Stärken
Schwächen
Wer ist Dunlopillo und welche Matratzen hat der Hersteller zu bieten?
Dunlopillo ist eine deutsche Matratzenmarke, deren Geschichte bis ins Jahr 1928 zurückreicht – damals entwickelte der Schotte John Boyd Dunlop ein für Luftreifen gedachtes Latex-Aufschäumverfahren, das den Grundstein für die spätere Matratzenproduktion legte. Die in den 1950er-Jahren gegründete Dunlop-Tochtergesellschaft hatte ihren Produktionssitz lange in Alzenau im Unterfränkischen; dieser Standort wurde jedoch aufgegeben. Nach einer Insolvenz übernahm 2017 die Frankfurter Bettzeit GmbH (Muttergesellschaft von Emma Matratzen) die Marke. Zum 1. Oktober 2023 wechselte Dunlopillo erneut den Eigentümer: Die Marke wurde an eine Hamburger Reederfamilie verkauft, der auch die Breckle-Gruppe gehört, und wird seitdem als Dunlopillo Vertriebs GmbH weitergeführt.Das einstige Alleinstellungsmerkmal – Latexmatratzen – spielt heute kaum mehr eine Rolle. Stattdessen umfasst das Sortiment moderne Schaum- und Federkernmatratzen. Für Verbraucher, die Orientierung im Kaufprozess suchen, gelten die Marken-Matratzen von Dunlopillo als Vertreter des gehobenen Mittelfeldes – mit einem abgeräumten Testerfolg.
Wie urteilt die Stiftung Warentest über Dunlopillo-Matratzen?
Mit der Elements, einem Produktzwilling der Emma One, sicherte sich Dunlopillo im Stiftung-Warentest-Heft 10/2019 das Urteil „gut". (Bildquelle: www.emma-matratze.de)
Aktuelle Warentests weisen die Dunlopillo-Matratzen als solide aus. Im Heft 10/2019 der Stiftung Warentest erhielt die Kaltschaummatratze Dunlopillo Elements das Gesamturteil „gut" – als Testsiegerin unter 18 geprüften Modellen, die alle Körpertypen ansprechen sollten. Das Modell ist baugleich mit der Emma One. Ältere Latexmodelle wie die Dunlopillo Carina oder die Natura 1600 erzielten ebenfalls gute Ergebnisse – sind jedoch nicht mehr erhältlich. Weniger überzeugend schnitten die Federkernmodelle ab: Das Modell Aerial TTFK Royal und die baugleiche Aerial TTFK Elegance erhielten im Haltbarkeitstest insgesamt nur das Urteil „befriedigend", besonders für schwere Rückenschläfer.
Dunlopillo-Reihe DiamondDegree: Mit Graphit-Partikeln in den Tiefschlaf?
Mit der vierköpfigen Matratzen-Serie DiamondDegree zeigt Dunlopillo seinen technologischen Anspruch deutlich. Schneller zur optimalen Tiefschlaf-Temperatur – das versprechen diese Schaumstoffmatratzen für Rücken-, Bauch- und Seitenschläfer. Wie in anderen Serien stehen vier Härtegrade zur Wahl, ergänzt von einer Dynamik-Variante mit Federkern und Schaumabdeckung. Das Prinzip: Millionen Graphit-Partikel in der obersten Matratzenschicht leiten überschüssige Körperwärme ab und sollen den Körper schneller an die tiefschlafübliche Temperaturdifferenz von rund 1,5 Grad gegenüber der Wachtemperatur heranführen. Nüchtern betrachtet nutzt Dunlopillo dabei die bekannte Wärmeleitfähigkeit von Graphit. Ob das wirklich so gut funktioniert wie versprochen, lässt sich letztlich nur durch Probeliegen herausfinden – eine Methode, die auch die Stiftung Warentest regelmäßig empfiehlt. Für das Standard-Liegemaß (90 × 200 cm) werden rund 1.300 Euro aufgerufen.Dunlopillo-Serie Fusion Helix: Luftig, anpassungsfähig, druckentlastend
Mit „Fusion" meint Dunlopillo die Verbindung von Atmungsaktivität, Anpassungsfähigkeit und Regeneration. Das Standard-Liegemaß kostet ca. 1.000 Euro. (Bildquelle: dunlopillo.de)
Die Fusion-Helix-Serie richtet sich an Schläfer, denen es nachts schnell zu warm wird. Laut Dunlopillo sorgen Airflow-Kanäle im Matratzeninneren für optimale Luftzirkulation und Feuchtigkeitsregulierung – auch in warmen Sommernächten. Vier Härtevarianten (soft, medium, hard, dynamic) stehen zur Wahl. Bemerkenswert ist der Ansatz der sogenannten Infinity-Zonen, die an Stelle der üblichen fünf bis sieben Liegezonen für einen fließenden Übergang und eine stufenlose Körperanpassung sorgen sollen. Der Kaufpreis liegt bei rund 1.000 Euro für das Einzelschläfermaß; für 200 × 200 cm wird das Doppelte fällig.
