Elektro-Klappräder

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Ratgeber zu Elektro-Klappräder

Mit den Standard-Pedelecs fast auf Augenhöhe

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. mehrheitlich gute bis zufriedenstellende Beurteilungen
  2. Akku-Reichweiten leicht unter dem Durchschnitt der Standard-Pedelecs
  3. praktisch keine vollgefederten Elektro-Klappräder erhältlich
  4. zugschwacher Frontnabenmotor häufig vertreten
  5. leichteste Modelle deutlich unter 20 kg

Fahrrad-Origami: Akku und Motor stellen die Ingenieurskunst beim Faltmechanismus auf eine harte Probe (Bildquelle: Tern)

Wie schneiden Elektro-Klappräder im Testumfeld ab?

Beim Faltmechanismus leisten die getesteten Modelle fast durchweg ordentliche Arbeit. Die Vorrichtungen sind leicht zu bedienen und robust genug, um eine hohe Rahmen- und damit auch Fahrstabilität zu gewährleisten. Bei der Gewichtsfrage verklingt die Euphorie in den Testberichten der Magazine, manche Modelle liegen deutlich über 20 kg. GoCycle verpasst seinen Modellen eine Carbon-Diät: Beim G2R liegt das Gesamtgewicht gerade einmal bei 16 kg, das superkompakte Noahk von Eego wiegt sogar nur 11 – das sind Welten.

Beim Thema Antrieb sehen die Tester wiederum sehr selten ernsthaften Anlass zur Kritik. Die Motoren laufen in den meisten Fällen rund und die Akku-Reichweiten liegen im Schnitt zwischen 300 und 400 Wattstunden. Damit liegen sie nur leicht unter dem Reichweitendurchschnitt der Standard-Pedelecs. Selbst die Komfortwerte stimmen. Manchen Exemplaren werden sogar Tourenqualitäten zugeschrieben; das relativiert den oft hohen Preis. Einziger Sitzengebliebener ist das eRädle von Pearl. Falten lässt es sich zwar prima. Der ruppig anspringende Antrieb und – wie in der Gruppe der E-Bikes oft der Fall - zu lasche Bremsen manövrierten es jedoch in den Notenkeller.

Die Top 3 der leichtesten Elektro-Klappräder

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Vello Bike+ Riemenantrieb (Modell 2018) Befriedigend(3,0)
2 Fischer - Die Fahrradmarke e-Faltrad (Modell 2018) Gut(2,0)
3 Tern Vektron S10 (Modell 2017) Sehr gut(1,5)

Ruppiger Antrieb, schwache Bremsen: Das eRädle von Pearl ist bislang das einzige Elektro-Faltrad, das im Testumfeld durchfiel (Bildquelle: Pearl)

Welche Elektro-Klappräder gibt es mit Vollfederung?

Vollfederung und Elektro-Antrieb, daran wagen sich nicht einmal die innovationsfreudigen Anbieter im Faltrad-Gehege. Bei Wahl eines Heck- oder Frontnabenmotors müssten die bestehenden Faltkonzepte nicht einmal grundlegend überarbeitet werden, bei Montage eines Mittelmotors wird es kniffliger. Davon abgesehen würde ein ernstzunehmendes Hinterbau-Dämpfungssystem das ohnehin höhere Gewicht der E-Falträder noch weiter nach oben treiben und die Mobilität im Verbund mit dem öffentlichen Nahverkehr signifikant einschränken.

Welche Motortypen sind bei Elektro-Falträdern die besten?

Mittelmotoren, wie sie bei den Standard-Pedelecs häufig eingesetzt werden, sind bei den elektrifizierten Klapprädern nur gelegentlich vorzufinden. Zu klobig und schwer sind die aktuellen Antriebseinheiten – von Kompaktheit wäre dann nicht mehr zu sprechen. Heck- oder Frontnabenmotoren passen besser zum anvisierten Zweck, wobei der günstige Frontnabenmotor das Bild auf dem Klapprad-Markt bestimmt. Hecknabenmotoren zeichnen sich aber wegen des heckbetonten Schwerpunkts durch eine bessere Kraftübertragung aus.

Beim konventionellen E-Bike ist der Mittelmotor Standard, für das Elektro-Faltrad aber zu sperrig und schwer (Bildquelle: ternbicycles.com)

Beim Akku ergibt sich weniger Spielraum. Ist er im Hauptrohr integriert, verbessert das nicht nur die Optik, sondern auch den Radschwerpunkt. Bei vielen Modellen wird der Akku auch hinter dem Sattelrohr angebracht. Darunter leidet unter Umständen das Faltmaß. Denn um Platz zu schaffen, muss der Abstand zwischen dem hinteren Laufrad und dem Sattelrohr vergrößert werden. Dadurch erhöht sich der sogenannte Radstand – das ist der Abstand zwischen den Laufradnaben. Auf die Fahrstabilität (Stichwort: Laufruhe) hat das wiederum einen positiven Effekt.

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