Das Wichtigste auf einen Blick:
- DiSEqC notwendig ab zwei oder mehr Sat-Positionen
- Bei einer einzigen Satellitenposition reichen analoge Schaltbefehle
- DiSEqC 1.0 für bis zu vier Sat-Positionen – bei nahezu allen Receivern Standard
- DiSEqC 1.2 und DiSEqC 1.3 (USALS) für Sat-Anlagen mit Drehmotor
- DiSEqC 2.0, 2.1 und 2.2 ermöglichen bidirektionale Kommunikation und Fehlerdiagnose
- Unicable (EN 50494) und JESS/Unicable II (EN 50607) für moderne Einkabelanlagen
DiSEqC steht für „Digital Satellite Equipment Control“ und bezeichnet einen Industriestandard zur Steuerung von Satellitenanlagen, der in den 1990er Jahren von Eutelsat und Philips entwickelt wurde. Sat-Receiver, die den DiSEqC-Standard unterstützen, ermöglichen die Ansteuerung von zwei oder mehr Satellitenpositionen. Dabei gibt es verschiedene Versionen von DiSEqC. Welche Varianten existieren und welche Funktionen bieten sie?
Kompakter DVB-S2-Receiver mit PVR-Funktion und Unicable-Unterstützung: Xoro HRS 8660. (Bildquelle: amazon.de)
Sat-Receiver mit DiSEqC für mehrere Satellitenpositionen
Beim Satellitenfernsehen sind oft mehrere Satellitenpositionen im Einsatz, die jeweils auf vier verschiedene ZF- oder Zwischenfrequenz-Ebenen aufgeteilt sind (Low-Band horizontal, Low-Band vertikal, High-Band horizontal, High-Band vertikal). Dadurch steigt die Anzahl der verfügbaren Programme erheblich. Grundsätzlich erfordert jede dieser vier Ebenen eine separate Leitung, da sich die ZF-Ebenen nicht gleichzeitig über ein einziges Kabel vom LNB zum Receiver übertragen lassen. Um diesen Aufwand zu vermeiden, wird das Single- oder Twin-LNB beziehungsweise der externe Multischalter (bei Quattro-LNBs ohne eingebauten Multischalter) umgeschaltet. Für den Empfang einer einzelnen Satellitenposition reichen analoge Schaltbefehle aus; bei mehreren Satellitenpositionen und einer höheren Anzahl notwendiger Schaltvorgänge sorgt der digitale DiSEqC-Standard für die Steuerung. Wer mehrere Quattro-LNBs nutzt, benötigt einen Multischalter mit 8, 12 oder 16 Eingängen, während bei mehreren Single- oder Twin-LNBs oder Multischaltern mit vier Eingängen ein DiSEqC-Schalter zum Einsatz kommt.
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DiSEqC-Versionen bei DVB-S2- und DVB-S2X-Receivern
Damit per Fernbedienung verschiedene Satellitenpositionen angewählt werden können und somit eine DiSEqC-Steuerung initiiert wird, muss der Sat-Receiver (als DiSEqC-Master) in der Lage sein, digitale Steuerbefehle zu senden. Die weitverbreitetste Version ist DiSEqC 1.0, die von fast allen aktuellen Sat-Receivern unterstützt wird. Damit lassen sich bis zu vier Satellitenpositionen mit jeweils vier ZF-Ebenen ansteuern (insgesamt 16 Schaltbefehle). Die Weiterentwicklung DiSEqC 1.1 erlaubt bis zu 64 Satellitenpositionen mit vier ZF-Ebenen (256 Schaltbefehle) und unterstützt kaskadierte, also in Reihe geschaltete DiSEqC-Schalter. Für Anlagen mit Drehantrieb, bei denen kein Multifeed-System (mehrere LNBs) installiert ist, benötigt man einen Receiver mit DiSEqC 1.2 beziehungsweise DiSEqC 1.3. Diese Erweiterung zeichnet sich durch einen vereinfachten Einrichtungsprozess aus und wird auch als USALS (Universal Satellites Automatic Location System) bezeichnet. Hier reicht die Eingabe der eigenen geografischen Koordinaten, damit der Receiver automatisch den passenden Schwenkwinkel für jeden Satelliten berechnet.Zusätzlich zu den unidirektionalen 1.x-Versionen existieren die bidirektionalen Varianten DiSEqC 2.0, 2.1 und 2.2. Diese bieten die gleichen Funktionen wie die jeweiligen 1.x-Versionen, erweitern diese aber um eine Rückkanalfunktion: So können angeschlossene Komponenten wie LNBs, Multischalter oder DiSEqC-Schalter dem Receiver Bestätigungen senden und sich automatisch anmelden. Dies erleichtert sowohl die Installation als auch die Fehlerdiagnose erheblich. DiSEqC 2.2 verbindet die Motorsteuerung von DiSEqC 1.2/1.3 mit dem bidirektionalen Kommunikationsmodus und ermöglicht es, dem Receiver die aktuell angefahrene Satellitenposition des Motors rückzumelden.
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