Das Wichtigste auf einen Blick:
- Schwerpunkte in Tests sind Liegeeigenschaften und Haltbarkeit
- Nachhaltigkeit/Zertifikate sowie Klimamatratzen/Temperaturregulierung als neuer Prüfbereiche
- Redaktion unterscheidet nach „HEIA“-Körpertypen – sowohl in Rücken- als auch Seitenlage
- Buchstaben H, E, I, A symbolisieren weit verbreitete Körpertypen
- Auswahl und Prüfmethodik können sich ändern (z. B. Wendematratzen, 140 cm breite Matratzen)
- Stiftung Warentest kauft Matratzen anonym im Handel ein
Die Stiftung Warentest betont, dass sich jeder auf seiner Matratze wohlfühlen muss. Deshalb werden Matratzen für verschiedene Körpertypen und Schlafpositionen genau geprüft. (Bild: tvjoern by pixabay)
Worauf legt die Stiftung Warentest bei Matratzen besonderen Wert?
Im Magazin „test" werden Matratzen in sechs unterschiedlichen Kategorien bewertet. Jede Kategorie erhält eine eigene Note, die gewichtet in die Gesamtbewertung einfließt. Besonders wichtig sind hierbei die Kriterien Haltbarkeit und Liegeeigenschaften. Letztere werden anhand verschiedener Aspekte beurteilt, wie etwa wie gut die Matratze verschiedene Körperformen stützt – sowohl in Rücken- als auch in Seitenlage. Auch der Lageänderungswiderstand, also wie einfach man sich im Schlaf drehen kann, sowie die Druckverteilung, also die Ausgleichung des Körpergewichts auf der Liegefläche, spielen eine Rolle. Das Kriterium Schulterklappeffekt beschäftigt sich damit, ob die Schultern in Rückenlage nach oben drücken und dadurch die Atmung beeinträchtigen. Weitere wichtige Prüfbereiche sind der Bezug, Gesundheit & Umwelt, Handhabung und die Deklaration.Das „HEIA"-Schema der Stiftung Warentest: Tests für unterschiedliche Körpertypen
Da jeder Mensch anders gebaut ist, benötigt eine Matratze verschiedene Eigenschaften, um jeden Körpertyp bestmöglich zu stützen. Deshalb testet die Stiftung Warentest Matratzen gezielt für vier häufige Körpertypen in Seiten- und Rückenlage. Dieses spezielle Verfahren heißt „HEIA"-Schema. Die Buchstaben H, E, I und A repräsentieren verschiedene Körpertypen, die sowohl für Männer als auch Frauen gelten. Welcher Typ auf Sie zutrifft, wird durch Größe, Körperform und Gewichtsverteilung bestimmt. Wenn Sie unsicher sind, gilt die Körperform, die Ihnen am ähnlichsten ist.
Was stößt der „test"-Redaktion bei Matratzen besonders sauer auf?
Wenn einzelne Noten sehr schlecht sind, kann das die Gesamtbewertung unabhängig von den anderen Bereichen verschlechtern. Das trifft zum Beispiel zu, wenn Tester beim Punkt Knötchenbildung im Bezug eine mangelhafte Bewertung vergeben – dann fällt auch die Gesamtwertung im Bereich Bezug schlechter aus. Je schlechter die Bewertungen, desto stärker wirkt sich die Abwertung aus. So kann es passieren, dass eine Matratze trotz eines ansonsten sehr gut waschbaren und verarbeiteten Bezugs durch starkes Pilling dennoch eine niedrigere Note erhält.Erholsamer Schlaf für jeden – ob Schaumstoff-, Federkern-, Latex- oder Wendematratze
Die Stiftung Warentest erwirbt Matratzen stets anonym im Handel; Prototypen oder kostenlose Muster werden nicht in die Tests aufgenommen. Untersucht werden vor allem Matratzen in der Standardgröße 90 x 200 cm für Einzelschläfer. Mittlerweile liegen Testergebnisse für mehr als 250 Matratzen aller Arten vor, darunter Schaumstoffmatratzen, Federkern, Kindermatratzen, Latex- und Boxspringmatratzen. Neu im Fokus stehen auch sogenannte Wendematratzen, also Modelle mit zwei verschiedenen Härtegraden auf je einer Seite. Ab 2021 wurden außerdem Matratzen mit 140 cm Breite mit den 90 cm breiten Varianten verglichen. Unterscheiden sich die Härtegrade der beiden Seiten, prüft man beide Seiten, sofern keine deutlich bevorzugte Seite vorgegeben ist. Die Testergebnisse gelten offiziell nur für die konkret getesteten Größen, lassen sich aber laut „test" auf ähnliche Maße wie 100 x 200 cm oder 160 x 200 cm übertragen.Welcher Matratzentyp überzeugt am meisten?
Es gibt keinen Matratzentyp, der generell alle anderen deutlich übertrifft. Federkern, Schaumstoff, Kaltschaum oder Latex – in jeder Gruppe finden sich empfehlenswerte Produkte. Kaltschaum- und Latexmatratzen erhalten im Test jedoch am häufigsten gute Bewertungen, gefolgt von Federkernmatratzen. Boxspringmatratzen schneiden dagegen insgesamt etwas schlechter ab.
