Bei den Monitoren ist der Siegeszug der Flachbildschirme nicht mehr aufzuhalten. Der klare Vorteil von
LCDs (Liquid Crystal Display) gegenüber den Röhrenbildschirmen ist, dass sie ihr Bild mit Hilfe von Flüssigkristallen erzeugen. Diese werden durch Anlegen einer Spannung in ihrer Ausrichtung verändert, so dass sie entweder Licht durchlassen oder es reflektieren. So wird keine Röhre zum Erzeugen des Bildes benötigt. Und die Liste an Vorteilen ist noch länger: Ein LCD verbraucht weniger Strom als ein Röhrenbildschirm und besitzt in der Regel eine größere optische Bildschirmdiagonale. Dadurch bietet ein
19''-LCD „mehr“ sichtbares Bild als ein
19''-Röhrenbildschirm. Zudem ist das durch einen Flachbildschirm erzeugte Bild flimmer- und verzerrungsfrei, da es nicht zeilenweise sondern gleichzeitig durch die Transistoren aufgebaut wird. Darüber hinaus reagiert ein LC-Monitor unempfindlich auf Magnetfelder. Die früher üblichen
Bildröhren (CRT), die mit einer Kathodenstrahlröhre das Bild erzeugen, werden daher langsam aber sicher durch ihre flachen Geschwister verdrängt. Denn Röhrenbildschirme sind im Vergleich zu Flachbildschirmen ungeheuer groß und schwer. Im Test können nur noch die besten Röhren annähernd mit den Flachbildschirmen mithalten. Die Masse der herkömmlichen Monitore hat den Vorteilen der LCDs jedoch nicht viel entgegensetzen – außer einen vergleichsweise günstigen Preis. Doch auch dieser kleine Vorteil schrumpft zusehends zusammen, da die LCD-Preise weiterhin im Fallen begriffen sind.
Trends und Entwicklungen
Eine Zeit lang ging die Entwicklung in rasendem Tempo zu immer größeren Bildschirmen mit entsprechend größeren Bildschirmdiagonalen. Mittlerweile jedoch haben die Bildschirme eine Größe erreicht, die man als vernunftsbestimmte Maximalgröße bezeichnen könnte. Denn im Privatanwenderbereich sind Bildschirme jenseits von 22'' Diagonale nur selten zu gebrauchen, umso mehr wenn es sich um eine massive Röhre und um keinen TFT handelt. Dabei gibt es freilich unterschiedliche Ansichten, je nach Zielgruppe: Gamer, die viel am Rechner spielen, können von großen Bildschirmen gar nicht genug bekommen, während hingegen für die breite Masse der Bevölkerung zu Arbeits- und Studienzwecken Bildschirme mit 19'' Bildschirmdiagonale problemlos ausreichen. Daher geht die aktuelle Entwicklung vor allem in Richtung Verbesserung der Bilddarstellungseigenschaften. Bei Röhrenbildschirmen betrifft dies insbesondere die Wiederholfrequenz des Bildes, da diese direkt das störende und für die Augen ungesunde Flimmern bekämpft. Je größer der Bildschirm desto höher muss auch diese Wiederholfrequenz liegen, was bei den größten Bildschirmen an die Grenzen technischer Machbarkeit stößt. Flachbildschirme besitzen einen ähnlichen Faktor: Ihre Reaktionszeit. Diese bestimmt die Schnelligkeit, mit welcher die Flüssigkeitskristalle neu ausgerichtet werden. Ist diese zu gering, können schnell bewegte Objekte unschöne Schlieren ziehen und das Bild verwischen. Daneben werden insbesondere die Faktoren Bildkontrast und -ausleuchtung immer weiter optimiert, welche bislang die einzigen nennenswerten Schwachstellen von LCDs darstellten.
