Typen, Technik, Ausstattung
Bei Fernsehern – nicht nur der Deutschen liebstes Kind – fällt die Entscheidung schwer: Im Trend liegen LC-Displays mit LED-Backlight, alternativ greift man zum Plasma-Bildschirm. Die Hersteller werben mit modernen Panel-Technologien, mit digitalen Tunern, zahlreichen Schnittstellen, neuen Bedienkonzepten, 3D- und Netzwerkfähigkeit. Was leisten die Geräte im Einzelnen?
LCD, Plasma, OLED
Besonders beliebt sind LCD-Fernseher, bei denen das Panel mit LEDs hinterleuchtet wird, denn LCD-Fernseher mit LED-Backlight sind schlanker und sparsamer als Geräte mit konventionellen Leuchstoffröhren. Sitzen die Dioden an den Seiten und beleuchten das Panel indirekt, spricht man von Edge-LED-Backlight. Wer bei der Kontrastdarstellung ungern Kompromisse macht, besorgt sich ein Modell mit Direct LED- beziehungsweise Full LED-Backlight, denn hier sitzen die Leuchtdioden flächig hinter dem Display und können lokal verdunkelt werden. LC-Displays sind heller als Plasma-Schirme, im Gegenzug ist der Blickwinkel eingeschränkt. Bei Tageslicht wirkt das Bild eines Plasma-Fernsehers vergleichsweise flau, dafür ist die Darstellung bei seitlicher Betrachtung gleichbleibend farbstark. Auch OLED-Fernseher, also Geräte mit organischen Leuchtdioden, sind blickwinkelunabhängig. OLED-Fernseher verbrauchen außerdem sehr wenig Leistung, sie liefern intensivere Farben, sind noch schlanker als LCD-Geräte mit LED-Backlight, bislang allerdings deutlich teurer.
Auflösung und Bildwiederholrate
Fast alle Flachbildfernseher lösen mit 1920 x 1080 Pixeln auf. HD-ready-Displays mit 1280 x 720 oder mit 1366 x 768 Pixeln findet man vor allem bei kleineren Geräten. Relativ neu am Markt sind großformatige Fernseher, die mit der vierfachen Full HD-Auflösung arbeiten, also mit 3840 x 2160 Pixeln. Um überhaupt von der gebotenen Auflösung zu profitieren, müssen die zugespielten Videos hochskaliert werden, denn aktuell mangelt es an nativen 4k- beziehungsweise Ultra HD-Signalen. Das geschieht im Fernseher selbst, im AV-Receiver oder direkt im Blu-ray-Player. Geht es um die Bildwiederholrate, wird man seit längerem mit Werten wie 400, 600 oder 1000 Hertz konfrontiert. Tatsächlich zeigen die Geräte maximal 200 Bilder pro Sekunde. In die höheren Werte, für die es je nach Hersteller unterschiedliche Bezeichnungen gibt, fließt neben der tatsächlichen Panelgeschwindigkeit und der Zwischenbildberechung auch die Steuerung des LED-Backlight ein. Wie gut Unschärfen und Ruckler tatsächlich vermieden werden, kann man an diesen Werten nur bedingt ablesen, hier lohnt ein Blick in die Tests der Fachmagazine.
3D-Wiedergabe
Von der tatsächlichen Bildwiederholrate beziehungsweise von den hohen MCI- (LG Electronics), AMR- (Toshiba), PMR- (Philips) oder MR-Werten (Sony) soll man nicht nur bei der Anzeige schneller Bewegungen, sondern auch bei der 3D-Wiedergabe profitieren. Zumindest dann, wenn es sich um einen Fernseher mit aktiver 3D-Technik handelt, denn hier erscheinen die Bilder für das linke und das rechte Auge hintereinander, gleichzeitig verdunkelt die Shutterbrille das jeweils andere Auge. Das dadurch bedingte Flackern des Bildes wird umso weniger beziehungsweise gar nicht mehr wahrgenommen, je höher die Bildwiederholrate ist. Neben Geräten mit aktiver Shuttertechnik sind 3D-Fernseher mit Polarisationstechnik am Markt erhältlich. Vorteil: Es flimmert nicht, außerdem sind die Brillen mangels elektronischer Bauteile leichter und günstiger als Shutterbrillen. Allerdings halbiert sich die vertikale Auflösung, denn die Bilder werden nicht hintereinander, sondern gleichzeitig angezeigt und von den Augen zeilenweise wahrgenommen.
Schnittstellen und Tuner
HD-Signale, darunter 3D-Bilder, werden per HDMI zugespielt. Für analoge Quellen gibt es Komponenten- und Composite-Video-Eingänge, Scart- und VGA-Buchsen. Der Ton gelangt über den Audio-Rückkanal (ARC) eines HDMI-Eingangs oder über einen separaten Digitalausgang zum Heimkinosystem. Integrierte Tuner für einen, zwei oder alle drei Empfangswege – namentlich Antenne (DVB-T), Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S) – sind mittlerweile Standard. Neuere Geräte unterstützen den HDTV-Empfang, für verschlüsselte Angebote gibt es CI- oder CI-Plus-Slots. Oft können die digitalen TV-Programme auf einen USB-Speicher oder eine SD-Karte mitgeschnitten werden (PVR-ready), umgekehrt lassen sich Multimedia-Dateien fremden Ursprungs vom externen Speicher abspielen. Per LAN oder WLAN greifen immer mehr Geräte auf Inhalte aus dem Netz zu. Zum „Smart TV“ werden die DLNA und Internet-fähigen Fernseher auch mit Blick auf innovative Bedienkonzepte wie Gesichtserkennung, Smartphone- und Gestensteuerung.