Drei Szenarien für die Lunge: Pollen, Tabakrauch und Formaldehyd - alles muss raus. Einige Geräte haben interessante Extras, die aber meist kosten. Wir zeigen Ihnen die derzeit besten Luftreiniger am Markt. Dafür haben wir Tests und Meinungen ausgewertet und zu einer Gesamtnote verrechnet. Der letzte Test ist vom .

84 Tests 101.200 Meinungen

Die besten Luftreiniger

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Ratgeber: Luftreiniger

Fil­ter­stan­dard und Luft­wech­sel­rate wich­ti­ger als Ioni­sa­tion

Stärken
  1. Luftreiniger können bakteriologische und chemische Luftverschmutzer tilgen
  2. Geräte mit feinporigem HEPA-Filter saugen auch lungengängige Luftschadstoffe ein
  3. ULPA-Filter mit hohen Abscheidegraden
  4. Studie nennt hohe Filterstandards und Luftwechselraten als Beitrag zur Reduzierung der Virenlast
Schwächen
  1. Ozonbildende Ionisatoren können gesundheitliche Risiken bergen
  2. Nutzen hoher Anionen-Konzentration für menschliche Gesundheit nicht nachgewiesen
  3. Stiftung Warentest: Wer Viren aus der Raumluft filtern will, sollte auf die Auto­matik­stufe verzichten
  4. Luftreiniger allein nicht wirksam gegen Coronaviren – „AHA“ und Lüften weiterhin erforderlich

Ideal Luftreiniger AP40 Pro soll Coronavirus eindämmen Corona-Offensive: Ideal & Priester feiert seine AP-Pro-Luftreiniger (hier der AP40 Pro) als wirksame Waffe gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Argument: Eingesammelte Viren verbleiben komplett im Filter und werden nicht mehr an die Raumluft abgegeben. (Bildquelle: ideal.de)

Seit einiger Zeit versuchen sich Hersteller an einem neuen Objekt der Begierde: einem Luftreiniger, der so leistungsfähig und feinporig ist, dass er auch Aerosole als potenzielle Virentransporteure aus der Raumluft herausfiltert. Anlass ist sicherlich die anhaltende Corona-Krise. Vor allem LG mit seiner batteriebetriebenen Atemmaske „PuriCare“ oder Trotec mit seinem „TAC V+“ offenbaren interessante Innovationsimpulse im Kampf gegen die Pandemie. Doch die Luftreiniger-Tests konzentrieren sich in der Regel auf die klassischen Luftverschmutzer: Pollen, Tabakrauch und Formaldehyd. Wir haben uns sowohl die Klassiker als auch die Innovationen angesehen.

Eine Frage gleich vorneweg: Helfen Luftreiniger gegen Coronaviren?

Bitte Vorsicht. Der Markt füllt sich mehr und mehr mit Gadgets und Hoffnungsträgern, die erst begeistern und dann dämpfen. Denn obwohl einzelne Studien die Effektivität von Luftreinigern bei ausgewählten Viren belegen können, ist eine pauschale Aussage zur Wirksamkeit gegenüber dem Coronavirus Sars-CoV-2 schwierig. Zum einen passiert die Ansteckung meist durch eine direkte Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten, Niesen und Sprechen; da diese Tröpfchen samt der Viruspartikel aber nicht stundenlang im Raum stehen, sondern der Schwerkraft folgend schnell zu Boden sinken, können Luftreiniger hier wenig ausrichten. Zum anderen müsste ein solcher Luftreiniger eine in der Praxis kaum denkbare Luftwechselrate vom Sechsfachen des Raumvolumens erreichen. Und zum dritten sind nur die besonders hochabscheidenden Filter der Klassen H13 oder H14 in der Lage, eine wirksame Reduktion von Viren in der Luft zu gewährleisten.

