Kinderwagen: Tests & Testsieger

Die besten Kinderwagen der Fachpresse

Unsere Bestenlisten zeigen die derzeit besten Kinderwagen auf dem Markt. Dafür hat unsere Fachredaktion Testberichte aus 14 Testmagazinen für Sie ausgewertet.

Ratgeber zu Kinderwagen

Alter, Einsatz, Körpergröße – und noch mehr Kriterien für die Produktwahl

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. kindgerechte Gestaltung und Sitzkomfort wichtig
  2. großes Platzangebot garantiert kindgerechte Gestaltung
  3. Buggys mit mitwachsender Fußstütze wünschenswert, aber noch selten
  4. Jogger-Buggys müssen zusätzliche Fahr-, Brems- und Sicherheitstests bestehen
  5. häufige Schadstoff-Funde im Kontaktbereich

Kinderwagen im Test: Wie werden Sitzkomfort, Schadstoffe und Handhabung bewertet?

Kombikinderwagen mit langer Tragetasche sind eine echte Seltenheit, leider mangelt es auch vielen Buggys an ausreichend Sitzkomfort. Bei Kinderwagen von der Geburt bis zum Selberlaufen fordern die Tester eine angenehme Schlafumgebung mit viel Platz zum Wachsen – bei tragbaren Aufsätzen zwischen 78 und 80 cm Länge für ein Alter bis mindestens neun Monate. Buggys mangelt es häufig an bequemen Sitzlehnen. Oft sind sie zu kurz, um den Kopf zu stützen oder lassen sich nicht präzise aufrecht stellen, sodass die Kleinen die fehlende Stütze nach hinten mit einem Vorbeugen ihres Oberkörpers ausgleichen. Nahezu alle getesteten Buggys verzichten auf eine mitwachsende Fußstütze, die den Druck aus den Kniekehlen nimmt und müde Beinchen angenehm stützt. Unter den gravierendsten Mankos lassen sich auch Problemstoffe in Bezügen, Frontbügeln und Griffen verbuchen. Überall da, wo Kinder sich festhalten oder daran nuckeln könnten, wendet die Stiftung Warentest die strengen Grenzwerte für Kleinkinderspielzeug an – mit dem Ergebnis, dass sich die Schadstoffkonzentrationen selbst teurer Kinderwagen wie dem Bugaboo Buffalo, Teutonia Bliss oder dem 600-Euro-Kombi Noxxter von Knorr-Baby zu einem Mangelhaft bei den Inhaltsstoffen summieren.

Buggy I'Coo Pace Schnell auf die Räder gestellt, wendig, schadstoffarm – und trotzdem heben die Tester über dem I'coo Pace nicht uneingeschränkt den Daumen. Die Polster des Buggys sind vergleichsweise schwach. (Bildquelle: amazon.de)

Die Testaktivitäten binden auch Sicherheits- und Handhabungsprüfungen mit ein. Ein Kinderwagen muss aus Sicht der Testmagazine stabil, mit einer Transportsicherung ausgestattet und leicht ein- und aufzuklappen sein. Klemmstellen missfallen den Testern ebenso wie unflexible Schieber, die große Eltern zur Verbeugung zwingen. Mindestens auf 1,1 m sollte der Schieber sich in die Höhe ziehen lassen. Dass der Zuspruch zu den eigentlich raum- und gewichtsparenden Buggys eher verhalten ist, liegt auch an fehlenden Liegeflächen. Kaum ein Buggy im Test gestattet den Kleinen eine ebene Fläche für ausgiebige Ruhepausen. Die Problematik vieler Premium-Marken und solcher, die sich dafür halten, besteht häufig darin, dass sie zugunsten eines ansprechenderen Designs auf verstellbare Lehnenwinkel verzichten. Liegen ist dann nur mit angewinkelten Beinchen möglich.

Top 3 der Kinderwagen mit Kombi-Funktion

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 KinderKraft Veo Sehr gut(1,4)
2 ABC Design Zoom Gut(2,0)
3 LCP Kids Lucato Ecco 3in1 Gut(2,0)

Reicht mir ein Kombikinderwagen oder benötige zusätzlich einen Erstlingswagen und Buggy?

