Das Wichtigste auf einen Blick:
- Charakteristisch für Chopper sind besonders der hohe Lenker und die tiefe Sitzposition
- Durch ihre oftmals harte Federung sind Chopper nur bedingt tourentauglich - anders als Cruiser
- Als „echte“ Chopper gelten nur Modelle mit über 500 Kubikzentimetern Hubraum
- Chopper mit 125 Kubikzentimetern Hubraum sind besonders gut durch Anfänger zu beherrschen
- Cruiser sind schwerere Chopper mit mehr Hubraum und eignen sich für längere Touren
- Heutige Serienmodelle zunehmend mit ABS, Traktionskontrolle und schräglagenabhängigen Regelsystemen ausgestattet
Typisch für Chopper-Motorräder sind ein hoher Lenker, weit vorn positionierte Fußrasten und Gangschaltung sowie eine vergleichsweise niedrige Sitzhöhe. Diese Bikes sind weniger für sportliches Fahren ausgelegt, sondern vielmehr auf entspanntes Cruisen über längere Strecken mit wenigen Kurven. Viele Modelle besitzen allerdings eine eher harte Federung, was die Eignung für längere Touren einschränkt. Cruiser, die dem Chopper-Stil ähnlich sind, bieten dagegen oft mehr Komfort.
Mehr Hubraum, kräftiges Drehmoment
Chopper gibt es in zahlreichen Hubraumklassen, doch als „echte" Chopper gelten üblicherweise Modelle mit mehr als 500 Kubikzentimetern. Häufig liegen sie bei 1,2 Litern oder darüber. Diese Motorräder zeichnen sich durch ein kräftiges Drehmoment aus, eignen sich aber weniger für dynamische Kurven, sondern vielmehr für entspanntes Fahren. Besonders rein gestaltet sind Chopper als individuelle Umbauten, auch bekannt als Custom Bikes.
Beliebt in der 125-ccm-Kategorie
Chopper in der 500-ccm-Klasse sind oft eine gute Wahl für Einsteiger oder Wiedereinsteiger. Aktuelle Modelle wie die Honda CMX500 Rebel, die Kawasaki Vulcan S (451 ccm) oder die Royal Enfield Super Meteor 650 bieten ausreichend Leistung für Landstraßen und Autobahnen, ein angenehmes Handling und genug Platz für einen Sozius. Während Chopper in der 250-ccm-Klasse vergleichsweise selten sind, erfreuen sie sich gerade in der 125-ccm-Kategorie großer Beliebtheit. Sie überzeugen mit ruhigem Lauf, einfachem Fahrwerk und guter Kontrolle.125er Chopper und Cruiser können heute auf verschiedenen rechtlichen Wegen gefahren werden: mit dem Führerschein der Klasse A1 (ab 16 Jahren), mit dem vollständigen A-Führerschein (ab 24 Jahren) sowie seit Januar 2020 auch mit der Schlüsselzahl B196 – einer Erweiterung des bestehenden PKW-Führerscheins (Klasse B). Letztere ermöglicht es Autofahrern ab 25 Jahren mit mindestens 5 Jahren B-Führerschein, nach einer Pflichtschulung (4 Einheiten Theorie, 5 Einheiten Praxis, ohne Prüfung) 125er-Motorräder in Deutschland zu fahren. Wichtig: Die B196-Erweiterung gilt ausschließlich in Deutschland und ermöglicht keinen Aufstieg in höhere Motorradklassen wie A2 oder A. Inhaber eines PKW-Führerscheins der alten Klasse 3, der vor dem 1. April 1980 ausgestellt wurde, dürfen 125er-Motorräder ohne zusätzliche Schulung fahren.
Bequeme Cruiser für Touren
In den kleineren Hubraumklassen verschwimmen die Grenzen zwischen Choppern und Cruisern häufig. Ursprünglich stehen Cruisermodelle in den größeren Hubräumen als deutlich tourentauglichere Variante da. Charakteristisch sind hier eine oft sehr tiefe Sitzposition, ein starkes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, besseres Kurvenverhalten und ein auf Komfort ausgelegtes Chassis, das oft eine aufrechte Sitzhaltung begünstigt (zum Beispiel für längere Fahrten). Da sie
relativ schwer sind, empfiehlt sich eine ruhige Fahrweise. Moderne Cruiser bieten zudem zunehmend elektronische Fahrassistenzsysteme wie ABS, Traktionskontrolle oder sogar schräglagenabhängige Regelung – früher eine Domäne der Sportmotorräder. Besonders bei Fahrerinnen und Fahrern mit weniger Kraft oder kleinerer Statur werden Cruiser in größeren Hubraumklassen oft den Choppern vorgezogen. In den kleineren Hubraumsegmenten sind viele Chopper ab Werk ebenfalls für längere Touren geeignet und bilden eine Alternative zu sportlichen Motorrädern.

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