Für Surround-Sound im Heimkino braucht es einen AV-Receiver. Wichtig dabei: Sie müssen darauf achten, welche Tonformate genau unterstützt werden.
In dieser von unserer unabhängigen Redaktion erstellen Liste finden Sie die derzeit besten AV-Receiver. Durchschnittlich werden die Produkte mit Note 1,7 bewertet. Aktuelles Spitzenprodukt ist Denon AVC-X4800H.
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Neuester Test:
Ratgeber: Surround-Receiver
Zentrale Einheit des Surroundsystems und Meister des Entschlüsselns
Das Wichtigste auf einen Blick:
Aufbau des Surround-Systems von Kanälen und Tonsystem abhängig
derzeit bester Klang über 3D-Tonformate: Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D
AV-Receiver bringt passende Methoden zum Dekodieren der Tonformate mit
Surround-Systeme müssen eingemessen werden
zwei wichtige Konkurrenten: DTS und Dolby
Surround-Sound muss nicht auf das Kinoerlebnis beschränkt bleiben, sondern kann mit dem passenden Lautsprechersystem bequem ins eigene Wohnzimmer einziehen. Wer plant, ein Heimkino einzurichten, benötigt eine zentrale Steuerungseinheit: den AV-Receiver. Hier erfahren Sie, welche Tonformate er unterstützt, auf welchen Medien sie zu finden sind und wie viele Lautsprecherkanäle Ihr Receiver abdecken sollte.
Surround-Kanäle korrekt dekodieren und verteilen
Ein Blick auf die Rückseite des Marantz SR8012 zeigt, wie viele Lautsprecher ein AV-Receiver ansteuern kann. Dieses Modell unterstützt sogar Konfigurationen für Auro 3D. (Bildquelle: amazon.de)
Wer sich mit Surround beschäftigt, wird häufig auf Bezeichnungen wie 5.1 oder 7.1 stoßen. Diese Zahlen geben die Anzahl der Audiokanäle an, die auf die unterschiedlichen Lautsprecher eines Surroundsystems verteilt werden. Die Zahl hinter dem Punkt steht für den Subwoofer (LFE bzw. Tiefton), während die Zahl davor die Anzahl der Front-, Center- und Rear-Lautsprecher beschreibt. Bei Systemen mit Höhenlautsprechern folgt nach dem Subwooferkanal die Zahl der Höhenlautsprecher, etwa bei einem 5.1.4-System mit vier Höhenlautsprechern. Dabei existieren zahlreiche Konfigurations- und Aufbaumöglichkeiten. Der AV-Receiver ist nicht nur dafür verantwortlich, die verfügbaren Tonkanäle des Quellmediums an die passenden Lautsprecher zu verteilen, sondern auch, zusätzliche Kanäle hinzuzufügen oder zu dekodieren – vorausgesetzt, er unterstützt die entsprechenden Mehrkanal-Tonsysteme.
Einmessautomatik erleichtert die Boxenpositionierung
Die Räume, in denen ein Surroundsystem installiert wird, variieren stark in Größe und Form. Damit die Lautsprecher optimal eingestellt werden können, ist es wichtig, sie korrekt aufzustellen und anschließend präzise einzumessen. Zur Vereinfachung dieses oftmals komplizierten Vorgangs sind in AV-Receivern Einmessautomatik-Systeme integriert, wie etwa YPAO (Yamaha), MCACC (Pioneer) oder Audyssey (Marantz, Denon). Dabei kommen Einmessmikrofone zum Einsatz, die jedoch bei günstigeren Geräten nicht immer zum Lieferumfang gehören.
Welche Tonsysteme sind relevant?
Vorab gilt: Die Lautsprecherkonfiguration in Ihrem Heimkino entscheidet zumindest teilweise, welche Tonsysteme Ihr Receiver unterstützen sollte. Formate wie DTS:X oder Dolby Atmos unterscheiden sich technisch von Auro 3D. Diese Soundformate finden sich auf verschiedenen Medien, beispielsweise Blu-rays, UHD-Blu-rays oder in Streaming-Apps. Die jeweiligen Logos informieren auf Verpackung oder in den Menüs über das unterstützte Tonformat. Die Audiodaten sind auf den Quellen allerdings verschlüsselt und müssen vom AV-Receiver mithilfe seiner eingebauten Decoder entschlüsselt werden. Hersteller geben die unterstützten Tonsysteme zuverlässig auf der Produktverpackung ihres AV-Receivers an.
