Das Wichtigste auf einen Blick:
- Testsieger: wenig Gewicht bei trotzdem steifem Rahmen
- Nabenschaltungen: langlebig und pflegeleicht
- Kettenschaltung: größerer Übersetzungsbereich und feinere Schaltstufen
- No-Problem-Alltagsräder ab ca. 500 Euro erhältlich
- Bremsen: hydraulische Bremssysteme Stand der Technik
Vor dem Kauf: Die Partnerwahl
Die wichtigste Frage vor der Anschaffung eines Fahrrads lautet daher: Welcher Typ passt am besten zu mir? Zwar sind die Kategorien nicht immer klar voneinander abgegrenzt, doch die folgende Übersicht bietet eine Orientierung.Trekkingräder: Vielseitig auf Straße und Gelände
Das Trekkingrad (auch Tourenrad genannt) gilt als Allrounder in der Fahrradfamilie. Es ist mit einem robusten Gepäckträger, teils gefedertem Vorderbau und profilreichen Reifen ausgestattet. Häufig kommt eine Kettenschaltung zum Einsatz, oft mit Dreifach-Kettenblatt – ideal, um auch steile Anstiege zu bewältigen. Die Sitzposition ist „moderat-sportlich“, was bedeutet, dass man leicht nach vorne geneigt sitzt. Man unterscheidet zwischen straßenorientierten und geländeorientierten Versionen, wobei letztere häufig über Federgabeln und gröber profilierte Reifen verfügen.
Citybikes: Alltagstaugliche und stilvolle Fahrräder
Stylisch: Cityräder setzen weniger auf technische Ausstattung als auf Alltagstauglichkeit – Komfortfedergabeln fehlen oft. (Bild: diamantrad.com)
Unter dem Begriff Citybike werden meist Fahrräder zusammengefasst, die bequem, pflegeleicht und praktisch im urbanen Alltag sind. Viele besitzen Nabenschaltungen und Reifen mit flachem Profil für guten Straßengrip und niedrigen Rollwiderstand. Wartungsarme Antriebe, etwa mit Riemen statt Kette, liegen im Trend, allerdings meist zu höheren Preisen. Retro-Liebhaber greifen gern zu Hollandrädern, zusammenklappbare Citybikes sind ideal für den ÖPNV. Für sportliche Zwecke gibt es zudem Singlespeed-Räder.
Mountainbikes: Echte Geländehelden
Mit grobstolligen Reifen ausgestattet und meist mit Kettenschaltung versehen, sind Mountainbikes ideal für herausforderndes Gelände. Die Laufradgrößen liegen üblicherweise bei 27,5 oder 29 Zoll, wobei kleinere Räder wendiger sind, größere besser über Hindernisse rollen und höheren Speed erlauben.
Crossbikes: Sportlich und vielseitig
Crossräder sind eine gute Wahl für sportlich ambitionierte Fahrer, die vermehrt auf Schotterwegen unterwegs sind. Für noch höhere Geschwindigkeiten mit Gravelmesser sind Gravelbikes mit Rennradlenker eine geeignete Alternative.
Fitnessbikes: Rennrad-Feeling ohne Belastung
Fitnessbikes zeichnen sich durch schmale Reifen, schlanke Rahmen und gerade Lenker aus und bieten ein komfortableres Fahrerlebnis als klassische Rennräder mit ihrem aerodynamischen Lenker. Sie bringen das Rennradgefühl auf normale Straßen.
Kinderräder: Richtige Größe beachten
Wer ein Kinderrad kaufen möchte, sollte sich mit den Zollgrößen vertraut machen. Ein ausführlicher Ratgeber ist hier erhältlich. Für ältere Kinder eignet sich ein Jugendrad.
Und wie sieht es mit E-Bikes aus?
Hier dreht sich alles um unmotorisierte Fahrräder. E-Bikes behandeln wir separat.
Fahrräder im Test: Was zeichnet Testsieger aus?
Trotz hochwertiger Ausstattung fiel das Opero SL wegen einer schwachen Schweißnaht durch. (Bild: pegasus-bikes.de)
Beim Fahrradkauf fließen viele subjektive Faktoren ein: Form, Optik, Komfort. Fachmagazine schauen genau auf die Stabilität. Besonders beim Tragen von Gepäck kommen viele Räder an ihre Grenzen, auch teure Modelle. Falträder sind hier ein Spezialfall.
Räder mit Diamantrahmen, meist Herrenräder genannt, sind stabiler als Damenräder mit tiefem Einstieg (Einrohr- oder Trapezrahmen). Bei günstigen Modellen oder schnellen Pedelecs haben letztere oft Nachteile. Hersteller haben die schwierige Aufgabe, Stabilität bei möglichst geringem Gewicht zu vereinen – dies beeinflusst den Preis.
Akut zeigte sich, dass selbst als stabil geltende Herrenrahmen in Tests früh einbrachen. Zum Beispiel brach beim Opero SL die Naht zwischen Steuer- und Unterrohr – Ursache war die hohe Steifigkeit.
Tipps aus Tests:
- Federgabel: Gute Gabeln haben Einstellmöglichkeiten und können blockiert werden, was bei Antrieben mit viel Kraft hilft.
