Büro­stühle: Tests & Test­sie­ger

Die Formel für einen guten Bürostuhl: anpassbar, rückengerecht und leicht einzustellen. Ob fürs Büro oder Homeoffice ist dabei zweitrangig. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten Schreibtischstühle am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet. Der letzte Test ist vom .

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Ratgeber: Bürostühle

Keine Büro­stuhl­wer­bung ohne Ergo­no­mie: Was ist dran am Ver­spre­chen von gesün­de­rem Arbei­ten? -​ Phy­sio­the­ra­peut Michael Lembke im Inter­view

Michael Lembke Michael Lembke blickt auf über 30 Jahre Berufserfahrung als Physiotherapeut mit eigener Praxis in Berlin-Wilmersdorf zurück. (Bildquelle: Testberichte.de)

Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für krankheitsbedingte Fehltage. Das kostet. Die Krankenkassen sparen nicht mit harschen Vorwürfen. Einem Bericht der DAK zufolge sind Rückenschmerzen „eine Konstante im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen“. Woran liegt das? Ist etwas faul an den allgemein verbreiteten Bürostühlen? Unser Experte, Physiotherapeut Michael Lembke aus Berlin-Wilmersdorf, hat in über 30 Berufsjahren viel Wissen angesammelt – und verrät Ihnen im Interview das Wichtigste zum rückengesunden Sitzen.

Sitzen ist das neue Rauchen, lautete eine Zeitlang das Credo der Orthopädie. Was ist von solchen Aussagen zu halten? Gesundes Sitzen kann doch gar nicht so schwer sein?

Sitzen ist mit Sicherheit genauso ungesund wie Rauchen, da stimme ich zu. Denn der Mensch ist nicht für das Sitzen geschaffen, sondern für die Bewegung. Was gesundes Sitzen anbelangt, so können Sie es sicherlich mit ein paar einfachen Tricks gesünder gestalten. Mit Blick auf die heutige Arbeitskultur des Sitzens sollten Sie zumindest auf einen guten Bürostuhl zurückgreifen.
Sitzen ist mit Sicherheit genauso ungesund wie Rauchen.

Der beste Bürostuhl – ist das einer, den die Hersteller gerne als ergonomisch bzw. rückenfreundlich vermarkten?

Bürostühle kann man sicherlich sehr gut werbewirksam mit den Begriffen „Rücken“ und „Ergonomie“ bespielen. Natürlich haben wir alle unsere Vorlieben. Vielleicht haben Sie auch schon konkretere Vorstellungen davon, wie Ihr Bürostuhl aussehen soll. Aus physiotherapeutischer Sicht sind bei der Wahl eines Bürostuhls jedoch nur ganz wenige Kriterien zu beachten.

Welche Kriterien sind denn die wichtigsten bei einem Bürostuhl?

Beachten müssen Sie eigentlich nur drei Dinge: Der Bürostuhl sollte eine verstellbare Sitzhöhe haben, eine nach vorn neigbare Sitzfläche und eine – auch nur kleine – Rückenfläche in Gestalt der Lordosestütze. Wir Physiotherapeuten sprechen auch von einem Lordose-taktilen Reiz, also einem Berührungsreiz, der Sie an eine aufrechte, muskulär gestützte Körperhaltung erinnern soll.

Man kann beim Sitzen also tatsächlich etwas falsch machen. Worauf muss ich denn speziell bei der Lordosestütze noch achten?

Da Menschen unterschiedlich groß gebaut sind, kommt es maßgeblich auf die Höhenverstellbarkeit der Lordosestütze an. Nur dann kann sie ihre Wirksamkeit entfalten. Um es zusammenzufassen: Entscheidend für einen guten Bürostuhl ist, dass sich die Stütze – oder besser: eine taktile Reizhilfe – in die Position verstellen lässt, in der sich Ihre Lendenwirbelsäule befindet.

