Video- und TV-Systeme im Auto
Wer mit dem Auto und seinen Kindern in Urlaub fährt, der kennt das Problem: Die Kleinen werden schnell ungeduldig und fangen an zu quengeln. Um den Nachwuchs zu beschäftigen und letztlich alle Insassen bei Laune zu halten, bietet sich ein Video- und TV-System an. Das Angebot an brauchbarem Equipment ist groß: Von der portablen Lösung bis hin zur luxuriösen Entertainment-Anlage ab Werk ist alles dabei.
Portable Abspielgeräte sind eine kostengünstige Alternative zum festen Einbau. Die Palette reicht vom reinen TV-Empfänger über tragbare DVD- und Video-Player bis hin zum multimediafähigen Navigationssystem. Teilweise werden die Geräte mit Klettgurten oder Klemmvorrichtungen an der Rückenlehne oder an der Kopfstütze des Vordersitzes befestigt. Unter Sicherheitsaspekten ist das nicht ganz unbedenklich, denn bei einem Unfall könnte die Halterung den Dienst versagen. Will man dieses Risiko nicht eingehen und auch beim Komfort keine Kompromisse machen, dann lohnt der Blick zur Einbaulösung.
Die Einbaulösungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Videosystem fest ins Auto zu integrieren. Zum Beispiel kann man die vorhandene Kopfstützen gegen Modelle mit Display, DVD-Laufwerk und Kopfhöreranschluss austauschen, wie beim Alea-System. Oder man entscheidet sich für ein Gerät, das direkt an der Decke montiert wird. Auch in diese Einheit sind Display, DVD-Laufwerk und Bedienelemente integriert, der Bildschirm wird bei der Inbetriebnahme einfach heruntergeklappt. So zum Beispiel beim Top Vision 840 von Delphi Grundig. Mit solchen Deckenmonitoren kann man übrigens nicht nur DVD-Filme und JPEG-Fotos, sondern meist auch MP3-CDs abspielen. Fernbedienung und Kopfhörer sind normalerweise im Lieferumfang enthalten.
Selbstverständlich bietet sich auch die klassische Lösung in Form eines DVD-Radios mit oder ohne Display und mit einem oder mehreren Monitorausgängen an. Die Monitore werden extra gekauft und müssen in die Kopfstützen der Vordersitze, in den Fahrzeughimmel oder in die Armatur eingebaut werden. Mittlerweile gibt es auch komplette Monitor-Systeme, die man anstelle des Radios in den DIN-Schacht schiebt. Die sogenannten Moniceiver fahren das Display mit einem Elektromotor automatisch aus und wieder ein. Allerdings ist der Bildschirm bei einem solchen Moniceiver maximal 7,5 Zoll groß.
Wer ein entsprechendes Fahrzeug besitzt, der kann sich alternativ für ein Multimedia-System entscheiden, das einen doppelten DIN-Schacht belegt. Vorteil: Der Bildschirm ist bis zu acht Zoll groß. Außerdem wird es mit Blick auf die Bedienelemente an der Headunit nicht ganz so eng.
Den Passagieren auf der Rückbank nutzt das Display im Cockpit leider nur wenig. Und der Fahrer selbst darf sich sowieso nicht durch Videobilder von seiner eigentlichen Aufgabe ablenken lassen. Deshalb bieten viele Moniceiver wie ihre DVD-Verwandtschaft die Möglichkeit, externe Displays anzuschließen. Diese Displays gibt es für ungefähr 200 Euro, die Kosten für den Einbau durch eine Fachwerkstatt noch nicht eingerechnet. Bei den aktuellen Geräten sieht man dann auf dem vorderen Bildschirm sinnvollerweise das normale Menü oder – sofern unterstützt – die Karte eines Navigationssystems, während die Passagiere auf der Rückbank ungestört das Video genießen können.
Fernsehen im Auto
So mancher will im Auto nicht nur DVD- und Videokost, sondern obendrein das aktuelle Fernsehprogramm verfolgen. Leider ist der Empfang via DVB-T selbst in gut versorgten Sendegebieten nicht ganz unproblematisch und wird von Störungen und Unterbrechungen begleitet. Außerdem gibt es in Deutschland immer noch Streckenabschnitte, in denen man DVB-T nur schlecht oder überhaupt nicht empfängt. Zumindest für den ersten Teil des Problems gibt es eine Lösung: Ein Diversity-Empfänger – zum Beispiel der von Ampire rechts im Bild – empfängt die Signale von zwei Antennen und berechnet aus dem Datenstrom das Optimum in Sachen Bild und Ton. Die Geräte lassen sich in vorhandene Multimedia- und Navigationssysteme integrieren.
Video- und TV-Systeme ab Werk
Multimedia im Auto gibt es natürlich auch ab Werk. Wobei die Systeme den Rahmen dessen sprengen, was man für einen Nachrüstsatz bezahlen muss: So verlangen die Hersteller in der Oberklasse zum Teil 5000 Euro für ein komplettes „Rear Seat Entertainment System“ mit DVD-Wechsler, zwei Monitorkopfstützen und Kopfhörern. Will man außerdem das Fernsehprogramm empfangen, dann werden zusätzlich ungefähr 1500 Euro fällig. Zwar wird es in der mittleren und in der unteren Klasse vergleichsweise günstig, wirklich preiswert ist die Multimedia-Lösung ab Werk jedoch nie. Dafür erwartet den Kunden ein perfekt aufeinander abgestimmtes und nahtlos in das Fahrzeug integriertes System. Insofern lohnt der kritische Blick zur Aufpreisliste allemal.