Das Wichtigste auf einen Blick:
- Funktionsjacken eignen sich gut fürs Zwiebelprinzip
- Nicht jede Outdoorjacke ist wasserdicht
- Die Wassersäule gibt bei Regenjacken die Wasserdichtigkeit an
- Funktionsjacken sind auch im Alltag praktisch
- Es gibt für für jeden Zweck die passende Funktionsjacke
- Doppeljacken vereinen mittlere und äußere Schicht
Was sollten Sie vor dem Kauf einer Funktionsjacke beachten?
Wenn Sie eine Funktionsjacke kaufen möchten, stößt man häufig auf den Begriff Zwiebelschalenprinzip oder Zwiebelprinzip. Dabei geht es um das clevere Tragen mehrerer funktionaler Kleidungsschichten, um bestmöglichen Wetterschutz bei jeder Situation zu gewährleisten. Weitere Bezeichnungen für dieses Konzept sind Layer System, Drei-Lagen-Prinzip oder Drei-Schichten-Prinzip.
Funktionsjacken sind optimal für Outdoor-Abenteuer geeignet. (Bildquelle: vaude.com)
Outdoorjacken bieten den Vorteil, dass sie sowohl in Kombination mit weiteren Kleidungsstücken als auch alleine sehr praktisch sind. Hersteller führen für unterschiedlichste Aktivitäten passende Modelle. Damit Sie sowohl bei wärmeren wie auch bei kalten Temperaturen gut ausgestattet sind, ist es hilfreich, die diversen Funktionsjacken-Typen zu kennen. Funktionsjacken eignen sich übrigens nicht nur für den Outdoorbereich, sondern können auch im Alltag getragen werden. Die Jacken werden in vielen verschiedenen Designs angeboten, sodass Sie mit Ihrer Outdoorjacke stets gut gekleidet sind – sei es auf dem Weg zur Arbeit, bei Reisen oder einer Trekkingtour in alpiner Umgebung. Für vielseitige Outdooraktivitäten ergänzen sich robuste Wanderhosen hervorragend zur Funktionsjacke.
Unterste Schicht – Was versteht man unter einem Base Layer?
Wenn Sie bei kühleren Temperaturen Sport machen oder beispielsweise mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, ist es sinnvoll, als erste Schicht (Base Layer) Funktionsunterwäsche oder Funktionsshirts zu tragen. Diese speziellen Unterzieher für Damen und Herren zeichnen sich durch besonders hohe Atmungsaktivität und schnell trocknende Materialien aus. Bei schweißtreibenden Aktivitäten wird Feuchtigkeit effektiv von innen nach außen transportiert, sodass Sie trocken bleiben. Atmungsaktive Sportunterwäsche hält warm und verhindert gleichzeitig eine Überhitzung des Körpers. Neben Unterhemden und Sport-BHs bieten Hersteller auch Unterhosen für Herren sowie Sport-Pantys für Damen an.
Funktionsshirts sind hervorragend als Base Layer unter der Funktionsjacke geeignet (Bildquelle: icebreaker.com)
Mittlere Schicht – Welche Jacken passen als Mid Layer?
Dünne Funktionsjacken eignen sich bestens als mittlere Schicht (Mid Layer). Dafür kommen zum Beispiel Softshelljacken, Thermojacken oder Fleecejacken infrage. Sie sind besonders komfortabel zu tragen und überzeugen durch ihre angenehme Weichheit und Flexibilität.Fleecejacke – ideal für gemütliche Hüttenabende
Fleecejacken sind klassische Zweitschichtenjacken, die viele Vorteile im Zwiebelschalenprinzip bieten. Sie sind bequem, speichern die Körperwärme und garantieren deshalb einen hohen Tragekomfort. Außerdem sind sie sehr atmungsaktiv und sorgen für ein angenehmes, trockenes Klima in der Jacke bei anstrengenden Aktivitäten in den Bergen. Fleecejacken sind zudem meist leicht und eignen sich hervorragend als Mid Layer, können aber auch an kühleren Frühlingstagen oder Sommerabenden gut alleine getragen werden.
