Das Wichtigste auf einen Blick:
- Offenes Innenleben sorgt für hervorragende Belüftung: ideal für Wärmeempfindliche und Allergiker
- Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmodelle: hohe Punktelastizität für ergonomisches Liegen
- Große Preisspanne: gute Modelle ab rund 150–280 Euro erhältlich
- Lange Lebensdauer bei guter Qualität
- Herstellerangaben zum Härtegrad stimmen laut Stiftung Warentest oft nicht
- Nicht mit elektrischen Lattenrosten kombinierbar
Welche Federkernmatratze ist laut Stiftung Warentest die beste?
Die beste Federkernmatratze für alle Menschen gibt es nicht. Zu unterschiedlich fallen die Anforderungen aus, die sich aus Statur, Schlafposition, Schlafverhalten, Allergien und anderen körperlichen Eigenheiten ergeben. In ihren Matratzen-Tests widmet sich die Stiftung Warentest deshalb den Liegeeigenschaften für verschiedene Körpertypen. Ursprünglich nutzte sie dazu die eigens entwickelte HEIA-Typologie mit vier Körperformen (H, E, I, A); in der aktuellen Testmethodik berücksichtigt die Stiftung Warentest inzwischen sieben verschiedene Körpertypen, um herauszufinden, welche Matratzen für welche Körperform am besten geeignet sind.
Ob kräftiger Bauch, schmale Hüften, ausladendes Becken, breite Schultern oder geringe Körpergröße: Eine gute Federkernmatratze sollte möglichst vielen Menschen eine ergonomische Körperhaltung im Schlaf bieten. Die Anpassungsfähigkeit ist demnach eines der wichtigsten Kriterien beim Matratzenkauf – wichtiger als die viel beworbenen Liegezonen von Lattenrosten oder Matratzenauflagen.
Lesetipp: Erfahren Sie, warum nur eine „gut“ gekaufte Matratze zu gutem Schlaf führt – und wie sich die Stiftung Warentest mit den verschiedenen Körperbautypen beschäftigt.
Auf den Punkt gebracht: Die Anzahl der Federn bestimmt, wie punktelastisch eine Taschenfederkernmatratze ist. (Bild: am-qualitaetsmatratzen.de)
Neben den Liegeeigenschaften, die den größten Anteil an der Gesamtnote haben, bewertet die Stiftung Warentest auch Haltbarkeit, Matratzenbezug, Handhabung sowie Deklaration, Gesundheit und Umwelt. Hersteller wie Schlaraffia, Malie und Breckle tauchen regelmäßig in Bestenlisten auf. Die Preisspanne reicht bei gleicher Qualität von rund 150 bis über 700 Euro.
Aktuelle Testergebnisse (Stiftung Warentest, Frühjahr 2025)
Im Federkernmatratzen-Test erzielt nur ein Modell die Note „gut“: die Breckle Weida Flex Air. Alle weiteren getesteten Federkernmatratzen erreichen höchstens ein „Befriedigend“. Grund sind häufig schwache Liegeeigenschaften.Welcher Härtegrad empfiehlt sich bei einer guten Federkernmatratze?
Die meisten Hersteller bieten ihre Modelle in vier bis fünf Härtegraden an. Es gilt: Je höher die H-Zahl, desto härter die Matratze. Die Skala reicht von H1 bis H5. Daneben sind Bezeichnungen wie weich, medium/mittelfest, fest oder hart geläufig. Wichtig: Die Härteangaben der Hersteller stimmen oft nicht. Die Stiftung Warentest bestimmt die Matratzenhärte deshalb im Labor. Eine verbindliche Norm für Härtegrade gibt es in Deutschland nicht.Welcher Härtegrad eignet sich für welches Körpergewicht?
Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Richtwerte. Beachten Sie: Es handelt sich um Orientierungswerte ohne verbindliche Norm. Viel wichtiger als der Härtegrad ist Ihr persönliches Liegeempfinden.| Körpergewicht | Härtegrad |
| bis 60 kg | H1 – sehr weich |
| bis 80 kg | H2 – weich |
| bis 110 kg | H3 – mittelfest |
| bis 140 kg | H4 – fest |
| ab 130 kg | H5 – sehr hart |
Der Härtegrad beeinflusst die Liegeeigenschaften einer Matratze nicht. Eine weiche Matratze kann der Wirbelsäule genauso gut Halt geben wie eine harte. Die Liegehärte darf daher ganz nach persönlicher Vorliebe und Gemütlichkeit gewählt werden, schreibt die Stiftung Warentest. Eine Tendenz lässt sich jedoch bei älteren Menschen beobachten: Sie bevorzugen oft eher weiche Matratzen, da im höheren Alter Rücken- und Knieprobleme häufiger auftreten und die Beweglichkeit im Schlaf abnimmt.
Kleine Typenlehre: die Familie der Federkernmatratzen
Unterschiedliche Farben kennzeichnen die sieben Liegezonen vieler Federkernmatratzen, hier der Traumnacht Exklusiv 1000er (TTFK). Am Kürzel TTFK ist zu erkennen, dass es sich um eine der besonders punktelastischen Tonnentaschenfederkerne handelt. (Bild: amazon.de)
Federkernmatratzen lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien gliedern. Es gibt Bonell-Federkernmatratzen, Taschenfederkernmatratzen und Tonnentaschenfederkernmatratzen. Eine neuere Entwicklung sind Hybridformen aus Stahlfedern und Schaumstoff. Sie kombinieren die Belüftungsvorteile des Federkerns mit den Anpassungseigenschaften von Schaum. Allen gemeinsam ist das offene Innenleben, das für besonders gute Belüftung sorgt – optimal für alle, denen im Schlaf schnell zu warm wird.
- Bonell-Federkernmatratzen besitzen einen Kern aus miteinander verbundenen Bonellfedern. Die sogenannte Flächenelastizität bedeutet: Auf Druck gibt nicht nur die direkt belastete Feder nach, sondern auch die benachbarten. Das kann dazu führen, dass die schwere Körpermitte in Rücken- oder Bauchlage ungestützt durchhängt. Bonell-Matratzen gehören zu den günstigsten Federkernmodellen und eignen sich gut als Kinder- oder Gästematratze.
- Taschenfederkernmatratzen bieten durch einzeln eingenähte Federn eine deutlich höhere Punktelastizität. Sie geben nur dort nach, wo Druck entsteht, und passen sich Körperkonturen besser an. Die Anzahl der Federn pro Quadratmeter bestimmt, wie fein die Punktelastizität ausfällt.
- Tonnentaschenfederkernmatratzen sind noch hochwertiger – und entsprechend teurer. Durch die bauchige Wölbung der einzelnen, nicht miteinander verbundenen Stahlfedern reagiert stets nur der Bereich, der belastet wird. Das Ergebnis ist eine maximale Punktelastizität.
Was hat es mit der sogenannten Punktelastizität auf sich?
Punktelastizität bezeichnet das gezielte Nachgeben einer Matratze im Bereich des Auflagedrucks – also in Schulter- und Hüftzone – damit die Wirbelsäule gerade bleibt. Bei flächenelastischen Matratzen geben auch angrenzende Bereiche nach. Bei Taschenfederkernmatratzen entscheidet die Federanzahl über die Punktelastizität. Kaltschäume und Latexmatratzen beeinflussen die Punktelastizität über das Raumgewicht (RG-Wert): Je höher der RG-Wert, desto punktelastischer.Worin unterscheiden sich die verschiedenen Arten von Federkernmatratzen wesentlich?
Federkernmatratzen bestehen aus drei Elementen: Federkern, Kernummantelung/Polsterung und Bezug. Hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:- Federkern
- Anzahl der Federn
- Bauform der Sprungfedern
- Federn mit oder ohne Textilhülle
- Dicke des Metalldrahts
- Größe der Federn
- Kernummantelung/Polsterung
- Höhe und Material
- Perforierung
- Raumgewicht (bei Kaltschaum)
- Matratzenbezug
- Material und Webart
- mit oder ohne Klimavlies versteppt


























