Das Wichtigste auf einen Blick:
- Vergleich der Stiftung Warentest: Gute E-Bikes um die 3.000 Euro.
- Antrieb: Mittelmotor dominierend – größter Anbieter Bosch; Brose und Shimano rücken nach.
- Akku-Kapazität: Ein durchschnittliches E-Bike hält etwa 500 Wattstunden bereit.
- Günstig-Pedelecs: oft durchwachsene Bewertungen und Testfazits.
Preisübersicht: Wie viel sollte ein gutes E-Bike kosten?
Die E-Bike-Branche hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung erfahren: 2021 setzte der Verkauf mit zwei Millionen verkauften Exemplaren einen neuen Rekord. Auch die Qualität verbesserte sich laut Tests deutlich: Die Motoren wurden kompakter, die Akkus größer und das Zusammenspiel von Motor und Schaltung optimiert. Zudem verfügen E-Bikes heute über smarte Funktionen, wie etwa das Vanmoof S3.
Werfen wir einen Blick auf die Preisgestaltung: Möchten Sie ein solides Pedelec für Alltag und Freizeit, kommen Sie mit dem Testsieger der Stiftung Warentest, dem KTM Macina Tour 510, für etwa 3.000 Euro gut weg. Marken wie Stevens, Pegasus und Raleigh folgen dichtauf und bewegen sich preislich auf demselben Niveau. Das günstiger angebotene Fischer Cita 6.0 für rund 2.000 Euro bekam lediglich ein „Ausreichend“ – Grund war ein gebrochenes Sattelrohr. Die Ausstattung und das Fahrverhalten überzeugten jedoch die Redaktion.
Einen E-Bike-Wunsch erfüllen auch Online-Shops, Baumärkte und Discounter bereits ab etwa 1.000 Euro – meist als vormontierte Modelle mit einfacher Ausstattung, wenig Service und gemischten Kundenbewertungen. Positiv hervorzuheben ist, dass günstige Marken wie Fischer einen mobilen Reparaturdienst anbieten.
Front-, Mittel- oder Heckmotor: Welcher Antriebstyp ist empfehlenswert?
Scheibenbremsen arbeiten zuverlässiger als klassische Felgenbremsen – bei E-Bikes sind sie obligatorisch. (Bildquelle: cube.eu)
In Sachen Effizienz hat der Hecknabenmotor die Nase vorn. Er arbeitet geräuscharm und gibt die Kraft direkt und verschleißfrei an das hintere Rad weiter – genau dort, wo sie am effektivsten genutzt wird. Manche Modelle bieten sogar eine Energierückgewinnung. Ein Nachteil ist jedoch das zusätzliche Gewicht am Hinterrad, was das Gesamtgewicht weiter erhöht. Beim E-Mountainbike ist der Heckantrieb eher ungeeignet, denn der dadurch entstehende Schwerpunkt nach hinten kann das Rad beim Klettern instabil machen und schwierige Wurzelstrecken erschweren. Echte Straßen-Pedelecs profitieren hingegen von diesem Antrieb.
Als solider Standard gelten Mittelmotoren am Tretlager. Bosch ist hier nach wie vor führend, doch auch aus Asien gibt es starke Mitbewerber: Yamaha bietet robuste Motoren mit hohem Drehmoment, Panasonic zielt auf preisbewusste Genießer ab, und Shimano ist mit seinem Steps-Antrieb ebenfalls prominent vertreten. Diese Systeme überzeugen durch ihre zentrale Positionierung, die für einen niedrigen Schwerpunkt sorgt, haben jedoch den Nachteil, dass Kette und Ritzel stärker beansprucht werden.
Der Frontmotor sitzt im Vorderradnabenbereich. Obwohl er entsprechende Zugkraft liefert, ist die Haftung auf rutschigem Untergrund durch den hinten liegenden Schwerpunkt eingeschränkt, was zu einem plötzlichen Wegziehen des Vorderrads führen kann.
Wo sollte der Akku platziert werden?
