Damen-Rennräder

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Ratgeber zu Damen-Roadbikes

Was unterscheidet sie vom Herrenmodell?

DamenrennraederBei Damenrädern haben die Testmagazine schon vor Jahren verkündet, dass die Unterschiede zum Herrenrad weitgehend gewichen seien. Statt tiefem Durchstieg für Damen und dem geraden Oberrohr für Herren sei heute alles erlaubt und müsse daher die Bezeichnung „Unisex“ tragen, sofern das Rad nur zur Statur des Fahrers passe. Die Idee vom prinzipiellen Unterschied zwischen Herren- und Damenrennrädern ist trotzdem geblieben, wenn es um sportliche Radversionen geht. Hersteller wie Scott, Specialized, Cannondale, Cube oder Focus locken mit speziellen Damen-Rennrädern, die durchaus ihre Berechtigung haben. Doch worauf kann es hier ankommen?

Rahmenhöhe vs. „Reach“ und „Stack“

Die Hersteller sind dieser Vorstellung vom Damen-Rennrad mit bestimmten Faustregeln begegnet: Frauen haben einen kürzeren Oberkörper und länger Beine als Männer, brauchen also aus anatomischen Gründen ein Rennrad mit kürzerem Ober- und längerem Steuerrohr. Dadurch verändert sich die für die Sitzhaltung entscheidenden Werte „reach“ und „stack“, die die Rahmenhöhe inzwischen als Bezugsgröße abgelöst haben dürfte. Diese Maße geben keine Rohrlängen an, sondern Strecken: Stack (“Bauhöhe”) ist der vertikale Abstand zwischen Tretlagermitte und Mitte Oberkante Steuerrohr, Reach (“Reichweite”) definiert den horizontalen Abstand zwischen den beiden Punkten. Mit weniger „Reach“ und mehr „Stack“ kann das Becken nicht mehr nach vorne abkippen, es sitzt sich etwas aufrechter, weniger aggressiv gestreckt wie bei Herren-Rennrädern und mit deutlich weniger Druck auf das Schambein, die Arme und Schultern.

Oft sind die kleinsten Herrenmodelle zu groß

Ob eine solche modifizierte Geometrie tatsächlich besser zu Rennradlerinnen passt, ist keine Zwangsläufigkeit. Die bessere Erklärung für die Existenz von Frauen-Rennrädern sind Modelle mit sehr kleinen Rahmengrößen, die für kleine Frauen unverzichtbar sind. Hersteller wie Red Bull beginnen sogar schon bei 42, Wettbewerber wie Stevens, Specialized und Cannondale starten bei 44, Scott bei 47. Ob ein Rad tatsächlich zur Fahrerein passt, muss in jedem Fall individuell ermittelt werden – im Zweifel ist eine auf die individuelle Anatomie maßgeschneiderte Damen-Geometrie einem kleinen Herrenmodell vorzuziehen – vor allem bei leistungsorientierten Fahrerinnen oder wenn es um Rennen über längere Distanzen geht. Meist ist die Kraftübertragung beim Antritt direkter und subjektiv effektiver – und tatsächlich ist auch die Sorge vor weniger Aeordynamik durch die aufrechtere Sitzposition unbegründet: Der dadurch verbesserte Kraftfluss ist wichtiger als der Luftwiderstand.

Auch die Ausstattung muss passen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausstattung. Zu den Frauen passen laut ADAC bei meist schmaleren Schultern auch ein schmalerer Lenker und Brems- und Schalthebel mit Einsätzen, die die Bremshebel näher zum Lenker bringen – und für die meist kleineren Frauenhände besser erreichbar sind. Die Hersteller verbauen daher spezielle Damenlenker mit engeren Biegungen im Unterlenker. Was bei Damen-Rennrädern aber unbestreitbar berücksichtigt werden muss, sind die angepassten Kurbelgrößen. Ist eine Tretkurbel etwa im Hinblick auf die Statur der Fahrerin zu lang, kann dies zu Überdehnungen und Belastungen der Knie führen. Statt Kurbeln in den Längen 172,5 oder 175 Millimeter wie bei den männlichen Pendants, empfehlen sich Kurbellängen von höchstens 170 Millimetern bei den Damenmodellen. Hinzu kommt laut ADFC, dass zu den bei Frauen meist schmaleren Schultern auch ein schmalerer Lenker besser passt. Auch bei den Damensätteln herrscht eine gewisse Auswahl. Frauen bevorzugen meist breitere Sättel, So werden von Frauen aus anatomischen Gründen Sättel mit abgesenkter Sattelnase oder einer Aussparung in der Mitte bevorzugt, die weniger Druck auf das Schambein ausüben.

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