Stärken
Schwächen
Ein AV-Receiver ist die zentrale Komponente im Heimkino. Mit ihm kann man zwischen verschiedenen Audio- und Videoquellen umschalten, deshalb das Kürzel „AV". Vor allem Einsteigern fällt es bei der Vielzahl an analogen und digitalen Schnittstellen nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Wohin mit CD-, DVD- und Blu-ray-Player, Plattenspieler und Fernseher?
Der Denon AVC-X4800H ist ein 9.4-Kanal-AV-Receiver der Spitzenklasse mit HDMI 2.1, eARC, Dolby Atmos, DTS:X, Auro 3D und IMAX Enhanced – ideal für anspruchsvolle Heimkinos, die keinen Kompromiss beim Klang eingehen wollen. (Bildquelle: amazon.de)
Audio-Quellen: Analoge und digitale Buchsen
Neben den Lautsprecherklemmen – je nach Anzahl der Kanäle sind es unterschiedlich viele – befinden sich an der Rückseite eines AV-Receivers diverse Audio-Anschlüsse. CD-Player werden über die normalen Stereo-Cinch-Buchsen oder digital mit dem Gerät verbunden. Wer einen Plattenspieler nutzt, sollte auf einen Phono-Eingang achten. Hat der AV-Receiver keinen solchen Eingang, braucht man einen separaten Phono-Vorverstärker. Um den Ton vom DVD-Player zuzuspielen, verbindet man den Player entweder per Stereo-Cinch oder besser über einen digitalen Audio-Eingang (optisch oder koaxial) mit dem Receiver. Erst dann kommt man in den Genuss von Dolby Digital oder DTS und profitiert von den Mehrkanal-Tonformaten einer DVD. Voraussetzung ist, dass der AV-Receiver passende Decoder an Bord hat. Bietet der Receiver keine passenden Decoder, lassen sich die Mehrkanal-Signale mit einem entsprechend ausgestatteten Player über sechs analoge Cinch-Kabel (5.1) in decodierter Form ausgeben und vom AV-Receiver an die Lautsprecher weiterleiten.Heute Standard: Bild und Ton über HDMI – mit eARC für verlustfreien Sound
Noch einfacher wird es, wenn der Blu-ray-Player oder der TV-Empfänger einen HDMI-Ausgang und der Receiver passende Eingänge hat. Vorteil der HDMI-Verbindung: Mit einem einzigen Kabel überträgt man neben den Audiosignalen auch die Videosignale. Wer Blu-ray-Filme mit HDCP-Kopierschutz in optimaler Qualität erst zum AV-Receiver und anschließend zum Flachbildfernseher transportieren möchte, kommt an einem Modell mit HDMI-Buchse nicht vorbei. Aktuelle Geräte setzen auf HDMI 2.1, das neben 4K mit 120 Hz und 8K-Auflösung auch die wichtige eARC-Funktion mitbringt.Stehen HDMI-Eingänge bereit, profitiert man auch von den HD-Tonformaten einer Blu-ray: Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD und DTS-HD. Das Tonsignal vom Blu-ray-Player wird per HDMI entweder als Bitstream (an einen Receiver mit Decodern) oder als PCM (an einen Receiver ohne Decoder) weitergeleitet.
Besonders wichtig für moderne Heimkino-Setups ist der HDMI eARC-Anschluss (Enhanced Audio Return Channel). eARC ist der Nachfolger von ARC und wurde mit HDMI 2.1 eingeführt. Während das ältere ARC lediglich komprimiertes Audio wie Dolby Digital zurück zum Receiver senden konnte, ermöglicht eARC die Übertragung von unkomprimiertem, verlustfreiem Audio – also Dolby TrueHD mit Dolby Atmos sowie DTS-HD Master Audio – über ein einziges HDMI-Kabel vom Fernseher zum AV-Receiver. Das ist besonders dann relevant, wenn Streaming-Inhalte mit Dolby Atmos über eine TV-App abgespielt werden und der Ton an den Receiver weitergegeben werden soll. Stehen nur ältere Geräte ohne eARC bereit, ist man auf komprimiertes Dolby Atmos via Dolby Digital Plus beschränkt – was für Streaming-Inhalte in der Praxis jedoch meist ausreicht.
Onkyo TX-RZ50: Die Rückseite des 9.2-Kanal-Receivers bietet sieben HDMI-Eingänge (alle HDMI 2.1 mit eARC am Hauptausgang), Phono-Eingang, analoge Cinch-Buchsen sowie digitale Audioeingänge koaxial und optisch – dazu Schrauben- und Bananenklemmen für bis zu neun Lautsprecherkanäle. (Bildquelle: amazon.de)
AV-Receiver mit Mehrwert: Netzwerk, Streaming und Sprachsteuerung
Mehrkanal-Vorverstärkerausgänge, Infrarot- und Remote-Anschlüsse oder eine RS-232-Buchse findet man vor allem bei den teureren Geräten. Unabhängig davon sind nahezu alle aktuellen AV-Receiver mit Ethernet-Port, WLAN und Bluetooth ausgerüstet. Über diese Anschlüsse lassen sich Audio- und zum Teil Videodateien abspielen – entweder von einem externen USB-Speicher, einem NAS-System oder direkt aus dem Internet.Beim Netzwerk-Audio-Streaming haben sich inzwischen folgende Protokolle als Standard etabliert:
- AirPlay 2 – Apples Streaming-Protokoll für iPhone, iPad und Mac; unterstützt Multiroom-Wiedergabe und CD-Qualität
- Google Cast (Chromecast built-in) – plattformübergreifendes Streaming von Android-Geräten und einer Vielzahl von Apps
- Spotify Connect – direktes Streaming aus der Spotify-App, unabhängig vom Abspielgerät
- TIDAL Connect – verlustfreies Streaming aus TIDAL direkt auf den Receiver
- DLNA / UPnP – bewährter Standard zur Wiedergabe eigener Musikbibliotheken aus dem Heimnetz (NAS, PC, Mac)
- Roon Ready – bei höherwertigen Geräten verfügbar; Roon ist eine leistungsstarke Musikverwaltungs- und Streaming-Software für audiophile Ansprüche
Viele netzwerkfähige Receiver lassen sich per Smartphone-App des jeweiligen Herstellers (z. B. Denons HEOS, Yamahas MusicCast oder Marantz' HEOS) bequem steuern. Darüber hinaus unterstützen aktuelle Modelle häufig Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri, sodass sich Lautstärke, Eingangsauswahl und Wiedergabe auch per Sprachbefehl regeln lassen.
Ein Blick auf die Rückseite des


