Fleecejacken sind klassische, kuschelige und atmungsaktive Mid Layer (Bildquelle: vaude.com)
Softshelljacke – optimale Jacke für sportliche Aktivitäten
Softshelljacken ähneln in vielen Eigenschaften den Fleecejacken. Sie sind atmungsaktiv und meist wasser- und windabweisend, aber nicht vollständig wasserdicht. Dadurch sind sie bei leichtem, kurzzeitigem Regen auch solo tragbar – an warmen Tagen können Softshells somit die äußerste Schicht sein. Die Wassersäule von Softshells ist gegenüber Regenjacken jedoch deutlich geringer. Wenn Sie sich längere Zeit bei starkem Regen im Freien aufhalten, werden Sie mit einer Softshell nass.Dank Elasthan im Material sind Softshelljacken sehr flexibel und elastisch, zudem erlauben sie trotz ihrer oft kürzeren, körpernahen Passform eine große Bewegungsfreiheit. Deshalb sind Softshells ideal für sportliche Outdoor-Aktivitäten. Durch ihr geringes Gewicht und ein im Vergleich zu Fleecejacken deutlich kompakteres Packmaß lassen sie sich problemlos im Wanderrucksack mitnehmen und sind jederzeit griffbereit. Manche Modelle verfügen sogar über eine Funktion, bei der sich die Jacke in die eigene Tasche packen lässt – diese nennt man Packaway.
Thermojacken sind eine gute Alternative zu Daunenjacken (Bildquelle: jack-wolfskin.de)
Thermojacke – optimale Alternative zur Daunenjacke
Bei kalten Temperaturen im Winter, bei alpinen Hochtouren oder Expeditionen in Polarregionen sowie generell bei kühlem Wetter im Alltag eignen sich Thermojacken oder Isolationsjacken als zweite Schicht. Daunenjacken bieten wie Thermojacken mit synthetischer Füllung eine ausgezeichnete Wärmeisolierung gegen Unterkühlung. Solche Jacken sind meistens nur wasserabweisend, aber nicht wasserdicht, und sollten deshalb bei starkem Regen nicht getragen werden. Ein großer Vorteil synthetischer Isolationsjacken ist, dass sie auch im feuchten Zustand noch gut wärmen. Thermojacken sind besonders bei Bergsportarten wie Eisklettern oder Skifahren sinnvoll. Sie können ebenso gut als leichte Winterjacke im Alltag getragen werden.
Softshelljacken sind durch ihre körpernahe Passform und hohe Beweglichkeit ideal für sportliche Outdoor-Aktivitäten (Bildquelle: mammut.com)
Äußere Schicht – Welche Jacke eignet sich als Shell Layer?
Um optimal vor schlechtem Wetter geschützt zu sein, sollten Sie als äußerste Schicht eine Hardshelljacke oder Regenjacke wählen. Diese mehrlagigen Funktionsjacken sind dank spezieller Membranen nicht nur atmungsaktiv, sondern auch wasserdicht und winddicht. Häufig sind die Nähte bei Hardshells versiegelt, sodass sie auch bei starkem, langanhaltendem Regen, Wind oder Schnee schützen und trotzdem ein trockenes Klima zwischen Körper und Kleidung ermöglichen. Bei anstrengenden Tätigkeiten hilft es, wenn die Jacke über Reißverschlüsse unter den Armen verfügt, um bei Bedarf für eine bessere Belüftung zu sorgen.
Die Unterarmbelüftung verbessert das Klima unter einer Hardshelljacke (Bildquelle: thenorthface.com)
Hardshelljacken bestehen aus strapazierfähigem, langlebigem Material und eignen sich daher besonders fürs Klettern und Trekking. Sie sind ebenso perfekt für Wanderer oder den Alltag bei Regen. Möchten Sie nur vor Kälte schützen, wählen Sie besser eine Daunen- oder Thermojacke. Die Wasserdichtigkeit Ihrer Hardshelljacke lässt sich durch regelmäßiges Imprägnieren erhalten oder nach dem Waschen wieder herstellen. Damit Sie bei Regen draußen keinen Schirm brauchen, sind viele Hardshell- und Regenjacken mit großen, verstellbaren Kapuzen ausgestattet. Unter den meisten Kapuzen findet sogar ein Helm Platz, sodass Sie auch beim Radfahren oder Bergsteigen optimal vor Nässe geschützt sind. Einige Kapuzen lassen sich sogar unter einem Fahrradhelm tragen.
Zudem bieten Hersteller häufig Kombinationen aus mittlerer und äußerer Schicht in einer Funktionsjacke an: sogenannte Doppeljacken oder 3-in-1-Jacken. Dabei sind zwei Jacken per Reißverschluss verbunden, meist eine Fleecejacke als mittlere und eine Hardshell als äußere Schicht. Es gibt auch Varianten mit Softshell- oder Thermojacken als Mittel-Layer. Ein praktischer Vorteil ist, dass sich beide Jackelemente einzeln tragen lassen.
