Matratzen

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Ratgeber zu Matratzen

Das richtige Modell sorgt für Ergonomie und ein angenehmes Schlafklima

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Einteilung der verschiedenen Typen anhand des Matratzenkerns
  2. am besten "atmungsaktive" Materialien Schwitzer
  3. Seiten- und Rückenschläfer haben andere Anforderungen als Bauchschläfer
  4. je nach Körpergewicht wird bestimmte Matratzenhärte empfohlen

Welche Matratzen sind laut Stiftung Warentest die besten?

Matratzen verschiedenster Fabrikationen sind bei der Stiftung Warentest häufig im Prüflabor zu Gast. Dabei konnten bislang Vertreter jeder Matratzenart gute Benotungen einstreichen. Allerdings schneiden Kaltschaum- und Latexmatratzen in Summe am besten ab, gefolgt von Federkernmatratzen und Schlafsystemen mit Boxspring. Seit einigen Jahren hält sich die Kaltschaummatratze Bodyguard von Bett1.de an der Spitze der getesteten Matratzen. Im Testjahr 2015 erhielt sie die bisher beste vergebene Note Gut (1,8) – in Anbetracht des günstigen Preises sehr überraschend.

Welche Matratzen gibt es überhaupt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Matratzen in Kategorien einzuteilen. Die wohl gängigste orientiert sich am Material des Matratzenkerns. Dann bestimmt das Material, aus dem der Kern vorrangig besteht, den Matratzentyp. In der Regel unterscheiden wir zwischen fünf Kategorien bzw. Matratzentypen:
Darüber hinaus gibt es Matratzen mit sogenannten Hybrid- oder Kombikernen, also mit einem Matratzenkern, der aus verschiedenen Rohstoffen gefertigt ist. Ein Beispiel ist die Röwa Etera Portland mit einem Matratzenkern aus Tonnentaschenfedern und Schaumstoff. Auch Visco-Matratzen und Gelmatratzen besitzen in der Regel einen Kombikern, da diese Materialien in ihrer Reinform zwar überaus anschmiegsam sind, jedoch die notwendige Stützkraft vermissen lassen.

Bei Latexmatratzen wird des Weiteren zwischen Naturlatex-Matratzen und Matratzen aus Synthetiklatex unterschieden. Naturlatex hat gegenüber der künstlichen Nachbildung zwei Vorteile: bessere Liegeeigenschaften und höhere Verträglichkeit. Bei vielen Personen, die sensibel auf synthetische Stoffe reagieren, stehen Naturlatex-Matratzen deshalb hoch im Kurs. Hersteller wie Prolana, allnatura, dormiente und Träumeland führen diese Naturmatratzen in ihrem Sortiment.

Welches Material bzw. welcher Matratzentyp nun konkret empfehlenswert ist, hängt von den Bedürfnissen, körperlichen Voraussetzungen und persönlichen Vorlieben des Käufers ab. Besonders anschmiegsam liegt der Schlafende zum Beispiel auf Visco- und Gelmatratzen, gut durchgelüftet und trocken auf Federkern- und Latexmatratzen. Weitere Komponenten wie Matratzenbezug, Lattenrost und Kopfkissen beeinflussen den Liegekomfort zusätzlich. Um das richtige Modell zu finden, hilft nur eins: fleißig Probeliegen.

Welche Matratze kommt für welche Schlafposition infrage?

7 Zonen Matratze Seitenschläfer Test dormiente Eine 7-Zonen-Matratze besitzt eine weiche Schulter- und Beckenzone, damit Seitenschläfer hie tiefer einsinken können. Es ist jedoch fraglich, ob die industriell festgelegte Zonen tatsächlich jeder Statur gerecht werden. (Bildquelle: dormiente.com)

Egal in welcher Schlafposition wir liegen, sie fordert den Körper und kann zu Muskelverspannungen, Unruhe und Rückenschmerzen führen. Mit der passenden Matratze fördern wir das ergonomische Liegen. Dabei haben Seiten- und Rückenschläfer andere Anforderungen wie Bauchschläfer.