- Federsattelstütze: Entlastet den Rücken. Teleskopsattelstützen sind oft mangelhaft verarbeitet, und Parallelogrammstützen federn meist nach hinten.
- Beleuchtung: Standlicht ist Pflicht. Eine gleichmäßige Ausleuchtung ist wichtiger als hohe Lux-Zahlen. Beleuchtungssysteme von Busch & Müller oder Herrmans gelten als hochwertig.
- Innenverlegte Züge: Verbessern Optik und Handhabung, meist nur bei Rädern über 500 Euro.
- Ständer: Hinterbauständer sind wegen des Heckschwerpunkts stabiler; Doppelbeinständer (Mittelständer) sichern Cityräder gut.
Hydraulische Scheibenbremsen sind heute Standard für gute Bremsleistung
Hydraulische Scheibenbremsen bieten zuverlässigen und guten Bremsweg auch bei Nässe. (Bildquelle: cube.eu)
Die verbreiteten Bremssysteme sind Felgenbremsen und Scheibenbremsen. Einige Räder besitzen eine Rücktrittbremse, Trommelbremsen sind selten. Scheibenbremsen bieten meist bessere Bremsleistung, vor allem hydraulische Varianten. Felgenbremsen haben Nachteile, insbesondere bei verschmutzten Felgen oder Nässe, da die Bremswirkung abnimmt. Hydraulische Bremsen sind zudem leichter dosierbar und kraftvoller als mechanische Systeme mit Zug.
Welches Schaltsystem ist empfehlenswert?
Kurzer Überblick: Nabenschaltungen sind pflegeleicht und robust. Kettenschaltungen sind verschleißanfälliger, bieten jedoch mehr Gänge und feinere Stufungen. Trekkingräder setzen meist auf Kettenschaltungen, Cityräder auf Nabenschaltungen. Shimano, Rohloff und SRAM sind bekannte Hersteller.
Nabenschaltungen erlauben meist das Schalten im Stillstand und benötigen wenig Wartung. Gängig sind 3-Gang-Schaltungen in günstigeren Modellen, 7- bis 11-Gang-Schaltungen in teureren. Sie sind meist mit oder ohne Rücktrittsbremse erhältlich und beliebt bei Stadträdern.
Bei Kettenschaltungen helfen Sie, auch steile Anstiege zu bewältigen. Shimano ist hier Marktführer mit unterschiedlichen Serien für Einsteiger bis Profis. Teurere Schaltwerke schalten präziser und bieten größere Übersetzungsbereiche.
Um die Übersetzung zu berechnen, teilen Sie die Zahnzahl des Kettenblatts durch die Zahl des größten Ritzels für die Schwerstarbeit (leichte Gangstufe) oder umgekehrt für Tempo (schwere Gangstufe).
Beispiel zur Übersetzungsbestimmung: Haben Sie ein Kettenblatt mit 42 Zähnen und ein größtes Ritzel mit 28 Zähnen, ist die Übersetzung 42/28 = 1,5. Je kleiner der Wert, desto leichter der Gang.
Gepäckträger und Zuladung: Darauf sollten Sie achten
Gelegentliches Radeln mit Gepäck erfordert stabile Träger. Die Hersteller geben oft das Systemgewicht an, das das Gesamtgewicht von Fahrrad plus Zuladung erlaubt. Wenn Ihr Fahrrad 15 kg wiegt und das Systemgewicht 120 kg beträgt, bleiben 105 kg für Fahrer und Gepäck. Bei einem Fahrer von 100 kg sind somit nur 5 kg Zuladung möglich. Entsprechende Angaben finden Sie auch in den Produktdatenblättern.Unser Tipp: Für kräftigere Fahrer sind spezielle XXL-Räder empfehlenswert, beispielsweise unter XXL-Fahrraeder.
Üblicherweise liegt die maximale Tragfähigkeit des Gepäckträgers bei 20–25 kg. gut gearbeitete Taschen mit Befestigungssystem helfen, den Schwerpunkt offen zu halten und verbessern so die Fahrsicherheit.
Empfehlung: Befestigen Sie Gepäcktaschen statt Körbe seitlich am Gepäckträger, um einen niedrigeren Schwerpunkt zu erhalten und somit das Lenkverhalten zu verbessern.
Was kostet ein gutes Fahrrad für den Alltag?
Experten empfehlen, für verlässliche Alltagstauglichkeit mindestens 500 Euro einzuplanen. Gut bewertete Modelle liegen meist zwischen 700 und 1.600 Euro. Für gelegentliche Fahrten genügt vielleicht auch ein günstiges Modell vom Baumarkt, doch qualitativ und beratungsseitig sind Vollsortimentshändler in der Nähe die bessere Wahl. Beispielsweise bieten Marken wie Kalkhoff, Pegasus, KTM, und Cube häufig gute Preis-Leistungs-Verhältnisse.Unterschiede beim Preis resultieren vor allem aus der Qualität der verbauten Komponenten, wie Innenlager, Federung und Bremsen.

































