Stärken
Schwächen
Lassen Sie sich nicht von den Isofix-Haken täuschen: Die Sitzerhöhung Osann Junior Isofix wurde im Kindersitztest der auto, motor und sport mit dem Urteil „nicht empfehlenswert" bewertet. (Bildquelle: amazon.de)
Ab welchem Alter sind Sitzerhöhungen im Auto zugelassen?
Ab etwa dem vierten Geburtstag Ihres Kindes darf eine Sitzerhöhung offiziell als Kindersitz dienen, gemäß den Vorschriften für Babyschalen und Kleinkindsitze. Nach der seit September 2024 verbindlichen Norm UN R129 (i-Size) – die die ältere Norm UN ECE Reg. 44/04 im Handel abgelöst hat – richtet sich die Einteilung von Kindersitzen nun nach der Körpergröße, nicht mehr nach dem Gewicht. Sitzerhöhungen mit Rückenlehne sind danach ab einer Körpergröße von mindestens 105 cm zulässig, Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne sogar erst ab 125 cm. Bereits vorhandene Sitze nach der alten Norm UN ECE Reg. 44/04 dürfen weiterhin genutzt werden.Diese Kindersitzerhöhungen sind meist günstig, schnell griffbereit und einfach montiert – ideal für Fahrgemeinschaften, wo die Sitze für verschiedene Altersgruppen und Fahrzeuge schnell eingesetzt und entfernt werden müssen. Zweck der Sitzerhöhung ist hauptsächlich, die Körpergröße Ihres Kindes auszugleichen, sodass der obere Sicherheitsgurt korrekt über Brust und Schultern verläuft. Denn auch Kinder unterliegen selbstverständlich der Anschnallpflicht.
Kindersitzerhöhungen im Test: Zulassung ja, Testergebnisse oft schwach
Allerdings zeigen Tests immer wieder, dass Sitzerhöhungen überwiegend Nachteile mit sich bringen. Im Kapitel Handling erzielen sie überraschend gute Bewertungen – etwa der Osann Junior Isofix, der in einem Vergleich der auto, motor und sport sogar besser abschnitt als der viel teurere und kompaktere Peg Perego Viaggio 1-2-3 Via. Doch in den wichtigsten Testdisziplinen zu Unfallsicherheit, wie sie ADAC und Stiftung Warentest durchführen, schneiden Sitzerhöhungen deutlich schlechter ab als vollwertige Kindersitze mit Kopf- und Rückenstütze. Ein grundlegendes Problem von reinen Sitzerhöhungen ist das Fehlen von Seitenwangen im Kopf- und Oberkörperbereich, wodurch kein Seitenschutz vorhanden ist. Im Falle eines Seitenaufpralls könnte der Kopf Ihres Kindes ungeschützt gegen die Fensterscheibe stoßen. Die neue Norm UN R129 schreibt für Sitze, die für Kinder unter 125 cm Körpergröße zugelassen werden sollen, verpflichtend einen Seitenaufpralltest vor – ein wichtiger Fortschritt gegenüber der alten R44-Norm, die Seitenaufpralle nicht prüfte.Wie sicher sind Sitzerhöhungen mit Isofix-Befestigung?
Dennoch erfreuen sich Sitzerhöhungen bei Eltern trotz mäßiger Testergebnisse großer Beliebtheit. Aus diesem Grund haben einige Hersteller versucht, mit scheinbarer Sicherheit zu punkten und ihre Sitzerhöhungen mit Isofix-Armen für eine feste Fahrzeugverankerung auszustatten. Dies bringt jedoch nur bedingt Vorteile: Eine Sitzerhöhung mit Isofix verhindert lediglich, dass der Sitz bei einem Aufprall unter dem Kind wegrutscht. Im Gegensatz zu vollwertigen Kindersitzen fehlt aber auch hier weiterhin der notwendige Seitenaufprallschutz sowie eine spezielle Gurtführung für Schulter und Hals.Laut Testergebnissen bringt auch der Einsatz von Gurtfix-Riemen kaum einen signifikanten Sicherheitsgewinn, sodass ein Mehrpreis kaum gerechtfertigt ist. Zwar fixieren sie den Dreipunktgurt an der Schulter Ihres Kindes und reduzieren somit Quetschungen im Halsbereich. Doch wenn das Kind sich unruhig bewegt, verliert dieser Schutz schnell seine Wirkung. Bei einem echten Unfall wäre das Verletzungsrisiko schwer abzuschätzen, bleibt aber definitiv höher als bei einem voll ausgestatteten Kindersitz mit eigenem Gurt und Schultergurtführung. Das Magazin auto, motor und sport folgert daher, dass Sitzerhöhungen eher als „nicht empfehlenswert" einzustufen sind.
Bringt der Kauf einer teuren Sitzerhöhung mehr Sicherheit?