Mag sein, dass ein wachsendes Komfort-Bedürfnis bei Kombikinderwagen zulasten der Raum- und Gewichtseinsparung geht. Verzichtbar sind großzügige Liegeflächen, stabile Konstruktionen, Federungssysteme insbesondere beim Stadt- und Geländeeinsatz und eine laufruhige Luftkammerbereifung aber nur dann, wenn das Budget die Anschaffung mehrerer, auf das Alter abgestimmter Kinderwagen hergibt. Die Erfolgsformel für ein altersgerechtes Transportmittel lautet aus Sicht von Test- und Elternmagazinen, in einen soliden Kombikinderwagen zu investieren und zusätzlich einen bequemen Buggy zu kaufen. Erstlingswagen dagegen sind verzichtbar, auch Sportkinderwagen lassen sich gut durch den Buggymodus eines Kombikinderwagens ersetzen. Voraussetzung ist nur, dass er bequem ist, mitwächst und zum Einsatzzweck passt. Wer sich etwa neun Monate nach der Geburt häufig beim Einkaufen mit Kind und zwischen Supermarktregalen sieht, oft öffentliche Verkehrsmittel nutzt und seinen Kinderwagen irgendwo an- oder hineinheben muss, ist mit einem leichten Buggy ehrlicher aufgehoben als mit einem schwerbereiften Sportkinderwagen, der sich als Außendienst-Bolide wiederum exzellent in der Natur bewegen lässt.

Sportkinderwagen Go Big von Britax Römer Wäre da nicht die schlechte Sichtbarkeit im Dunkeln, der Sportkinderwagen Go Big von Britax Römer hätte sich noch mehr Aufmerksamkeit gesichert. Im Test reicht es für ein „Gut“, insbesondere wegen seines großen Platzangebots und guter Fahreigenschaften. (Bildquelle: britax-roemer.de)

Statt zu wenig können Kombikinderwagen auch zu viel Sitzfläche aufweisen. Fällt etwa die Sitztiefe für Kinder ab dem Sitzalter deutlich zu lang aus, stehen Eltern vor einem Dilemma: Wie ihr Kind transportieren, das der Tragetasche entwachsen, aber noch zu klein für den Buggysitz ist? Bei einem Kinderwagen, den man sich am besten im praktischen Einsatz vorführen lässt, fügen sich Platzverhältnisse, Platzbedarf und Handhabung zu einem stimmigen Bild, das allein durch Testberichte gestützte Entscheidungsprozesse kaum ersetzen können. Wer einen Jogger zum Laufen oder Skaten kauft, sollte aus Sicht der Stiftung Warentest allerdings auch einen guten Buggy parat haben. Die Tester verweisen in diesem Zusammenhang auf den Testsieger Joie Litetrax 4, der mit rund 180 Euro zum Testzeitpunkt erfreulich günstig ist und das Budget nur wenig belastet.

Jogger-Kinderwagen mit Handbremse in der Übersicht

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Britax Römer BOB Revolution Pro Gut(2,2)
2 Kidmeister S10 Sport Jogger Gut(2,2)
3 TFK - Trends for Kids Joggster Sport Befriedigend(2,7)

Wie steht es um die Qualität von Jogger-Kinderwagen und welche Anbieter sind gut?