Seitenschläfer benötigen eine Schlafunterlage, die überaus anpassungsfähig ist. Davon profitiert insbesondere der Schulterbereich, denn die Schultern sollten in der Seitenlage tief einsinken können, damit die Wirbelsäule geradlinig verlaufen kann. Auch das breite Becken sollte einsinken, Beine, Taille, Brust und Kopf hingegen eine höhere Stützkraft erfahren. Viele Hersteller führen Seitenschläfermatratzen mit zoniertem Kern im Sortiment. Ob solche 7-Zonen-Matratzen Seitenschläfern wirklich zugutekommen, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Punktelastische Matratzen mit Feder- oder Latexkern bieten individuellere Anpassungsfähigkeit.

Rückenschläfer Matratzen Test dormabell scheel Bei Rückenschläfern verteilt sich das Körpergewicht gleichmäßig auf die gesamte Liegefläche, wodurch Gelenke und Muskulatur geschont werden. (Bildquelle: dormabell-scheel.de)

Rückenschläfer sollten auf eine gesunde Lagerung der Schulter- und Nackenpartie sowie auf eine uneingeschränkte Atmung achten. Kritisch ist außerdem der schwere Bauch- und Beckenbereich. Diese Körperpartien sollten einsinken können, damit die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule auch in der Horizontalen bewahrt bleibt. Gleichzeitig darf es nicht zum Hohlkreuz kommen. Experten raten zu Matratzen mit gestärkter Mittelzone sowie elastischer Becken- und Schulterzone.

Bauchschläfer profitieren bei Matratzen ähnlich wie Rückenschläfer von einer elastischen, aber festen Hüft- und Beckenzone. Wichtig ist, dass dieser Bereich nicht zu tief absinkt, sondern sich auf der gleichen Höhe wie Schultern, Kopf und Beine befindet. Zu Problemen kommt es bei Bauschläfern zudem häufig in der Halswirbelsäule, da sie zum Atmen den Kopf zur Seite drehen müssen. Neben einer punktelastischen Matratze kann ein flaches Bauchschläferkissen körperliche Beschwerden lindern.

Bauchschläfer Matratzen Test allnatura Bauchschläfer haben häufig das Problem, ihre Arme komfortabel zu lagern. Viele verschränken sie unter Kopf und Kopfkissen, andere legen sie entlang des Körpers. Anpassungsfähige Matratzen machen alle Positionen mit. (Bildquelle: allnatura.de)

Wie weich sollte meine Matratze sein?

Kaum ein anderes Matratzenmerkmal hängt so sehr vom persönlichen Geschmack des Nutzers hab als der Härtegrad. Der eine mag es weich, der andere lieber hart. Unabhängig davon empfehlen Experten jedoch bestimmte Härtegrade je nach Körpergewicht.

Bei den meisten Matratzentypen, insbesondere bei Federkernmatratzen und Kaltschaummatratzen, haben die Verbraucher die Wahl zwischen drei Härtegraden: H2, H3 und H4, die den Bezeichnungen weich, mittel und fest entsprechen. Je höher die Zahl liegt, desto härter ist die Matratze. XXL-Matratzen, also Matratzen, die für Personen mit erhöhtem Körpergewicht konzipiert wurden, weisen meist den Härtegrad H5 auf. Matratzen für Kinder und Jugendliche gibt es in H1 und H2.

Welcher Härtegrad für welches Körpergewicht?

HärtegradKörpergewicht
H1bis 60 kg
H2bis 80 kg
H3bis 100 kg
H4über 100 kg
H5ab 130 kg
Im Matratzen-Test der Stiftung Warentest kommt es immer wieder zur Kritik an den Herstellerangaben zur Matratzenhärte. Wiederholt werden Matratzen falsch ausgezeichnet, sodass die gefühlte Härte nicht mit den Angaben übereinstimmen. Die Stiftung ruft Verbraucher, die davon betroffen sind, dazu auf, in jedem Fall von ihrem Rückgaberecht Gebrauch zu machen.

