Kin­der­wa­gen: Tests & Test­sie­ger

Das Fahren auf verschiedenen Untergründen, das Bremsen, das Einklappen und die kindgerechte Gestaltung: All das muss bei einer Babykutsche stimmen. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten Kinderwagen am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet. Der letzte Test ist vom .

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Unbe­dingt kind­ge­recht – und noch mehr Kri­te­rien für die Pro­dukt­wahl

Das Wichtigste auf einen Blick:
  1. Stiftung Warentest prüft hauptsächlich Sitzkomfort, Gurtsystem, Federung und Handhabung
  2. am besten mit großem Platzangebot und kindgerechter Gestaltung
  3. Tester fordern seit Jahren mitwachsende Fußstützen - nur die wenigsten Hersteller reagieren darauf
  4. Jogger-Buggys müssen zusätzliche Fahr-, Brems- und Sicherheitstests bestehen
  5. häufige Schadstoff-Funde in Materialien, mit denen Kind oder Eltern in Kontakt kommen
  6. Kofferraumtauglichkeit hängt stark von Klappmaß und Bauart des Kinderwagens ab

Wuchten, fummeln, fluchen: Lieben Sie das auch so, wenn Sie Ihr Baby durch die Gegend schieben? Ein Kinderwagen kann für Eltern vom ersten Moment an zum Ärgernis werden. Die Bandbreite an Macken ist groß, oft sind es Klemmstellen, Fingerfallen oder bleischwere Wuchtbrummen, die sich kaum über ein paar Treppenstufen hieven lassen. Viele sind zudem teuer, unter 300 Euro für einen wirklich guten Kombi spielt sich praktisch nichts ab. Worüber Tester und Eltern am häufigsten klagen und wie Sie Fehlkäufe vermeiden, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Kinderwagen im Test: Wie wichtig sind Sitzkomfort, Schadstoffe und Handhabung?

Kinderwagen Kinderkraft Prime Im Test wies der Kinderkraft Prime klare Reserven im Hinblick auf Schadstoffe auf. Kinderkraft hatte Nachbesserungen angekündigt. Leider gab es ein zweites Problem, das laut „test“ typisch für Kombis ist: Die auf das Gestell aufsetzbare Babywanne ist sehr kurz, Babys stoßen schon nach 4 Monaten mit Kopf oder Füßchen an. Mehr Glück im Test hatte der „gute“ Kinderkraft Moov. (Bildquelle: amazon.de)

Kombikinderwagen mit langer Babywanne sind eine echte Seltenheit, und leider mangelt es vielen Buggys an ausreichend Sitzkomfort. Bei Kinderwagen von der Geburt bis zum Selberlaufen fordern die Tester eine angenehme Schlafumgebung mit viel Platz zum Wachsen, vielen fehlen bequeme Sitzlehnen. Oft sind sie zu kurz, um den Kopf zu stützen oder lassen sich nicht präzise aufrecht stellen, sodass die Kleinen die fehlende Stütze nach hinten mit einem Vorbeugen ihres Oberkörpers ausgleichen. Nahezu alle getesteten Kinderwagen erzichten auf eine mitwachsende Fußstütze, die den Druck aus den Kniekehlen nimmt und müde Beinchen angenehm stützt. Unter den gravierendsten Macken lassen sich auch Problemstoffe in Bezügen, Frontbügeln und Griffen verbuchen. Überall da, wo Kinder sich festhalten oder festnuckeln könnten, wendet die Stiftung Warentest die strengen Grenzwerte für Kleinkinderspielzeug an – mit dem Ergebnis, dass sich die Schadstoffkonzentrationen selbst teurer Kinderwagen wie dem Bugaboo Buffalo, Teutonia Bliss oder dem 600-Euro-Kombi Noxxter von Knorr-Baby zu einem Mangelhaft bei den Inhaltsstoffen summieren.
Testmagazine: Kinderwagen müssen stabil, sicher und kindgerecht sein