Bodyguard von bett1.de galt lange Zeit als eine der besten Matratzen, die Stiftung Warentest im Labor geprüft hat. Sie war für sämtliche Körpertypen äußerst bequem. (Bildquelle: amazon.de)
Emma und bett1: Spitzenplätze bei Stiftung Warentest
Lange Zeit galt die überraschend preiswerte Bodyguard von bett1.de als eine der am besten bewerteten Matratzen der Stiftung Warentest. Sie überzeugte in Rücken- sowie Seitenlage und passte sich allen Körpertypen an. Inzwischen hat Emma in mehreren Testdurchläufen Spitzenpositionen belegt und ist mit verschiedenen Modellen dauerhaft unter den Bestplatzierten vertreten. Aktuelle Testergebnisse sowie die jeweils besten Modelle finden Sie stets aktuell in unserer Matratzen-Übersicht.Empfehlung für Sparfüchse: Häufig zeichnen sich Ikea-Matratzen und Meradiso-Modelle von Lidl im „test"-Ranking als Preis-Leistungs-Sieger aus.
Die besten Einheitsmatratzen der Stiftung Warentest
Gibt es eine Matratze, die für jeden Körpertyp gleichermaßen geeignet ist? Auch das beschäftigt die Stiftung Warentest regelmäßig. Als Einheitsmatratze wird ein Modell bezeichnet, das unabhängig von Körpertyp und Schlafposition gleich gut unterstützt. Die Emma One gehört in diesem Segment zu den dauerhaft bestbewerteten Modellen. Weitere empfehlenswerte Einheitsmatratzen sowie aktuelle Testergebnisse finden Sie in unserer laufend aktualisierten Matratzen-Bestenliste.Härtegrade sind laut Stiftung Warentest nicht einheitlich geregelt
Die sogenannten Härtegrade wie H1, H2 oder H3 geben meist Auskunft über das empfohlene Körpergewicht und die Liegehärte einer Matratze. Diese reichen in der Regel von H1 („sehr weich") bis H5 („sehr hart"). Die Stiftung Warentest äußert sich jedoch zurückhaltend gegenüber diesen Angaben, da sie beim Matratzenkauf oft wenig Orientierung bieten. Zwar existiert eine Norm, diese ist jedoch nicht verbindlich und jeder Hersteller definiert seine Härtegrade unterschiedlich. Um im Dschungel der Härtegradangaben den Überblick zu behalten, empfiehlt „test" ausgiebiges Probeliegen, gegebenenfalls die Wahl der mittleren H3-Härte oder den Kauf von Marken, die bewusst auf eine klare Härtegradeinteilung verzichten.Auch Wendematratzen, die mit zwei verschiedenen Härtegraden auf beiden Seiten auf unterschiedliche Vorlieben eingehen, sind eine gute Lösung.
Statt auf aufwändige Systeme aus Matratzentoppern, Matratzen und Boxspringelementen zu setzen, rät die Stiftung Warentest zum Kauf einer hochwertigen Matratze. Auch die Bedeutung von Lattenrosten für guten Schlaf und die Kosten einer Matratze werden von den Tester:innen eher als überschätzt eingestuft. (Bildquelle: schlaraffia-boxspring.de)
Warum schneiden Boxspringbetten bei Stiftung Warentest schlecht ab?
Werbung und Händler preisen Boxspringbetten gern als „Mercedes-Klasse" unter den Schlafsystemen an, die Schäfchen-ähnlichen Komfort ohne Druckstellen versprechen. Die Stiftung Warentest ist da skeptischer. Das beste getestete Boxspringbett, Musterring Evolution, erreichte lediglich die Bewertung „gut" (Note 2,4). Das ist überraschend, da die Preise meist im mittleren vierstelligen Bereich liegen und Modelle mit Naturmaterialien oft noch teurer sind. Das Urteil der Stiftung Warentest ist klar: Die Qualität der Boxspringmatratzen lässt häufig zu wünschen übrig. Besonders die Haltbarkeit ist kritisch – im Dauertest zeigen viele Modelle Schwächen, vor allem durch Wärme und Feuchtigkeit. Dann verlieren die Matratzen an Formstabilität, das Material wird weicher und es entstehen Liegekuhlen. Viele Boxspringmatratzen sind schon im Neuzustand so weich, dass der Schläfer zu tief einsinkt. Das beeinträchtigt die Bewegungsfreiheit und macht den Schlaf gerade für vielbewegte Personen weniger erholsam.Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit: Zertifikate als Orientierungshilfe
Ein beim Matratzenkauf zunehmend wichtiges Thema ist die Schadstofffreiheit und Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien. Die Stiftung Warentest prüft im Bereich „Gesundheit & Umwelt" unter anderem auf problematische Substanzen wie flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Weichmacher. Käufer:innen sollten auf anerkannte Zertifikate achten, die unabhängig geprüfte Schadstofffreiheit belegen:- OEKO-TEX Standard 100: Prüft Schadstoffe in Textilien und Bezügen
- CertiPUR: Zertifiziert Schaumstoffkerne auf Schadstoffarmut
- GOTS (Global Organic Textile Standard): Belegt den Einsatz biologisch erzeugter Naturfasern
- Blauer Engel: Deutsches Umweltzeichen, das auch für Matratzen vergeben wird


