3-in-1-Jacken vereinen äußere und mittlere Schicht in einem Kleidungsstück (Bildquelle: thenorthface.com)
Suchen Sie lediglich Windschutz beim Joggen oder Radfahren, ist eine Windjacke eine gute Wahl. Diese Windstopper bieten eine hohe Winddichtigkeit, sind oft auch wasserabweisend, aber nicht völlig wasserdicht. Windjacken sind sehr leicht und lassen sich sehr kompakt verstauen. Sie eignen sich als Laufjacke oder Fahrradjacke, werden aber aufgrund ihres sportlichen Designs auch als Übergangsjacke im Alltag gern getragen.
Was versteht man unter der Wassersäule?
Wenn Sie Tests von Stiftung Warentest oder anderen Fachmagazinen lesen oder Herstellerdetails zur Wasserdichtigkeit von Funktionsjacken anschauen, begegnet Ihnen oft der Begriff Wassersäule. Doch was genau bedeutet das? Und wie hoch sollte die Wassersäule für eine gute Hardshell oder Regenjacke sein?
Windjacken sind besonders leicht und klein verstaubar (thenorthface.com)
Die Wassersäule gibt an, welchem Wasserdruck ein Material standhält. Ursprünglich wurde dieser Druck mit einem mit Wasser gefüllten Rohr gemessen, woraus sich der Begriff Wassersäule als Maß für Wasserdichtigkeit etabliert hat. Je höher die Zahl der Wassersäule, desto stärker ist der Druck, den die Jacke aushält – und damit steigt die Wasserdichtigkeit. Zum Vergleich: Der Druck, den eine liegende Person ausübt, entspricht ungefähr einer Wassersäule von 1.000 Millimetern; bei einer sitzenden Person sind es etwa 5.000 Millimeter; und bei kniender Position ungefähr 14.000 Millimeter.
Ob eine bestimmte Wassersäule als ausreichend gilt, hängt vom Land und individuellen Anforderungen ab. In Deutschland wird ein Material schon ab 1.000 Millimeter als wasserdicht angesehen, während die Schweiz erst ab 4.000 Millimetern von Wasserdichtigkeit spricht.
Die Wassersäule gibt Aufschluss über die Wasserdichtigkeit einer Funktionsjacke (Bildquelle: fjallraven.com)
Hochwertige und meist eher teure Funktionsjacken von bekannten Marken wie The North Face, Mammut oder Marmot weisen meist Wassersäulen über 10.000 Millimeter auf. Robustere Hardshells für Trekking oder Bergsteigen von Herstellern wie Schöffel, Vaude oder Jack Wolfskin erreichen sogar Werte bis zu 30.000 Millimetern – hier können Sie von absoluter Wasserdichtigkeit ausgehen. Liegt die Wassersäule unter 10.000 Millimetern, gilt die Jacke zwar formal als wasserdicht und schützt zuverlässig bei Regen und Niesel, stößt jedoch bei starkem, andauerndem Regen früher an ihre Grenzen. Die meisten Regen- und Hardshelljacken haben eine Wassersäule zwischen 10.000 und 15.000 Millimetern, was für den Alltag vollkommen ausreicht. Um die Dichtigkeit zu erhalten, sollten Jacken regelmäßig imprägniert werden.
Welche Funktionsjacken schneiden in Tests und Bewertungen am besten ab?
Funktionsjacken aller Art (Regenjacken, Windjacken, Laufjacken, Softshells, Hardshells) werden von Fachmagazinen wie outdoor, Bergsteiger, ALPIN und weiteren regelmäßig geprüft. Auch die Stiftung Warentest nimmt sich immer wieder Outdoorjacken vor und beurteilt deren Atmungsaktivität sowie Wasser- und Winddichtigkeit.Tester von Outdoor-Magazinen legen oft besonderen Wert auf Tragekomfort und Passform passend zum Einsatzgebiet. Beispielsweise ist bei einer Jacke für Kletterer oder Bergsteiger entscheidend, dass eine Kapuze über einen Helm passt. In Erfahrungsberichten von Verbraucher:innen bekommt man meist Informationen zur Passform und zum Schnitt der Jacken. Bewertungen geben häufig auch Hinweise darauf, ob die Jacken wirklich regendicht sind und sich gut für Spaziergänge bei schlechtem Wetter oder Gassigehen mit dem Hund eignen. Zudem rückt die Nachhaltigkeit von Funktionsjacken in Tests und Kundenmeinungen immer mehr in den Fokus. Viele Hersteller setzen zunehmend auf Jacken aus recycelten und fluorfrei produzierten Materialien.
Zahlreiche Funktionsjacken überzeugen mit guter Passform und sind für den Alltag geeignet (Bildquelle: jack-wolfskin.de)
























































