Den richtigen Camcorder finden
Den passenden Camcorder zu finden, muss gar nicht so schwierig sein – vorausgesetzt, man weiß, welche Ansprüche man an eine Videokamera stellt.
Eine wichtige Entscheidung betrifft die Auflösung: Es kann zwischen Modellen, die in Standard Definition aufnehmen und solchen, die in High Definition aufnehmen, gewählt werden. Obwohl High Definition – zumindest theoretisch – die höhere Bildqualität bietet, da die Auflösung der Videos höher ist, kann Standard Definition auch Vorteile für sich verbuchen. So sind die Modelle zumeist preiswerter.
Welches Speichermedium?
Mittlerweile kann man bei der Entwicklung neuer Camcorder den Siegeszug nonlinearer Speichermedien beobachten. Nahmen früher viele Geräte auf MiniDV auf, stirbt dieses Medium mittlerweile aus. Das hat Nachteile für diejenigen, die sich noch einen Bandcamcorder anschaffen möchten – obwohl die Geräte teilweise eine sehr gute Videoqualität aufwiesen. Im Moment trifft man MiniDV-Camcorder vor allem im professionellen und semiprofessionellen Bereich. Hier finden Sie einen Übersicht über diese Camcorderklasse.
Welche Vorteile bieten nonlineare Speichermedien?
Nonlineare Speichermedien haben im Vergleich zu MiniDV den Vorteil, dass sie weniger empfindlich auf Stöße und Erschütterungen reagieren. Sie verbrauchen weniger Strom und entlasten somit die Akkus der Kamera. Sie sind kleiner und leichter und bringen den Geräten daher einen nicht unerheblichen Gewichtsvorteil. Zudem können die Camcorder kompakter gebaut werden. Vor allem aber erhöhen diese Medien den Bedienkomfort der Camcorder. Der Videofilmer kann schneller seine Aufnahmen durchsuchen – er muss nicht wie beim linearen Medium Band hin- und herspulen. Außerdem lassen sich die Daten leichter auf einen PC übertragen und sind einfacher zu bearbeiten. Dafür existiert jede Menge Software für den Videoschnitt und die Bildbearbeitung auf dem Markt. Ein weiterer Vorteil ist die Geräuscharmut dieser Art der Speicherung: Die Tonaufnahmen werden also weniger von Nebengeräuschen geplagt.
Speicherkarte, Festplatte und Solid State Drive
Zu den nonlinearen Speichermedien zählen verschiedene Geräte. Besonders beliebt sind Camcorder, die auf Speicherkarte aufnehmen. Speicherkarten sind vergleichsweise preisgünstig, klein und überall erhältlich. Eine noch größere Speicherkapazität weisen diejenigen Camcorder auf, die zusätzlich über eine Festplatte verfügen. Diese Vertreter sind allerdings zumeist etwas teurer als Speicherkarten-Camcorder. Ganz neu sind Camcorder, die auf SSD-Flash-Speicher aufnehmen. Beispielsweise Samsung hat Camcorder dieser Art vorgestellt, den HMX-H104, 105 und 106. Die SSD-Speicher ('Solid State Drive') sind noch unempfindlicher gegen Erschütterungen und benötigen noch weniger Strom als herkömmliche Festplatten. Zudem sollen sie eine längere Lebenszeit aufweisen.
Einige Camcorder können nur auf proprietäre Medien aufnehmen, das heißt, sie können nur mit den Speichermedien des Herstellers bestückt werden. Dazu zählen beispielsweise Geräte von Sony, die auf die verschiedenen Memorysticks von Sony aufnehmen.
Schon etwas älter sind Camcorder, die auf DVD aufzeichnen. Sie fallen zwar etwas größer aus, da sie ein DVD-Laufwerk enthalten. Dafür bieten sie den Vorteil, dass die Aufnahmen sofort und unkompliziert von jedem DVD-Player abgespielt werden können.
Viele Camcorder speichern Videoclips auf mehrere Arten und sind beispielsweise gleichzeitig mit Festplatte und Speicherkarte ausgestattet. Diese hybriden Camcorder finden Sie hier.
Wieviel Zoom?
