Brauche ich für den Reboarder von Cybex ein speziell zertifiziertes Auto?
Nein. Der Kindersitz selbst trägt zwar eine i-Size-Kennzeichnung und entfaltet seine Schutzwirkung optimal nur in Verbindung mit einem „i-Size-ready“-Fahrzeug. In speziell dafür freigegebenen Fahrzeugen – gelistet in der Typenliste von Cybex – schützt er mit seiner Isofix-Verankerung, also seiner festen Schnittstelle mit genormten Verankerungspunkten, aber gut sowohl in als auch gegen die Fahrtrichtung. Nur in Fahrzeugen ohne Isofix-Nasen, das heißt bei einer Gurtmontage mit dem Fahrzeugsicherheitsgurt, ist seine Verwendung nicht gestattet. Der Sitz ist demnach auf eine Zielgruppe junger Eltern abgestimmt, die einen Sitz mit modernsten Sicherheitsanforderungen suchen, aber kein neues Auto kaufen wollen. Im Gegensatz zu Kindersitzen ist der Automobilmarkt mit Blick auf i-Size ohnehin etwas schwerfälliger.
Wie wird der Sitz bedient? Ist der Einbau so kompliziert wie bei anderen Reboard-Kindersitzen?
Während viele der klassischen Reboard-Kindersitze wegen ihrer Sperrigkeit und umständlichen Handhabung allenfalls durchschnittliche Handhabungsnoten erzielen, lässt sich das i-Size-Modell für Kinder bis 105 cm Größe recht bequem ins Fahrzeug einbauen. Der Platzbedarf ist laut Tests – wie stets bei Stiftung Warentest in Kooperation mit dem
ADAC – erhöht und das Anschnallen im Sitz nicht ganz einfach, der Einbau selbst aber unkompliziert. Nichts zwingt zu tiefen Verbeugungen wie versteckte Ösen unter dem Sitz oder eine komplizierte Gurtführung, die ohne Hilfsperson nicht zu bedienen wäre. Stattdessen gönnt Cybex seinen Nutzern den kompletten Bedienkomfort von Isofix: Einsetzen, Stützfuß ausfahren, Kind anschnallen und losfahren. Das Drehen in Fahrtrichtung ist erst dann notwendig, wenn Eltern und Nachwuchs dazu bereit sind. Im Idealfall geschieht das möglichst spät, um die Vorteile des langen Rückwärtsfahrens über das Babyalter hinaus optimal auszunutzen.
Wie schlägt sich der Sitz im täglichen Betrieb? Kann ich mein Baby damit auch zum Auto tragen?
Im Gegensatz zu klassischen
Babyschalen kann der Sitz nicht außerhalb von Autos verwendet werden. Nachteilig wird das aber nur finden, wer eines der modularen
Travelsysteme mit fahrbarem Untersatz und verschiedenen Sitzaufsätzen für das gesamte Kleinkindalter sucht. Wie eine inzwischen stark wachsende Konkurrenz drehbarer Sitze für das Kleinkindalter zielt auch der Sirona M2 i-Size auf eine Gruppe von Eltern, deren Kindersitz fest im Auto verbleiben soll. Die Sorge um lästige Gurtfädelei – mit einem zappelnden Kind im Sitz – ist mit Blick auf den zentralen Gurtstraffer und das Lob der Tester zum Testkriterium „Bedienung“ offenbar unbegründet. Wer sich eine verständliche Beschreibung wünscht, weil er mit Kindersitzen sonst nicht vertraut ist, wird hier ebenfalls fündig: Die Anleitung ist gut und alle Warnhinweise klar aufgelistet, meint der ADAC.
Wie steht der Sitz mit Blick auf die Konkurrenz preislich da?
Wer nicht gerade zu den Freunden der aufstrebenden Cybex-Marke gehört, sollte durchaus vergleichen. Der Markt gibt ständig neue gute Kindersitze mit Drehfunktion und i-Size-Zulassung her – und bei manchen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis besser gelungen. In vergleichenden Tests positioniert sich der Cybex für seine Gruppe nur im Mittelfeld, und der Preis lässt ihn im Marktvergleich etwas abrutschen. Der M2 i-Size kostet mehr als der
Concord Reverso Plus, der den Prüfstand mit einer noch besseren Gesamtnote verlassen hat. Das ist er nicht wert. Doch der Preisverfall ist im Gange. In Preissuchmaschinen liegt der Cybex zum Teil erheblich unter dem Straßenpreis, je nach Farbvariante und Modelljahr.