Flexibel gelagerter Sitz und Rücken, Schiebesitz mit Anpassung an die Oberschenkellänge: Haben solche Merkmale wirklich einen ergonomischen Nutzen oder verdient daran vor allem der Handel?

Ein flexibel gelagerter Sitz, der sich auf das Nach-vorne-Neigen beschränkt, ist in Ordnung. Andere Bewegungsrichtungen halte ich für weniger sinnvoll, weil sie letztendlich zur Bewegung animieren und konzentriertes Arbeiten stören können. Ein Schiebesitz kann nützlich für sehr großen Menschen sein. Fänden die Hersteller da aber ein Mittelmaß, würden auch einfache Bürostühle für 90 Prozent aller Menschen passen. Sicherlich verdient auch der Handel kräftig mit; insbesondere die hochwertigen Materialien haben ihren Preis.

Apropos Preis: Die Bürodrehstühle in unserer Bestenliste kosten zwischen ca. 260 und 1.070 Euro, insbesondere die „Ergonomie“ hat ihren Preis. Muss es wirklich das teure Modell sein oder reicht auch ein günstiges?

In den meisten Fällen ließe sich die Ergonomie deutlich preiswerter gestalten. Ausführung, Materialien und bewegungsfördernden Synchronmechaniken können einen Stuhl teuer machen. Aber es muss nicht in schwindelnde Höhen gehen. Es kann auch ein günstiger sein.

Gibt es einen bestimmten Hersteller, den Sie schätzen?

Einen bestimmten Hersteller favorisiere ich nicht. Wichtig ist nur, dass – wie schon erwähnt – Ihr Bürostuhl ausreichend höhenverstellbar und mit neigbarer Sitzfläche ausgestattet ist sowie eine Rückenfläche in Form der Lordosestütze aufweist.

Was ist besser: Ein Bürostuhl mit Armlehnen oder ohne? Mit Nackenstütze oder ohne?

Nackenstützen sind überflüssig. Sie gehören nicht an einen Bürostuhl, weil sie nicht der Ergonomie dienen. Was die Armlehnen betrifft, so sollten Sie Stuhl- und Tischhöhe miteinbeziehen. Man sollte die Handballen bequem auf den Tisch bzw. auf die Tastatur legen können. Armlehnen können da stören, wenn sie an den Tisch stoßen. Wenn Sie Wert auf Armlehnen legen, dann sollten es wegklappbare oder höhenverstellbare sein, die sich auf das übrige Sitzniveau anpassen lassen.

Was raten Sie Eltern, die ihrem Kind zur Einschulung einen Kinderdrehstuhl kaufen möchten? Was muss ein guter Kinderstuhl können?

Die Frage ist relativ einfach zu beantworten: Ein guter Kinderstuhl ist nicht viel mehr als ein ausreichend hoher Hocker. Der muss auch nicht höhenverstellbar sein. Kaufen Sie nach jedem Wachstumsschub lieber einen neuen Hocker in der passenden Höhe. Klar, die Hersteller sehen das anders: Je mehr Bewegungsmöglichkeiten ein Stuhl biete, desto mehr komme er dem natürlichen Bewegungsdrang der Kleinen entgegen. Aber erfahrungsgemäß wird das Kind diese Bewegungsmöglichkeiten auch ausnutzen, was jedoch nicht unbedingt zum konzentrierten Arbeiten beiträgt. Wichtiger als die Beweglichkeit des Stuhls ist, dass Ihr Kind zwischendurch aufsteht und sich selbst bewegt.
Ein guter Kinderstuhl ist nicht viel mehr als ein ausreichend hoher Hocker.

Noch einmal zurück zum ungesunden Sitzen: Haben Sie viele Patienten, die mit dem richtigen Bürostuhl „Rücken“ hätten verhindern können?