Die Testaktivitäten binden auch Sicherheits- und Handhabungsprüfungen mit ein. Ein Kinderwagen muss aus Sicht der Testmagazine stabil, mit einer Transportsicherung ausgestattet und leicht ein- und aufzuklappen sein. Klemmstellen missfallen den Testern ebenso wie unflexible Schieber, die große Eltern zur Verbeugung zwingen. Mindestens auf 1,1 m sollte der Schieber sich in die Höhe ziehen lassen. Dass der Zuspruch zu den eigentlich raum- und gewichtsparenden Buggys eher verhalten ist, liegt auch an fehlenden Liegeflächen. Kaum ein Buggy im Test gestattet den Kleinen eine ebene Fläche für ausgiebige Ruhepausen. Die Problematik vieler Premium-Marken und solcher, die sich dafür halten, besteht häufig darin, dass sie zugunsten eines ansprechenderen Designs auf verstellbare Sitzwinkel verzichten. Liegen ist dann nur mit angewinkelten Beinchen möglich (z. B. Quinny BuzzBugaboo Cameleon).

Babywannen: So viel Spielraum muss sein

Babywannen, das sind abnehmbare Aufsätze für die ganz Kleinen, haben laut Stiftung Warentest ein grundsätzliches Problem: Selten sind sie so gestaltet, dass Babys sich bis zum sicheren Sitzalter – und Umzug in den mitgelieferten Sportsitz – ganz nach ihrem eigenen Tempo entwickeln können. Die Folge zu kleiner Babywannen: Babys können weniger gut regenerieren, reagieren unruhig, sind über­reizt und weinen mehr. Und was heißt das konkret?
35 mal 78 Zenti­meter nutz­bare Liegefläche sind optimal. Doch die meisten Babywannen sind deutlich kleiner. – Stiftung Warentest


Fragen Sie beim Händler gezielt nach den Liegemaßen oder messen Sie selbst – vor allem dann, wenn Sie voraussichtlich ein etwas größer gewachsenes Baby haben werden.


Das Dilemma der Kombis: Wird die Wanne zu klein, ist der Sitz oft noch zu groß

Aufrechtes Sitzen lernen die Knirpse meist erst ab dem achten Monat, vorher fehlt ihnen die Muskulatur, um im Kinderwagensitz zu fahren. Meist bleibt Eltern aber nichts anderes übrig, als die Kleinen schon vorher in den Sportsitz umzutopfen. Eine Sitzprobe ergibt: Die Wanne ist zu klein, der Sitz noch zu groß. Und das ist nicht das einzige Problem. Die Kleinen sitzen oft krumm oder unbequem, so das Fazit der Stiftung Warentest im Kinderwagentest vom Sommer 2020. Achten Sie deshalb besonders darauf, dass sich die Rückenlehne möglichst flach einstellen lässt, damit Ihr Schützling sich ausstrecken kann. Mit Blick auf die Testergebnisse die Eltern sind im Geschäft mit den Kinderwagen aber offenbar nur scheinbar König. Viele der von Stiftung Warentest untersuchten Kinderwagen haben zu lange Sitz­flächen. Darin sitzen die Kleinen so tief, dass sie ihre Beinchen nicht beugen können. Tipp: Polstern Sie den Rücken mit einem Sitzkissen aus. Das verringert die Sitztiefe.

Blick auf die Besten: Kinderwagen mit mitwachsender Fußstütze

  1. Hartan Yes GTS
    Hartan Yes GTS
    • Gut 2,3
  2. Joolz Day³
    Joolz Day³
    • Gut 2,4
  3. Gesslein M4
    Gesslein M4
    • keine Tests


An dieser Stelle sei ein Appell an die Hersteller erlaubt: Bitte produzieren Sie mehr Kinderwagen, wie die Stiftung Warentest sie empfiehlt - kindgerecht und leicht bedienbar. Wagen, die geräumig sind, aber nicht viel Platz benötigen. Nicht mit Ausstattung bis zum Abwinken, die Eltern oftmals gar nicht bezahlen können. Wichtig wären auch mehr schadstofffreie Kinderwagen. Das gehört vor allem für die Hersteller etwas günstigerer Wagen wie jene von Kinderkraft oder Hauck, aber auch für ihre Luxusschwestern von Bugaboo und Joolz ins Pflichtenheft.