Wer sich einen Luftreiniger mit HEPA-Filter (Hochleistungsfilter) der Klasse H13 oder H14 kauft, rettet sich also nicht allein dadurch vor dem Coronavirus. Die gute Nachricht: HEPA-Filter eignen sich prinzipiell gut, virushaltige Partikel aus der Luft zu filtern und die Zahl der Partikel in einem Raum zu senken. Die Frage ist nur, wie man sie einsetzt. In Klassenzimmern oder Großraumbüros können sie helfen, die Virenlast in der Luft zu senken, wenn etwa im Herbst und Winter weniger gelüftet werden kann.

Vorsichtig optimistisch äußert sich die Stiftung Warentest zum Philips AC2889/10. Eine Nachuntersuchung zum Luftreiniger-Test vom Februar 2020 habe ergeben, dass dieser das Ansteckungsrisiko reduzieren könne. Auch Soehnle Airfresh Clean Connect 500 und Rowenta PU6080 Intense Pure Air Connect filtern Aerosole gut. Doch ein Restrisiko bleibe, konzedieren die Tester: Atmet, spricht oder singt ein Infizierter, liefere dieser ständig neue Viren­partikel nach. Die klassischen „AHA-Hygienemaßnahmen“ bleiben daher weiterhin wichtig. Außerdem gilt: Da Filter altern, müsse man diese zur Virenreduzierung häufig wechseln.

Als Ersatz für das aktive Lüften sollten Sie Luftreiniger keinesfalls sehen, darauf weist das Umweltbundesamt eindrücklich hin. Als wirksame Waffe gegen Coronaviren bzw. infektiöse Aerosole taugen Luftreiniger kaum. Setzen Sie sie allenfalls ergänzend zum aktiven Lüften ein, beherzigen Sie die allgemeinen Corona-Regeln (Abstand, Hustetikette, Alltagsmaske) und wechseln Sie die Filter regelmäßig. Und Vorsicht: Die vielgelobte Bezeichnung „HEPA“ sagt nichts aus, sie ist kein geschützter Begriff.

Tipp: In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr zum Thema „Lufreiniger während des Coronavirus“: Sind sie nicht wenigstens in der kalten Jahreszeit eine gute Alternative zum Lüften, um den Coronaviren zu entgehen?


Luftreiniger im Test: Wie urteilt die Fachpresse und was zeichnet einen Testsieger aus?

Philips Luftreiniger Testsieger Corona Eine Nachuntersuchung zum Luftreiniger-Test aus dem Jahr 2020 zeigt: Das Testsieger-Modell von Philips kann die Zahl der schwebenden Atemtröpf­chen in einem Raum deutlich reduzieren. (Bildquelle: amazon.de)

Ein hoher Abscheidegrad, die Raumgrößentauglichkeit und komplexe Kombifilter allein reichen nicht, um einem Luftreiniger die Top-Position in Vergleichstests zu garantieren. Vor dem Hintergrund der wachsenden Feinstaubbelastung insbesondere durch Dieselmotoren zollen Tester verstärkt der sensorgesteuerten Luftreinigung Respekt. Hier geben beispielsweise Partikelzähler, numerische Display-Anzeigen oder Leuchtringe in Ampelfarben Auskunft über die aktuelle Luftqualität – Rot bedeutet meist schlecht, Gelb noch in Ordnung und Grün optimal. Die besten Luftreiniger räumen mit Kleinstpartikeln der Staubfraktion PM 2,5 auf, also Korngrößen mit Durchmessern von 2,5 µm (Mikrometer), die laut Bundesumweltamt bis in die Lungenbläschen und sogar Blutbahn vordringen können und etwa Allergiesymptome verstärken oder das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern können. Das Ausmaß der Auswirkung auf die Atemwege hängt dabei maßgeblich von der Korngröße ab: Je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer kann es in die Bronchien eindringen. Je präziser ein Gerät daher die Staubkonzentration erfasst und je schneller es mit aufkommendem Feinstaub aufräumt, desto höher sind seine Chancen auf den Testsieg.