Dolby-Mehrkanal-Tonsysteme:
Tonformat
Set-Up
Erklärung
Surround-Quellen
Dolby Digital
5.1
erstes 6-Kanal-System mit Subwoofer
weit verbreitet, da Patente ausgelaufen sind
Daten sind komprimiert und somit verlustbehaftet auf dem Medium
DVD
Fernsehprogramme
Dolby Digital EX
6.1 und 7.1
erweitert das klassische Dolby Digital 5.1 um zusätzliche Back-Center- oder Rear-Lautsprecher
bei fehlender Dekodierung erfolgt klassische 5.1-Wiedergabe
DVD
Dolby Digital Plus (DD+)
7.1
Verbesserung gegenüber Dolby Digital: bessere Klangqualität (24 Bit / 48 oder 96 kHz) und zwei zusätzliche Rear-Speaker
Standard für Dolby Atmos im Streaming-Bereich
Blu-ray, HD-DVD
Streaming-Dienste (Netflix, Amazon, Disney+ etc.)
selten im TV-Programm
Dolby ProLogic
4.0
altes analoges Tonformat
obwohl fünf Lautsprecher vorhanden sind, geben zwei Rear-Speaker das gleiche Monosignal wieder
besteht aus Rechts, Links, Center und Surround, kein separater Tieftonkanal
Nahezu alle alten analogen Kinofilme, dekodiert über ProLogic II
Dolby ProLogic II
5.1
Weiterentwicklung von ProLogic mit höherer Klangauflösung
Rears wiedergeben Stereo, Subwoofer kommt hinzu
wandelt Stereoquellen in Surroundsound um
bietet zwei Modi: Film und Musik
Film-Modus: DVD
Musik-Modus: CD, SACD
Dolby ProLogic IIx
6.1 und 7.1
erweitert ProLogic II um weitere Kanäle und hochskaliert vorhandenes Stereo- oder 5.1-Material
drei Modi verfügbar: Music, Movie und Game
Film-Modus: DVD
Musik-Modus: CD, SACD
Game-Modus: Spielkonsolen
Dolby ProLogic IIz
7.1 und 9.1
fügt Höhenlautsprecher hinzu: bis zu 7 Haupt-, 2 Höhen- und ein Tieftonlautsprecher
neue Höhenkanäle werden emuliert, erzeugen gleichen Klang wie Front-Speaker
drei Modi: Music, Movie und Game
Film-Modus: DVD
Musik-Modus: CD, SACD
Game-Modus: Spielkonsolen
Dolby TrueHD
5.1 und 7.1
HD-Surround mit bis zu 8 Kanälen, hoher Abtastrate (192 kHz) und 24 Bit, verlustfreie Audioqualität
Basis-Codec für Dolby Atmos auf Discs
konkurriert mit DTS-HD MA und ist im Streaming weiter verbreitet
Blu-ray, UHD-Blu-ray
DTS-Mehrkanal-Tonsysteme:
Tonformat
Set-Up
Erklärung
Surround-Quellen
DTS
5.1
ursprünglich für Kino mit speziellen CD-ROMs mit Tonspuren entwickelt
Konkurrent zu Dolby Digital, bietet höhere Datenrate
DVD, CD
DTS-ES
6.1
berechnet einen zusätzlichen Surround-Back-Kanal, um einen rückseitigen Center-Lautsprecher zu versorgen
DVD und spezielle Audio-CDs (DTS-CD)
DTS 96/24
5.1
DTS mit verbesserter Audioqualität: 96 kHz und 24 Bit
abwärtskompatibel zu DTS
DVD, CD
DTS-HD Master Audio (MA)
5.1 und 7.1
bis zu 8 Kanäle
hochwertige Surroundwiedergabe mit hoher Abtastrate und Bittiefe (192 kHz / 24 Bit)
Datenrate sinkt bei mehr genutzten Kanälen
unkomprimierte Variante von DTS HD, direkter Konkurrent von Dolby TrueHD
Blu-ray, UHD-Blu-ray
DTS-HD High Resolution Audio (HR)
5.1 und 7.1
komprimierte Version von DTS-HD
bis zu 8 Kanäle
Blu-ray, UHD-Blu-ray
DTS Virtual:X
2.1, 5.1 und 7.1
erzeugt „virtuelle" Höhenlautsprecher und simuliert 3D-Sound aus DTS-Quellen
X-Signale werden hochgerechnet
DTS Neo:6
bis 6.1
hochrechnen von Mehrkanalton aus Stereosignalen mit mehr Details als Dolby ProLogic II
zwei Modi verfügbar: Film und Musik
Film-Modus: DVD
Musik-Modus: CD, SACD
DTS Neo:X
bis 11.1
basierend auf Stereo-, 5.1- oder 7.1-Material werden Höhenlautsprecher hinzugefügt
drei Modi: Film, Musik und Game
Blu-ray, UHD-Blu-ray
Die Königsklasse des Surrounds: 3D-Tonsysteme
Das momentan fortschrittlichste Surround-Erlebnis bieten 3D-Tonformate, die bereits ab Werk für Wiedergabe über Höhen- und Deckenlautsprecher abgemischt wurden. Selbst wenn das Quellenmaterial darauf nicht ausgelegt ist, beinhalten diese Systeme Upmixer, die das Audio für den Einsatz von Höhenlautsprechern aufbereiten. Ausnahmen bilden Auro 3D und Eclipsa Audio, die mit klassischer Kanalzuweisung arbeiten und keine Objektklänge nutzen.