Dunlopillo-Serie Smart Adapt: AquaGEL-Schaumdecke für alle Schlaftypen
Die Smart-Adapt-Serie kombiniert einen HRX-Schaumkern (ähnlich der Emma Air) mit einer AquaGEL-Abdeckung, die druckentlastend und gleichzeitig stützend wirken soll. Das Grundprinzip: Stärkere Belastungsbereiche (Schultern, Hüfte) sinken tiefer ein, weniger belastete Bereiche werden leicht entlastet. Im Gegensatz zu Viscoschaum bildet sich der Gelschaum sofort zurück – temporäre Liegekuhlen entstehen nicht. Die Modelle sind in vier Härtegraden erhältlich (Soft, Medium, Hard, Dynamic) und kosten je nach Modell zwischen 700 und 800 Euro.Hintergrund: Gel, Gelschaum, Viscoschaum – was war nochmal was?
Bei den Dunlopillo AquaGEL-Modellen handelt es sich nicht um echte Gelmatratzen, die teuer, schwer und wie ein Wasserbett beheizt werden müssten. AquaGEL-Modelle besitzen eine Gel-Schaumstoffmischung über dem Kern – keine reine Gel-Auflage. Sie verbinden die druckentlastenden Eigenschaften von Viscoschaum mit der Punktelastizität von hochwertigem Kaltschaum.Dunlopillo-Serien BeVital, Aerial und Coltex: Ältere Entwicklungslinien
In den älteren Serien BeVital, Aerial (samt den Varianten Aerial Senso und Aerial Loft) und Coltex experimentierte Dunlopillo mit unterschiedlichen Schaumtechnologien – von elliptisch geformten Zellen über Infinity-Zonierung bis hin zu klassischen Lochmustern für mehr Punktelastizität. Der gemeinsame Nenner: individuelle Körperanpassung als Versprechen, das den üblichen 5- oder 7-Zonen-Matratzen gegenübergestellt wurde. Echte Testerfolge blieben – mit Ausnahme der Elements – rar. Kritisch wurden vor allem überzogene Gesundheitsversprechen, eine mäßige Haltbarkeit und die begrenzte Eignung für unterschiedliche Körperbautypen gesehen. Der aktuell eingesetzte HRX-Schaumstoff gilt als haltbarer und formstabiler als frühere Versionen.Probeliegen! Um die beste Matratze für sich zu finden, empfiehlt die Redaktion der Stiftung Warentest ausgiebiges Probeliegen. Das gilt besonders für kostspielige Modelle. Wichtig: Seitenschläfer sollten prüfen, ob Schultern und Hüfte ausreichend einsinken und die Wirbelsäule gerade liegt. Rückenschläfer sollten das Gefühl vermeiden, in der Matratze zu versinken. |





















