Kin­der­sitze: Tests & Test­sie­ger

Neben der großen Vielfalt an Gruppen und Größen finden Sie auch viele Kindersitze von etablierten und neueren Marken. Moderne schützen mit i-Size. Wir zeigen Ihnen die jeweils besten Autokindersitze aus 324 Tests. Den letzten haben wir am ausgewertet. Unsere Quellen:

  • Stiftung Warentest
  • ADAC Motorwelt
  • Stiftung Warentest Online
  • und 11 weitere Magazine
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Aus unserem Magazin

Ratgeber: Kindersitze

Best­mög­lich geschützt durch i-​Size, mit­wach­sende nur sel­ten top

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Zwei Normen: nach Körpergewicht (ECE R44) und nach Körpergröße (ECE R129 oder „i-Size“)
  • Preis-Leistungs-Vergleich: auch teure Sitze können mangelhaft sein
  • Sehr gute Babyschalen ermöglichen Rückwärtstransport bis 15 Monate
  • Auch Kindersitze mit dem Testurteil „mangelhaft“ dürfen verkauft werden
  • Stiftung Warentest: Bei Isofix-Sitzen sind Bedienfehler deutlich seltener
  • Namhafte Marken für sichere Autositze sind Britax, Joie, Cybex, Kiddy und BeSafe

Joie i-Traver Der mitwachsende Joie i-Traver ist ein Beispiel für einen „guten“ Sitz für das Kindergarten- und Schulalter. Er begleitet Ihr Kind bis zu einer Größe von 150 cm. Das Schutzniveau eines Kindersitzes für eine größere Altersgruppe ab ca. einem Jahr liefert oft nur Durchschnitt. (Bildquelle: de.joiebaby.com)

Wie gehen Testmagazine beim Test von Kindersitzen vor?

Federführend bei Kindersitz-Tests ist die Stiftung Warentest, geprüft wird in Kooperation mit dem ADAC. Dabei müssen sich Kindersitze einem Crashtest stellen und auf Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt testen lassen. Die größten Wertungsbrocken sind Messwerte in simulierten Front- und Seitenaufpralltests und eine darauf basierende Einschätzung von Verletzungsrisiken für die Kleinen. Weitere Punkte, die Testmagazine bewerten: Wie gut halten Gurt und dämpfende Materialien die Last auf den Kinderkörper in Grenzen? Halten die Isofix-Nasen unten am Sitz die Aufprallkräfte aus oder löst sich ein Modell wie der Recaro Optia von seinem Isofix-Sockel? Behält ein Kindersitz mit Gurt-Montage beim Frontalcrash seine Position? Und meistert ein i-Size-Modell die erweiterten Sicherheits-Anforderungen an den Seitenaufprallschutz?

Kindersitze verschiedener Größen auf dem Prüfschlitten

Wenn die auto motor & sport Kindersitze bewertet, warten ebenfalls verschiedene Dummys auf ihre Einsätze, zudem prüfen Tester auch Handling, Komfort für das Kind und ob die Bedienungsanleitung Reserven hinsichtlich der Verständlichkeit aufweist. Alle Testmagazine jedoch setzen Kindersitze verschiedener Größen auf den Prüfschlitten, ob Autoschale für Babys ab der Geburt, Kindersitze bis vier Jahre (Gruppe 0/I oder Gruppe I), etwas seltener sogenannte Reboarder, die nur oder wahlweise bis ins Kindergartenalter rückwärts im Fahrzeug montiert werden; auch Kindersitze der großen Gruppen II-III oder mitwachsende der Gruppen I-III, die Sie über die gesamte Zeit der Kindersitzpflicht (bis zwölf Jahre oder 150 cm Körpergröße) einsetzen können, müssen ein mindestens befriedigendes Schutzniveau abliefern; ein schlechteres Test-Ergebnis würde dazu führen, dass sich der Sicherheitsmangel verstärkt auf die Gesamtwertung auswirkt.

Cybex Solution S i-Fix ADAC Kindersitztest „Guter“ und leichter i-Size-Kindersitz von Cybex für Kinder ab etwa vier Jahren mit (freiwilliger) Isofix-Befestigung. Kaufgründe sind laut ADAC u. a. das jeweils sehr gute Testergebnis beim Seitenaufprallschutz und in der Schadstoffprüfung. (Bildquelle: amazon.de)

Gewicht oder Körpergröße: Woran muss ich mich beim Kindersitzkauf orientieren?

Dass Autokindersitze in unterschiedliche Gruppen eingeteilt sind, liegt an zwei Normen: Die seit dem Jahr 2013 geltende i-Size-Norm (ECE R129) orientiert sich an der Körpergröße des Kindes, die ältere (ECE R44) am Gewicht. Beide sind parallel gültig, keine ist der anderen prinzipiell überlegen. Allerdings sind Autokindersitze mit Zulassung nach der i-Size-Norm auf dem Vormarsch. Die gesetzlichen Anforderungen sind höher als bei der älteren Zulassung nach ECE R44. Benötigen Sie einen neuen Kindersitz, können Sie noch Produkte kaufen, die die ältere Zulassung haben. Für diese Sitze gibt es kein Verwendungsverbot. Bei Produkten, die nach der neuen Norm zugelassen sind, müssen Sie allerdings anhand der Typenliste prüfen, ob Sie diese Sitze in Ihrem Fahrzeug verwenden dürfen oder ob das Fahrzeug eine i-Size-Kennzeichnung hat.
Die Normen (Anm. d. Red.: die Kindersitznormen ECE R44 und R129) sind nur ein Mindeststandard für die Zulassung, kein Kauftipp. – Stiftung Warentest

Prüfbedingungen für Kindersitze werden ständig weiterentwickelt

Auffallend mit Blick auf die Testhistorie zu Kindersitzen ist, dass die Messverfahren mit Prüfschlitten und Kinderdummys zunehmend komplexer geworden sind; damit lassen sich neue Erkenntnisse zur Unfallsicherheit und zu technischen Entwicklungen beim Fahrzeugbau gewinnen, etwa mit Blick auf die Bedienung eines Kindersitzes. Nicht zuletzt tragen neue Testmethoden den Veränderungen der Gesetzeslage Rechnung. So muss sich der gesamte Prüfstand mit Testkarosserie inklusive aller Aufprallszenarien beispielsweise auf die strenge Prüfnorm i-Size (ECE R 129) ausrichten. Auf Grundlage der i-Size-Regelung liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr auf dem Gewicht, sondern auf der Körpergröße der Kinder, um den passenden Kindersitz zu finden.


