. Reisen Sie mit dem eigenen Auto mit deutscher Zulassung nach Italien, haben Sie aber nichts zu befürchten, wenn Sie einen Sitz ohne Alarmsignal verwenden. Anders nur, wenn Sie ein in Italien zugelassenes Mietfahrzeug nutzen.

Maxi-Cosi, der Pionier in Sachen Kindersicherheit schlechthin, hat auch hier wieder die Nase vorn: Ein eSafety-Sitzkissen für Maxi-Cosi-Kindersitze soll helfen, die Kleinen nicht zu vergessen. Es wird mit Ihrem Smartphone gekoppelt und registriert, ob sich ein Baby im Sitz befindet. Im Notfall informiert Ihr Handy automatisch drei zuvor festgelegte Notfallkontakte und teilt den Standort des Kindes mit. Mit dem Cybex Sensorsafe, einem Clip zur Befestigung am Sicherheitsgurt des Kindes, nutzen Sie ein ganz ähnliches Alarmsystem. Es wird über Bluetooth und einer App mit Ihrem Smartphone verbunden und alarmiert Sie, wenn es zu einer gefährlichen Situation kommt.

Anlässlich des ADAC-Kindersitztests von 2019 warnen Experten aber vor solchen Systemen. Zwar konnten die vier getesteten Kindersitze – mit Ausnahme des Testverlierers Chicco Oasys i-Size – in Sachen Unfallsicherheit überzeugen; doch die dazugehörigen Notfallsysteme könne man nicht empfehlen. Sie könnten Eltern eine Sicherheit vorgaukeln und Gefahren für das Kind erst hervorrufen, anstatt es davor zu schützen. Auf der Suche nach immer ausgereifteren Sicherheitskonzepten für Kindersitze kann ein noch so ausgereiftes Schutzniveau offenbar flöten gehen.

Checkliste, Einbau-Tipps, Testergebnisse

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Einteilung nach Körpergewicht (bislang gültige Normgruppen) oder Körpergröße (i-Size)
  2. i-Size-Sitze kompatibel mit i-Size-fähigen und fast allen Isofix-Autos
  3. Einbau mit Autogurt oder (zusätzlich) Isofix
  4. nicht jeder Sitz passt in jedes Auto – Probeeinbau und Probesitzen unverzichtbar
  5. Babyschalen immer rückwärts, Folgesitze bis vier Jahre optional

Was muss ich grundsätzlich über Normen, Größen, Alter und Gewicht wissen?

mitwachsender Kindersitz Graco Milestone All in One Graco Milestone All-in-One: Ein einziger Kindersitz von Geburt an bis zum Ende der Kindersitzpflicht? Tester raten aus Sicherheitsgründen ab. (Bildquelle: amazon.de)

Immer mehr i-Size-Kindersitze gehen an den Start, und auch für größere Kinder bis 150 Zentimeter oder etwa zwölf Jahre mehrt sich das Angebot an Sitzen, die nicht mehr nach Gewicht, sondern nach Körpergröße eingeteilt werden. Geblieben ist die Faustformel der Stiftung Warentest, dass Babys bis mindestens 15 Monate rückwärts in einer Babyschale mitfahren sollen. Denn so wird die Wucht eines Aufpralls über die Rückenlehne abgefangen, wo sie sich – stark gedämpft – großflächig auf den Oberkörper verteilt. Für Kinder zwischen ein und vier Jahre sind Sitze der Gruppe 1 oder i-Size bis 105 Zentimeter gut geeignet, für Kinder von 9 Monaten bis 12 Jahre oder von 9 bis 36 Kilogramm Körpergewicht ein Modell der Gruppe 1-2-3. Zwischen 15 und 36 Kilogramm können Kinder einen Sitz der Gruppe 2-3, am besten eine Sitzerhöhung mit fester Lehne, zum Mitfahren nutzen.

Kann ich nicht einfach einen Kombisitz kaufen? Wie beurteilen Testmagazine mitwachsende Kindersitze?

Generell gilt: Kombinierte Varianten, die mehrere Gruppen zusammenfassen, gehen meist auf Kosten der Sicherheit, sagen die Tester. Für Großeltern sind sie praktisch, weil sie für mehrere Kinder passen und seltener zum Einsatz kommen – für tägliche Wege sollte es schon ein größengerechter Sitz sein. Ein einziger Sitz von Geburt an reicht aber nicht aus. Modelle der Gruppe 0 bis 3 sind zwar erhältlich; laut Test-Angaben sollte man sich jedoch nicht auf solche Allrounder verlassen. Die Stiftung Warentest empfiehlt, der Größe des Kindes entsprechend mehrere gute Sitze nacheinander zu kaufen, anstatt auf ein All-in-One-Modell zu setzen – schon allein, weil viele Marken ihre Sitze mit jeder Generation ein Stück mehr in Richtung Sicherheit trimmen.

