80 aktuelle Tablets ausgewertet
info

Ratgeber

Ratgeber zu Tablets

Mehr aufs RAM achten als auf die CPU!

Tablet-PCs waren eigentlich schon eine tot gesagte Spezies, als Apples iPad den Markt revolutionierte. Seitdem erleben die flachen Touchscreen-Computer einen ungeahnten Höhenflug – die Verkaufszahlen explodieren regelrecht. Kein Wunder, dass die technische Entwicklung ebenso rasch voranschreitet und immer neue Rekordtechnik vermeldet wird. Dabei ist vor allem die Prozessorleistung zum Gradmesser der Tablet-Leistung mutiert – wie einst schon bei den Desktop-Computern. Viele blicken vor allem auf die Anzahl der Prozessorkerne und die Taktrate der CPU.

Eine wahre Leistungsexplosion
Waren es 2009 Single-Core-Prozessoren mit 600 MHz bis 1 GHz Taktrate, sind es zum Jahreswechsel 2011/2012 schon Dual-Core-Prozessoren mit 1,2 GHz Taktrate gewesen. Längst gelten aber auch diese Chipsätze nur noch als unterste Einstiegsklasse. Highend-Tablets setzen dagegen auf Quad-Core-Prozessoren mit 2,4 GHz oder haben etwas sparsamer getaktete Octa-Core-Modelle. Und wer in der Mittelklasse ein Zeichen setzen will, verwendet zumindest einen einfachen Quad-Core-Chipsatz mit 1,5 bis 1,7 GHz Taktrate. Künftig werden bis zu 3 GHz je CPU-Kern erwartet. Das Rennen um die höchste Leistungsklasse ist nach wie vor eng.

Mehr Leistung? Aber auch mehr Energieverbrauch!
Doch Experten warnen immer wieder, dass die Rekordjagd vor allem eine Folge hat: Die Technik wird teurer und energiehungriger. Zwar steigt auch die Effizienz der Chipsätze, so dass die Leistung stärker zunimmt als der Stromverbrauch, dennoch wird die Entwicklung kritisch gesehen. Denn wirklich benötigt wird die Leistung eigentlich nicht. Da sowohl das iPad als auch Android-Tablets vom selben App-Ökosystem zehren wie ihre Smartphone-Gegenstücke, sind die Anforderungen für Software viel, viel niedriger.

Zu viel Leistung ist sinnfrei
Und das hat seinen Grund: Während bei Tablets noch eine halbwegs homogene Entwicklung vorherrscht (derzeit haben selbst einfache Einsteigermodelle Prozessoren mit fast durchweg 1,4 bis 1,7 GHz Taktrate), gibt es bei den Handys eine breite Varianz zwischen ultraschnellen Geräten mit den zuvor genannten Prozessoren und lahmen Krücken noch mit Dual-Core. Und kein Entwickler hat Interesse daran, dass ausgerechnet seine Apps auf der Mehrzahl der einfacheren Geräte nicht laufen.

RAM ist wichtiger als die CPU
Stattdessen, das betonen Beobachter der Szene immer wieder, sollten Tablet-Käufer viel mehr auf die Ausstattung mit Arbeitsspeicher achten. Denn gerade Android besitzt ein eigenes, automatisiertes Speichermanagement, auf das der Nutzer zunächst keinen Einfluss hat. Das sorgt zwar einerseits dafür, dass der Speicher intelligent unter den gestarteten und parallel genutzten Apps verteilt wird – der Anwender kann ihn aber nicht irgendwie selbst zuweisen. Werden zu viele Apps nacheinander gestartet, geht die Leistung immer weiter in den Keller. Entsprechend wird für eine flüssige Bedienung ein Mindestmaß an RAM benötigt.

Empfohlen werden mittlerweile 2 Gigabyte
Und genau da hakt es erstaunlicherweise. Selbst Einsteigermodelle unter den Tablets können zwar 1,4 GHz starke Prozessoren vorweisen, doch müssen sie sich nicht selten mit nur 1 Gigabyte RAM begnügen. Das kann schnell eng werden, empfohlen werden mittlerweile mindestens 2 Gigabyte - zumindest für Modelle mit Android 5.0 aufwärts. Wer für die Zukunft gerüstet sein will, sollte beim Tablet-Neukauf sogar auf eine gute Speicherausstattung von 3 bis 4 Gigabyte achten. Denn der schnellste Prozessor nützt nichts ohne genügend RAM. Allenfalls eine sehr hohe Bildschirmauflösung (Full-HD) erfordert schnellere Chipsätze - doch auch dann gilt: Nur im Einklang mit genügend Arbeitsspeicher!