Das Dilemma der Reboard-Kindersitze

Da ein Kindersitz aber auch im täglichen Betrieb punkten muss, fließen Handhabung und Ergonomie mit einem festen Anteil in das Qualitätsurteil mit ein. Besonders bei den meist schweren und unhandlichen Reboard-Kindersitzen, etwa beim Modell Axkid Wolmax, sind Sitzeinbau und Umbau in andere Fahrzeuge kritische Faktoren. Die Tester erwarten leichte, einfach zu befestigende Modelle und Gurtsysteme, die nicht verdrehen oder durch versteckte Laschen am Kindersitz gefädelt werden müssen; allgemein, im Besonderen auch bei rückwärts gerichteten Sitzen, liegt das Augenmerk der Tester auf dem Platzangebot für die Beine und den Sichtverhältnissen nach draußen.

Top nur mit leichter Bedienung ohne Fehlerrisiken

Lassen Sie sich von der Werbung der Hersteller nicht blenden: Nicht immer nützt es Eltern, wenn sie komplexe Gurt- oder Isofixsysteme vor sich haben. Als selbstverständlich setzen die Tester daher voraus, dass ein Kindersitz auch mit Blick auf das bauartbedingte Fehlbedienrisiko sicher, also leicht zu bedienen sein muss. Das bedeutet: Auch Personen, die sonst nicht mit Kindersitzen vertraut sind, muss der sichere Einbau gelingen.
Leider sinkt die Quote schwerer Bedienungsfehler nicht. Ein schwerer Fehler heißt: Die Schutzwirkung des Sitzes ist bei einem Unfall nahezu aufgehoben. – Stiftung Warentest

Geschnallt? – Weniger Einbaufehler bei Isofix-Kindersitzen

Bei Studien fiel auf, dass knapp die Hälfte der Fahrerinnen und Fahrer das Kind oder den Sitz nicht richtig anschnallen. Weit weniger dieser Fehler treten mit dem Schnellbefestigungssystem Isofix auf. Das Video zeigt den Einbau des Isofix-Sitzes Britax Römer Dualfix 2 R, Testsieger im Kindersitztest vom Juli 2020:


Tipp: Auch die praktischsten Systeme können ihre Tücken haben. Das gilt selbst für Isofix-Sitze mit dem vielzitierten Schnell-Einrastsystem, mit dem Eltern es im Alltag besonders leicht haben sollen. Denn auch mit dem sitzeigenen Hosenträgergurt bei Babyschalen und Kleinkindersitzen können Fehler beim Anschnallen passieren. Das kann gefährlich werden: Schon ein paar Zentimeter zu viel Spiel zwischen Kind und Hosenträgergurt können das Schutzniveau eines Sitzes dramatisch herabsetzen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Kinder korrekt anschnallen und welche Fehler am häufigsten vorkommen.


Wenn es ein Testsieger sein soll: Babyschale mit Top-Unfallsicherheit


Schützen nur teure Kindersitze gut?

Eine unerfreuliche Erkenntnis aus dem ADAC-Kindersitztest vom Sommer 2019 lautet: Für Kindersitze müssen Sie immer tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Preisspanne bei den getesteten Modellen bis 36 Kilogramm Körpergewicht reicht von ca. 200 bis mindestens 500 Euro. Einerseits. Dass teuer nicht gleich gut ist, das zeigt andererseits Testversager Chicco Oasys i-Size für 400 Euro eindrucksvoll. Solche Luxussitze lassen Sitze vom Typ „gut und günstig“ aus dem Kindersitztest von Stiftung Warentest alt aussehen. Dazu zählen beispielsweise der Joie i-Trillo für Kinder bis 1,50 Meter oder die Babyschale Graco Snugessentials mit i-Size-Basis für Babys bis 75 Zentimeter Größe. Auch für die Babyschale Osann Beone SP  oder den Kindersitz Britax Römer Adventure, beide für weniger als 100 Euro zu haben, konnte der ADAC jeweils die Note „Gut“ vergeben.

Blick auf die Besten: Kindersitze mit Seitenaufprallschutz


Wie steht es aktuell um die Schadstoffe bei den Kindersitzen?

Seit 2011 werden Bezugsstoffe im Kontaktbereich des Kindes auf ihren Gehalt an PAK, Phthalaten, Flammschutzmitteln, Phenolverbindungen, Organozinn-Verbindungen, AZO-Farbstoffen und Schwermetallen geprüft und bewertet. Die Tendenz ist erfreulich: Immer mehr Kindersitze schneiden in diesem Testkapitel „gut“ oder „sogar sehr“ gut ab. Nur einzelne Ausreißer wie der Osann Oreo 360 II scheitern an den strengen Kriterien der Schadstoffprüfung. Er konnte deshalb insgesamt nur mit „mangelhaft“ bewertet werden.