Wie kann ich mit einer Matratze übermäßiges Schwitzen verhindern?

Eine Matratze trägt im wesentlichen Teil zum Schlafklima bei. Das bedeutet, dass mit dem richtigen Modell unangenehme Begleiterscheinungen wie Schwitzen eingedämmt werden können. Als ideal gilt ein warmes, aber trockenes Schlafklima.

Verbraucher, die in der Nacht verstärkt schwitzen, sollten eine Matratze wählen, die eine ausgeprägte Atmungsaktivität besitzen. Diese Eigenschaft führt dazu, dass Nässe von den verwendeten Textilien und Materialien schnell aufgesogen und an die Umgebungsluft abgeführt wird. Auf diese Weise liegt der Schlafende angenehm trocken und die Matratze ist der Feuchtigkeit nicht unnötig lang ausgesetzt. Als atmungsaktiv gelten Baumwolle, Schafschurwolle, Tencel-Fasern sowie hohlräumige Federkern- und Kaltschaummatratzen.

Die besten Matratzen mit Griffschlaufen als Trage-/Wendehilfen in der Übersicht

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 BeSports Pro Body SB Sehr gut(1,2)
2 BeCo Pro Aktiv Gloria Sehr gut(1,4)
3 BeSports Power Dream Sehr gut(1,4)

Härtefälle – was bedeuten die unterschiedlichen Härtegrade?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. bis zu 5 verschiedene Härtegrade zur Auswahl – Spektrum reicht von H1 bis H5 (weich bis extra fest)
  2. Stiftung Warentest: auf Einheitsmatratzen liegen meist nur kleine, leichte Personen gut
  3. Härtegrad einer Matratze bestimmt über das gewünschte Liegegefühl
  4. Einheitsmatratzen kombinieren mehrere Härtegrade für unterschiedliche Schlaf- und Figurtypen
  5. Härtegrade nicht normiert – Anbieter kennzeichnen nach Belieben
  6. Matratzen-Härtegrad ist nicht gleich Liegegefühl – auch Matratzentyp und Materialdichte (Raumgewicht) entscheidend

Badenia Bettcomfort Irisette Lotus H2 Selbst Testsieger vertun sich mit den Härtegraden. Die Badenia Bettcomfort Irisette Lotus beispielsweise zeigt sich im Test weicher als deklariert (H2). (Bildquelle: amazon.de)

Welches sind laut Testberichte die Vor- und Nachteile der Härtedeklarierung?

Fast jeder Erwachsene erkennt einmal im Lauf seines Lebens, dass es Zeit wäre, seiner Matratze mehr schlafhygienischen Respekt zu zollen. Seien es Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Bewegungsunruhe – der Branche kann nur Recht sein, was die Kunden plagt. Die verschiedenen Matratzentypen sind nur eine Antwort darauf, doch dann geht es weiter: Welchen Härtegrad soll man wählen? Die Hersteller helfen nur begrenzt mit Orientierungshilfen aus, indem sie nach Belieben H-Angaben (für „Härte“) von 1 bis maximal 5 machen. Eine Normierung und damit Vergleichbarkeit für den Kunden ist nicht vorgesehen. Die Stiftung Warentest mahnt zur Vorsicht insbesondere bei Boxspringbetten. Oft stimmen die Härteangaben nicht, und auch viele Kunden berichten vom sogenannten Hängematteneffekt mit miserabler Körperunterstützung schon nach kurzer Zeit. Dasselbe Problem zeigt sich bei anderen Matratzentypen. Ob Federkern- oder Kalt­schaum­matratzen – mit den Härteangaben liegen die Hersteller oft daneben.