Ich denke, dass man auch mit dem besten Bürostuhl ein schon vorhandenes Rückenproblem nicht in den Griff bekommt. Das schafft ein Stuhl allein nicht. Der Bürostuhl kann aber eine Hilfe sein, um das richtige Sitzen zu erleichtern. Da gibt es noch viele andere Maßnahmen, die man ergreifen müsste, zum Beispiel Ausgleichssport.
Ich denke, dass man auch mit dem besten Bürostuhl ein schon vorhandenes Rückenproblem nicht in den Griff bekommt.

Welche Fehler bemerken Sie bei hart gestressten Bildschirmarbeitern am häufigsten?

Viele PC-Arbeiter sitzen einfach zu lange vor dem Bildschirm. Es werden viel zu wenig Sitzpausen gemacht. Irgendwann während langer Sitzphasen vernachlässigt man dann die aufrechte Haltung. Oftmals ist der Bildschirm auch nicht auf die richtige Höhe eingestellt.

Krankenkassen haben ermittelt, dass rund ein Viertel aller Fehltage durch Rückenleiden verursacht wird. Unternehmen versuchen, mit Programmen für Bewegung, Ergonomie und Stressmanagement gegenzusteuern. Was halten Sie vom betrieblichen Gesundheitsmanagement?

Solche Maßnahmen halte ich für sinnvoll, wenn sie auf schädliches Verhalten am Arbeitsplatz aufmerksam machen. Damit können Impulse zur Verhaltensänderungen gegeben werden. Ausschlaggebend ist aber immer das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Nur auf die Arbeitsplatz-Ergonomie abzustellen, wird nicht reichen – etwa auf die Schreibtischhöhe, die Bildschirmposition, den Bürostuhl, die Einstellungsmöglichkeiten. Vor allem ist der Mensch selbst gefordert. Aus meiner Sicht sind Rückenleiden mit einem ergonomischen Bürostuhl nicht in den Griff zu bekommen. Er kann aber die Arbeitsplatzsituation verbessern. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs.
Rückenleiden sind mit einem ergonomischen Bürostuhl nicht in den Griff zu bekommen. Vor allem der Mensch selbst ist gefordert.

Würden Sie also sagen, dass nicht so sehr der bewegungsaktive Super-Bürostuhl Rückenleiden verhindert, sondern eher der Mensch, indem er sich rückenfreundlich verhält?

Ich würde den Bürostuhl sogar als dritt- oder viertrangig bezeichnen. Grundsätzlich müssen wir Menschen dem Bewegungsapparat Rechnung tragen. Wir müssen uns mehr bewegen. Das ist das Entscheidende. Nicht die Entlastung ist das, was wir Menschen brauchen, sondern die Belastung. Technisch hochgerüstete Bürostühle dienen dem Menschen nicht. Machen Sie sich bewusst: Alles, was Sie nicht mehr bedienen, geht Ihnen letztendlich verloren.
Technisch hochgerüstete Bürostühle dienen dem Menschen nicht. Wir müssen uns mehr bewegen, das ist das Entscheidende.


Herr Lembke hat sich spontan bereiterklärt, uns vor der Kamera die wichtigsten Aspekte eines ergonomischen Bürostuhls vorzuführen.

Ergonomie-Kompass: Verkaufsfördernde Argumente der Händler

Wir haben uns mit Physiotherapeut Michael Lembke einige Verkaufsargumente der Hersteller für Sie angesehen. Wenig überraschend: Vieles ist reines Marketing.

Aeris Impulsmöbel Swopper mit 3D-Sitzfläche Der Aeris Impulsmöbel Swopper. (Bildquelle: aeris.de)

Aeris Impulsmöbel zum Swopper: „Durch die 3D-Bewegung des Aktiv-Stuhls Swopper entfallen einseitige Druckbelastungen der Bandscheiben. Swoppen hält die Bandscheiben gut ernährt, elastisch und gesund.“
Michael Lembke: Grundsätzlich hilft es der Bandscheibe, wenn sie durch Druck und Bewegung belastet wird. Davon lebt sie letztendlich. Doch diese Aufgabe lässt sich schwer auf einen Bürostuhl übertragen, der Sie permanent in Bewegung hält. Ständiges Wippen und konzentriertes Arbeiten, vor allem das Tippen auf der Tastatur, passen meiner Ansicht nach nicht zusammen. Für sinnvoller halte ich es, nach etwa zwei Stunden eine Sitzpause einzulegen und sich in dieser ausreichend zu bewegen.

