Das Wichtigste auf einen Blick:
- Empfang per LAN, WLAN oder Powerline – keine zusätzliche Antennenzuleitung nötig
- Keine Stern- oder Baumverkabelung notwendig – ideal für Mehrraum-Nutzung
- Neben Sat-Signalen lassen sich auch DVB-T2-HD- und DVB-C-Sender übertragen
- Für paralleles Streaming auf mehrere Geräte empfiehlt sich WiFi 6 oder ein Mesh-WLAN
- Pay-TV, Aufnahme, Timeshift, HbbTV und EPG auf stationären Geräten wie gewohnt nutzbar
- Pay-TV-Entschlüsselung auf mobilen Geräten ohne CI-Slot oder Kartenleser nicht möglich
Im Normalfall benötigt man eine Signalleitung von der Antenne oder Kabeldose zum Receiver. Doch es geht auch anders: Sat-IP-Receiver empfangen sowohl freie als auch verschlüsselte Programme über das heimische Netzwerk – somit sind sie auch in Räumen einsetzbar, in denen keine direkte Sat-Zuleitung vorhanden ist.
Der Megasat HD 935 Twin V4 streamt das Satellitensignal per LAN oder WLAN auf bis zu zwei weitere Geräte im Heimnetz. (Bildquelle: amazon.de)
Sat-, Antennen- und Kabelfernsehen über LAN, WLAN oder Powerline
Receiver mit der Bezeichnung „Sat-IP“ oder „TV-IP“ empfangen Sender in SD-, HD- und UHD-Qualität. Diese werden von einem Sat-IP-Server oder geeigneten Komponenten wie LNBs, Multischaltern, Fernsehern oder TV-Receivern mit Sat-IP-Serverfunktion in IP-Signale umgewandelt. Anschließend können diese Signale über das Stromnetz via Powerline, über LAN-Kabel oder drahtlos per WLAN weitergeleitet werden. Das System wurde ursprünglich für digitale Satellitensignale (DVB-S, DVB-S2, DVB-S2X) entwickelt, wurde später aber auch für DVB-T und DVB-C angepasst – daraus resultiert der Begriff TV-IP. Das heißt: Zusätzlich zu Sat-Signalen wird eine Vielzahl von Sat-IP-Servern mit DVB-T2-HD (Antenne) und DVB-C (Kabel) Signalen gespeist. Der Server konvertiert diese und verteilt sie an kompatible Sat-IP- beziehungsweise TV-IP-Clients.Fernsehen im gesamten Haus – per WLAN auch auf mobilen Geräten
Der größte Vorteil dieses Verfahrens ist: Sie können im ganzen Haus fernsehen, ohne neue Antennenkabel zu verlegen. Dafür verbindet man den Server einfach mit dem heimischen Netzwerk, also Ihrem Router. WLAN eignet sich hervorragend, wenn Sie auf mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones fernsehen möchten – vorausgesetzt, die passende App ist installiert. Für iOS und Android gibt es inzwischen ausgereifte Anwendungen, die Live-TV, Aufnahmefunktionen und EPG-Zugriff komfortabel ermöglichen. Möchten Sie parallel mehrere Programme auf verschiedenen Geräten streamen, ist ein leistungsstarker Router empfehlenswert. Moderne Modelle mit WiFi 6 oder WiFi 6E sorgen für stabilere Verbindungen als ältere WLAN-Standards. Auch die baulichen Gegebenheiten beeinflussen die WLAN-Qualität: Stahlbetonwände und große Entfernungen können die Signalstärke mindern. Hier ist der Einsatz eines Mesh-WLAN-Systems sinnvoll, um das Netzwerk gleichmäßig in mehreren Stockwerken zu verteilen. Alternativ können TV-Receiver, Desktop-PCs und Fernseher mit Sat-IP-Client auch mittels LAN-Kabel oder Powerline-Anbindung verbunden werden.Auf mobilen Geräten ohne integrierten Kartenleser oder CI-Plus-Steckplatz können keine Pay-TV-Sender empfangen werden – da Pay-TV aus rechtlichen Gründen immer lokal entschlüsselt werden muss. Diese Dienste sind hingegen auf TV-Receivern und Fernsehern mit entsprechender Entschlüsselungsfunktion verfügbar. Ebenso bleiben weitere Features wie Aufnahme, Timeshift und HbbTV uneingeschränkt nutzbar.





