Pro­zes­so­ren: Tests & Test­sie­ger

Neben der Grundfrage, ob es nun ein Intel- oder AMD-Prozessor sein soll, gibt es noch zahlreiche weitere wichtige Details. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten CPUs am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet. Der letzte Test ist vom .

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Ratgeber: Prozessoren

Intel-​ oder AMD-​CPU

Das Wichtigste auf einen Blick:
  1. am Desktopmarkt zwei konkurrierende Hersteller: AMD und Intel
  2. Fokus der Hersteller liegt auf Energieeffizienz
  3. Leistung abhängig von Architektur und Taktrate
  4. Desktop-CPUs sind meist rechenstärker als Notebook-Prozessoren

AMD Ryzen-CPU Klein und unscheinbar, aber absolut zentral: Der Prozessor ist das Herzstück des PC-Systems. (Bildquelle: amazon.de)

Prozessoren bilden das Gehirn eines Computersystems. Sie verarbeiten Anweisungen und teilen anderen elektronischen Komponenten mit, was zu tun ist. Momentan teilen sich Intel und AMD den Markt untereinander auf. Beim Blick auf das Produktportfolio wird es schwierig, den Überblick zu behalten. Im Folgenden finden Sie Informationen darüber, worauf beim Prozessorkauf zu achten ist und wie sich die beiden Konkurrenten voneinander unterscheiden.

Wie werden Prozessoren von Fachmagazinen getestet?

Der Prozessor ist das Herz eines jeden Computers. Als Dreh- und Angelpunkt aller Rechenoperationen steht wenig erstaunlich die Rechenleistung im Vordergrund, weshalb sich Tester primär auf die Performance konzentrieren. Diese wird sowohl in Form von Benchmarks als auch in Praxistests mit Anwendungen und Videospielen überprüft. Vergleiche sind dabei obligatorisch - sowohl die Vorgängergeneration als auch Modelle vom Konkurrenten werden dabei herangezogen.

Für Desktop-CPUs gibt es aktuell nur zwei gängige Hersteller: Intel und AMD. Auch wenn AMD regelmäßig gute Noten einheimsen kann, bleibt Intel schon seit Jahren der klare Favorit der Tester. Dies liegt nicht zwingend an der puren Rechenleistung, denn Intel schlägt AMD regelmäßig in der Disziplin Energieeffizienz. Diese ist nämlich der zweitwichtigste Faktor bei der Bewertung eines Prozessors. Leistung pro Watt ist dabei das Zauberwort, das einigen Magazinen als Bewertungsgrundlage dient. Mit der Energieeffizienz einher geht auch die Temperaturentwicklung, die aber stets abhängig von diversen anderen Faktoren wie dem verwendeten CPU-Kühler oder dem Gehäuse. Zu guter Letzt zählt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier kann sich AMD häufig durchsetzen.

Wie unterscheiden sich AMD- und Intel-CPUs?

Mit der Wahl des Mainboards geht auch immer die Wahl des Prozessor-Herstellers einher. AMD und Intel bieten beide ein großes Portfolio an Prozessormodellen von günstigen Einsteiger-Mehrkernern bis hin zu High-End-CPUs. Trotz des vielseitigen Modellangebots beider Seiten galt lange folgender Status Quo: Intel-Prozessoren sind leistungsstärker, aber auch teurer als äquivalente AMD-CPUs. Mit der Etablierung der Marke AMD Ryzen hat sich das Blatt allerdings gewendet: Inzwischen sind AMD und Intel in vielerlei Hinsicht auf Augenhöhe. AMD setzt einen größeren Fokus auf die effiziente Nutzung vieler Kerne (Multi Core Performance) während Intel gerne das Leistungspotenzial einzelner Kerne ausschöpft (Single Core Performance).

AMD bietet genau wie Intel inzwischen auch absolute Highend-Prozessoren zu entsprechend hohen Preisen an. "Threadripper" und Co. richten sich an Enthusiasten und hängen auch mal die Highend-Modelle von Intel aus den Reihen Core i9 und Xeon in Performancebenchmarks ab.

Für welche Anwendungsfälle benötigt man einen starken Prozessor?

Die Leistung des Prozessors ist eigentlich überall spürbar. Wirklich ausschlaggebend wird es aber immer dann, wenn aufwendige Berechnungen durchgeführt werden müssen. Multimedia-Software wie Bildbearbeitungsprogramme und vor allem Video-Editing-Software profitieren immens von hoher Rechenleistung. Renderingprozesse moderner Anwendungen nutzen dabei alle Vorzüge aktueller CPU-Architekturen wie Multithreading oder Boost-Modi gut aus. Hier profitiert man also stark von der Mehrleistung und kann eine Menge Zeit sparen.

Prozessoren mit sehr hoher Taktfrequenz

  1. Intel Core i5-10600K
    4,1 GHz
    Intel Core i5-10600K
    • Gut

      1,6

  2. AMD Ryzen 7 3800XT
    3,9 GHz
    AMD Ryzen 7 3800XT
    • Gut

      1,6

  3. Intel Core i5-11600K
    3,9 GHz
    Intel Core i5-11600K
    • Gut

      2,0


Wie wichtig ist der Prozessor für PC-Spiele?