Für sportlich ambitionierte Eltern kommen auch speziell fürs Joggen zugelassene Dreirad-Jogger in Frage. Alle übrigen Dreirad-Modelle suchen meist nur optische Anklänge an die sportlich aussehenden Jogger-Buggys, sind aber zum Laufen nicht oder nur bedingt geeignet. In Tests müssen Jogger gutes Bremsverhalten, Fahrverhalten beim Sport, einen soliden Stand und adäquate Sicherheitsvorrichtungen beweisen. Ansonsten gilt auch für die Jogger der Grundsatz: Kindgerecht müssen sie gestaltet sein – also die Rückenlehnen lang genug für 3,5 Jahre alte Kinder, die Sitzposition senkrecht einstellbar und die Schlafposition möglichst waagrecht. Bei echten Jogger-Buggys ohne Schwenkrad honoriert die Stiftung Warentest hohe Spur- und Fahrstabilität, zieht aber Punkte bei der Wendigkeit und ihrem hohen Platzbedarf im Kofferraum ab. Negativbeispiel ist der TFK Joggster Sport: Der Supersportler lässt sich gut zum Laufen und Skaten verwenden, nimmt aber gefaltet viel Platz weg. Darüber hinaus ist in Tests aufgefallen, dass auch die meist teuren Jogger klare Reserven im Hinblick auf Inhaltsstoffe und Sicherheit aufweisen. Teilweise ist die Rede von fehlenden Frontbügeln, Stolperfallen durch Handschlaufen oder ungenügender Standsicherheit. Ausgerechnet der teuerste unter den Stichproben fällt wegen hoher Schadstoffkonzentration durch.

Jogger-Kinderwagen Bob Revolution Pro von Britax Römer Das Schwenkrad vorn macht den Jogger von Britax Römer zum positiven Außenseiter im Test. Als einziger von drei Jogger-Kinderwagen im Vergleichstest lässt er sich auch an enggestellten Supermarktregalen vorbeizirkeln. (Bildquelle: amazon.de)

Kinderwagen oder Fahrradanhänger?

Im Gelände macht kein Sportkinderwagen den Fahrradanhängern mit Schiebefunktion etwas vor, die sie – meist mit luftgefedertem Vorderrad – zu sportlichen Multifunktionstalenten umfunktioniert. Die Vorteile überwiegen die höheren Kosten aber nur, wenn man sich ohnehin viel draußen aufhält und eher in den Sattel als ins Auto steigt. Thule, Burley, Qeridoo oder Croozer sind namhafte Marken für flexible Modelle, wenn ein Fahrradanhänger, Buggy und sportlicher Jogger-Kinderwagen in einem Paket gesucht wird. Test- und Erfahrungsberichten nach zu urteilen haben Queridoo, Croozer und Thule ihre Modelle konzeptionell etwas solider entworfen und, etwa mit justierbaren Stahl- oder Blattfedern, besser gegen Stöße gedämpft. Damit eignen sie sich auch für unbefestigte Wege abseits von glattem Asphalt und als Buggy und Jogger mit Baby im Sitz.

Croozer Babysitz für Fahrradanhänger Im speziell für Babys entwickelten Croozer-Babysitz liegt der kleine Fahrgast quasi freischwebend. Stöße werden abgefangen, die empfindliche Wirbelsäule geschützt. (Bildquelle: croozer.com)

Babys im Liegealter in ein Sportgerät zu setzen, halten einige Experten allerdings für problematisch. Vor allem bei Fahrradanhängern für Babys entspannt sich seit jeher eine Diskussion, in der Eltern zur Sicherheit, Ergonomie und Gesundheit der Kleinen Bedenken äußern: Auf der einen Seite stehen genial gefederte, am Rahmen abgespannte Hängematten mit Federungsfunktion, die Stöße von der empfindlichen Wirbelsäule wegfedern. Auf der anderen Seite der vom schmalen Einsatzspektrum nur über kurze Strecken getrübte Alltag – dies räumen selbst Hersteller ein. So flexibel die 3-in-1-Modelle mit Anhänger-, Buggy- und Jogger-Funktion auch sind: Blattfedern und Dämpfungs-Systeme heben das Gewicht, und schon die Einstandskosten sind erheblich (ab ca. 500 bis 900 Euro). Überdies warnen selbst Hersteller wie Croozer vor längeren Strecken mit Baby im Sitz. Ähnlich wie bei Autofahrten mit Babyschalen gilt auch beim Fahrradanhänger mit Babysitz, dass immer nur kurze Fuhren auf dem Programm stehen sollten.

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