drei Arten von Lautsprechern: Deckenlautsprecher (direkt an der Decke), Height-Lautsprecher (nahe der Decke) und Dolby Atmos-Enabled-Lautsprecher, die den Deckenreflex nutzen
Atmos basiert auf dem Dolby TrueHD-Codec (Disc) bzw. Dolby Digital Plus (Streaming)
Klangobjekte bewegen sich dynamisch über alle Lautsprecherebenen
Upmixer: Dolby Surround skaliert beliebige Quellen auf Dolby Atmos
mit Abstand am weitesten verbreitetes 3D-Audioformat im Streaming
Blu-ray, UHD-Blu-ray
Streaming: Netflix, Amazon Prime, Apple TV+, Disney+, Max u. v. m. (abhängig vom Abo)
Dolby Atmos Music: Apple Music, Tidal, Amazon Music
DTS:X
5.1.2, 5.1.4, 7.1.2, 7.1.4
aufbauend auf DTS-HD Master Audio und High Resolution
Klangobjekte werden frei zwischen Lautsprechern bewegt
unterstützt Decken-, Height- und Dolby Atmos Enabled-Boxen in Mischbetrieb
Upmixer: DTS Neural:X skaliert Quellen auf DTS:X
Hinweis: DTS:X verliert seit Ende 2024 im Streaming- und Disc-Bereich deutlich an Bedeutung gegenüber Dolby Atmos. Neue UHD-Blu-rays mit DTS:X sind selten, Streaming-Angebote beschränken sich unter anderem auf Disney+ via IMAX Enhanced (DTS:X Profile 2, verlustbehaftet) mit limitierter Gerätekompatibilität. Viele Hersteller, darunter LG ab 2025, haben DTS-Support in ihren Fernsehern eingestellt.
Blu-ray, UHD-Blu-ray (ältere Titel)
Streaming: Disney+ via IMAX Enhanced auf kompatiblen Geräten, Sony Pictures Core
Auro 3D
9.1, 10.1, 11.1, 13.1
klassisches Kanal-basiertes System ohne Klangobjekte
zusätzliche obere Ebene in einem 90-Grad-Winkel zum Hörer mit Top-Layer-Lautsprechern („Voice of God“)
drei Ebenen: Basis-, Höhen- und Top-Layer
wird vor allem von Marantz- und Denon-Receivern unterstützt
Upmixer: Auro-Matic gilt als hervorragender Upmixer für Musik
eingeschränkte Blu-ray-Auswahl, kein Streaming; Fokus auf Musik und Konzertmitschnitte
Eclipsa Audio
Skalierbar: Mono bis 28 Eingangskanäle
neues, offenes 3D-Audioformat, gemeinsam von Google und Samsung im Open-Source-Standard IAMF (Immersive Audio Model and Formats) entwickelt
vorgestellt auf der CES 2025 und unterstützt von der Alliance for Open Media (AOM)
lizenz- und gebührenfreie Alternative zu Dolby Atmos
kanalbasierte Wiedergabe (kein reines Objekt-Audio), unterstützt Ambisonics erster und dritter Ordnung sowie binaurales Hören via Kopfhörer
passt sich automatisch an die vorhandene Lautsprecher- und TV-Konfiguration an
ab 2025 in allen Samsung-TVs und Soundbars integriert; LG-TVs folgen ab Modelljahr 2026 oder per Firmware-Update für bestimmte 2025er-Geräte
ab Android 16 ebenfalls auf Google-TV-Devices anderer Hersteller (Sony, Hisense, TCL, Philips)
derzeit noch limitierte Inhalte, hauptsächlich auf YouTube verfügbar
AV-Receiver sind der zentrale Knotenpunkt einer Heimkino-Anlage, daher legen Testmagazine hier ein besonderes Augenmerk auf den Klang: Kommen Stereo- und Surround-Klänge gleichermaßen gut zur Geltung? Werden alle wichtigen Surround-Codecs unterstützt? Wie hoch darf der Pegel sein, damit nichts verzerrt? Der Fokus liegt obendrein auf der Ausstattung,