Baby­tra­gen: Tests & Test­sie­ger

Ob Babytrage oder Tragetuch: Eine gute Tragehilfe unterstützt die Anhock-Spreizhaltung. Tests fördern tadellose, aber auch schlechte Modelle zutage. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten Babytragen am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet.

14 Tests 112.600 Meinungen

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Ratgeber: Kindertragen

Kauf­be­ra­ter: Half­buckle, Full­buckle oder Wickel­tuch?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • wichtig sind M-Haltung, Kopfstütze und Bauch-Bauch-Position
  • am besten waschbar und ohne gesundheitsschädliche Stoffe
  • Fertigtragen für Babys unter vier Monaten nicht optimal
  • Hüft- oder Rückentragen erst ab dem sechsten bis achten Monat
  • Stiftung Warentest: Wickeltücher sind kindgerechter als Babytragen
  • grundlegende Techniken sind Wickeltücher, Vollschnallen- und Halbschnallen-Tragen

Manduca XT Testsieger Babytrage Die Manduca XT, eine Vollschnallen-Trage für rund 160 Euro, outet sich im Test von Stiftung Warentest als beste: Sie ist kindgerecht gestaltet, sicher und leicht zu bedienen. (Bildquelle: amazon.de)

In der Evolution ist das Neugeborene ein Tragling. Schieben kommt erst später – ist aber nicht für alle die praktischste Lösung. Daher bürgern sich Babytragen zunehmend als Alternative zum Kinderkarren ein. Sie bieten Ihnen Bewegungsspielraum beim Einkaufen, im Haushalt oder auf Ausflügen. Sie lassen sich platzsparend verstauen, vermitteln dem Baby ein Gefühl von Wärme und fördern die sehr wichtige Bindung zwischen Eltern und Kind. Babytragen sind zudem preiswerter als die fahrbaren Säuglings- und Kinderkutschen. Es gibt also viele gute Gründe, sich eine der drei grundlegenden Tragehilfen genauer anzuschauen: Vollschnallen-Tragen, Halbschnallen-Tragen oder klassische Wickeltücher.

Mini-Lexikon: Was sind Vollschnallen-Tragen, was Halbschnallen-Tragen und was Wickeltücher?

  • Eine Vollschnallen-Trage wickeln Sie nicht um Ihren Körper – auch nicht teilweise. Diese Fullbuckles legen Sie wie ein T-Shirt an oder setzen Sie wie einen Rucksack auf. Anschließend sichern Sie die Trage mit Schnallen oder Klettverschlüssen.
  • Eine Halbschnallen-Trage vereint das einfache Anlegen einer Fullbuckle mit der Flexibilität eines Wickeltuches. Sie lässt sich per Verschluss-Technik sichern und so individuell binden oder anpassen wie ein klassisches Baby-Tragetuch.
  • Ein Wickeltuch bietet viele Möglichkeiten – sowohl bei der Körperanpassung als auch bei der eigentlichen Wickeltechnik. Hier öffnet sich ein weites Feld für die Angebote der vielen Hersteller und Trageberaterinnen, Stoffarten und Wickeltechniken, aber auch Ratschläge und Meinungen zu empfehlenswerten oder veralteten Wickelmethoden. Vor allem Hebammen-Blogs und Elternforen sind eine Fundgrube für Bindetechniken, Missverständnisse oder auch Mythen rund um das Tragetuch.

Klassisches Wickeltuch oder Fertig-Babytrage? Womit trage ich mein Kind am besten?

Im Gegensatz zu einem klassischen Wickeltuch müssen Sie für eine Fertigtrage keine Wickeltechnik erlernen. Babytragen, die es als Vollschnallen- und Halbschnallen-Tragen zu kaufen gibt, müssen Sie im Grunde nur umlegen und mit Gurten festzurren. Je mehr Verstelloptionen im Schulter-, Hüft- und Stegbereich eine Babytrage bietet, desto besser passt sie sich an die Größe Ihres Kindes und Ihren Körper an. Dadurch sitzt sie auch strammer – wichtig für die Lastübertragung von den Schultern auf die stabile Körpermitte und einen ergonomisch richtigen Sitz. Experten zufolge sollten Sie eine Babytrage erst ab dem vierten bis sechsten Monat verwenden; die Stützwirkung für den Rücken sei geringer als bei einem Tragetuch.

In einem Tragetuch sitzt das Küken automatisch richtig

Modelle mit Innen- und Außensack könnten zudem zu wenig stramm anliegen. Mit einem Tragetuch – gewickelt unter versierter Hand – sitzen Babys automatisch richtig, wie aktuelle Tests zeigen. Da Sie Ihr Tuch vor jedem Tragen neu binden, passen Sie es jedes Mal neu an die Größe Ihres Kindes an. Verfechter klassischer Tragetücher verweisen zudem auf die guten Testergebnisse: Alle von Stiftung Warentest geprüften Modelle bestanden den Babytragen-Vergleichstest mit einem „Gut“ oder sogar „Sehr gut“. Mit Modellen wie dem Amazonas Carry Sling (dem besten Wickeltuch im Test), Didymos Prima, Manduca Sling oder Moby Wrap Classic machen Sie also alles richtig. Achten Sie dabei auf den korrekten Sitz oder lassen Sie sich das Wickeln von einer Trageberaterin vorführen. Ein Video am Ende dieses Textes zeigt eine Technik.
Für das Kind eignen sich Tücher oft besser als Tragen. Sie passen sich an unterschiedliche Größen an, das Kind ist immer richtig gewickelt. – Stiftung Warentest im Babytragen-Vergleichstest Januar 2020

Auf einen Blick: Worauf muss ich beim Tragen meines Babys besonders achten?