Maxi-Cosi Marble Babyschale mit Liegeposition Babyschale Maxi-Cosi Marble mit einer annähernd flach einstellbaren Liegeposition im Auto. Doch die  Unfallkräfte werden so kaum über die Rückenlehne abgefangen, sondern wirken stark auf den integrierten Gurt. Ob Marble es besser macht als Kiddys Evoluna i-Size, müssen Tests erst noch zeigen. (Bildquelle: maxi-cosi.de)

Kann ich mein Kind auch flach in einen Autokindersitz legen?

Bis vor wenigen Jahren war das noch undenkbar: Bei einer flach eingestellten Sitzposition kann es im Falle eines Aufpralls zu einer äußerst ungünstigen Verteilung der Unfallkräfte kommen. Aus diesem Grund werden Babyschalen – allesamt für den Einbau entgegen der Fahrtrichtung vorgeschrieben – mit einer leicht schräggestellten Lehnenposition konstruiert. Das bewirkt, dass die Aufprallkräfte großflächig über die Rückenlehne abgefangen werden und nicht auf den integrierten Hosenträgergurt wirken, der das Baby an den Schultern zurückhält. Als Hersteller Kiddy die Idee hatte, zwecks bequemerer Schlafposition während der Fahrt auch mit flach einstellbaren Schalen wie der Evoluna i-Size zu experimentieren, waren die Tester zunächst nicht begeistert: Im Crashtest von auto, motor und sport rissen so hohe Scherkräfte am Gurt der Babyschale, dass sogar eine Niete nachgab und die Gurthalterung nur lose im Sitzgehäuse baumelte. Deutlich besser läuft es mit dem Nachfolger Kiddy Evoluna i-Size 2 oder dem Joie i-Level, die im Urteil Unfallsicherheit mehr zu bieten haben.
Bitte beachten Sie: Auch, wenn sich inzwischen einige Babyschalen mit wenigen Handgriffen in eine flache oder annähernd flache Liegeposition bringen lassen, sind diese während der Fahrt in vielen Fällen nicht erlaubt.

Kindersitze ohne Isofix: Welche sind die besten mit Gurtbefestigung?

Britax Römer Baby-Safe 3 i-Size Die Babyschale Britax Römer Baby-Safe 3 i-Size schützt Babys auch ohne Isofix gut. Der Nachteil solcher Schalen ohne Basis: Sie müssen sie jedes Mal wieder neu anschnallen. Eine Basis hingegen wird einmal installiert, die Babyschale dann nur noch ein- oder ausgeklinkt. (Bildquelle: britax-roemer.de)

Babyschalen schützen zum Teil auch ohne Isofix-Anbindung zur Fahrzeugkarosserie gut. Das freut insbesondere Eltern, die bei der Wahl ihres Kindersitzes aufs Geld achten müssen, bringt aber Nachteile bei der Handhabung. Denn einen Kindersitz nur mit dem Fahrzeug-Gurt auf der Rückbank Ihres Autos zu fixieren, kann umständlich und zeitraubend sein, insbesondere mit Kind im Sitz. Klickbare Isofix-Basisstationen sind da deutlich komfortabler – aber auch meist teurer. Der größte Haken dabei ist, dass noch längst nicht jedes Auto mit den dazugehörigen Isofixösen in der Fuge zwischen Rückbank und Lehne ausgestattet ist.

  • In der Kategorie Babyschalen ohne Isofix fallen die Maxi-Cosi-Kindersitze Tinca, CabrioFix, Citi, Pebble, Maxi-Cosi Pebble 360 sowie der Hauck-Sitz ComfortFix positiv auf. Die Cybex Cloud Q schnitt bei Stiftung Warentest (Ausgabe 6/2015) ohne Isofix-Basis sogar geringfügig besser ab als mit Isofix-Basis Q-fix.
  • Die Stokke iZi Go Modular by BeSafe (ein Zwilling des BeSafe iZi Go Modular) war im Test (test 6/2017) mit Isofix-Basis (iZi Modular i-Size Base) sogar um eine Notenstufe schlechter als ohne Isofix-Station.
  • Eine gute Platzierung im oberen Notenspektrum teilten sich die Cybex-Babyschalen Aton 5 und Aton 5 mit Isofixbasis Aton Base 2 (test 6/2017) – aber auch eine Preisspanne im dreistelligen Bereich. Dasselbe Ergebnis bei den Babyschalen GB Idan und GB Idan mit Isofixbasis Base-fix: Die Stiftung Warentest kam zu einem guten Urteil bei der Sicherheit, die Preisdifferenz der Online-Händler erstreckt sich über einen hohen zweistelligen Betrag.
  • Gute Kleinkind-Kindersitze zur Montage mit dem Auto-Gurt sind gar nicht mehr so selten innerhalb der Testlandschaft. Doch die meisten dieser Sitze für Kinder bis ca. vier Jahre halten sich im mittleren Notenspektrum auf.
  • In der Gruppe I-III für Kinder bis zwölf Jahre stellt der Cybex Pallas M SL einen guten und daher empfehlenswerten Vertreter der gegurteten Kategorie (test 6/2017).
  • Gute i-Size-Vertreter der höheren Altersgruppe, also für Kinder von 100 bis 150 cm Größe, stellen etwa der die Cybex-Sitze Solution S i-Fix und Solution Z i-Fix, Recaro Mako Elite 2 und die Joie-Modelle i-Traver und i-Trillo LX, dar. Alle diese Sitze können Sie auch ohne die zusätzliche Isofix-Option im Fahrzeug anbringen.

Welches sind die besten Kindersitze ab der Geburt mit sehr gutem Unfallschutz?

