Digitale Spiegelreflexkamera - Was sind die Vorteile?
Grundsätzlich verfügen die meisten digitalen Spiegelreflexkameras über größere Sensoren und können daher Fotos höher auflösen und schärfer darstellen. Testergebnisse haben gezeigt, dass im Vergleich zu anderen Kameratypen mit gleichen Megapixelzahlen Spiegelreflexkameras ein erheblich besseres Bild mit weniger Bildrauschen produzieren. Da die größeren Sensoren mehr Bildinformationen erhalten, brauchen die Informationen weniger bearbeiten werden. D.H. dass die Software nicht so viel Zeit braucht, Berechnungen anzustellen und daher die Auslöseverzögerung geringer ist und schnellere Serienbildaufnahmen gemacht werden können. Die Objektive sind auswechselbar und auch das gewährleistet bessere Aufnahmen: Kompakt- und Bridgekameras sind zu 99% mit Zoomobjektiven bestückt. Zooms haben aber den Nachteil, dass sie niemals die Lichtstärke einer Festbrennweite erreichen. Die Festbrennweiten sind nicht nur lichtstärker, sie verzeichnen auch weniger. Spiegelreflexkameras ermöglichen eine Vielzahl von manuellen Einstellmöglichkeiten. Nutzer können selbst festlegen, mit welcher Blende und welcher Verschlusszeit sie fotografieren wollen. Auch die Lichtempfindlichkeit kann meistens selbst festgelegt werden.
Was sind die Nachteile einer Spiegelreflexkamera?
Die vielen Einstellmöglichkeiten einer Spiegelreflexkamera können auch als Nachteil empfunden werden. Oft sind Menüs schwer verständlich oder es bedarf viel Zeit, die gesuchte Funktion in der komlexen Menüstruktur zu finden. Es kann eine Menge Zeit kosten, die richtige Einstellung zu wählen und oftmals ist die interessante Fotosituation bis dahin längst vergangen. Daher benötigen Einsteiger eine Eingewöhnungsphase bis sie ihre Kamera richtig beherrschen. Aber der Aufwand lohnt sich! Ein weiterer Nachteil besteht in der Auswechselbarkeit der Objektive. Da sie mit dem Gehäuse keine Einheit bilden, können Schmutzpartikel in das Innere der Kamera gelangen. Liegen die feinen Staubkörnchen auf dem Sensor, werden Pixel verdeckt und die Auflösung wird schlechter. Abhilfe schafft eine integrierte Sensorreinigung.
Wie ist eine Spiegelreflexkamera aufgebaut?
Spiegelreflexkameras verdanken ihren Namen einem System von Spiegeln, das sich im Inneren des Kameragehäuses befindet. Das Licht, das durch das Objektiv in die Kamera gelangt, trifft zuerst auf einen Spiegel und wird von dort reflektierend weitergeleitet bis es auf den Bildwandler (Bildsensor) fällt. Der erste Spiegel ist so angeordnet, dass er die Reflexion auf einen weiteren beweglichen Spiegel lenkt, der wiederum das Bild in mehrere Richtungen weiterspiegeln kann. Erfunden wurde dieses System der Spiegelreflexionen eigentlich für die analoge Fotografie: Hier lenkt der letzte Spiegel das Bild entweder auf den zu belichtenden Film oder in den Sucher der Kamera. Das Ergebnis: Im Sucher erscheint exakt das Bild, das auch später auf dem Foto sein wird. So kann der Fotograf sowohl den Bildausschnitt als auch Schärfe und Kontrast mit dem Abblendhebel exakt kontrollieren.
Warum ist das Bild entweder im Sucher oder auf dem Sensor?
Beim Auslösen klappt der letzte Spiegel des Systems um, so dass das Bild nicht im Sucher zu sehen ist, sondern auf den Film bzw. den Sensor fällt. Im Moment des Auslösens ist im Sucher also nichts zu sehen. Das ist ein Problem, das digitale Spiegelreflexkameras durch die Live-View-Funktion gelöst haben.
Warum ist das Bild im Sucher so wichtig?
Dass der Fotograf im Sucher oder auf dem Monitor den Bildausschnitt und die Bildqualität kontrollieren kann, ist immens wichtig. Erst so können Bildkompositionen entstehen, die durch ihre gute Flächenaufteilung, ausgewogenen Farben und Kontraste einen künstlerischen Anspruch erheben können. Aber Spiegelreflexkameras sind auch für Fotografen wichtig, die weniger künstlerische Neigungen verfolgen. Schließlich verhindert die exakte Wiedergabe des Fotos im Sucher, dass beispielsweise das Gruppenfoto missrät oder dass in der Aufnahme nicht das erkennbar ist, was der Fotograf festhalten wollte.
Kamera mit einem oder zwei Objektiven?
Spiegelreflexkameras gibt es übrigens in zwei verschiedenen Bauarten: die ''einäugige'' und die ''zweiäugige'' Spiegelreflexkamera. Die typische Ausführung ist die ''einäugige'' Variante, der auch den digitalen Spiegelreflexkameras ihren Namen verliehen hat. DSLR steht für 'Digital Single Lens Reflex'. Die ''zweiäugige'' Variante besteht aus zwei Objektiven. Ein Objektiv lenkt das Licht auf den Film bzw. den Sensor, das andere Objektiv fungiert als Sucher.