Babywannen: Absolut funktional

Bei den Innenabmessungen der Babywannen sei zwischen den absoluten und den funktionalen Maßen zu unterscheiden, schreibt die Stiftung Warentest auf eine Useranfrage vom September 2020. Bei Babywannen zeigten sich aufgrund von rund gestalteten Seitenwänden teils deutliche Unterschiede zwischen absoluten und funktionalen Maßen. Die Beurteilung, bis zu welchem Alter Eltern eine Babywanne uneingeschränkt nutzen können, basiere auf der funktionalen Liegelänge.

Sie schwanken zwischen Komibkinderwagen und Buggy? Dazu hätten wir ein paar Tipps. Im Ratgeber Buggy-Test: Blitzstart ins Buggyalter? haben wir uns gefragt, ob ein früher Umstieg auf einen Buggy schädlich für die Kleinen sein kann und wie die Fachbeiräte von Stiftung Warentest dazu stehen.


Top 3 der Kinderwagen mit Kombi-Funktion

  1. KinderKraft Veo
    KinderKraft Veo
    • Sehr gut 1,4
  2. ZBY-WAL II Cleo
    ZBY-WAL II Cleo
    • Sehr gut 1,4
  3. ABC Design Salsa 4 Air
    ABC Design Salsa 4 Air
    • Sehr gut 1,5


Buggy I'Coo Pace Schnell auf die Räder gestellt, wendig, schadstoffarm – und trotzdem heben die Tester über dem I'coo Pace nicht uneingeschränkt den Daumen: Die Polster des Buggys sind vergleichsweise schwach. (Bildquelle: amazon.de)

Reicht mir ein Kombikinderwagen oder brauche ich noch Erstlingswagen und Buggy?

Mag sein, dass ein wachsendes Komfort-Bedürfnis bei Kombikinderwagen zulasten der Raum- und Gewichtseinsparung geht. Verzichtbar sind großzügige Liegeflächen, stabile Konstruktionen, Federungssysteme insbesondere beim Stadt- und Geländeeinsatz und eine laufruhige Luftkammerbereifung aber nur dann, wenn Ihr Budget die Anschaffung mehrerer, auf das Alter abgestimmter Kinderwagen hergibt.
Die Erfolgsformel für ein altersgerechtes Transportmittel lautet aus Sicht von Test- und Elternmagazinen, in einen soliden Kombikinderwagen zu investieren und zusätzlich einen bequemen Buggy zu kaufen. Erstlingswagen dagegen sind verzichtbar, auch Sportkinderwagen lassen sich gut durch den Buggymodus eines Kombikinderwagens ersetzen. Voraussetzung ist nur, dass er bequem ist, mitwächst und zum Einsatzzweck passt. Wer sich etwa neun Monate nach der Geburt häufig beim Shopping und zwischen Supermarktregalen sieht, öffentliche Verkehrsmittel nutzt und seinen Kinderwagen irgendwo an- oder hineinheben muss, ist mit einem leichten Buggy ehrlicher aufgehoben als mit einem schwerbereiften Sportkinderwagen, der sich als Außendienst-Bolide wiederum exzellent in der Natur bewegen lässt.