Für Babyschalen, also Liegeschalen speziell für Babys und Kinder bis etwa eineinhalb Jahre, gelten zwei Normen parallel nebeneinander: Die neuere i-Size-Norm (ECE R 129) orientiert sich an der Körpergröße des Kindes, die ältere – und weiterhin gültige – Norm (ECE R 44) am Körpergewicht. Wirklich etwas falsch machen können Sie nicht, und auch die Hersteller haben die Wahl, an welche der beiden Normen sie sich beim Bau ihrer Kindersitze halten. Für i-Size-Kindersitze können sie Spannen für die Körpergröße der Babys angeben, nur für klassische Babyschalen gilt einheitlich ein Maximalgewicht von 13 Kilogramm. Weil i-Size-Sitze aber auch einen Seitenaufpralltest bestehen müssen, sind die Sicherheits-Anforderungen hier höher – und Sie als Eltern mit einem i-Size-Sitz prinzipiell auf der sicheren Seite. Doch die Testhistorie zu Babyschalen zeigt, dass sich neben einigen sehr guten i-Size-Modellen auch Baby-Autokindersitze aus der klassischen ECE-Gruppe nach Körpergewicht unter die besten Kindersitze mit einreihen – zum Teil aber nur einen Bruchteil der bis 700 Euro teuren i-Size-Modelle kosten.

Cybex Juno 2-fix mit Fangkörper Viel Platz für das Kind, meint die Stiftung Warentest zum Gruppe-I-Sitz Cybex Juno 2-fix. Das hört man nicht oft bei Kindersitzen mit Fangkörper. Ein Grund könnte sein, dass sich der Fangkörper vor- und zurückschieben und an die Bedürfnisse Ihres Kindes anpassen lässt. (Bildquelle: amazon.de)

Eine kleine Auswahl an i-Size-Babyschalen:

Klassische Babyschalen bis Körpergewicht 13 Kilogramm (ECE-Gruppe 0+):

Warum dürfen Kindersitze mit dem Testurteil „mangelhaft“ verkauft werden?

Weil bei der amtlichen Zulassung von Kindersitzen deutlich geringere Anforderungen gestellt werden als in den Prüfreihen des ADAC – und den identischen von Stiftung Warentest, ÖAMTC, TCS und weiteren Testinstituten anderer europäischer Länder. Während der Zulassungstest nur Mindeststandards abprüft, geht es den Sitzen bei den ADAC-Crashtests auch im Prüfpunkt Seitenaufprall an den Kragen. Mit Ausnahme der sogenannten i-Size-Sitze fordern die Zulassungstests – in Deutschland etwa von der DEKRA in Klettwitz durchgeführt – bislang keinen Seitencrashtest, wie ihn der Automobilclub seit Jahren zusätzlich durchführt. Demnach können Sie  also einen Kindersitz erwischen, dem man sein schlechtes Schutzniveau nicht ansieht – oder der später dann doch aus Sicherheitsgründen zurückgerufen wird. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Hersteller mangelhafter Kindersitze nicht einfach nur den Preis senken, sondern umgehend nachbessern oder den Testversager ganz vom Markt nehmen.



Sitzgrut statt Kindersitz: Smartkitbeld für die Sitzgruppe II-III Der Smart Kid Belt soll den Autositz für Kinder ersetzen. Doch ADAC-Crashtests zeigen: Er schützt nicht bei einem Seitenaufprall. Das Verletzungsrisiko ist hoch. Obwohl es eine offizielle Zulassung für Europa geschafft hat, verdient das Gurtsystem keine Empfehlung. (Bildquelle: amazon.de).

Welchen Vorteil bringen Kindersitze zum Drehen?

Die Entwicklung drehbarer Kindersitze kennt zwei Ausprägungen. Zum einen als vorwärts wie rückwärts montierbare Kleinkindsitze, die sich bis zu vier Jahre lang rückwärtsgerichtet im Auto einbauen lassen; zum anderen als rotierbare Babyschalen, allerdings mit Schwerpunkt auf Bedienkomfort: Hier geht es um schnelles Ein- und Aussteigen und um bequemes Anschnallen ohne tiefe Verbeugungen durch zur Türseite drehbare Schalen. Letztere bringen es auf hohe Beliebtheitswerte bei den Eltern – und an Beispielen wie dem Recaro Zero.1 Elite, Nuna Rebl Plus i-Size oder Joie spin 360 lassen sich die Bemühungen der Hersteller ablesen, Eltern beim Umgang mit den Sitzen möglichst gut zu unterstützen. Doch die Vorzüge sind oft theoretisch, wie Nutzermeinungen zeigen: Der Nutzwert drehbarer Kleinkindsitze wie etwa dem Maxi-Cosi Milofix, GB Vaya i-Size oder Cybex Sirona M2 i-Size scheitert an zu wenige Beinfreiheit für die Kleinen, oft muss mit zweieinhalb Jahren ein neuer Sitz her. Babyschalen, die sich zur Tür drehen lassen, finden Kunden meist überzeugend – und der Mehrpreis relativiert sich, da ein Folgesitz erst nach etwa drei bis vier Jahren fällig wird. Babyschalen, auch solche für Kinder bis 15 Monate, müssen viel früher ausgetauscht werden.

Kindersitze mit rotierbarer Sitzschale im Überblick


Was ist von Kindersitzen mit Fangkörper zu halten?

Die meisten Kindersitze für Babys und Kleinkinder haben sitzeigene Hosenträgergurte, um die Kleinen zu sichern. Alternativ kommen kleine Bauchkissen, sogenannte Fang­körper, zum Einsatz. Eltern können hier weniger falsch machen als bei einem klassischen Sitz mit Gurt: Kind in den Sitz, Fang­tisch fest­schnallen, fertig. Doch auch hier können Fehler passieren, wenn auch eher beim Einbau im Auto als beim Anschnallen, das ja hier durch das Anpressen des Bauchkissens ersetzt wird. Probieren Sie solche Sitze vor dem Kauf unbedingt aus. Nicht jedes Kind kann sich mit einem solchen Fangtisch arrangieren, viele schwitzen oder fühlen sich eingeengt.