Ganz neue Ansätze: SED und OLED
Doch im Bereich der Monitore ist die technologische Entwicklung nicht auf die beiden großen Konkurrenten Röhre und LCD beschränkt. Es werden auch gänzlich neue Technologien erforscht, welche in nicht allzu ferner Zukunft ihrerseits die Flachbildschirme vom LCD-Typ ablösen sollen. Einer der Anwärter auf diese Position ist die Bildschirmtechnologie SED, was für Surface-Conduction Electron-Emitter Display steht. Ein SED arbeitet ähnlich einer herkömmlichen Bildröhre, wobei jedoch statt nur eines einzelnen Elektronenstrahls einer für jedes Subpixel verwendet wird. Im Gegensatz zu Bildröhren kommt ein SED jedoch ohne eine platzraubende Elektronenstrahl-Ablenkung aus. Dies soll entsprechend große Displays auch für die Wandmontage ermöglichen. Diese neuartigen Bildschirme vereinen die besten Eigenschaften aus herkömmlicher Röhre und LCD in sich: Ihr Wirkungsgrad ist sehr hoch, wodurch sie eine geringe Leistungsaufnahme besitzen, sie verfügen über erstaunliche Kontrastfähigkeiten und Reaktionszeiten, bilden im Gegensatz zu LCDs dank fehlender Hintergrundbeleuchtung echtes Schwarz ab und besitzen flache Gehäuse. Doch wie so oft gibt es auch hier Nachteile: SEDs besitzen nur eine einzige Auflösung, die sie darstellen können, bei Standbildern kann das Bild ähnlich wie bei normalen Kathodenbildschirmröhren einbrennen und es tritt eine gewisse Röntgenstrahlung aus. Diese Punkte wiegen im PC-Bereich relativ schwer, weshalb noch nicht sicher ist, inwieweit diese Bildschirme hier Verbreitung finden werden.
Ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden darf die Entwicklung im Bereich der diodengesteuerten Bildschirme, den OLEDs (Organic Light-Emitting Diode). Dabei bezeichnet der Begriff genau genommen nur ein einzelnes dieser Diodenelemente, die hier zum Tragen kommen: OLEDs sind winzige Leuchtdioden aus organischen, halbleitenden Materialien, die sich relativ kostengünstig herstellen lassen. Bildschirme aus OLEDs besitzen hervorragende Seitensichtwinkel (bis zu 170 Grad), sind noch flacher als bisherige Monitore und benötigen weniger Energie. Dank ihrer besonderen Fähigkeiten sind sogar biegsame, das heißt flexible Monitore denkbar. Den OLEDs wird daher am Ehesten zugetraut, die PC-Bildschirmwelt zu revolutionieren.
Nach wie vor entscheidend: Bildwiederholfrequenz und Reaktionszeit
Wer sich nun einen neuen Monitor zulegen möchte, sollte sich nicht von den endlosen, beworbenen Wertekolonnen der Hersteller verwirren lassen. Soll es statt eines LCDs noch einmal eine Röhre werden, ist das Augenmerk vor allem auf die drei Aspekte Bildwiederholungsfrequenz, Kontrast und Leuchtkraft zu legen. Je größer eine Röhre ist, desto höher muss die Bildfrequenz zur Vermeidung störender Flimmereffekte sein. Bei Bildschirmen bis 19'' Bildschirmdiagonale reichen 85 Hz in der Regel aus, bei größeren Monitoren sollten es hingegen durchaus 100 Hz und mehr sein. Dabei sollte die maximale Leistungsfähigkeit des Monitors beachtet werden: Je näher der Monitor an seiner maximalen Zeilenfrequenz arbeiten muss, desto schlechter ist die Bildqualität und desto kürzer die Lebensdauer des Gerätes. Der Kontrast wird ab Werten von 1:300 akzeptabel, je mehr desto besser. Gleiches gilt für die Leuchtkraft, die zumindest 200 Candela pro Quadratmeter betragen sollte.
Ist die Auswahl auf einen TFT-Monitor gefallen, sollten analog die Reaktionszeit, Kontrast und Ausleuchtung beachtet werden. Während für letzteren Wert wie bei den Röhren 200 cd/m² als ausreichend gelten, sollte die Kontrastfähigkeit schon 1:400 betragen, um von einem guten Monitor reden zu können. Bei der Reaktionszeit muss aufgepasst werden: Hersteller bewerben nur zu gerne die Reaktionsfähigkeit der Monitore beim Wechsel zwischen Schwarz und Weiß – dies ist jedoch bei den meisten Fällen irrelevant. Viel wichtiger ist hingegen die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Grautönen wechseln zu können, und diese Werte sollten weit unter den S/W-Wechseln liegen. Die Reaktionszeit sollte hier niemals 8 Millisekunden übersteigen, da das menschliche Auge ansonsten bei schnell bewegten Bildern und Objekten Schlieren wahrnimmt. Für Gamer, bei denen extreme Grafikbelastungen die Regel sind, sollte die Reaktionszeit sogar unter 5 Millisekunden liegen.