Rohde & Grahl zum Xilium mit Duo-Back-Rückenlehnen-Variante: „Die Duo-Back Rückenlehne ... reduziert den Druck auf die Wirbelsäule um bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Rückenlehnen.“


Bürostühle Xilium und Steelcase Bürostühle im Vergleich: Rohde & Grahl Xilium mit geteilter „Duo-Back“-Rückenlehne und Steelcase SILQ. (Bilder: rohde-grahl.com und steelcase.com)

Steelcase zum SILQ: „SILQ ist so konzipiert, dass er auf alle Veränderungen Ihrer Sitzhaltung reagiert, einfach nur, indem Sie auf ihm sitzen – gerade so, als würde er Sie kennen.“
Michael Lembke: Grundsätzlich ist zu diesen Stühlen zu sagen, dass sie dem Sitzenden unglaublich viel an Dingen, die er eigentlich selbst erbringen müsste, abnehmen. Dabei sollte es umgekehrt sein: nicht in Richtung Entlastung, sondern mehr in Richtung Belastung denken. Denn alles, was Sie Ihrem Körper nicht mehr an Belastung zukommen lassen, geht Ihnen langfristig verloren.

Alles, was Sie Ihrem Körper nicht mehr an Belastung zukommen lassen, geht Ihnen langfristig verloren.

Bürostuhl für Frauen Topstar Lady Sitness Deluxe „Frauengerechte Schaumzonen“: der Topstar Lady Sitness Deluxe. (Bildquelle: topstar.de)

Topstar zum Lady Sitness Deluxe, einem speziell für Frauen entwickelten Bürostuhl:

Sitzfläche mit sieben frauengerechten Schaumzonen und … integriertem Federkern, speziell konzipiert auf die weibliche Ergonomie.“Michael Lembke: Hier soll offenbar ein Problem gelöst werden, das gar keins ist. Ich denke, man kann die behaupteten Besonderheiten der weiblichen Ergonomie völlig außer Acht lassen. Mir sind auch keine Untersuchungen oder belastbaren wissenschaftlichen Aussagen in dieser Richtung bekannt.

 

Nowy Styl zum Net Motion: „Vielseitige Optionen ermöglichen unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten: Es wird eine Anpassung an … das Gewicht des Nutzers ermöglicht.“

Nowy Styl Net Motion mit Kopfstütze Der Nowy Styl Net Motion mit Gewichtsanpassung. (Bildquelle: amazon.de)

Michael Lembke: Da die Rückenlehne bei einem ergonomischen Bürostuhl nicht dazu dient, sich anzulehnen, sondern lediglich eine taktile Hilfe für die Lendenwirbelsäule darstellt, ist auch ein gewichtsabhängiger Lehnen-Gegendruck aus meiner Sicht nicht notwendig.

Fazit: Ergonomie lässt sich auch preiswert gestalten, sagt Michael Lembke. Höhere Kosten verstecken sich hinter Ausführung, Materialien und bewegungsfördernden Sitzmechaniken. Wichtig ist jedoch nur, dass ein Bürostuhl in der Sitzhöhe verstellbar ist, eine neigbare Sitzfläche hat und eine – auch nur kleine – Rückenfläche in Form der Lordosestütze aufweist. Dabei reicht schon ein Lordose-taktiler Reiz. Das alles können auch günstige Stühle leisten.

von Sonja Leibinger

So geht Ergo­no­mie bei Büro­stüh­len

Schreibtischstuhl "3Dee" mit 3D-Effekt von Aeris Bewegtsitzen und mehrdimensionale Bewegungsfreiheit: Im Test von DAS BÜRO erhält der Aeris 3Dee besonderes Lob für Ergonomie. (Bildquelle: aeris.de)

Bürostühle im Test: Was muss ein Drehstuhl für den Arbeitsplatz eigentlich können?