Rundrücken: Babys werden mit einem Rundrücken geboren. Die Doppel-S-Form der Wirbelsäule bildet sich erst später. Tragen Sie Ihr Kind im Tuch oder in einer Babytrage, sollte der Rücken optimal gestützt werden. Manchen Babytragen oder sehr nachgiebigen Wickeltüchern gelingt das nicht immer optimal.

M-Haltung: Die M-förmige Beinhaltung ist das A und O bei Babytragen und Wickeltüchern. Dabei liegen die Knie etwas oberhalb des Beckens, was von hinten aussieht wie ein „M“. So können Sie sicher sein, dass die Hüfte Ihres Kindes ohne Fehlstellung reifen kann.

Kein Panorama-Sitz: Setzen Sie Ihr Würmchen nicht mit Panoramablick in die Trage. Blickt es nach vorn, kann es zu viele Reize aufnehmen. Meist kommt eine unbequeme und  ungünstige Haltung hinzu. Beinchen und Rücken nehmen eine orthopädisch unerwünschte Position ein.


Halt fürs Köpfchen, M-Sitz: Was muss eine gute Babytrage mindestens können?

Babytragetuch mit Ring-Gürtelschnalle Amazonas Carry Sling Wer auf die elastische Kreuzkörper-Webart eines Wickeltuches schwört, macht mit der Amazonas Carry Sling alles richtig. Das Tragetuch wird über zwei Aluminium-Ringe gesichert. Es gibt keine Schnallen, auch das Knotenbinden entfällt. (Bildquelle: amazon.de)

Die Fachbeiräte von Stiftung Warentest, Trageberaterinnen und Orthopäden betonen die Wichtigkeit der sogenannten M-Haltung – wenn also die Beinchen ein „M“ formen. Diese Anhock-Spreiz-Haltung ist in den ersten Lebensmonaten enorm wichtig, damit die Hüfte ohne Fehlstellung ausreifen kann. Die Beinöffnung liegt seitlich und ermöglicht eine leicht angewinkelte Beinchenhaltung, mit den Knien etwa in Bauchnabelhöhe. Die Stegbreite entspricht in jedem Fall etwa der Körperbreite des Kindes, ist also individuell anpassbar. Der Innensack soll bis zu den Knien reichen, sonst hängen die Beinchen ohne Beugung senkrecht nach unten weg.

Bauch-Rücken-Trageweise kann ganz kleinen Babys schaden

In den ersten sechs Monaten ist die Bauch-Bauch-Tragetechnik nicht verhandelbar. Von Tragevarianten, bei denen die Neugeborene in Tragerichtung blicken und Stützmöglichkeiten fehlen, raten Experten kategorisch ab. Die Babys könnten sich den Umgebungsreizen nicht entziehen und der Rücken drücke sich ergonomisch ungünstig nach vorne durch. Auch für das Mindestalter gelten Regeln: Hüftsitze sollten Sie laut Stiftung Warentest nur für kurze Zeit, Rückensitze erst ab dem neunten Monat verwenden.

Video-Anleitung zum Binden eines Tragetuchs: Die Stiftung Warentest zeigt die Wickelkreuz-Technik

Taschen, Gurte, Stoff: auf scheinbar Nebensächliches achten

Ferner lohnt es sich, auf scheinbar nebensächliche Details zu achten, die sich im Alltag als hilfreich erweisen können. Dazu gehören kleine, außenseitig angebrachte Taschen für allerlei Krimskrams wie ein Hausschlüssel oder gut gepolsterte, möglichst breite Gurte. Als Material kommen neben elastischem Synthetik-Gewebe auch Baumwoll-Stoffe oder gewebtes Material zum Einsatz. Letzteres ist besonders stabil und laut Empfehlung der Zeitschrift „test“ gut für Kleinkinder geeignet. Flexible, zugleich robuste Materialien sind für sportliche Eltern eine gute Wahl. Apropos Sport: Wenn Sie viel wandern, lohnt sich ein Blick auf spezielle Kraxen, die jedoch meistens für ältere Kinder gedacht und darüber hinaus relativ teuer sind. Für den Einsatz im Baby-Alltag sind sie kaum geeignet.

Babytragen mit hoher Traglast im Überblick

  1. Deuter Kid Comfort Pro
    24 kg
    Deuter Kid Comfort Pro

    ohne Endnote

  2. Deuter Kid Comfort Active SL
    22 kg
    Deuter Kid Comfort Active SL

    ohne Endnote

  3. Sonarin Front Premium Hipseat
    20 kg
    Sonarin Front Premium Hipseat

    Gut

    1,7

von Sonja Leibinger

„Ein Neugeborenes in ein Wickeltuch zu setzen, kann zur mühsamen Fingerübung werden. Mein Sling-Babytragetuch möchte ich aber nicht mehr hergeben.“

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