Kleine Auswahl an Autokindersitzen mit Fangkörper


Gibt es überhaupt sehr gute mitwachsende Kindersitze?

In Tests sind die sogenannten mitwachsenden Sitze, also verstellbare Sitzsysteme für das gesamte Kindersitzalter, in der Rubrik Unfallschutz meist nur „befriedigende“ Vertreter ihrer Gewichtsklasse. Für eine Topbewertung als herausragende Gruppe-I-III-Kindersitze sind die Belastungswerte im Prüfbetrieb meist zu hoch oder eine sichere Gurtführung über Schulter und Becken ist nicht gewährleistet. Für die Kleinen bleibt ein mittleres bis hohes Verletzungsrisiko. Schlecht sieht es außerdem mit mitwachsenden Sitzen für alle Altersgruppen aus. Sie versuchten sich an der Herausforderung, vom Baby bis zum Zwölfjährigen mitzuwachsen. Doch die Sitze sind zum Teil fehlerhaft bei der Handhabung, oft schwer und obendrein teuer. "In unserer Bestenliste fehlen sie daher", erläutert die Stiftung Warentest im Kindersitztest vom Herbst 2021.
Ein einziger Kindersitz von Geburt an reicht in der Regel nicht aus, sagen auch die Tester. Die besten „All-in-One-Sitze“ machen in der Kerndisziplin, der Unfallsicherheit, Punkte mit besonderen Schutzeigenschaften gut, die es sonst nur bei Sitzen für kleine Kinder gibt: mit zusätzlicher Befestigungsmöglichkeit an Isofixverankerungen, die den Kurvenhalt erhöhen und den Sitz bei einer Vollbremsung besser in Position halten – den Unfallschutz laut ADAC aber oft nicht verbessern. Die Isofixsysteme in den großen Gruppen sind meist an der Silbe „fix“ im Produktnamen zu erkennen, z. B. Kiddy Cruiserfix III, LCP Kids Saturn iFix oder Casualplay Multipolaris Fix.

Kindersitz GB Vaya i-Size Stützfüßler und Isofix-Kindersitz GB Vaya i-Size: Beispiel für einen drehbaren Kleinkindersitz mit den Vorzügen eines vollwertigen Reboard-Kindersitzes. (Quelle: gb-online.com)

Sitzerhöhungen nur im Notfall

Die Stiftung Warentest und ADAC raten Eltern, zu Beginn eine gute Babyschale zu kaufen. Erst wenn der Kopf des Kindes über den Rand der Babyschale hinausragt, werde ein Folgesitz fällig. Viele der größeren Sitze passen dann für das gesamte Kindergarten- und Schulalter. Empfehlenswert sind aber nur solche, deren Lehne und Kopfteil sich leicht an das Wachstum und die Bedürfnisse der Kleinen anpassen lassen. Für einen sicheren Transport raten wir, besonders die Anpreisungen der Online-Händler zu hinterfragen: Bei vielen preiswerten Sitzen der großen Gruppe II-II lässt sich das Rückenteil abnehmen, damit der Sitz auch größeren Kindern passt. Im realen Unfallgeschehen würde damit zugleich aber der komplette Seitenschutz wegfallen. Solche Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne und Kopfstütze sind nicht vertrauenswürdig. Die getesteten dieser Art, etwa die Graco-Sitze Logico L oder Junior Maxi, entpuppten sich alle als mangelhaft.
Einfache Sitzerhöhungen ohne Rückenstütze sind allenfalls als Notbehelf für etwas größere Kinder zu empfehlen. Sie bieten keinen Seitenaufprallschutz, Gurt und Kind werden nicht optimal zueinander positioniert. – ADAC im Kindersitztest vom Herbst 2021

Neuester Clou? – Kindersitze mit Alarmsystem

In den vergangenen Jahren starben mehrere Kleinkinder zum Beispiel an Hitzschlag, weil sie stundenlang im Auto sitzen gelassen wurden. In Italien sind deshalb Kindersicherungsvorschiften geplant, an die sich in bestimmten Fällen auch deutsche Reisende halten müssen. Wann diese Regelungen inkrafttreten und welche technischen Anforderungen sie im Detail aufstellen, ist derzeit noch offen. Reisen Sie mit dem eigenen Auto mit deutscher Zulassung nach Italien, haben Sie aber nichts zu befürchten, wenn Sie einen Sitz ohne Alarmsignal verwenden. Anders nur, wenn Sie ein in Italien zugelassenes Mietfahrzeug nutzen.

Maxi-Cosi, der Pionier in Sachen Kindersicherheit schlechthin, hat auch hier wieder die Nase vorn: Ein eSafety-Sitzkissen für Maxi-Cosi-Kindersitze soll helfen, die Kleinen nicht zu vergessen. Es wird mit Ihrem Smartphone gekoppelt und registriert, ob sich ein Baby im Sitz befindet. Im Notfall informiert Ihr Handy automatisch drei zuvor festgelegte Notfallkontakte und teilt den Standort des Kindes mit. Mit dem Cybex Sensorsafe, einem Clip zur Befestigung am Sicherheitsgurt des Kindes, nutzen Sie ein ganz ähnliches Alarmsystem. Es wird über Bluetooth und einer App mit Ihrem Smartphone verbunden und alarmiert Sie, wenn es zu einer gefährlichen Situation kommt.