Vor allem die Ergonomie liegt hochgradig im Blick der Testredaktionen. Ein ergonomischer Bürostuhl hält den Körper in Bewegung, unterstützt den Sitzenden aktiv bei allen an die Büroarbeit geknüpften Sitzhaltungen und bürgt so für gesundes Sitzen am Arbeitsplatz. Dazu sollte der Schreibtischstuhl über ein Mindest-Repertoire an Ausstattungsmerkmalen verfügen, die insbesondere für Bildschirmarbeiter unverzichtbar sind. Das beginnt mit verstellbaren Sitzhöhen und Sitzpositionen, führt über verstellbare Rückenlehnen und neigbare Sitzflächen und endet bei der Anpassung an unterschiedliche Gewichte und Körperstaturen. Optimal ist es, wennSie auch die Länge des Sitzbereichs, übersetzt Sitztiefe und oft mit der Sitzhöhe verwechselt, also den Abstand von der Kniekehle zur Rückenlehne, verschieben können.
Auch Armlehnen, falls vorgesehen, sollten sich sowohl in der Höhe als auch im Abstand zueinander an den Sitzenden anpassen lassen. Alle dazu erforderlichen Handgriffe müssen problemlos, intuitiv und ohne Fingerfallen gelingen. Lassen sich die Einstellungen eines Bürostuhls auch im Sitzen vornehmen, bessert das die Notenbilanz eines Stuhls noch einmal auf; auf die volle Punktzahl im Urteil Bedienung kommt beim Testmagazin "FACTS" aber nur ein Stuhl, dessen Bedienelemente leicht erreichbar und ohne besondere Erklärung verständlich sind. Positivbeispiel ist der speed-o von Dauphin, mit dem Sie auf Anhieb eine angenehme Sitzposition finden. Immer stärker ins Blickfeld der Tester rücken außerdem Drehstühle, die dem breitgefächerten Spektrum von Anforderungen beim Desk-Sharing gerecht werden – am besten mit automatischer Gewichtserkennung und dem damit verbundenen minimierten Risiko falsch eingestellter Bürostühle.

Nicht zuletzt kämpfen die besten Bürostühle mit Erfolg um Spitzennoten in den Testkapiteln Sicherheit, Haltbarkeit und Schadstoffbelastung. Auch gute Rollen sind wichtig – weniger für Angestellte im Büro als für Ihre empfindliche Fußböden zuhause. Für Holz- und Laminatbelag empfehlen sich speziell dafür angefertigte Rollen; um Schäden zu vermeiden, rät die Stiftung Warentest zum Kauf spezieller, meist durch­sichtiger Bodenschutzmatten.

Was hat es mit den verschiedenen Rollen auf sich?

Das Fußkreuz sollte mit zur Härte Ihres Bodenbelags passenden Rollen ausgestattet sein. Dazu gibt es eine Daumenregel, die man sich merken kann: Für harte Böden wie Holz- oder Steinböden eignen sich weiche Rollen, für weiche Böden passen harte Rollen. Manche Hersteller formulieren es noch etwas griffiger: Für alle Teppichböden eignen sich harte Rollen, für alle anderen Böden wählen Sie weiche Rollen. Manche Hersteller wie Ikea liefern vornehmlich Universal-Rollen mit, die auf allen Arten von Böden funktionieren sollen. Auf besonders harten oder besonders weichen Böden rollen Sie auf Universalrollen meist nicht gut. Dann empfiehlt es sich, die Allrounder-Rollen gegen weiche respektive harte Rollen auszutauschen.