Früher befand sich der Akku meist auf dem Gepäckträger, was heutzutage nur noch bei sehr günstigen E-Bikes der Fall ist. Das bringt einige Nachteile mit sich: Der Akku ist oft das schwerste Bauteil, was das Gewicht am Heck weiter erhöht und somit die Zuladung beeinträchtigt. Zudem wird die Fahrstabilität verschlechtert, da das Rad höher liegt und leichter ins Schlingern gerät. Moderne E-Bikes platzieren den Akku deshalb meist am oder im Rahmen – bei Einrohrmodellen am Oberrohr und bei klassischen Herrenrahmen im Unterrohr. Manche Modelle montieren ihn auch hinter oder vor dem Sitzrohr.
Akku-Kapazität: Planen Sie klug
Aus dem Rennen: Räder mit Akku am Gepäckträger sind bei hohen Geschwindigkeiten anfälliger fürs Schlingern. (Bildquelle: fischer-die-fahrradmarke.de)
Bei Akkus gilt grundsätzlich: Je größer die Kapazität, desto höher das Gewicht und der Preis. Falt- und Stadträder besitzen oft weniger als 300 Wattstunden (Wh), während Premium-Modelle mehr als 700 Wh erreichen können. Der Durchschnitt liegt bei etwa 500 Wh – ein gut geeigneter Richtwert für ein solides E-Bike. Für Pendler, die hauptsächlich kurze Strecken zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zurücklegen, sind 300 bis 400 Wh meist ausreichend, je nach Fahrstil und Einsatzmodus.
Die Kapazität wird gelegentlich auch in Amperestunden (Ah) angegeben, was den Vergleich erschwert. Um Wh zu erhalten, multiplizieren Sie die Ah-Zahl mit der Spannung des Motors, die meistens 36 Volt beträgt. Beispiel: 10 Ah × 36 V = 360 Wh.
Allgemeingültige Angaben zur Reichweite sind schwierig, da sie von vielen Faktoren abhängt, darunter:
- Eigengewicht des Fahrrads
- Körpergewicht und Zuladung
- Reifendruck (je höher, desto weiter)
- Temperatur (kältere Temperaturen reduzieren die Leistung)
- Unterstützungsstufe
- Geländeprofil
- Fahruntergrund (Asphalt, Schotter usw.)
- Windverhältnisse
- gewählte Gänge
- Trittfrequenz
Welche Autotransporter sind besonders geeignet für E-Bikes?
Aufgrund des höheren Gewichts von E-Bikes ist eine sorgfältige Auswahl des Fahrradträgers wichtig. Speziell für E-Bikes entwickelte Fahrradträger bieten meist die beste Lösung. Grundsätzlich empfehlen sich Heckträger, die an der Anhängerkupplung oder der Heckklappe montiert werden. E-Bikes wiegen oft zwischen 25 und 30 Kilogramm, sodass zwei Räder bereits 50 bis 60 Kilogramm auf die Waage bringen – viele Fahrradträger sind dafür nicht ausgelegt. Ein Blick in die Produktbeschreibung und das Abmessen des Radstands ist ratsam, denn besonders Modelle mit Sattelrohr-Akku sind oft länger. Besonders praktisch sind Auffahrschienen, die sich nach unten neigen und das Aufladen erleichtern.Was unterscheidet E-Bikes von Pedelecs?
Effizient: Hecknabenmotoren übertragen die Kraft direkt auf das hintere Laufrad und laufen geräuschfrei (Bildquelle: bulls.de)
Wenn Sie online nach E-Bikes suchen, werden Sie häufig auf den Begriff Pedelec („Pedal Electric Cycle“) stoßen. Pedelecs unterstützen nur dann, wenn Sie in die Pedale treten. Sobald Sie aufhören zu treten, schaltet sich der Motor automatisch ab, ebenso bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Eine Sonderform stellt das S-Pedelec dar, das bis zu 45 km/h unterstützt. S-Pedelecs gelten als Kleinkrafträder und benötigen eine Zulassung, Fahrerlaubnis (Klasse AM oder höher) sowie eine Versicherung. Sollten Sie ein E-Bike suchen, das sich ohne eigene Kraftbetätigung fahren lässt, werden Sie hier eher fündig.
Weitere hilfreiche Tipps rund um den Kauf von E-Bikes finden Sie in unserem Ratgeber E-Bike kaufen: So geht’s günstiger.






















