Sportkinderwagen Go Big von Britax Römer Wäre da nicht die schlechte Sichtbarkeit im Dunkeln, der Wagen Go Big von Britax Römer hätte sich noch etwas mehr Aufmerksamkeit gesichert. Im Test reicht es für ein „Gut“, insbesondere wegen seines großen Platzangebots und der guten Fahreigenschaften. (Bildquelle: britax-roemer.de)

Joie Litetrax, ein Liebling der Tester

Bei einem Kinderwagen, den man sich am besten im praktischen Einsatz vorführen lässt, fügen sich Platzverhältnisse, Platzbedarf und Handhabung zu einem stimmigen Bild, das allein durch Testberichte gestützte Entscheidungsprozesse kaum ersetzen kann. Wer einen Jogger zum Laufen oder Skaten kauft, sollte aus Sicht der Stiftung Warentest allerdings auch einen guten Buggy parat haben. Die Tester verweisen in diesem Zusammenhang auf den Testsieger Joie Litetrax 4, der mit rund 180 Euro zum Testzeitpunkt erfreulich günstig ist und das Budget nur wenig belastet.

Wie steht es um die Qualität von Jogger-Kinderwagen und welche Anbieter sind gut?

Für sportlich ambitionierte Eltern kommen auch speziell fürs Joggen zugelassene Dreirad-Jogger in Frage. Alle übrigen Dreirad-Modelle suchen meist nur optische Anklänge an die sportlich aussehenden Jogger-Buggys, sind aber zum Laufen nicht oder nur bedingt geeignet. In Tests müssen Jogger gutes Bremsverhalten, Fahrverhalten beim Sport, einen soliden Stand und adäquate Sicherheitsvorrichtungen beweisen. Ansonsten gilt auch für die Jogger der Grundsatz: Kindgerecht müssen sie gestaltet sein – also die Rückenlehnen lang genug für 3,5 Jahre alte Kinder, die Sitzposition senkrecht einstellbar und die Schlafposition möglichst waagrecht. Bei echten Jogger-Buggys ohne Schwenkrad honoriert die Stiftung Warentest hohe Spur- und Fahrstabilität, zieht aber Punkte bei der Wendigkeit und ihrem hohen Platzbedarf im Kofferraum ab. Negativbeispiel ist der TFK Joggster Sport: Der Supersportler lässt sich gut zum Laufen und Skaten verwenden, nimmt aber gefaltet viel Platz weg. Darüber hinaus ist in Tests aufgefallen, dass auch die meist teuren Jogger klare Reserven im Hinblick auf Inhaltsstoffe und Sicherheit aufweisen. Teilweise ist die Rede von fehlenden Frontbügeln, Stolperfallen durch Handschlaufen oder ungenügender Standsicherheit. Ausgerechnet der teuerste unter den Stichproben fällt wegen hoher Schadstoffkonzentration durch.

Aus unserer Bestenliste: Jogger-Kinderwagen mit Handbremse

  1. Chicco Trio Activ3 Top
    Chicco Trio Activ3 Top
    • Sehr gut 1,5

Jogger-Kinderwagen Bob Revolution Pro von Britax Römer Das Schwenkrad vorn macht den Jogger von Britax Römer zum positiven Außenseiter im Test. Als einziger von drei Jogger-Kinderwagen im Vergleichstest lässt er sich auch an enggestellten Supermarktregalen vorbeizirkeln. (Bildquelle: amazon.de)

Was ist besser: Kinderwagen oder Fahrradanhänger?

Im Gelände macht kein Sportkinderwagen den Fahrradanhängern mit Schiebefunktion etwas vor, die sich – meist mit luftgefedertem Vorderrad – zu sportlichen Multifunktionstalenten umfunktionieren lassen. Die Vorteile überwiegen die höheren Kosten aber nur, wenn man sich ohnehin viel draußen aufhält und eher in den Sattel als ins Auto steigt.
Thule, Burley, Qeridoo oder Croozer sind namhafte Marken für flexible Modelle, wenn ein Fahrradanhänger, Buggy und sportlicher Jogger-Kinderwagen in einem Paket gesucht wird. Test- und Erfahrungsberichten nach zu urteilen haben Queridoo, Croozer und Thule ihre Modelle konzeptionell etwas solider entworfen und, etwa mit justierbaren Stahl- oder Blattfedern, besser gegen Stöße gedämpft. Damit eignen sie sich auch für unbefestigte Wege abseits von glattem Asphalt und als Buggy und Jogger mit Baby im Sitz.