Können Luftreiniger Viren aus der Luft abscheiden? – Das sagt die Stiftung Warentest

Testszenarien

Nichts Neues auf dem Feld der Vireneindämmung: Die Stiftung Warentest konzentriert sich in ihren Tests zu Luftreinigern hauptsächlich auf die drei Szenarien Pollen, Tabakrauch und Formaldehyd. Zur Wirksamkeit einzelner Luftreiniger gegen infektiöse Aerosolwolken konnte die Stiftung bislang keine bewertenden Aussagen beisteuern. Das gilt insbesondere auch für Luftreiniger mit zuschaltbarem ultraviolettem Licht (UV-C), das verbliebene Keime wie z. B. Viren in der gefilterten Luft vernichten soll.

Allgemeine Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz BfS.

Pauschale Aussage zur Wirksamkeit gegenüber Viren schwierig

Im Übrigen äußern sich die Tester distanziert zu den Werbeaussagen der Hersteller. Wenngleich einzelne Studien von einer Minderung der Infektions­rate mit ausgewählten Viren unter Laborbedingungen berichteten, sei eine pauschale Aussage zur Wirk­samkeit von Luft­reinigern gegen­über den bekannten Viren einschließ­lich des Coronavirus schwierig.

Abscheidung von Viren durch Luftreiniger von zwei Faktoren abhängig

Die effektive Abscheidung von Viren durch Luft­reiniger hängt nach Testangaben unter anderem von der Größe der Virus­partikel ab. Und auch davon, wie lange die Viren in der Luft schweben, bevor sie sich auf Oberflächen absetzen.

Viruspartikel beim Husten können nicht mit Luftreinigern abgeschieden werden

Auch wenn Sars-CoV-2 möglicherweise durch Luft­reiniger abge­schieden werden könnte, sei dafür eine effektive Verteilung des Virus­partikels in der Raum­luft über einen gewissen Zeitraum erforderlich. Sehr wahr­scheinlich laufe die Anste­ckung mit dem Coronavirus hauptsächlich über Tröpf­chen und Aerosole, etwa über Husten, Niesen, Sprechen. Virus­partikel in größeren Tröpf­chen beim Husten, die sich schnell auf dem Boden absetzen, können demnach nicht mit einem Luft­reiniger abge­schieden werden.

Luftreiniger mit Automatikmodus

Die häufig gestellte Frage, ob Luftreiniger mit Automatikmodus Aerosole und damit auch die daran gebundenen Coronaviren besser aus der Luft filtern als einfache Luftreinigungsgeräte, hat die Stiftung Warentest  verneint. Die Automatikstufe reagiere allenfalls auf die pauschale Partikel­konzentration in der Luft. Aerosol­teilchen durch Atmen machten davon jedoch nur einen winzigen Bruch­teil aus. Es könne also passieren, dass die Automatik herunterschalte, obwohl noch viele Corona-Aerosole in der Luft schweben.

Wer sich für Luft­reiniger interes­siert, findet einige „gut“ getestete Produkte hier.



LG PuriCare Wearable Air Purifier batteriebtriebene Atemmaske Seit Beginn der Coronakrise sind Produktinnovationen im Feld der Luftreiniger häufiger geworden. Mit dem PuriCare Wearable Air Purifier hat sich LG beispielsweise dazu entschlossen, die Luftreinigungstechnologie seiner Standgeräte den Anwendern direkt vors Gesicht zu binden. (Bildquelle: lgnewsroom.com)

Wenn sich Schmutzpartikel per App aus dem Staub machen

Um im allgemeinen Testmarkt zu bestehen, benötigen Luftreiniger eine Kombination aus Ästhetik und Funktionalität, ergänzt durch innovative Technik wie optische Partikel-Sensoren oder ein kombiniertes HEPA-Aktivkohlefilter-Element für die Staub- und Geruchsbindung. Technisch ausgereifte Luftreiniger (z. B. Comedes Lavaero 900 oder Dyson Pure Cool Link) verfügen über tonnenförmige Filtersysteme mit einem Rundum-Lufteinlasswinkel, um jede Ecke des Raums zu erreichen. Ist ein Ionisator verbaut, setzen die Tester ihre Häkchen bei der zusätzlichen Reinigung der Raumluft durch negativ geladene Ionen; ist diese Funktion abschaltbar, müssen Sie sich nicht zwangsläufig der damit verbundenen Ozonbelastung aussetzen. Bemerkenswert dabei ist, dass oft auch die Ausstattung eines Luftreinigers in die Notenwertung mit einfließt. Das hängt damit zusammen, dass sich die Hersteller mit ausgeklügelten Funktionsteilen viel näher an den Nutzerinteressen wähnen als etwa Hersteller anderer Raumklimageräte, die allenfalls mit App-Anbindung und Smart-Home-Funktionen noch Unterscheidungskraft zur Masse beweisen.