Tipp: Zu erkennen sind weiche Rollen zumeist an ihrer zweifarbigen Seitenfläche, während harte Rollen mit einer einfarbigen Seitenfläche ausgestattet sind.


Was bedeutet „dynamisches Sitzen“, was (A-)Synchronmechanik?

Ob mit Netzstoff oder Polsterrücken: Der Girsberger Marva ist dank seiner Einstellungsmöglichkeiten ergonomisch und gut gegen Rückenschmerzen. Wegen der „Unsichtbarkeit der Technik“ sehen die Tester der Zeitschrift FACTS den Drehstuhl vor allem im Homeoffice. (Bildquelle: girsberger.com)

"Dynamisches Sitzen" bedeutet kontinuierliche Änderung der Sitzposition und ist essentiell für gesundes Sitzen, denn lange Sitzstarren vor dem PC-Monitor führen häufig zu Rückenproblemen. Ein guter Bürodrehstuhl fordert einen Spannungs- und Entspannungswechsel sanft heraus. Um das von Fachgesellschaften ausgerufene "aktiv-dynamische Sitzen" zu ermöglichen, sind manche Stühle mit flexiblen Sitz- und Rückenteilen ausgestattet, deren Bewegungen der Körper permanent ausgleichen muss. Einige besitzen geteilte Sitzflächen, andere zweiseitig flexible Rückenflügel oder horizontal geteilte Sitzlehnen. Stühle, die mit guten Dynamik-Konzepten Schwung in den sitzenden Büroalltag bringen, arbeiten häufig mit der Synchronmechanik oder der Asynchronmechanik – heißt: Ihre beweglichen Komponenten, also Sitzfläche und Rückenlehne, folgen den Bewegungen des Körpers automatisch, strecken den Körper und fördern so die Durchblutung. Beide Mechaniken ermöglichen Vor- und Zurückbewegungen, wobei die Asynchronmechanik die getrennte Einstellung von Rückenlehne und Sitzfläche und dadurch ein separates Einstellen des Neigungswinkels erlaubt. Ein gutes Stück in Richtung Testsieger bewegt sich ein Bürostuhl aber erst, wenn er über eine verstellbare Bandscheibenstütze (Lordosestütze) verfügt, die Rückenlehne bei jeder Bewegung angenehm mitwippt und während des Arbeitens für guten Rückenkontakt sorgt. Ohne Punktabzug kommt ein Bürodrehstuhl nur davon, wenn er den sogenannten „Hemdauszieheffekt“ vermeidet, die wippende Lehne dem Sitzenden also nicht das Shirt hochzieht.

Kleine Auswahl an Bürostühlen mit Synchronmechanik

  1. Girsberger Marva
    Girsberger Marva
    • Sehr gut

      1,3

  2. Topstar Sitness 70
    Topstar Sitness 70
    • Sehr gut

      1,4

  3. Westaro Der Anlehner
    Westaro Der Anlehner
    • Sehr gut

      1,4


Topstar Sitness 70 im Test von Facts Der Topstar Sitness 70 fällt im Test dank seiner gut erreichbaren Bedienelemente positiv auf. Wegen seiner deutlich sichtbaren Hebel füge er sich im Homeoffice aber weniger gut ein als der Wettbewerber von Girsberger, meint die FACTS. Dafür lässt der Winkel zwischen Sitz und Lehne eine größere Neigung zu. (Bildquelle: amazon.de)

Was bringen mir Stühle zum Sitzstehen oder Stehsitzen?