Kindersitze einteilen: Tabellarische Übersicht über Gruppen und Größen

  • Von der Geburt bis 10 kg/13 kg Körpergewicht (Gruppe 0/0+)
  • Von der Geburt bis 18 kg Körpergewicht (Gruppe 0/1, für Kinder bis 9 bzw. 18 Monate)
  • Von 9 kg bis 18 kg Körpergewicht (Gruppe 1, für Kinder zwischen 9 Monate und 4 Jahre)
  • Von der Geburt bis 25 kg Körpergewicht (Gruppe 0-2, für Kinder bis 7 Jahre)
  • Von der Geburt bis 36 kg Körpergewicht (Gruppe 0-3, für Kinder bis 12 Jahre)
  • Von 9 kg bis 36 kg Körpergewicht: (Gruppe 1-2-3, für Kinder zwischen 9 Monate und 12 Jahre)
  • Von 9 kg bis 25 kg Körpergewicht (Gruppe 1-2, für Kinder zwischen 9 Monate und 7 Jahre)
  • Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht (Gruppe 2-3, Kindergarten- bis Schulalter)
  • i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße (von der Geburt bis 4 Jahre)
  • i-Size von 100 bis 150 cm Körpergröße (ca. 4 bis 12 Jahre)
  • i-Size von 61/67 bis 105 cm Körpergröße (ca. 1 bis 4 Jahre)
In Deutschland benötigen Kinder bis 12 Jahre und unter 1,50 Meter Körpergröße einen Kindersitz. Ab diesem Zeitpunkt können Kinder den normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt des Fahrzeugs verwenden.

Sitzerhöhung Baby Relax Manga Handlich, günstig und leicht, aber nichtsdestotrotz „nicht empfehlenswert“ sind laut auto, motor und sport Sitzerhöhungen wie die Baby Relax Manga. Die Problematik besteht im fehlenden Seitenhalt und Seitenaufprallschutz. (Bildquelle: amazon.de)

Wie reagieren die Testmagazine auf Sitzerhöhungen ohne feste Rückenlehne?

Meist mit der eindringlichen Warnung, auf die günstigen, aber riskanten Sitzerhöhungen für Schulkinder zu verzichten. Die Problematik dieser simplen Sitzkissen aus einem mehr oder weniger dickem, mit Stoff bezogenem Styroporkern besteht hauptsächlich im Kontrast zwischen Handlichkeit und Sicherheit: Sie sind sehr leicht, einfach zu transportieren und zu verstauen – zum Beispiel im Kofferraum – und passen für Kinder zwischen 15 und 36 Kilogramm. Im Vergleich zu Sitzen mit Rückenlehne weisen sie aber gravierende Schwächen auf. Speziell in Tests kommt ein Sicherheitsmanko ans Licht: Durch den Verzicht auf Kopfstütze und Seitenpolster fehlt auch der so enorm wichtige Seitenaufprallschutz. Im Crashfall kann also der Kopf des Kindes hart an die Scheibe schlagen. Mangels Gurtführung an der Schulter ist es meist Zufall, ob der Fahrzeuggurt korrekt über dem Schlüsselbein oder zu weit außen über dem Schultergelenk liegt. Hampelt das Kind herum, rutscht der Gurt herunter oder schneidet am Hals ein.

Kindersitze kaufen: Checkliste für den Besuch beim Fachhändler

  • Nur Kindersitze mit Prüfnorm ECE 44-03 und 44-04 und dürfen in Deutschland verwendet werden.
  • Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto. Kindersitzhersteller weisen in den sogenannten Fahrzeugtypenlisten genau aus, welches Modell man in welches Auto einbauen kann.
  • Lässt sich der Sitzgurt bequem und ohne Fummelei straffen?
  • Rastet der Gurt deutlich vernehmbar mit einem Klickgeräusch ein?
  • Probesitzen: Führt der Diagonalgurt des Autos optimal über Schlüsselbein und Becken?
  • Sitzverkleinerer in den kleineren Gruppen (0/0+ und 0-1) minimieren eine seitliche Verlagerung des Körpers und verhindern einen möglichen Kontakt mit Teilen der Sitzschale.
  • Verfügt der Sitz über einen Seitenaufprallschutz (stark gepolsterte Wangen im Bereich Becken, Schulter, Kopf)?
  • Lässt sich der Sitz bequem auf die Größe des Kindes einstellen? (wichtig bei kleineren und mitwachsenden Kindersitzen der Gruppen 0-1, 1, 0-2 und 1-2-3)
  • Auch nicht unwichtig: Ist der Sitz so schmal, dass mehrere Sitze nebeneinander Platz finden?
  • Reicht das Gurtband aus? Wichtig vor allem für die rückwärtsgerichteten Babyschalen ohne Isofix. Aber auch größere Kindersitze können viel Gurtband verbrauchen, wenn sie sowohl den Sitz als auch ein winterlich eingepacktes Kind umfassen müssen.
  • Reicht der Abstand zwischen Rückbank und Vordersitz? Ist der Fußraum knapp, scheiden Reboarder für Kinder bis vier Jahre aus, im Extremfall sogar eine Babyschale.
  • Bei Isofix-Sitzen mit Stützfuß: Befindet sich ein Staufach im Fußraum vor dem Kindersitz? Im Handbuch des Fahrzeugs oder Kindersitzes steht, ob der Stützfüßler dort sicher aufsteht.
  • Bei Isofix-Sitzen mit Top Tether: Besitzt das Fahrzeug eine bequem erreichbare Top-Tether-Halteöse, zum Beispiel mittig hinter der Kopfstütze?

