Das Wichtigste auf einen Blick:
- Bei forciertem Fahrstil: moderner Diesel oder Hybridantrieb am sparsamsten
- Vollgas führt auch bei einigen Kleinwagen zu immensem Spritverbrauch
- Fahrradträger: Runter vom Dach bringt 20 Prozent weniger Mehrverbrauch
- Klimaanlagen schlucken zwischen 6% und 20%
- Sparpotenzial: Der richtige Reifendruck macht‘s
Dass das voll durchgetretene Gaspedal den Kraftstoffverbrauch enorm steigen lässt, ist allgemein bekannt. Dass dies allerdings auch für kleine Fahrzeuge gilt, wissen viele weniger. Auch die Beladung eines Autos mit Fahrrädern, der Einsatz der Klimaanlage oder ein falscher Reifendruck können den Spritverbrauch stark in die Höhe treiben und somit die Tankkosten erhöhen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Extrakosten dabei entstehen können, und gibt Tipps, wie man aus alltagstauglichen Verbrauchshelden keine Kraftstofffresser macht – für Verbrenner ebenso wie für Elektrofahrzeuge.
In Zeiten, in denen Sparsamkeit und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen, gewinnt die Debatte um energieeffizientes Fahren an Bedeutung. Während Elektroautos, Hybride und alternative Antriebe immer stärker in den Fokus rücken, geraten altbekannte Verbrauchsfallen oft in Vergessenheit – und gelten für Verbrenner wie Stromer gleichermaßen. Aus diesem Grund erinnert dieser Artikel an die klassischen Verbrauchstreiber und liefert konkrete Zahlen zu den Mehrkosten durch heftiges Beschleunigen, Zuladung, Klimaanlage und unzureichenden Reifendruck. Die Grundlagendaten stammen aus einem repräsentativen Test der Zeitschrift „Auto Bild" (Ausgabe 31/2009); ergänzende Angaben basieren auf aktuellen Untersuchungen des ADAC sowie weiterer Fachquellen.
Volle Power
Der Jaguar XKR mit seinen 510 PS verbraucht im Volllastbetrieb beachtliche 40,9 Liter, was einem Anstieg von 148 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Testverbrauch entspricht. Doch der größte Spritfresser des Tests war nicht der Jaguar, sondern der VW Passat Variant 2.0 TSI: Sein Verbrauch kletterte von 9,2 auf 27,1 Liter – ein Plus von 195 Prozent. Der Test bestätigt damit, dass Turbobenziner bei Volllast besonders stark im Verbrauch ansteigen. Fazit: Wer häufig flott unterwegs sein will, fährt mit einem modernen Diesel oder einem Hybridantrieb im Alltag sparsamer. Modelle mit Vierzylindermotoren wie der Dacia Logan MCV 1.5 dCi (6,6 statt 10,8 Liter, plus 64 Prozent) oder eine E-Klasse Mercedes (7,2 auf 14,4 Liter, plus 100 Prozent) sind insgesamt sparsamere Alternativen. Natürlich gibt es Ausnahmen: Beim Audi Q7 V12 quattro stieg der Verbrauch um 168 Prozent auf 36,5 Liter. Hinweis: Die im Test genannten Fahrzeugmodelle sind nicht mehr aktuell, die prinzipiellen Verbrauchszusammenhänge gelten jedoch unverändert für alle Verbrennungsfahrzeuge.Kleinwagen im Volllastbetrieb
Auch in der Klasse der kleinen Fahrzeuge können die Verbrauchswerte in die Höhe schnellen. So erhöhte sich der Benzinbedarf des Ford Fiesta 1.25 auf 14,2 Liter (plus 115 Prozent), der Kia Cee'd 1.4 CVVT benötigte bei Vollgas sogar 18,7 Liter – ein Plus von 156 Prozent. Das Prinzip gilt auch für neuere Kleinwagen: Wer ein modernes Fahrzeug mit Turbomotor konsequent im unteren Drehzahlbereich und mit vorausschauender Fahrweise bewegt, kann den Verbrauch im Alltag gegenüber dem Volllastbetrieb um 50 bis über 100 Prozent senken.Fahrradträger & Dachboxen