Ein jüngeres Kind der Branche sind höhenverstellbare Steh-Sitzmöbel (zum Stehsitzen oder Sitzstehen), die meist passend zu höhenverstellbaren Schreibtischen oder Stehpulten angeboten werden. Die (zugespitzte) These hierzu: Sitzen ist das neue Rauchen. Tatsächlich deuten Studien darauf hin, dass langes Sitzen das Risiko für Krankheiten erhöht und sogar Lebensjahre kosten kann. Doch auch wer nicht dauerhaft auf seinem Drehstuhl verharrt, sondern zwischendurch aufsteht oder seine Sitzposition häufiger verändert ("Steh-Sitz-Dynamik"), entlastet die inneren Organe und fördert die Ernährung der Bandscheiben, so etwa die Aktion Gesunder Rücken AGR auf ihrer Empfehlungsseite für rückengerechte Produkte.

Top 3 der Office-Drehstühle mit beweglicher Sitzfläche


Reine Kopfentscheidung: Hilft ein Modell mit Kopfstütze gegen Nackenschmerzen?

Eine Kopfstütze am Bürostuhl ist für manchen nicht viel mehr als ein Ornament, weil sie nur in seltenen Fällen bestehende Nacken- oder auch Rücken- und Kopfbeschwerden lindern kann. Daher haben auch nach Impuls gefällte Kaufentscheidungen selten Bestand. Das liegt darin begründet, dass Sie bei der Arbeit am Computer Ihren Rücken von der Rückenlehne lösen und Kopf und Nacken eine leicht nach vorn gebeugte Haltung einnehmen. Doch lehnen Sie sich zum Telefonieren oder Entspannen im Sitz zurück, ergibt eine Kopfstütze durchaus einen Sinn: Sie ermöglicht Nacken und Schultern Entspannung und kann auch die Bandscheiben und die gesamte Wirbelsäule entlasten. Klar – mit Blick auf die Preise von mit Kopfstützen bewehrten Bürostühlen durchrieselt einen nicht immer gleich ein wohliger Schauer. Und wie soll man eine ausgewogene Entscheidung treffen, wenn der Vergleich zwischen Modellen mit und ohne Kopfstütze erst nach längerer Nutzung möglich ist? Fragen Sie am besten nach Modellen, an denen sich nachträglich eine Kopfstütze montieren lässt, etwa bei 707 CS Ratingen und 706 CS Düsseldorf von Felix Schneider. Aufsteckbare Kopfstützen erhalten Sie aber auch bei Marken wie Topstar, Steelcase und hjh Office.

Die geteilte Rückenlehne und verstellbaren Armlehnen des Duo Back von Rohde & Grahl sind nur zwei von mehreren Komponenten für gehobene Bürostuhl-Ergonomie. (Bildquelle: rohde-grahl-by-office.de)

Wie teuer muss ein guter Bürostuhl mindestens sein?

Für einen guten Schreibtischstuhl muss man etwa 230 bis 300 Euro ausgeben, für einen vernünftigen Chefsessel noch deutlich mehr. Es geht sicher billiger. Doch wer seinem Rücken ergonomisch etwas Gutes tun möchte, findet in Preislagen bis 200 Euro nur schwer etwas Brauchbares. Im Vergleich scheitern viele günstige Bürostühle im Dauertest, weisen Sicherheitsmängel oder klare Reserven in Sachen Schadstoffen auf. Die Investition lohnt sich auch für den Arbeitgeber, schließlich steigert ein ergonomischer Stuhl nicht nur Leistungsfähigkeit und Produktivität, sondern verringert auch Ausfälle von wegen Erschlaffung des Halteapparates zermürbten Mitarbeitern. Auch hochwertige Materialien, belüftete Netz-Rücken und luftige Mehrpolster-Technologien sind Kostentreiber, sorgen aber für angenehmes Sitzen und halten die Rücken insbesondere von Starkschwitzern angenehm trocken.