Anlässlich des ADAC-Kindersitztests von 2019 warnen Experten aber vor solchen Systemen. Zwar konnten die vier getesteten Kindersitze – mit Ausnahme des Testverlierers Chicco Oasys i-Size – in Sachen Unfallsicherheit überzeugen; doch die dazugehörigen Notfallsysteme könne man nicht empfehlen. Sie könnten Eltern eine Sicherheit vorgaukeln und Gefahren für das Kind erst hervorrufen, anstatt es davor zu schützen. Auf der Suche nach immer ausgereifteren Sicherheitskonzepten für Kindersitze kann ein noch so ausgereiftes Schutzniveau offenbar flöten gehen.

von Sonja Leibinger

„Sparen beim Kindersitzkauf muss nicht verkehrt sein. Wer einen Kombisitz für mehrere Altersstufen kauft, hat heute eine größere Auswahl als früher.“

Check­liste, Ein­bau­tipps, Tes­t­er­geb­nisse

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Einteilung nach Körpergewicht (bislang gültige Normgruppen) oder Körpergröße (i-Size)
  • i-Size-Sitze kompatibel mit i-Size-fähigen und fast allen Isofix-Autos
  • Einbau mit Autogurt oder (zusätzlich) Isofix
  • nicht jeder Sitz passt in jedes Auto – Probeeinbau und Probesitzen unverzichtbar
  • Babyschalen immer rückwärts, Folgesitze bis vier Jahre optional
  • ADAC: Problem sind mitwachsende Sitze von null bis zwölf Jahren

Chicco Seat4Fix Chicco Seat4Fix: ein einziger Kindersitz von Geburt an bis zum Ende der Kindersitzpflicht? In seinem aktuellen Kindersitztest rät der ADAC aus Sicherheitsgründen ab. Viele dieser mitwachsenden Kindersitze sind obendrein schwer und umständlich zu installieren. (Bildquelle: amazon.de)

Einen Kindersitz kaufen: Was muss ich über Normen, Größen, Alter und Gewicht wissen?

Immer mehr i-Size-Kindersitze gehen an den Start, und auch für größere Kinder bis 150 Zentimeter oder etwa zwölf Jahre mehrt sich das Angebot an Modellen, die nicht mehr nach Gewicht, sondern nach Körpergröße eingeteilt werden. Geblieben ist die Faustformel der Stiftung Warentest, dass Babys bis mindestens 15 Monate rückwärts in einer Babyschale mitfahren sollen. Denn so wird die Wucht eines Aufpralls über die Rückenlehne abgefangen, wo sie sich – stark gedämpft – großflächig auf den Oberkörper verteilt. Für Kinder zwischen ein und vier Jahre sind Sitze der Gruppe 1 oder i-Size bis 105 Zentimeter gut geeignet, für Kinder von 9 Monaten bis 12 Jahre oder von 9 bis 36 Kilogramm Körpergewicht ein Modell der Gruppe 1-2-3. Zwischen 15 und 36 Kilogramm können Kinder einen Sitz der Gruppe 2-3, am besten eine Sitzerhöhung mit fester Lehne, zum Mitfahren nutzen.

Kann ich nicht einfach einen Kombisitz kaufen? Wie beurteilen Testmagazine mitwachsende Kindersitze?

Generell gilt: Kombinierte Varianten, die mehrere Gruppen zusammenfassen, gehen meist auf Kosten der Sicherheit, erläutern die Tester:innen Für Großeltern sind sie praktisch, weil sie für mehrere Kinder passen und seltener zum Einsatz kommen – für tägliche Wege sollte es schon ein größengerechter Sitz sein. Ein einziger Sitz von Geburt an reicht aber nicht aus. Modelle der Gruppe 0 bis 3 sind zwar erhältlich; laut Test-Angaben sollten Sie sich jedoch nicht auf solche Allrounder verlassen. Die Stiftung Warentest empfiehlt, der Größe des Kindes entsprechend mehrere gute Sitze nacheinander zu kaufen, anstatt auf ein All-in-One-Modell zu setzen – schon allein, weil viele Marken ihre Sitze mit jeder Generation ein Stück mehr in Richtung Sicherheit trimmen.

Wenn es ein Kindersitz für alle Altersklassen sein soll


Problem: Mitwachsende Sitze von null bis zwölf Jahren

Kindersitze, die das gesamte Kindesalter abdecken, sind verlockend: Eltern sparen Geld, weil nur ein teurer Kindersitz angeschafft werden muss. Diese Möglichkeit bieten etwa die Modelle Lettas Murphy, Nuna Tres LX und die Chicco-Modelle Seat4Fix und Seat4Fix Air. Doch diese Sitze haben zwei Nachteile. Zum einen, weil der Kostenvorteil schnell dahin ist, wenn ein weiteres Kind geboren wird, das dann nicht die abgelegten Modelle des größeren Geschwisterchens übernehmen kann. Und zum anderen sind die Hersteller bei der Entwicklung solcher Sitze zu Kompromissen gezwungen, die sich ungünstig auf die Sicherheit und Handhabung der Sitze auswirken. Erhöhte Belastungswerte in den Aufpralltests, ein hohes Eigengewicht und die meist höheren Risiken der Fehlbedienung sorgen dafür, dass solche mitwachsenden Sitze nicht über „ausreichend“ hinauskommen. Bei Sitzen, die „in Maßen“ mitwachsen, besteht das Problem in etwas geringerem Umfang:
Es ist also schwierig, alle drei verschiedene Sitztypen unter einen Hut zu bringen. Doch inzwischen kommen immer mehr Produkte in den Handel, die mit mehr oder weniger Erfolg zumindest zwei der Sitztypen ersetzen wollen. – ADAC im Kindersitztest vom Oktober 2021

