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Ratgeber

Ratgeber zu Standardobjektive

Zusammenhang von Brennweite, Sensorgröße und Bildwirkung

50mm Standard an einer KB-Vollformatkamera: Canon EF 50mm F1.8 II

Objektive werden bezüglich ihres Bildwinkels in Weitwinkel-, Standard- und Teleobjektiv eingeteilt. Der Bildwinkel wiederum ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen der Brennweite eines Objektivs und der Größe des Bildsensors. Von einem Standardobjektiv spricht man, wenn die Brennweite in etwa der Diagonalen der Aufnahmefläche entspricht. Normalbrennweiten geben das menschliche Sehempfinden am natürlichsten wieder, das heißt, das Motiv wird so aufgenommen wie man es mit dem menschlichen Auge auch erfasst.

Standardbrennweite abhängig von Größe der Aufnahmefläche
Bei einer analogen Kleinbildkamera beziehungsweise einem KB-Vollformatsensor in einer digitalen Spiegelreflexkamera liegt die Diagonale der Aufnahmefläche bei 43,3 Millimeter. Daher spricht man bei Objektiven, die eine Brennweite von 40 bis 60 Millimeter haben von Standard- beziehungsweise Normal-Objektiv. Bei einer Kamera mit APS-C-Sensor ist eine Optik mit 30 Millimetern Brennweite Standard-Objektiv. Bei einem Micro-Four-Thirds-Sensor liegt die Normalbrennweite bei 22 Millimetern. Entsprechend längere Brennweiten benötigt man, wenn man mit einer Mittelformatkamera arbeitet. Beim beliebten 6x6-Format etwa benötigt der Fotograf ein 80-Millimeter-Objektiv, wenn er mit einer Standardbrennweite arbeiten will.

25mm Standard an einer Micro-Four-Thirds: Olympus M.ZUIKO DIGITAL 25mm 1:1.8

Cropfaktor
Um zu wissen, welche Brennweite für die eigene Kamera die Normalbrennweite ist, muss man Kenntnis über die Größe des Sensors haben. Als noch analog fotografiert wurde, war das ein bisschen einfacher. Egal, ob es sich um eine Kompakt- oder eine Spiegelreflexkamera handelte, wurde doch meisten mit dem 35-Millimeter-Film fotografiert. Dem Film entspricht der KB-Vollformat-Sensor, der in den Profi-Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon verbaut wurde.


Die meisten Sensoren fallen aber kleiner aus. Die meisten Spiegelreflex-Kameras und einige spielgellose Systemkameras arbeiten mit einem APS-C-formatigen Sensor. Um die Objektive besser einordnen zu können, bedient man sich einer Vergleichsgröße, dem sogenannten Cropfaktor. Das Kleinbildformat hat den Faktor 1, das APS-C-Format den Faktor 1,5 und der Micro-Four-Third-Standard den Cropfaktor 2. Damit multipliziert man die Brennweite des Objektivs und erhält einen Vergleichswert mit dem man die Bildwirkung des Objektivs einordnen kann. So kommt es zu Aussagen wie: „das 30 Millimeter-Objektiv wirkt an der APS-C-Kamera wie ein 50 Millimeter-Objektiv an einer KB-Vollformat-Kamera“ oder „das Objektiv hat eine kleinbildäquivalente Brennweite von 50 Millimetern“.