Wuchtbrummen im XXL-Format: Bürostühle bis 150 kg Traglast

Nichts gegen auf Design getrimmtes Edelgestühl, filigran-technische Konstruktionen oder die quirligen Team-Stühle fürs agile Arbeiten. Sie haben alle ihre Berechtigung, sprechen aber nicht Menschen an, die etwas mehr auf die Waage bringen und nach einem XXL-Chefsessel, Schwerlastdrehstuhl, Profi Bürostuhl oder Bürostuhl für Übergewichtige suchen. Dann ist ein starker Stahlrahmen gefragt, der ein Gewicht bis 150 kg trägt, ein robustes Fußkreuz, belastbare Rollen und eine auf das Großformat ausgelegte Gasdruckfeder. Gut sind Modelle, deren Wippmechanik auf das Körpergewicht einstellbar ist sowie spürbare und im besten Fall verstellbare Lordosenstützen oder, anschaulicher formuliert, ein Taillenkissen mit zwei Einstellungsrichtungen.
Es gibt aber auch Menschen, die allein von Körpergröße und Statur so ausgestattet sind, dass ihnen zierliche Bürostühle einfach nicht stehen. Vor allem in Chefetagen mag man statt Ehrfurcht Heiterkeit ernten, wenn man 1,95 m hoch ist und seine Beine auf einem Normalstuhl mit 40 cm Sitztiefe zusammenfaltet. Für solche Menschen sind bis zu 80 cm hohe Rückenlehnen und auch Schiebesitze ideal, deren Sitzfläche sich an die Beinlänge anpassen lässt und die in den Produktbeschreibungen mit dem Begriff verstellbare Sitztiefe beworben werden.

Leyform Wiki Tech Auch der Leyform Wiki Tech verfügt über ein paar Vorteile, die den Testern gefallen haben. So ist die  Synchronmechanik mit einer Körpergewichtseinstellung
gekoppelt, sodass sie sich an das Gewicht des Nutzers anpasst. Seine Belastbarkeit reicht aber nur bis 110 kg. Da können andere Stühle mehr verkraften – etwa Westaro Der Anlehner für bis zu 150 kg Körpergewicht. (Bildquelle: leyform.de)

Was kostet ein guter Bürostuhl bis 150 kg?

Um einen guten Bürostuhl bis 150 kg Zuladung zu finden, müssen Sie keine Summen im vierstelligen Euro-Bereich ausgeben; in jeder Preiskategorie gibt es empfehlenswerte Modelle, die etwas größer ausfallen. Unsere Bestenliste weist Bürostühle im XXL-Format aus, die ohne Weiteres im Online-Handel zu finden sind, beim Zusammenbau kaum Umstände machen und gute Bewertungen bisheriger Käufer erhalten haben. Positivbeispiele sind die Stühle von Duo-Collection (z. B. XXL Mads) oder die Sihoo-Modelle M18 und M57, die alle zwischen 200 und 260 Euro kosten und durch abgerundete Sitzvorderkanten eine gute Blutzirkulation in den Beinen gewährleisten.
Überraschend: Auch sportlich aussehende Gaming-Chairs sind auf die Schwerlast großer, schwerer und vielsitzender Menschen vorbereitet, hier wären exemplarisch die Modelle von DXRacer (King Series), Sharkoon (Elbrus 3) oder AKRacing (z. B. Core LX) zu nennen. Dort sind vor allem die monumentalen Stahlrahmen, starken Polsterungen, strapazierfähigen Sitz- und Lehnen-Bezüge und etwas breiteren Sitzflächen Grund für die im Vergleich zu klassischen Bürostühlen höhere Tragfähigkeit von 150 kg oder mehr. Vielfach kommen bei solchen Gamingstühlen auch Wipp- und Feststellfunktion mit einstellbarem Widerstand und luftige Mesh-Stoffe statt des üblichen Kunstleders zum Einsatz, die verhindern, dass an heißen Tagen zwischen Lehne und Rücken die Schweißbäche stürzen.

Top 3 der Bürostühle mit einstellbarem Lehnenwiderstand

  1. Girsberger Marva
    Girsberger Marva
    • Sehr gut

      1,3

von Sonja Leibinger

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