Kindersitze einteilen: Tabellarische Übersicht über Gruppen und Größen

  • Von der Geburt bis 10 kg/13 kg Körpergewicht (Gruppe 0/0+)
  • Von der Geburt bis 18 kg Körpergewicht (Gruppe 0/1, für Kinder bis 9 bzw. 18 Monate)
  • Von 9 kg bis 18 kg Körpergewicht (Gruppe 1, für Kinder zwischen 9 Monate und 4 Jahre)
  • Von der Geburt bis 25 kg Körpergewicht (Gruppe 0-2, für Kinder bis 7 Jahre)
  • Von der Geburt bis 36 kg Körpergewicht (Gruppe 0-3, für Kinder bis 12 Jahre)
  • Von 9 kg bis 36 kg Körpergewicht: (Gruppe 1-2-3, für Kinder zwischen 9 Monate und 12 Jahre)
  • Von 9 kg bis 25 kg Körpergewicht (Gruppe 1-2, für Kinder zwischen 9 Monate und 7 Jahre)
  • Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht (Gruppe 2-3, Kindergarten- bis Schulalter)
  • i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße (von der Geburt bis 4 Jahre)
  • i-Size von 100 bis 150 cm Körpergröße (ca. 4 bis 12 Jahre)
  • i-Size von 61/67 bis 105 cm Körpergröße (ca. 1 bis 4 Jahre)

Hinweis: In Deutschland benötigen alle Kinder bis 12 Jahre und unter 1,50 Meter Körpergröße einen Kindersitz. Ab diesem Zeitpunkt können Kinder den normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt des Fahrzeugs verwenden.


Wie reagieren die Testmagazine auf Sitzerhöhungen ohne feste Rückenlehne?

Sitzerhöhung Baby Relax Manga Handlich, günstig und leicht, aber nichtsdestotrotz „nicht empfehlenswert“ sind laut auto, motor und sport Sitzerhöhungen wie die Baby Relax Manga. Die Problematik besteht im fehlenden Seitenhalt und Seitenaufprallschutz. (Bildquelle: amazon.de)

Meist mit der eindringlichen Warnung, auf die günstigen, aber riskanten Sitzerhöhungen für Schulkinder zu verzichten. Die Problematik dieser simplen Sitzkissen aus einem mehr oder weniger dickem, mit Stoff bezogenem Styroporkern besteht hauptsächlich im Kontrast zwischen Handlichkeit und Sicherheit: Sie sind sehr leicht, einfach zu transportieren und zu verstauen – zum Beispiel im Kofferraum – und passen für Kinder zwischen 15 und 36 Kilogramm. Im Vergleich zu Sitzen mit Rückenlehne weisen sie aber gravierende Schwächen auf. Speziell in Tests kommt ein Sicherheitsmanko ans Licht: Durch den Verzicht auf Kopfstütze und Seitenpolster fehlt auch der so enorm wichtige Seitenaufprallschutz. Im Crashfall kann also der Kopf Ihres Kindes hart an die Scheibe schlagen. Mangels Gurtführung an der Schulter ist es meist Zufall, ob der Fahrzeuggurt korrekt über dem Schlüsselbein oder zu weit außen über dem Schultergelenk liegt. Hampelt der Nachwuchs herum, rutscht der Gurt herunter oder schneidet am Hals ein.

Kindersitze kaufen: Checkliste für den Besuch beim Fachhändler

  • Nur Kindersitze mit Prüfnorm ECE 44-03 und 44-04 und dürfen in Deutschland verwendet werden.
  • Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto. Kindersitzhersteller weisen in den sogenannten Fahrzeugtypenlisten genau aus, welches Modell man in welches Auto einbauen kann.
  • Lässt sich der Sitzgurt bequem und ohne Fummelei straffen?
  • Rastet der Gurt deutlich vernehmbar mit einem Klickgeräusch ein?
  • Probesitzen: Führt der Diagonalgurt des Autos optimal über Schlüsselbein und Becken?
  • Sitzverkleinerer in den kleineren Gruppen (0/0+ und 0-1) minimieren eine seitliche Verlagerung des Körpers und verhindern einen möglichen Kontakt mit Teilen der Sitzschale.
  • Verfügt der Sitz über einen Seitenaufprallschutz (stark gepolsterte Wangen im Bereich Becken, Schulter, Kopf)?
  • Lässt sich der Sitz bequem auf die Größe des Kindes einstellen? (wichtig bei kleineren und mitwachsenden Kindersitzen der Gruppen 0-1, 1, 0-2 und 1-2-3)
  • Auch nicht unwichtig: Ist der Sitz so schmal, dass mehrere Sitze nebeneinander Platz finden?
  • Reicht das Gurtband aus? Wichtig vor allem für die rückwärtsgerichteten Babyschalen ohne Isofix. Aber auch größere Kindersitze können viel Gurtband verbrauchen, wenn sie sowohl den Sitz als auch ein winterlich eingepacktes Kind umfassen müssen.
  • Reicht der Abstand zwischen Rückbank und Vordersitz? Ist der Fußraum knapp, scheiden Reboarder für Kinder bis vier Jahre aus, im Extremfall sogar eine Babyschale.
  • Bei Isofix-Sitzen mit Stützfuß: Befindet sich ein Staufach im Fußraum vor dem Kindersitz? Im Handbuch des Fahrzeugs oder Kindersitzes steht, ob der Stützfüßler dort sicher aufsteht.
  • Bei Isofix-Sitzen mit Top Tether: Besitzt das Fahrzeug eine bequem erreichbare Top-Tether-Halteöse, zum Beispiel mittig hinter der Kopfstütze?