An schönen Sonntagen heißt es häufig: Fahrräder aufs Dach und raus ins Grüne – doch das ist nicht immer die sparsamste Variante. Bis zu 20 Prozent weniger Mehrverbrauch entsteht, wenn die Fahrräder auf einem Heckträger transportiert werden. Noch wirtschaftlicher ist es, das Rad ganz zu Hause zu lassen und vor Ort zu leihen. Im Test des Ford Mondeo stieg der Verbrauch mit Fahrrädern und Dachbox bei Tempo 160 km/h um bis zu 52,6 Prozent, was einem Mehrverbrauch von 5,11 Litern entspricht. Selbst bei reduziertem Tempo von 100 km/h ließ sich ein Anstieg von 30,6 Prozent messen. Im Gegensatz dazu zahlt sich langsames Fahren besonders bei Dachboxen aus: Während bei Tempo 100 nur ein marginaler Anstieg im Zehntel-Liter-Bereich gemessen wurde, steigen die Verbrauchswerte ab 120 km/h deutlich – plus 1,1 Liter. Dasselbe Prinzip gilt auch für Elektroautos: Jede aerodynamische Beeinträchtigung durch Dachaufbauten reduziert die Reichweite spürbar, da der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst.Klimaanlage: Verbrenner und Elektroauto im Vergleich
Der Mehrverbrauch durch die Klimaanlage fiel im ursprünglichen Auto-Bild-Test von 2009 mit 4,1 Prozent noch vergleichsweise gering aus – ein Wert, der heutigen Fahrzeugen nicht mehr gerecht wird. Moderne ADAC-Messungen zeigen ein differenzierteres Bild: Im Schnitt liegt der Mehrverbrauch über alle Systeme hinweg bei rund 10 bis 15 Prozent. Im Stadtverkehr ist mit rund 20 Prozent zusätzlichem Kraftstoffbedarf zu rechnen, außerorts bei etwa 100 km/h mit rund sechs Prozent. Die Unterschiede erklären sich vor allem durch modernere, leistungsfähigere Klimakompressoren in heutigen Fahrzeugen sowie höhere Komfortanforderungen. Die ursprüngliche Grundaussage bleibt jedoch gültig: Mit steigender Geschwindigkeit sinkt der prozentuale Mehrverbrauch durch die Klimaanlage, da der Fahrtwindwiderstand dann dominiert.Für Elektrofahrzeuge gelten eigene Gesetze: Bei Außentemperaturen von 30 °C und mehr steigt der Stromverbrauch durch die Klimaanlage um etwa 1,0 bis 2,0 kWh pro 100 Kilometer. Der ADAC-Stautest mit einem Tesla Model Y zeigte jedoch, dass der Mehrverbrauch durch Kühlung im Sommer für E-Autos insgesamt moderat bleibt. Viele aktuelle Elektromodelle sind zudem mit einer Wärmepumpe ausgestattet, die sowohl heizen als auch kühlen kann – deutlich effizienter als konventionelle Klimakompressoren. Tipp: Klimaanlage oder Heizung bereits per App während des Ladevorgangs vortemperieren, um Akku zu schonen.
Der Rat, im Stadtverkehr lieber das Fenster zu öffnen als die Klimaanlage einzuschalten, gilt nach wie vor – allerdings mit Einschränkung: Ab etwa 80 bis 100 km/h verursacht ein geöffnetes Seitenfenster selbst einen Mehrverbrauch von rund 0,2 Liter je 100 km durch erhöhten Luftwiderstand, sodass sich dann die Klimaanlage als die sparsamere Option erweist.
Reifendruck & Leichtlaufreifen
Ähnlich verhält es sich beim falschen Reifendruck, der neben Fahrstabilität, Komfort und Bremsverhalten auch den Spritverbrauch beeinflusst. Bei 100 km/h und 160 km/h wurden im Test jeweils rund 4,9 Prozent mehr Kraftstoffverbrauch gemessen. Wer den empfohlenen Druck regelmäßig kontrolliert und einhält, schützt gleichzeitig Reifen und Geldbeutel. Tipp: Ein um bis zu 0,2 bar erhöhter Reifendruck gegenüber dem Herstellerwert ist in der Regel unbedenklich und reduziert durch die kleinere Aufstandsfläche den Rollwiderstand leicht.Effektiv Sprit sparen lassen sich mit Leichtlaufreifen (auf dem EU-Reifenlabel als Energieeffizienzklasse A oder B gekennzeichnet): Im ursprünglichen Test mit Goodyear EfficientGrip-Reifen sank der Kraftstoffverbrauch des Ford Mondeo bei 100 km/h und 140 km/h um bis zu 11,8 beziehungsweise 11,4 Prozent – ein spürbarer Vorteil. Bei 160 km/h fiel der Spareffekt mit 2,7 Prozent deutlich geringer aus. Für Elektrofahrzeuge wirkt sich ein niedriger Rollwiderstand besonders positiv aus, da er die Reichweite unmittelbar verlängert. Beim Reifenkauf lohnt sich deshalb ein Blick auf das EU-Reifenlabel: Die Energieeffizienzklasse gibt Auskunft darüber, wie viel Kraftstoff oder Strom ein Reifen im Betrieb „kostet".

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