Croozer Babysitz für Fahrradanhänger Im speziell für Babys entwickelten Croozer-Babysitz liegt der kleine Fahrgast quasi freischwebend. Stöße werden abgefangen, die empfindliche Wirbelsäule geschützt. (Bildquelle: croozer.com)

Babys im Liegealter in ein Sportgerät zu setzen, halten einige Experten allerdings für problematisch. Vor allem bei Fahrradanhängern für Babys entspann sich seit jeher eine Diskussion, in der Eltern zur Sicherheit, Ergonomie und Gesundheit der Kleinen Bedenken äußern: Auf der einen Seite stehen genial gefederte, am Rahmen abgespannte Hängematten mit Federungsfunktion, die Stöße von der empfindlichen Wirbelsäule wegfedern. Auf der anderen Seite der vom schmalen Einsatzspektrum nur über kurze Strecken getrübte Alltag – dies räumen selbst Hersteller ein. So flexibel die 3-in-1-Modelle mit Anhänger-, Buggy- und Jogger-Funktion auch sind: Blattfedern und Dämpfungs-Systeme heben das Gewicht, und schon die Einstandskosten sind erheblich (ab ca. 500 bis 900 Euro). Überdies warnen selbst Hersteller wie Croozer vor längeren Strecken mit Baby im Sitz. Ähnlich wie bei Autofahrten mit Babyschalen gilt auch beim Fahrradanhänger mit Babysitz, dass immer nur kurze Fuhren auf dem Programm stehen sollten.

Welcher Kinderwagen passt in mein Auto?

Das lässt sich nur annähernd beantworten. Zu unterschiedlich sind die Modelle, Fabrikate, Alltagsanforderungen und Anwendungsszenarien, um den perfekten Kinderwagen zum Auto zu finden. Selbst auf den Kofferraum-Check konzentrierte Ratgeberseiten müssen an der Frage scheitern, welches Modell exakt zu welchem Kofferraumvolumen passt; es kann immer nur eine ungefähre Orientierung geben.
Hilfreicher sind da Expertenratschläge, die eher die praktischen Tipps zur Mobilität mit Kind in den Vordergrund stellen. Das liest sich dann in etwa so:
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kinderwagen mit abnehmbaren Rädern ausgestattet ist.
  • Kombikinderwagen mit faltbarer Babywanne nehmen deutlich weniger Platz weg als solche mit einem stabilen Wannenaufsatz.
  • Kinderwagen mit kleinen Kunststoffrädern sind platzsparender als solche mit geländegängigen Lufträdern.
  • Günstig für häufiges Ein- und Ausklappen sind robuste Materialien.
  • Leichte Gestelle lassen sich leichter über Ladekanten heben.
  • Im Zweifel hilft nur der Verzicht auf Komfortmerkmale wie Teleskopschieber, Luftreifen oder breite Sitzflächen.
Tatsächlich führen die meisten Kinderwagen-Hersteller eine Reihe von Reise- oder City-Kinderwagen, die nur das Nötigste für den schnöden Babytransport mitbringen – und Eltern zu einer kühlen Abwägung zwischen Packmaß einerseits und Mindestkomfort andererseits zwingen. Die meisten dieser Kinderwagen sehen aus wie die Magersucht auf Rädern, sind für längere Touren nicht geeignet und mangels Federung viel zu klapprig für Waldwege oder Kopfsteinpflaster. Und wer möchte sich schon einen Leicht-Buggy aufschwatzen lassen, wenn er einen Kombikinderwagen braucht oder einen Reisebuggy, wenn das Kind das sichere Sitzalter noch längst nicht erreicht hat?

