Das Wichtigste auf einen Blick:
- Softshells sind meistens winddicht und wasserabweisend
- Modelle mit Membran besitzen einen besseren Wetterschutz
- Softshelljacken sind leicht, elastisch und atmungsaktiv
- Sofsthells eignen sich als weicher, wärmender Mid Layer
- Softshelljacken sind selten komplett wasserdicht
- Viele Hersteller haben auf PFC-freie Imprägnierungen umgestellt
Die Arcteryx Alpha Comp Hoody ist ein Beispiel für eine leichte Softshelljacke mit Membran, die beim Klettern eingesetzt wird. (Bildquelle: amazon.de)
Was ist beim Kauf von Softshelljacken besonders zu beachten?
Je nachdem, für welchen Zweck Sie Ihre Softshelljacke verwenden möchten, sollte zu Beginn geklärt werden, ob ein Modell mit Membran oder ohne infrage kommt. Wenn der Schutz vor widrigen Wetterbedingungen im Vordergrund steht, ist eine Membran klar von Vorteil.Entscheidend ist auch die Beschaffenheit der Reißverschlüsse, um sich effektiv vor Wind und Regen zu schützen. Optimal sind Reißverschlüsse, die unterlegt und verschweißt sind, damit keine Feuchtigkeit oder Zugluft eindringen kann. Zudem verhindert eine Reißverschlussgarage, dass der Reißverschluss unangenehm am Kinn reibt oder Haut und Bart eingeklemmt werden. Verstellbare Gummizüge beziehungsweise Klettverschlüsse am Bündchen unten, an den Ärmeln und am Kragen sorgen dafür, dass auch an diesen Stellen kein Wind oder Regen eindringen kann. Gleichzeitig verhindern sie, dass die Jacke bei schnellen Bewegungen hochrutscht – ein großer Pluspunkt beim Klettern.
Besitzt die Softshell eine Kapuze, ist darauf zu achten, dass diese so konstruiert ist, dass sie Bewegungen mitmacht und nicht ins Gesicht rutscht. Bewegungsfreiheit ist hier ein entscheidendes Kriterium. Falls Sie die Jacke mit einem Helm, etwa beim Radfahren, Klettern oder Bergsteigen tragen wollen, empfiehlt es sich, sie mit Helm anzuprobieren, um sicherzugehen, dass Kapuze und Helm miteinander harmonieren.
Welche Softshelljacken überzeugen in Tests am meisten?
Idealerweise verbinden Softshelljacken eine winddichte und wetterfeste Außenhaut mit einer wärmenden Mittelschicht. Tester konzentrieren sich dabei insbesondere auf den Wetterschutz und den Tragekomfort. Die Frage lautet: Wie effektiv halten die Jacken Wind und Wasser ab, und wie atmungsaktiv sind sie? Zwar erreichen Softshells nicht das wasserdichte Niveau von Hardshelljacken oder Regenjacken, dennoch sollten sie leichten Regen oder Niesel gut überstehen.Beim Komfort bewerten Experten sowohl den Tragekomfort als auch die Atmungsaktivität. Weiches, elastisches Material, das ausreichend Bewegungsfreiheit bietet und nicht zum Überhitzen führt, punktet. Gut zugängliche Reißverschlüsse zur Belüftung, sinnvoll platzierte Brust- und Seitenfächer sind ebenfalls Pluspunkte, besonders wenn sie sich trotz eines getragenen Rucksacks und geschlossenem Hüftgurt noch gut erreichen lassen. Außerdem sollten Reißverschlüsse leicht zu bedienen sein und Ärmelbündchen verstellbar. Die Oberflächenstruktur des Materials darf beim Tragen mit Rucksack oder durch äußere Einflüsse nicht schnell aufrauen oder Fäden ziehen, denn das führt zu Punktabzügen. Neben dem Material spielen bei Softshell-Tests auch Gewicht, Passform und Packmaß eine große Rolle. Softshelljacken sollen möglichst leicht sein, ein kleines Packmaß besitzen. Die Passform ist je nach Modell sportlich-eng oder regulär geschnitten – dank elastischem Material bieten beide Varianten in der Regel ausreichend Bewegungsspielraum für sportliche Aktivitäten.
Robust, elastisch und sehr atmungsaktiv: das Tierra Ace Hood Jacket. (Bildquelle: tierra.com)
Softshell mit oder ohne Membran – welche Variante ist besser?
Softshelljacken werden meist aus zwei oder drei Lagen gefertigt. Bei zweilagigen Laminaten kleben zwei Schichten zusammen: Die Innenseite besteht aus einem feinen, wärmenden Material, wie Fleece oder Velours, das für angenehme Wärme und Komfort sorgt. Die Außenseite wird aus einer strapazierfähigen, abriebfesten und wasserabweisenden Kunstfaser gefertigt, deren dichtes Gewebe außerdem Wind abweist.Bei dreilagigen Jacken ist zwischen Außen- und Innenschicht eine Membran eingearbeitet, die einen besseren Wetterschutz bietet. Solche Softshells sind in der Regel komplett winddicht und stark wasserabweisend, jedoch nicht vollständig wasserdicht wie hochwertige Hardshelljacken. Der Nachteil bei dreilagigen Laminaten liegt darin, dass durch die Membran trotz ihrer Dampfdurchlässigkeit die Atmungsaktivität etwas verringert wird und die Jacke zudem schwerer und teurer ist.
Softshells ohne Membran nutzen optimal die Eigenschaften des stark feuchtigkeitsleitenden und atmungsaktiven Materials und eignen sich daher hervorragend für schweißtreibende und intensive Aktivitäten. Steht jedoch der Schutz vor Wind im Vordergrund, beispielsweise beim Radfahren oder Skilanglauf, ist eine dreilagige Jacke mit Membran die bessere Wahl.
Imprägnierung und Nachhaltigkeit: Worauf beim Kauf 2026 zu achten ist
Ein beim Kauf von Softshelljacken zunehmend wichtiger Aspekt ist die Imprägnierung: Die sogenannte DWR-Ausrüstung (Durable Water Repellency) sorgt dafür, dass Wasser an der Außenseite abperlt, anstatt in den Stoff einzudringen. Jahrelang wurden dafür per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC bzw. PFAS) eingesetzt, die sich in der Umwelt anreichern und als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden. Die EU arbeitet an einem schrittweisen PFAS-Verbot, das ab 2026 greift.Viele Hersteller – darunter Jack Wolfskin, Vaude, Schöffel und Fjällräven – haben ihre Softshelljacken bereits auf PFC-freie Imprägnierungen umgestellt. PFC-frei ist heute zwar noch kein flächendeckender Marktstandard, aber ein wachsendes und klar ausgewiesenes Segment. Beim Kauf empfiehlt es sich, gezielt auf konkrete Bezeichnungen wie „PFC-free DWR", „Bionic Finish Eco" oder „Ecorepel" zu achten – allgemeine Begriffe wie „nachhaltig" sind oft wenig aussagekräftig. Auch Recyclingmaterialien im Oberstoff (z. B. recyceltes Polyester) sind ein gutes Zeichen für eine durchdachte Produktpolitik.
Zu beachten ist: Die Imprägnierung nutzt sich durch Waschen und Gebrauch mit der Zeit ab. Eine regelmäßige Nachimprägnierung mit einem PFC-freien Einwaschimprägnierer (z. B. von Nikwax) hält die Funktion der Jacke langfristig aufrecht – und schont dabei Ressourcen, da die Jacke so deutlich länger genutzt werden kann.


