Von Geräuschen und Dysons bahnbrechendem Formaldehyd-Filtersystem

Einen vermeintlich banalen, aber für die Praxis sehr wichtigen Schwerpunkt setzen die Tester dagegen auf eine dezente Akustik: Je leiser ein Raumluft-Reiniger arbeitet, desto besser für einen erholsamen Schlaf. Auch Modelle mit abschaltbarer Beleuchtung können auf diesem Feld punkten. Wie Hightech-Spektakel wie Dysons Pure Cryptomic den Testmarkt in Zukunft beeinflussen, ist derzeit noch offen. Denn in einem Punkt ist er wirklich bahnbrechend: Formaldehyd, von der EU in die Kategorie 1 B gemäß CLP-Verordnung als „kann Krebs erzeugen“ eingestuft, wird normalerweise über Aktivkohlefilter aus der Luft gefischt, wobei Sie diese dann regelmäßig austauschen müssen. Statt das Formaldehyd nur zu filtern, wird es bei Dyson auf molekularer Ebene in Wasser und Kohlendioxid zersetzt. Daraus folgt: Sie müssen keine Ersatzfilter mehr kaufen.
Apropos Reinigung: Allergiker sollten den Filterwechsel und die dabei meist fällige Reinigung der Geräts nicht selber übernehmen. Schließlich sitzen die herausgefilterten Allergene ja genau im Filter und können beim unvorsichtigen Hantieren wieder freigesetzt werden. – Klima + Raumluft 1/2014.

Top 3 der leise arbeitenden Luftreiniger


Hintergrund: Wie gelangt Formaldehyd überhaupt in Wohnräume?

Es gibt eine Vielzahl von Alltagsgegenständen und Produkten, die Formaldehyd enthalten und an die Luft abgeben können. Als Haupt-Eintragsquellen gelten laut Umweltbundesamt (UBA) Holzwerkstoffe, Kleb- und Dämmstoffe, Bodenbeläge, Parkettlacke, Möbel, Tabakrauch und sogar brennende Kerzen. Formaldehyd kann darüber hinaus in Desinfektionsmitteln, Textilien oder Kosmetikartikeln enthalten sein. Um sich zu schützen, sollten Sie versuchen, die Formaldehyd-Konzentration in der Luft so gering wie möglich zu halten. Das UBA empfiehlt, gezielt mit dem Umweltsiegel „Der Blaue Engel“ ausgezeichnete Produkte zu verwenden. Diese weisen hinsichtlich Gesundheits- und Umweltgefährdungen deutlich geringere Risiken auf als vergleichbare Produkte ohne Siegel.


Apropos Leistungsvermögen: Was hat es mit der Raumgröße bei einem Luftreiniger auf sich?

Luftreiniger Dyson Pure Cool Link mit App-Anbindung Für saubere Luft ist gesorgt. Gelungene App-Anbindung und ein Abscheidegrad von 99,95 Prozent reichen zusammen mit der Ventilatorfunktion aus Sicht der Tester völlig aus, um den Dyson Cool Pure Link ins obere Notenspektrum zu schieben. (Bildquelle: amazon.de)