Kindersitz Gruppe 2-3 mit Isofix Ein großer Vorteil zusätzlicher Isofix-Verankerungen bei größeren Sitzen (Gruppen 2-3 und 1-2-3) ist der höhere Seiten- und Kurvenhalt. (Bildquelle: amazon.de)

Kindersitze richtig installieren: Von Sprungtest, Isofix und Gurtbefestigung

Vor allem Isofix entfaltet eine enorme Schutzwirkung, zudem fällt der Einbau deutlich leicher. So können Babyschalen bequem auf ihre Isofix-Halterung geklickt werden, die fest im Fahrzeug verbleibt. Die Isofix-Ösen stecken – je nach Fahrzeugtyp mehr oder weniger leicht zugänglich – zwischen Sitz und Lehne. Farbige Anzeigen verraten, ob der Sitz korrekt eingerastet ist und die Fußstütze den Sitz nach unten hin sicher abstützt. Manche Modelle leuchten oder geben Töne beim richtigen Docken von sich. Ein großer Vorteil zusätzlicher Isofix-Verankerungen bei größeren Sitzen (Gruppen 2-3 und 1-2-3) ist der höhere Seiten- und Kurvenhalt.
Ein Nachteil von Isofix ist, dass diese Sitze nur in dafür freigegebene Fahrzeuge passen. Eine alternative Installation mit dem Fahrzeuggurt ist zwar meist möglich, allerdings geht dann der Isofix-Vorteil verloren: komfortableres Handling, solidere Verbindung und sicherer Einbau ohne Fehler.

Auch ein strammer Sitz hat maßgeblich Anteil am Schutzniveau eines Kindersitzes. Ob dies der Fall ist, verrät der sogenannte Sprungtest: Drückt man den Kindersitz vor dem Anschnallen fest in das Sitzpolster, muss er nach dem Abschnallen hochspringen – dann sitzt er fest genug. Verrutschen oder kippen darf nichts, entsprechend erzielen nur Sitze mit sicherem Stand und einer soliden Verbindung mit dem Fahrzeug in der Sparte „Unfallsicherheit“ gute oder zufriedenstellende Resultate.

Kindersitze mit Einbaukontrolle


Sitze mit Isofix: Top Tether oder Stützfuß?

Kindersitz mit Top Tether Bei rückwärtsgerichteten Kleinkindsitzen wie dem Maxi-Cosi Milofix führt der Top Tether seitlich am Sitz vorbei zum entsprechenden Verankerungspunkt hinten im Fahrzeug. (Bildquelle: maxi-cosi.de)

Universal-Isofix-Halterungen besitzen einen zusätzlichen Gurt an der Oberseite des Kindersitzes (Top Tether) und benötigen einen entsprechenden Verankerungspunkt im Fahrzeug, der sich zum Beispiel hinter der Rücksitzlehne befinden kann. Der Top Tether verhindert, dass der Kindersitz bei einem Aufprall nach vorn kippt oder sich dreht. Da nicht alle Fahrzeugmodelle mit diesem Verankerungspunkt ausgerüstet sind, sind Universal-Isofix-Systeme ebenfalls nicht mit allen Autos kompatibel. Außerdem sind Universal-Isofix-Halterungen auf die Gewichtsklasse 9-18 Kilogramm (Gruppe 1) eingeschränkt.
Eine andere Isofix-Variante besitzt als Ergänzung ein Stützbein. Indem es den Kindersitz auf dem Boden abstützt, entwickelt es dieselbe Schutzwirkung. Das Stützbein kann Teil eines Basisgestells sein, auf das zum Beispiel eine Babyschale geklickt wird. Es gibt aber auch Kindersitze, die mit einer passenden Isofix-Basis ausgerüstet sind. In beiden Fällen sollte vor dem Kauf unbedingt überprüft werden, ob der Kindersitz beziehungsweise das Stützbein für das jeweilige Fahrzeug zugelassen ist, insbesondere für Autos mit Boden-Stauraumfach.

Kindersitze mit Top Tether im Überblick



Graco Snugessentials + Snugride i-Size Base Ein Stützfuß wie bei der Babyschale Graco Snugessentials, hier mit Isofix-Basis Snugride i-Size Base, gibt dem Sitz über den Fahrzeugboden zusätzliche Stabilität. (Bildquelle: gracobaby.eu)

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von Sonja Leibinger

„Sparen beim Kindersitzkauf muss nicht verkehrt sein. Wer einen Kombisitz für mehrere Altersstufen kauft, hat heute eine größere Auswahl als früher.“

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    • Ausgabe: 6/2021
    • Erschienen: 05/2021
    • Seiten: 6

    Viele Gute, vier Versager

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    „Von der Schale fürs Baby bis zum Sitz fürs 1,50 Meter große Kind schützen viele gut. Doch es fanden sich auch Schadstoffe – und ein lebensgefährlicher Babysitz.“Frischgebackene Eltern haben die Qual der Wahl – die Auswahl an Babyschalen ist groß. Gut zu wissen: In den meisten Babyschalen ist der Nachwuchs im

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    • Erschienen:
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    • Stiftung Warentest

    • Ausgabe: 12/2021
    • Erschienen: 11/2021
    • Seiten: 1

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    Testbericht über 10 Autokindersitze

    „Im aktuellen Test sind Babyschalen eine sichere Sache. Mitwachsende Sitze empfehlen wir diesmal nicht.“ Testumfeld: Im Vergleich der Stiftung Warentest, der in Zusammenarbeit mit dem ADAC erfolgte, haben sich insgesamt 10 Kindersitze mit „guten“ Qualitätsurteilen durchgesetzt. Zur Auswahl stehen Babyschalen sowie Sitze fü

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„Viele Gute, vier Versager“ (Erschienen 05/2021)

„Von der Schale fürs Baby bis zum Sitz fürs 1,50 Meter große Kind schützen viele gut. Doch es fanden sich auch Schadstoffe – und ein lebensgefährlicher Babysitz.“Frischgebackene Eltern haben die Qual der Wahl – die Auswahl an Babyschalen ist groß. Gut zu wissen: In den meisten Babyschalen ist der Nachwuchs im ...

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