H1 bis H5 – nur eine grobe Klassifizierung

Das ist etwas schade, weil eine Normierung etwas Klarheit in den unübersichtlichen Matratzenmarkt bringen würde – doch naturgemäß ist dies nicht zu ändern: Wenn Angaben wie H1 („weich“, für die Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm), H2 („mittelfest“, für Menschen bis 80 Kilogramm) oder H3 („fest“, für Gewichte über 80 Kilogramm) eine Matratze vermeintlich feinstufig einteilen in die unterschiedlichen Schläfertypen, ist noch nicht viel gewonnen – auch nicht durch eine Erweiterung der Gewichtsklassen um H4 und H5, die manche Hersteller für stärker gebaute Menschen anbieten. Die Lebenswirklichkeit lässt sich so nicht abbilden. Beispielsweise kann eine kleine Frau durchaus in eine höhere Gewichtsklasse fallen oder ein anspruchsvoller Hüne unter die bescheidene H2-Klasse subsumiert werden. Wo aber der Körper seine spezielle Unterstützung benötigt, damit die Wirbelsäule in einer geraden Position liegt – meist im engeren Bereich der Druckeinwirkung um Schulter oder Hüfte –, ist damit nicht beantwortet. Zielführender sind hier Begriffe wie Druckentlastung, Punktelastizität oder 7-Zonenmatratzen.

Matratzen-Härtegrade in der Übersicht

  • bis 60 kg Körpergewicht: Matratzen-Härtegrad 1 (H1 oder "sehr weich")
  • bis 80 kg Körpergewicht: Matratzen-Härtegrad 2 (H2 oder "weich")
  • ab 80 kg Körpergewicht: Matratzen-Härtegrad 3 (H3 oder "mittelfest")
  • ab 110 kg Körpergewich: Matratzen-Härtegrad 4 (H4 oder "fest"
  • ab 130 kg Körpergewicht: Matratzen-Härtegrad 5 (H5 oder "sehr hart")

Härtegrade sind kein Qualitätsmerkmal

bett1.de Bodyguard mit zwei Härtegraden Die Bodyguard von bett1.de schafft es als eine von wenigen Einheitsmatratzen, mehrere Härtegrade – hier H3 und H4 – mit Liegekomfort für alle Schlaf- und Figurtypen zu verkuppeln. (Bildquelle: amazon.de)

Leider geht das Verwirrspiel noch weiter: Eine H2-Matratze kann als genauso hart oder weich empfunden werden wie ein H3-Modell einer anderen oder sogar derselben Gattung und Serie, im Übrigen ist mit den H-Angaben keinerlei Qualitätsaussage getroffen – kurz: Matratzenhärten sind eine höchst individuelle Angelegenheit. Ein häufiger Rat von Experten lautet daher, dem Härtegrad nicht zu viel Aussagekraft zuzutrauen, allenfalls die Funktion einer groben Orientierungshilfe. Wem das zu komplex erscheint: Es gibt auch Schaumstoffmatratzen, die in einer Universalhärte angeboten werden, sogenannte Einheitsmatratzen oder One-fits-all-Modelle. Das trifft vor allem auf Kaltschaummatratzen, aber auch auf Visco-Matratzen oder „Memoryschaummatratzen“ zu. Sie nehmen die Körperkonturen präzise auf, indem sie sich unter dem Einfluss von Druck und Körperwärme verformen. Auch sogenannte Modulmatratzen mit einem Innenleben aus austauschbaren Einzelsegmenten können eine Lösung sein. Eine Erfolgsformel für bequemes Liegen lässt sich aber ableiten: Schwere sollten eine härtere Matratze als Leichte wählen, im Zweifelsfall sollte zu einer weicheren Matratze gegriffen werden. Zu harte Matratzen können Gelenkschmerzen und Durchblutungsstörungen verursachen; ist die Matratze zu weich, sinkt man zu tief ein, schwitzt oder kämpft im Schlaf gegen zu viel Fläche zwischen Mensch und Matratze an.

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