Aber klar – platzsparende mit komfortablen Eigenschaften zusammenzubringen, gleicht einem Kompromiss, den es in ehrlicher Form nicht geben kann. Möchten Sie aus erster Hand erfahren, welche Kinderwagen grundsätzlich für den Kofferraum geeignet sind, lohnt sich ein Blick in die Testmagazine. Die Stiftung Warentest befasst sich mit der Frage der Kofferraumtauglichkeit eines Kinderwagens allerdings nur unter dem Handhabungs-Aspekt – also wie leicht sich ein Modell einklappen und wiederaufbauen lässt, ob es eine Transportsicherung besitzt und ob es sich ohne viel Kraftaufwand ins Auto heben lässt. Doch auch solche Testergebnisse sind für viele Eltern mit Fragezeichen versehen. Denn so etwas wie die Erstellung einer Typenliste („Welcher Kinderwagen passt in welches Auto?“) hatte auch die Testpresse bislang nicht auf dem Zettel.

TFK Joggster Sport Der Joggster Sport von TKF sei wenig wendig und nehme auch gefaltet viel Platz ein, warnt die Stiftung Warentest. Wer einen solchen Jogger kauft, sollte am besten einen kompakten Buggy parat haben. (Bildquelle: tfk-buggy.com)

Die Gretchenfrage: Lieber kompakt oder kindgerecht?

Die meisten Hersteller werden auch weiter explizit platzsparende Kinderwagen anbieten und auf dem Wissen aufbauen, dass Eltern lieber Komforteinbußen in Kauf nehmen, weil sie in sich widersprüchliche Kriterien erwarten, die ein Kinderwagen erfüllen muss. Kritiker verweisen gern auf Länder, die eine ganz andere Haltung dazu haben. Dazu gehören Schweden oder Dänemark, die maximale Klappbarkeit, Kompaktheit und Platzeinsparung weit hinter den Kindkomfort zurückstellen – und lieber größere Autos bauen, in die auch die komfortabelsten Außendienst-Boliden bequem hineingefaltet werden können. Sie könnten sich – und sollten – daher die Ausgangsfrage stellen, ob Ihr Kinderwagen lieber klein faltbar oder lieber kindgerecht sein soll. Beides zusammen ist schwer vorstellbar.
Klug wäre auch ein umgekehrtes Vorgehen: Falls möglich, investieren Sie in ein Auto, das zum Kinderwagen Ihrer Wahl passt, statt umgekehrt; denn ein zu kleines Auto im Nachhinein kinderwagentauglich zu bekommen, ist kaum denkbar. Achten Sie beim Autokauf auf ausreichend Kofferraumvolumen und niedrige Ladekanten und bevorzugen Sie Fünftürer statt zweitüriger Limousinen; ein häufiger Tipp von Autoseiten lautet, Kombis oder VANs den SUVs vorzuziehen, weil sie oftmals den größeren Stauraum bieten und deren Betriebskosten nicht ganz so stark auf das Familienbudget drücken.

Kleine Typenkunde: Kinderwagen fürs Auto

  1. Klappbare Modelle: Die meisten modernen Kombikinderwagen, Sportkinderwagen, Buggys und die stadttauglich konzipierten Jogger können Sie klein falten und leicht wieder aufklappen.
  2. Unterschiede ergeben sich durch die Bauart, wobei oft ausgerechnet Buggys mit sogenannter Schirmfaltung (z. B. Peg-Perégo Pliko mini) aufgrund ihrer Länge erstaunlich viel Platz wegnehmen.
  3. Reinrassige Liegewagen für die ersten Monate sind meist sperriger als klappbare Kombikinderwagen.
  4. Besser als wuchtige Geschwisterwagen sind Kinderwagen, die sich vom Doppel- zum Einzelkinderwagen umrüsten lassen oder umgekehrt: Einzelkinderwagen, die Sie erst bei Bedarf zum Geschwisterwagen umbauen können.
  5. Zumindest für einen durchschnittlich großen Kinderwagen (der ein Packmaß von ca. 90 x 46 x 64 cm in Länge, Breite, Tiefe besitzt), dürfte es bei diesen Autos eng werden:

Checkliste für den Kinderwagenkauf

  • Reichlich Platz: Die Babywanne sollte eine nutz­bare Liegefläche von mindestens 35 cm Breite und 78 cm Länge aufweisen.
  • Mitwachsend: Die Fußstützen sollten sich der Länge nach verstellen lassen. Die meisten Hersteller bringen es nur auf verstellbare Wadenheber.
  • Lenker: Am besten höhenverstellbar. Entweder mit Knickgelenk oder Teleskopauszug. Mit geschlossenem Lenker können Sie den Wagen einhändig manövrieren.
  • Bequeme Rückenlehne: Die Länge sollte mindestens 50 cm betragen.
  • Blickkontakt: Gut sind Wendesitze oder Schwenkschieber. Beides ermöglicht die Wahl zwischen Eltern- und Panoramablick.
  • Räder: Schwenkbar fürs Großstadtgedränge und Shopping, feststellbar und robust für unebenes Terrain, etwa Feldwege oder Wildparks.
  • Kompaktes Falten: Wichtig für enge Hausflure, Lifte, Kofferräume und wenig Platz zum Abstellen. Achtung: Die Faltmaße der Wagen sind höchst unterschiedlich.
  • Schnelles Falten: Das Wagen-Origami mancher Hersteller kann Tester wie Eltern in den Wahnsinn treiben, z. B. beim Emmaljunga NXT60F. Viele Hersteller suchen Lösungen in Falt-Automatiken, die das Gestell auf Knopfdruck wie von selbst in sich zusammensinken lassen.
  • Tragbar: Denken Sie ans Gewicht, wenn Sie den Wagen öfter irgendwo an- oder hineinheben müssen. Manche Hersteller verbauen Tragegurte, z. B. Joolz oder Hauck.
  • Klemm- und Fummelzonen: Besonders Gurtschlösser, Schultergurte und Klappmechaniken fallen hier negativ auf. Der vielbeworbene „Einhand-Klappmechanismus“ bedeutet nicht, dass Sie ohnehin nur eine Hand nutzen können, weil Sie die andere gerade irgendwo eingeklemmt haben.
  • Packesel: Wer viel shoppt, sollte auf große, belastbare und am besten abschließbare Untergestelltaschen oder -körbe setzen.
  • Autofahrer: Für einige Modelle gibt es Adapter für die Auto­babyschale, bei Travelsystemen wird eine Babyschale gleich mitgeliefert. Doch bitte legen Sie die Kleinen in den Kinder­wagen, wenn Sie nicht gerade Auto fahren. Die Halb-Liege-Position in den Schalen ist für die zarte Wirbelsäule eines Neugeborenen nicht optimal.
  • Diebstahlssicher: Hochpreisige Wagen wie Bugaboo oder Joolz wecken Begehrlichkeiten bei Kriminellen. Schließen Sie den Kinder­wagen stets mit einem guten Fahr­radschloss an – im Hausflur genauso wie vor der Kinderarztpraxis.

 

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Was sollten Sie vor dem Kauf wissen?

Unser Ratgeber gibt den Überblick:

  1. Kinderwagen im Test: Wie wichtig sind Sitzkomfort, Schadstoffe und Handhabung?
  2. Babywannen: So viel Spielraum muss sein
  3. Das Dilemma der Kombis: Wird die Wanne zu klein, ist der Sitz oft noch zu groß
  4. Blick auf die Besten: Kinderwagen mit mitwachsender Fußstütze
  5. ...

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Wie bewertet Stiftung Warentest Kinderwagen?

„Die erste eigene Karre“ (Erschienen 07/2020)

„Nur Maxi-Cosi und Hartan bieten reichlich Platz fürs Baby. Viele andere engen Babys ein oder sind unbequem. Zwei enthalten zu viele Schadstoffe – mangelhaft.“ Beim Transport der Kleinsten wollen wir Eltern nichts falsch machen. Natürlich soll der Nachwuchs bequem liegen - beim Rumpeln über Kopfsteinpflaster ist zum Beispiel eine ...

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