Billigmodelle wie der Froggy-Kindersitz, die sich nach Überschreiten des Mindestgewichts in einfache Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne umbauen lassen, bieten aus Sicherheitsgründen keine ideale Lösung. (Bildquelle: amazon.de)
Meistens nicht. Gerade günstige Sitzerhöhungen vom Discounter haben oft auch Schwächen bei Materialqualität und Schadstoffbelastung. Insgesamt zeigt die Sicherheitsbewertung namhafter Zeitschriften wie test, ADAC und Auto Straßenverkehr, dass diese Sitzsysteme vor allem Nachteile mit sich bringen. Sie eignen sich bestenfalls als gelegentliche, möglichst späte Ergänzung und zwar nur als „Notlösung fürs gute Gewissen" (auto, motor und sport 2/2018).
Sichere Alternativen müssen nicht teuer sein. Hersteller wie Britax Römer, Joie, Heyner oder Nuna bieten beispielsweise Kindersitze für Kinder ab ca. 15 kg bzw. 105 cm Körpergröße, die hohe Unfallsicherheit zu einem vernünftigen Preis kombinieren. Modelle wie Chicco Youniverse Fix, Joie Traver Shield oder Kiddy Guardian Pro 2 gelten als gelungene günstige Kindersitze für Kinder von ca. neun Monaten bis zwölf Jahren. Auch in anderen Alters- und Größenklassen, etwa in den aktuellen ADAC-Tests sowie in unseren Bestenlisten für Kindersitze, Reboarder-Kindersitzen und Babyschalen für die Kleinsten, finden Sie sichere und preiswerte Varianten, die klassische Sitzerhöhungen in puncto Sicherheit übertreffen.
Die kompakten Modelle: Vergleich besonders schmaler Sitzerhöhungen
| Sitzbreite außen | Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
|---|---|---|---|---|---|---|
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ab 37,39 € ![]() Sehr gut 1,3 |
44 cm |
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ab 39,93 € ![]() Sehr gut 1,5 |
43,7 cm |
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78 Meinungen 0 Tests |
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ab 44,90 € ![]() Sehr gut 1,3 |
43 cm |
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104 Meinungen 0 Tests |
Praxisnah betrachten: Pro und Contra von Sitzerhöhungen im Überblick
Einige klare Pluspunkte ...Aus Sicht der Eltern zählen vor allem die günstigen Anschaffungskosten. Meist sind Kindersitzerhöhungen bereits ab rund 40 Euro erhältlich, häufig sogar deutlich günstiger im Discounter. Selbst komfortablere Modelle mit Getränkehalter, weich gepolstertem Bezug und ausgeprägten Gurtführungen bewegen sich preislich noch im erschwinglichen Rahmen. Hersteller vermuten als Hauptzielgruppe Eltern mit Zweitwagen, Großeltern oder all jene, die einen leichten, einfach im Kofferraum verstauenden Sitz benötigen. Dank fehlender sitzeigener Gurte oder Isofix-Verankerungen lassen sich diese Sitzerhöhungen unkompliziert auf der Rückbank platzieren und einfach mit dem normalen Fahrzeuggurt sichern. Eine Herstellungs- oder Fahrzeugtypliste muss dabei nicht konsultiert werden, was die Handhabung erheblich erleichtert. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Modell über ein gültiges Zulassungssiegel nach UN R129 verfügt – seit September 2024 dürfen Neugeräte ausschließlich nach dieser Norm verkauft werden.
Die beiden Gurtführungs-Hörnchen im Beckenbereich verhindern beim Aufprall ein Verrutschen des Sitzes. Doch das Sicherheitsniveau bleibt unbefriedigend: Im Crash kann die Sitzerhöhung unter dem Po des Kindes hindurcheilen. (Bildquelle: amazon.de)
... aber fehlender Seitenaufprallschutz ist kritisch
Diese Vorteile sprechen zwar für die Sitzerhöhungen, doch Sicherheitsexperten vom ADAC und Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnen explizit vor deren Nutzung. Denn diese beliebten Modelle verzichten komplett auf Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Schulter-Hals-Gurtführungen. Nur wenige der oft mit Stoff bezogenen Styroporsitze erfüllen bei Crashtests ein akzeptables Schutzniveau. Bei einem Seitenaufprall bleibt der Kopf des Kindes ungeschützt und wird ungebremst hin und her geschleudert. Die einwirkenden Schleuderkräfte können schwere Verletzungen im Kopf- und Halswirbelbereich verursachen, besonders bei kleinen Kindern mit noch schwacher Nackenmuskulatur. Kommt dazu noch fehlender oder unzureichender Gurthaken-Schutz, kann der Beckengurt nach oben rutschen und Verletzungen im Bauchbereich hervorrufen. Ebenso häufig beobachtet man, dass der Sitz beim Crash unter dem Kind durchrutscht.
Beispielhafte Auswahl besonders leichter Sitzerhöhungen
| Gewicht | Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
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ab 37,39 € ![]() Sehr gut 1,3 |
3 kg |
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