Grundlagen beim Gerätekauf
Tintenstrahldrucker oder Laser, Stand-alone-Gerät oder Multifunktionsdrucker, oder gar ein Fotodrucker? Wer heutzutage vor dem Kauf eines Druckers steht, hat die Qual der Wahl. Nicht nur, dass das Angebot in den letzten Jahren förmlich explodiert ist. Die Weiterentwicklung einzelner Gerätetypen hat auch einige der früher noch gültigen Faustregeln förmlich pulverisiert. Der folgende Ratgeber stellt die wichtigsten Druckertypen kurz vor und liefert eine erste Orientierung über die Situation am Druckermarkt.
Bereits seit mehreren Jahren zeichnen sich Trends ab, die sowohl das Kaufverhalten als auch die Produktions-und Verkaufsstrategien der Hersteller nachhaltig verändert haben. Der erste Abschnitt widmet sich deshalb der langsamen Angleichung von Tintenstrahl- und Laserdruckern. Danach folgen einige Sätze über das Kriterium Druckaufkommen, bevor zuerst die Multifunktionsdrucker und danach die Stand-alone-Geräte an der Reihe sind.
Tintenstrahler versus Laserdrucker
Die scheinbar unumstößliche Faustregel, wonach Laserdrucker im Büro, Tintenstrahldrucker auf dem heimischen Schreibtisch am besten aufgehoben sind, beginnt zu bröckeln. Stattdessen erobern Tintenstrahler wegen ihrer niedrigen Anschaffungskosten, gesunkener Druckkosten sowie gleichzeitig gestiegener Druckgeschwindigkeiten nach und nach die Etagen vornehmlich kleinerer Büros. Im Gegenzug sind (Farb-)Laserdrucker für Heimanwender attraktiv geworden, seitdem ihre Preise drastisch gefallen sind. Günstige Farblaser unter 300 Euro sind jedoch kaum mehr für Büros geeignet, sobald ein großer Wert auf die Qualität der Farbdrucke gelegt wird, also etwa für Firmenpräsentationen und Broschüren.
In der mittleren Preisklasse sind auch die vormals markanten Unterschiede bei den Druckkosten zusehends geschrumpft. Laser haben ihren Preisvorteil eingebüßt, seit Tintenstrahldrucker ab etwa 200 Euro ebenfalls dazu imstande sind, Druckkosten von unter 2/10 Cent pro A4-Seite (S/W, Farbe) zu produzieren. Ein weiterer Vorteil der Tintenstrahldrucker ist ihre Medienvielfalt. Im Gegensatz zu Laserdruckern, die auf speziell beschichtetes Papier oder Spezialfolien angewiesen sind, lassen sich mit ihnen nahezu alle Papiersorten und mitunter sogar CDs/DVDs bedrucken. Und auch wenn Laserdrucker in der letzten Zeit kräftig aufgeholt haben, bieten Tintenstrahldrucker in der für Privatanwender wichtigen Disziplin Fotodruck nach wie vor die besseren Ergebnisse. Lediglich beim Farbgrafikdruck haben hochwertige Laser um 500 Euro mittlerweile zu den Tintenstrahlern aufgeschlossen. Günstige Monochrome Laserdrucker hingegen, die teilweise für unter 100 Euro zu haben sind, eignen sich in der Regel nicht für hochwertige Bilder und Grafiken. Ihre Domäne ist der Textdruck.
Laserdrucker wiederum verbuchen einen Vorteil für sich, wenn relativ unempfindliche, beispielsweise licht-, wisch- und wasserbeständige oder fälschungssichere Ausdrucke gefragt sind. Weitgehend bekannt ist auch, dass bei Laserdruckern während einer längeren Ruhephase nicht wie bei Tintenstrahldruckern die Gefahr eingetrockneter Düsen droht. Die Geräte dürfen deshalb ohne Bedenken komplett vom Netz genommen werden. Für Tintenstrahler ist eine längere Standzeit ohne Stromanschluss nicht empfehlenswert, da sie in regelmäßigen Abständen Spülvorgänge gegen das Austrocknen durchführen.
Druckaufkommen: ein entscheidendes Kaufkriterium
Nicht geändert hat sich dagegen die Relevanz des Kriteriums Druckaufkommen. Ein hoher Durchsatz bleibt vorerst die Domäne von Laserdruckern, während Tintenstrahler bei einem kleineren bis mittleren Druckvolumunen ideal sind – so die nach wie vor gültige Faustregel. Auf längere Sicht drucken Laser günstiger als Tintenstrahler, die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich relativ schnell. Dies gilt vor allem für Bürolaserdrucker ab etwa 400 Euro, bei denen Seitenpreise um 1 Cent für die A4-Seite S/W möglich sind.
(Fototaugliche) Multifunktionsdrucker
Seit es sich herumgesprochen hat, dass die in ihnen verbauten Einzelmodule qualitativ relativ hochwertig und langlebig sind, laufen Multifunktionsdrucker („MuFu“) Stand-alone-Geräten den Rang ab. Sie entwickeln sich zu wahren Kassenschlagern und gehören aktuell zu den am stärksten beworbenen Druckertypen. Sie finden bei Privatanwendern wie in Büros gleichermaßen Anklang, zumal dann, wenn ein ganzer Fuhrpark an Peripheriegeräten vermieden werden soll und es bei den einzelnen Funktionsmodulen nicht unbedingt auf Highend-Leistung ankommt. Zudem sind die meisten Geräte fototauglich und eignen sich für qualitativ ansprechende Bilderdrucke.