Kindersitze richtig installieren: von Sprungtest, Isofix und Gurtbefestigung

Vor allem Isofix entfaltet eine enorme Schutzwirkung, zudem fällt der Einbau deutlich leicher. So können Babyschalen bequem auf ihre Isofix-Halterung geklickt werden, die fest im Fahrzeug verbleibt. Die Isofix-Ösen stecken – je nach Fahrzeugtyp mehr oder weniger leicht zugänglich – zwischen Sitz und Lehne. Farbige Anzeigen verraten, ob der Sitz korrekt eingerastet ist und die Fußstütze den Sitz nach unten hin sicher abstützt. Manche Modelle leuchten oder geben Töne beim richtigen Docken von sich. Ein großer Vorteil zusätzlicher Isofix-Verankerungen bei größeren Sitzen (Gruppen 2-3 und 1-2-3) ist der höhere Seiten- und

Kindersitz Gruppe 2-3 mit Isofix Kindersitz der Gruppe 2-3 mit Isofix: Isofix-Haken unten am Sitz erhöhen den Halt bei Kurven- und Leerfahrten. (Bildquelle: cybex-online.com)

Kurvenhalt. Ein Nachteil von Isofix ist, dass diese Sitze nur in dafür freigegebene Fahrzeuge passen. Eine alternative Installation mit dem Fahrzeuggurt ist zwar meist möglich, allerdings geht dann der Isofix-Vorteil verloren: komfortableres Handling, solidere Verbindung und sicherer Einbau ohne Fehler.

Auch ein strammer Sitz hat maßgeblich Anteil am Schutzniveau eines Kindersitzes. Ob dies der Fall ist, verrät der sogenannte Sprungtest: Drückt man den Kindersitz vor dem Anschnallen fest in das Sitzpolster, muss er nach dem Abschnallen hochspringen – dann sitzt er fest genug. Verrutschen oder kippen darf nichts, entsprechend erzielen nur Sitze mit sicherem Stand und einer soliden Verbindung mit dem Fahrzeug in der Sparte „Unfallsicherheit“ gute oder zufriedenstellende Resultate.

Kindersitze mit Einbaukontrolle

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Concord Reverso Gut(1,7)
2 Britax Römer Kidfix SL Gut(1,8)
3 GB Platinum Vaya i-Size Gut(2,0)

Sitze mit Isofix: Top Tether oder Stützfuß?

Kindersitz mit Top Tether Bei rückwärtsgerichteten Kleinkindsitzen wie dem Maxi-Cosi Milofix führt der Top Tether seitlich am Sitz vorbei zum entsprechenden Verankerungspunkt hinten im Fahrzeug. (Bildquelle: maxi-cosi.de)

Universal-Isofix-Halterungen besitzen einen zusätzlichen Gurt an der Oberseite des Kindersitzes (Top Tether) und benötigen einen entsprechenden Verankerungspunkt im Fahrzeug, der sich zum Beispiel hinter der Rücksitzlehne befinden kann. Der Top Tether verhindert, dass der Kindersitz bei einem Aufprall nach vorn kippt oder sich dreht. Da nicht alle Fahrzeugmodelle mit diesem Verankerungspunkt ausgerüstet sind, sind Universal-Isofix-Systeme ebenfalls nicht mit allen Autos kompatibel. Außerdem sind Universal-Isofix-Halterungen auf die Gewichtsklasse 9-18 Kilogramm (Gruppe 1) eingeschränkt.

Eine andere Isofix-Variante besitzt als Ergänzung ein Stützbein. Indem es den Kindersitz auf dem Boden abstützt, entwickelt es dieselbe Schutzwirkung. Das Stützbein kann Teil eines Basisgestells sein, auf das zum Beispiel eine Babyschale geklickt wird. Es gibt aber auch Kindersitze, die mit einer passenden Isofix-Basis ausgerüstet sind. In beiden Fällen sollte vor dem Kauf unbedingt überprüft werden, ob der Kindersitz beziehungsweise das Stützbein für das jeweilige Fahrzeug zugelassen ist, insbesondere für Autos mit Boden-Stauraumfach.

Kindersitze mit Top Tether im Überblick

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Britax Römer Trifix i-Size Gut(2,0)
2 Britax Römer Trifix² i-Size Gut(2,1)
3 Chicco YOUniverse Fix (Gruppe 1/2/3) Gut(2,4)

Isofix-Sitz mit Stützbein Ein Stützfuß wie beim Britax-Römer Safefix Plus gibt dem Kindersitz über den Fahrzeugboden zusätzliche Stabilität. (Bildquelle: britax-roemer.de)

Kindersitze im Test: Die besten ihrer Kategorie

Die besten Kindersitze der Gruppe 0+Die besten Kindersitze der Gruppe 1
Die besten Kindersitze von 9 bis 36 kg
Die besten Kindersitze der Gruppe 2-3
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