In der Consumerklasse der Camcorder werden Geräte mit fest eingebautem Objektiv angeboten. Klar, dass da die Hersteller oft einen weiten Brennweitenumfang bieten möchten. Damit ermöglichen sie den Videofilmern auf beinahe jede Aufnahmesituation reagieren zu können – egal, ob das Motiv sehr weit entfernt ist oder sehr klein ist, aber nahe an der Linse vorbeikommt.
Der Markt bietet mittlerweile Camcorder, die einen 10fachen, 20fachen oder sogar einen mehr als 20fachen Zoom aufweisen.
Doch ein großer Brennweitenumfang ist nicht nur vorteilhaft. Die Objektive produzieren konstruktionsbedingt mehr Abbildungsfehler wie Verzeichnungen oder Farbsäume (chromatische Aberration), je mehr Zoom sie besitzen. Zudem muss ein großer Telebereich unbedingt mit einem optischen oder mechanischen Bildstabilsator gesichert werden, sonst gelingen ohne Stativ kaum unverwackelte Aufnahmen. Wichtiger als ein großer Zoomumfang ist die Brennweite. Bieten die Camcorder beispielsweise einen echten Weitwinkel (unter 35 Millimeter Brennweite) erleichtert dies enorm das Filmen in engen Räumen oder die Aufnahme von besonder interessanten Perspektiven.
Die Angaben zum digitale Zoom können Verbraucher getrost vergessen: Der digitale Zoom verschlechtert drastisch die Bildqualität und sollte nur im äußersten Notfall eingesetzt werden.
Welche Bauform?
Für welche Bauform man sich entscheidet, ist letztendlich Geschmackssache. Der Käufer hat die Wahl zwischen Camcordern in Pistolengriffform, die sehr stabil und vergleichsweise entspannt in der Hand liegen. Die klassische Form des Camcorders zwingt dagegen den Benutzer dazu, größtenteils die Hand nach oben zu halten. Dafür liegen die Camcorder in der Regel ruhiger in der Hand und können auch einfacher mit beiden Händen stabilisiert werden. Vor allem für YouTube-Nutzer bieten sich Camcorder im Handyformat an. Sie passen beinahe in jede Tasche und können immer dabei sein. Für eine etwas andere Konstruktion hat nun Samsung gesorgt: Der HMX-R10 filmt schräg nach oben und kann daher besonders entspannt gehalten werden. Durch seine Form kann der Filmemacher stets gleichzeitig Motiv und Display im Auge behalten.
Ausstattung: Von minimalistisch bis umfangreich
Der Preis eines Camcorders wird maßgeblich von seiner Ausstattung bestimmt. Hier muss sich der Kaufinteressent entscheiden: Reicht ein einfaches Display oder soll es schon ein Touchscreen sein? Camcorder mit Displays unter 2,5 Zoll Bildschirmdiagonale sind dabei oft viel preisgünstiger als Kameras mit einem Monitor, der mehr als 3 Zoll in der Diagonale misst. Das Gros der Videokameras verfügt über Displays, die zwischen 2,5 und 3 Zoll messen.
Für ambitionierte Videofilmer kommen beispielsweise nur Camcorder in Frage, die auch manuelle Einstellmöglichkeiten, sowie Zubehörschuhe für externe Mikrofone oder Blitzgeräte bieten. Auch bei den Anschlüssen herrschen große Unterschiede. Wer beispielsweise in High Definition filmt, sollte einen Camcorder mit HDMI-Ausgang wählen, um die hoch aufgelösten Videos auch auf einen Fernseher übertragen zu können.
Diejenigen, die besonders viel Komfort beim Dreh erwarten, können zudem auf integrierte Gesichtserkennung oder intelligente Automatik achten. Sehr wichtig für viele Filmemacher ist die Möglichkeit, neben Videos auch Fotos aufnehmen zu können: Hier finden Sie eine Übersicht über Camcorder mit Fotofunktion.
Preisunterschiede:
Einsteiger in die digitale Filmemacherei sollten für wirklich gute Camcorder zwischen 300 und 600 Euro investieren – je nach Vorlieben bei der Ausstattung. Wer sich lediglich einen kleinen Camcorder für Videos im YouTube-Format zulegen möchte, der kann heutzutage schon Geräte unter 200 Euro finden.




