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Ratgeber zu Kindersitze

Vor welcher Herausforderung stehen Eltern?

mitwachsender KindersitzVorwärts, rückwärts, Fangkörper oder Fünfpunktgurt – und jetzt auch noch i-Size: Der Markt der Kindersitze ist unüberschaubar geworden. Die Herausforderung trifft alle Eltern, ob sie ein eigenes Fahrzeug besitzen oder nicht. Denn die Kindersitzpflicht bis zu einer Körpergröße von 150 cm oder einem Alter von 12 Jahren greift bei jeder Fahrt, auch bei der Mitnahme in Kita-Eltern-Fahrgemeinschaften oder im Taxi.


Kindersitze für jedes Körpergewicht
Die meisten Kindersitze sind nach der ECE-R-44-Regelung klassifiziert, wonach das Gewicht des Kindes ausschlaggebend ist. Sie unterteilen sich in die Gruppen 0 (bis 10 kg), 0+ (bis 13 kg), I (9 bis 18 kg), II (15 bis 25 kg) und III (22 bis 36 kg), wobei die beiden letztgenannten meist nur noch als II/III-Kombinationssitze (Sitzerhöher mit oder ohne Kopf- und Rückenabstützung) erhältlich sind. Mitwachsende Sitze der Gruppe I-III (18 bis 36 kg) decken den größten Altersbereich ab. Als gut einzuschätzen sind Modelle, die in Gruppe I eine bequeme Schlafposition bieten. Modelle mit Fangkörpern sind Systemen mit Hosenträgergurten in diesem Punkt meist unterlegen – es sei denn, der Fangkörper lässt sich an die Bedürfnisse des Kindes anpassen.

i-Size-Kindersitze – zwingen sie zum Handeln?
Die bisherige Einteilung der Kindersitze nach Gewichtsgruppen wird seit Juli 2013 durch eine zweite Norm (i-Size) ergänzt und langfristig ersetzt werden. Referenzgröße bei i-Size ist dann nicht mehr das Gewicht, sondern die Körpergröße des Kindes. Babys müssen außerdem bis 15 Monate rückwärts mitfahren. Doch Eltern sind keineswegs zum schnellen Handeln gezwungen – weder müssen sie ein neues Auto noch einen neuen Kindersitz kaufen: Nach ECE-R 44 geprüfte Sitze behalten ihre Zulassung weiter, zudem sind die meisten i-Size-Sitze auch mit Isofix-Autos kompatibel. Inzwischen gibt es auch gegurtete Versionen, die nicht von Isofix abhängig sind.

Vorwärts oder rückwärts?
Die Frage stellt sich nur bei Folgesitzen nach der Babyschale, die ohnehin rückwärts im Auto fixiert werden muss. Aktuell lässt das Gesetz den vorwärts gerichteten Transport schon ab einem Körpergewicht von 9 kg zu, doch mit i-Size wird eine Verwendung des Sitzes entgegen der Fahrtrichtung bis zu einem Alter von 15 Monaten Pflicht. Seit längerem schon raten Unfallforscher zur Rückwärtsfahrt bis in das Schulalter, um das Verletzungsrisiko im Kopf- und Halsbereich zu minimieren. Das Angebot ist allerdings noch immer dürftig: Der Einbau ist etwas komplexer, die Sitze oft schwer und klobig. Hinzu kommt das geringe Angebot an Reboardern, verwirrende Test-Designs der Prüfkommissionen und oft schlechte Testurteile zur Handhabung.