Das Wichtigste auf einen Blick:
- Deutlich sicherer bei winterlichen Straßenverhältnissen
- Spezielle Gummimischungen für kalte Temperaturen
- Schmale Winterreifen sind besser als breite
Schneekönige: Winterreifen (rechts) verfügen über deutlich mehr Lamellen als ihre sommerlichen Pendants (links). (Bildquelle: amazon.de)
Wodurch unterscheidet sich ein Winterreifen von einem Sommerreifen?
Typische Winterreifen zeichnen sich durch das markante V-Profilmuster und eine Vielzahl feiner Lamellen an den Profilblöcken aus, die den Reifen auf Schnee regelrecht „voran schaufeln“. Diese Eigenschaft sorgt auf trockener Fahrbahn jedoch für Nachteile: Je mehr Lamellen vorhanden sind, desto weniger stabil wird der Reifen, was das Risiko für Kurveninstabilität erhöht. Außerdem verlängert sich der Bremsweg. Dieser Effekt verstärkt sich durch die weichere Gummimischung, die Winterpneus bei kalten Temperaturen flexibel hält. Tipp: Schmale Reifen schneiden Schnee besser auf und bieten auch bei Aquaplaning mehr Sicherheit.Winterreifen im Vergleich: Wie gut sind sie wirklich und was macht die Besten aus?
Positiv zu erwähnen ist, dass alle aktuellen Wintermodelle – inklusive günstiger Varianten – auf Schnee und Matsch mit überzeugender Haftung und kurzen Bremswegen punkten. Allerdings lässt sich dieses Potenzial in mitteleuropäischen Regionen zunehmend seltener voll ausschöpfen. Besonders deutlich wird das bei den Prüfungen auf Nässe und trockener Fahrbahn, die inzwischen stärker gewichtet werden als der Schnee-Test. Spitzenmodelle wie der Continental WinterContact TS 870 glänzen bei den Nassfahrttests gemäß AutoBILD und auto motor und sport mit ausgewogener Performance, zeigen jedoch leichte Schwächen beim Grip in Kurven. Tipp: Informationen zur Nasshaftung liefert auch das EU-Reifenlabel. Auf trockener Straße schneiden Winterreifen meist nur mittelmäßig ab – hier ist der Sommerpneu weiterhin überlegen.Können Ganzjahresreifen eine verlässliche Alternative zu Winterreifen darstellen?
Das hängt vom Modell ab. So überzeugt der Continental AllSeasonContact im Winterreifentest von Auto Bild allrad in Sachen Schnee und Nässe auf ganzer Linie, muss jedoch auf trockener Fahrbahn dem Sommerreifen deutlich den Vortritt lassen. Beim CrossClimate+ von Michelin verhält es sich genau umgekehrt: Auf trockenem Untergrund sammelt er Bestnoten, verliert jedoch im Schnee merklich an Performance. Ganzjahresreifen bleiben somit bei stark wechselnden Wetterbedingungen immer ein Kompromiss. Die Investition in separate Sommer- und Winterreifen zahlt sich in puncto Sicherheit deutlich aus. Dennoch sind Ganzjahresreifen eine Option in Regionen mit milden Wintern und wenigen extremen Wetterlagen im Jahresverlauf.
Winterreifen müssen heute mit dem Alpinsymbol gekennzeichnet sein; Reifen mit der Aufschrift „M & S“ dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie vor dem 31.12.2017 produziert wurden. (Bildquelle: continental-reifen.de)
Welche gesetzlichen Regeln gelten für Winterreifen?
In Deutschland gibt es keinen festen Zeitraum für den Einsatz von Winterreifen. Vielmehr gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht: Sie sind nur bei Schnee oder Eis auf der Fahrbahn vorgeschrieben – abgestellte Fahrzeuge ausgenommen. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro rechnen. Kommt es infolge fehlender Winterbereifung zu einem Unfall, kann dieses auch doppelt so hoch ausfallen.Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm, doch Experten empfehlen mindestens 4 mm. In einigen EU-Ländern, wie etwa Österreich, gelten Reifen mit unter 4 mm Profiltiefe sogar automatisch als Sommerreifen. Zudem müssen Winterreifen das Alpinsymbol tragen, welches den Einhalt genormter Prüfungen bescheinigt. Die ältere Kennzeichnung „M & S“ steht für „Mud & Snow“ und reicht heute nicht mehr aus. Ausnahme bilden nur Reifen ohne Alpinsymbol, die vor dem 31.12.2017 hergestellt wurden – diese dürfen noch bis 2024 genutzt werden.
Das Verkehrszeichen 268 weist darauf hin:
Hier besteht die Pflicht zum Anlegen von Schneeketten.
(Bildquelle: www.bmvi.de)