Grundsätzlich gibt es die kompakten Geräte in zwei Ausführungen. Zum einen hat der Käufer die Wahl zwischen Tintenstrahl- und Lasermodellen. Die Preise zwischen ihnen gleichen sich zwar langsam an, liegen aber immer noch deutlich auseinander. Günstige MuFus für den Hausgebrauch kosten mittlerweile kaum mehr als 100 Euro, für Lasergeräte sind rund 100 Euro mehr fällig. Gute Tinten-MuFus für Büros und anspruchsvollere Heimanwender wiederum liegen bei 100 bis 200 Euro, mit Komfortfunktionen wie WLAN und Duplex (beidseitiger Druck) manchmal auch knapp darüber. Auch hier gilt: Der größte Vorteil der Tinten-MuFus ist der Fotodruck sowie die Medienvielfalt. Laser-MuFus wiederum beeindrucken mit einem flotten, hochwertigen Textdruck sowie günstigen Seitenkosten bei hohen Druckvolumunen.
Vorentscheidend ist für viele Käufer auch die Wahl zwischen einem 3-in-1-Gerät (Drucken, Scannen, Kopieren) und einem 4-in-1-Modell mit zusätzlichem Fax-Modul. Zielgruppe Letzterer sind hauptsächlich (Heim-) Büros, die den Kauf eines – selten gewordenen – separaten Faxgerätes umgehen möchten. Die Differenz zwischen einem 3-in-1 und einem 4-in-1-Gerät beträgt in der Regel unter 50 Euro.
Interessant für Büros sind Kombigeräte mit WLAN-Modul. Aber auch Heimanwender lernen die kabellose Einbindung des Druckers in das Heim-Netzwerkwerk immer mehr zu schätzen. Für die Funktion muss meistens nicht einmal tief in die Tasche gegriffen werden (maximal 50 Euro Aufpreis). Diversen Testberichten zufolge scheint die kabellose Installation ins Netzwerk zunehmend problemlos zu sein und kann daher auch von Laien bewältigt werden. Trotzdem ist es derzeit noch ratsam, vor dem Kauf eines WLAN-Druckers sich über das Abschneiden des anvisierten Gerätes in Praxistests zu informieren.
Stand-alone-Drucker
Die Verkaufszahlen der Stand-alone-Geräte sind mit dem Aufschwung der Kombigeräte spürbar zurückgegangen. Die renommierten Druckerhersteller reagieren auf diese Marktsituation, indem sie vor allem in den unteren Preisklassen meistens nur noch wenige Geräte anbieten. In den höheren Preisklassen wiederum tummeln sich die vom Aussterben bedrohten hochwertigen Fotodrucker sowie mobile Drucker für unterwegs. Von vielen längst totgesagt, überleben in Nischen außerdem Nadeldrucker. Wer etwa, wie Arztpraxen, auf Durchschläge angewiesen ist, kommt um die Anschaffung eines Nadeldruckers nicht herum.
Noch am häufigsten unter den Stand-alone-Geräten sind einfache monochrome Laserdrucker vertreten, darunter Einsteigergeräte für deutlich unter 100 Euro. Nachteile dieser günstigen Geräte sind jedoch oftmals hohe Druckosten und eine geringe Tonerkapazität. Dies gilt gleichermaßen für günstige Farblaser der Preisklasse zwischen 150 bis 300 Euro, die zudem beim Farbdruck recht langsam sind. Nach wie vor eine gute Wahl ist ein Laser jedoch, wenn viel in S/W gedruckt wird und auf qualitativ hochwertige Fotodrucke verzichtet werden kann. Monochrome Laserdrucker für unter 100 Euro sind daher zum Beispiel für Schüler und Studenten empfehlenswert, von einem Gerät zwischen 100 und 300 Euro darf man sogar akzeptable Grafik-/Fotodrucke erwarten, und Geräte über 400 Euro sind durch die Bank bürotauglich. Bisher unerreicht ist auch ihre hohe Druckgeschwindigkeit sowie die Schärfe im Textdruck.
Preislich vergleichbare Tintenstrahldrucker wiederum empfehlen sich, wenn Farbe und Fotos ins Spiel kommen (monochrome Tintenstrahler sind so gut wie ausgestorben). Bis zu einem Volumen von ungefähr 1.000 Seiten im Monat sind sie eine gute Wahl. Was darüber hinaus geht, sollte man einem schnellen, hochwertigen Laserdrucker überlassen. Die Qualität der Foto-/Farbdrucke ist bei den günstigen Geräten zu teilweise Schnäppchenpreisen von unter 50 Euro natürlich nicht exorbitant hoch, reicht aber in der Regel für den Hausgebrauch aus. Höhere Tintenkosten wiederum sowie die Gefahr eintrocknender Düsen wiederum schmälern eventuell die Freude an dem glücklich erstandenen Schnäppchen. Wer viel druckt, sollte mindestens 100 Euro ausgeben, da sich mit diesen Geräten wesentlich günstigere Seitenpreise erzielen lassen – ganz abgesehen vom höheren Komfort (Tinten-/Papiervorrat, Netzwerkanschluss, beidseitiger Druck (= Duplex)).