In den meisten Spielen entscheidet die Grafikkarte maßgeblich über die Performance. Ein schwacher Prozessor kann aber schnell zum Flaschenhals für die Grafikkarte werden: Wenn die CPU-basierten Berechnungen des Spiels bereits den Prozessor ans Limit bringen, kann die restliche Power der Grafikkarte nicht mehr genutzt werden. Es gibt auch einige Titel, die den Prozessor besonders stark beanspruchen. Dazu gehören klassischerweise Strategiespiele, aber auch Open World-Titel und Multiplayer-Spiele mit hohen Spielerzahlen.

Zum Spielen muss es nicht zwingend ein High-End-Prozessor sein. Ein Modell der oberen Mittelklasse genügt häufig schon für alle gängigen Games. Man sollte aber bedenken, dass der Austausch des Prozessors nicht trivial ist und nach einigen Jahren meist auch mit dem Tausch von Mainboard und Arbeitsspeicher einhergehen dürfte. Deshalb lohnt sich durchaus die Mehrinvestition für ein Quäntchen mehr Power, um etwas mehr Zukunftssicherheit zu haben.

Enorme Pro­zes­sor­viel­falt

AMD AM3-Sockel AMD AM3-Sockel

Als direkter Nachfolger des AMD-Sockels AM2+ erfolgte bereits im Jahre 2009 die Einführung des AM3-Sockels, der inzwischen durch die Plus-Version ergänzt wurde. Optisch unterscheiden sich die beiden durch die Farbgebung. So ist der AM3 vollkommen weiß, während sein Nachfolger komplett in Schwarz angeboten wird. Als Anwender kann man aus einer sehr reichhaltigen Prozessorpalette auswählen und entsprechend dem eigenen Bedarf für relativ kleines Geld einen AMD-Computer aufbauen.

Passende Prozessoren

Mit der Einführung des AM3-Sockels erfolgte auch eine Aufwertung bei den Prozessoren, die ab sofort einen Speichercontroller für DDR3-Speichermodule besaßen. So lassen sich die Arbeitsspeicher mit einem Takt von 1.333 MHz im Dual-Channel-Betrieb einsetzen und einen deutlichen Performance-Gewinn gegenüber den DDR2-Modulen verbuchen. Bei Prozessorauswahl kann man sich zwischen zwei, vier und sechs Kernen entscheiden. Je nach Leistungsklasse und Kernzahl unterscheiden sich die CPUs stark im Stromverbrauch. Während die dicken Sechskerner mit einer satten TDP (Thermal Design Power) von 125/140 Watt angegeben sind, findet man nur wenige Modelle mit 95 Watt. Als Stromsparer wurden der Phenom II X4 910e und die beiden Phenom X2 560/565 mit 65 und 80 Watt. Egal für welche Stromstärke man sich entscheidet, sollte man unbedingt einen hochwertigen Kühler für die CPU nachrüsten. Die mitgelieferten AMD-Kühler sind einerseits zu schwach ausgelegt und andererseits viel zu laut. Auch wenn die Fertigung der Prozessoren im 45-Nanometer-Prozess erfolgte, während Intel bereits erfolgreich seine 32er Sandy Bridges auf den Markt brachte, ist die Anschaffung eines Phenom X6 oder X4 noch immer angesagt, wenn gute Multimedia-Leistungen erwartet werden.

Mainboard-Kauf

Beim Kauf eines Mainboards mit AM3-Sockel steht eine riesige Auswahl bereit, die mit unterschiedlichen AMD-Chipsätzen besetzt sind. Generell gilt jedoch, dass man bei den AMD-Mainboards deutlich mehr Ausstattung für weniger Geld geboten bekommt, als bei den Intel-Vertretern. Voll ausgestattete Motherboards mit USB 3.0, PCI-Express mit 16 Datenbahnen und acht SATA-Ports sind da keine Seltenheit, wenn man nur um 70 oder 80 EUR ausgeben möchte. Hier stehen sich die Mainboard-Hersteller in nichts nach und werben auch für ihre Deluxe-Versionen, die selten mehr als 100 EUR kosten. Übertakter müssen auch nicht auf gute Kühlsysteme und digitale Stromversorgung verzichten. AMD bietet eine Vielzahl an Chipsätzen an, die mit der Bezeichnung 770 oder 870 beginnen und eine relativ gute Ausstattung zu bieten haben.

Empfehlung

Sicherlich erreicht man mit einer AMD AM3-Ausstattung nicht das Niveau eines Intel Core i7, jedoch muss man bei Weitem nicht so viel Geld hinblättern und bekommt unterm Strich die Möglichkeit, einen relativ starken Computer aufzubauen, der den Ansprüchen gerecht werden kann.

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Unser Ratgeber gibt den Überblick:

  1. Wie werden Prozessoren von Fachmagazinen getestet?
  2. Wie unterscheiden sich AMD- und Intel-CPUs?
  3. Für welche Anwendungsfälle benötigt man einen starken Prozessor?
  4. Prozessoren mit sehr hoher Taktfrequenz
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