Für die Wahl des richtigen Luftreinigers sind aber auch ganz banale Kriterien wie jene der Raumgröße wichtig. Die Größe des Raums, die Sie behandeln möchten, sollte also exakt auf die Leistungsfähigkeit und Luftmenge, die das Gerät pro Stunde im Raum umwälzt, abgestimmt sein. Die überwiegende Masse der Hersteller von Luftreinigern gibt das Leistungsvermögen ihrer Geräte entweder in Quadrat- oder Kubikmetern an. Für einen Basisschutz gegen Luftverschmutzer sollten Luftreiniger für den Hausgebrauch in der Lage sein, die Luft mindestens zweimal pro Stunde komplett umzuwälzen. Für viele Verbraucher, darunter die wachsende Zahl der Allergiker, werden zunehmend auch Kriterien wie zusätzliche Luftwäsche (mit Wassertank, Scheibenwalze und Lüfter) oder Geruchs-, Pollen-, Sporen- oder Partikelfilter wichtig.

Vergleich zwischen Luftreiniger, Luftbefeuchter oder Luftwäscher: Was war jetzt nochmal was?

Im Vergleich zu den Luftreinigern sind die meisten Luftwäscher eher einfach konstruierte Geräte. Statt eines mehr oder weniger komplexen Filtersystems mit Vorfilter, HEPA- und Aktivkohlefilter werkelt im Inneren hier nur eine permanent rotierende Verdunsterwalze aus mehreren, hintereinander angeordneten Scheiben. Diese Scheibenwalze ist knapp über einem Wassertank angeordnet und verteilt den angesogenen Wasserfilm auf der gesamten Walzen-Oberfläche. Zusätzlich zieht ein Ventilator die Umgebungs-Luft durch die feuchten Verdunstungsmatten. Das Wasser dient dabei als natürlicher Filter, der die Luft von Verschmutzungen befreit. Nicht immer ist die Auslegung eines Gerätes eindeutig: Manche präsentieren sich als echte Hybridgeräte mit einer Doppelfunktion (Luftreinigung und Luftbefeuchtung); andere lassen sich eher als Luftreiniger mit Befeuchtungs-Nebeneffekt betrachten. Eine dritte Geräte-Version (z. B. Boneco-Hybrid-Systeme wie H300 oder H400) kann je nach Wunsch entweder als Luftbefeuchter, Luftreiniger oder als Kombigerät verwendet werden.

Von Ozon und Negativ-Ionen: Sind Luftreiniger gesundheitsschädlich?

Schon vor einigen Jahren schrieb die Zeitschrift für gesundes Wohnklima Klima + Raumluft in Ausgabe 1/2014, dass manche Luftreiniger „nicht ganz ohne“ seien. Das betreffe insbesondere Luftreiniger mit Ozon-Generator. Ozon ist ein Reizgas, das etwa bei der Brandsanierung eingesetzt wird und hoch wirkungsvoll Gerüche beseitigt, erklärten die Tester den technischen Hintergrund. Doch so hilfreich das Gas einerseits ist, so unerwünscht ist es innerhalb geschlossener Räume. Vor allem für Raucher sind Luftreiniger mit Ozon nicht zu empfehlen. Denn aus den Inhaltsstoffen von Zigaretten werden durch die Filterung feinstaubartige Aerosole, die nicht minder gesundheitsschädlich sind als der eigentliche Zigarettenrauch. Aus diesem Grund meiden einige Hersteller inzwischen das Thema Ozon intensiv, andere konkurrieren gezielt um Luftreiniger ohne gesundheitschädliche Nebenwirkungen.
Aber auch bei Luftreinigern mit Ionen-Generator sollte man auf mögliche Folgen für die menschliche Gesundheit schauen. Bei der Luftionisation sorgen sogenannte Korona-Entladungen dafür, dass negative Ionen – sogenannte Anionen – in der Luft gebildet werden. An diese binden sich positiv geladene Partikel wie Staubteilchen, Allergene und Bakterien. Dies führt zur Bildung größerer Partikel-Cluster in der Luft, die durch ihr Gewicht zu Boden sinken und nicht mehr eingeatmet werden können. Ginge es nach einigen Herstellern, ist die Atemluft umso gesünder, je mehr Anionen darin enthalten sind. Begründet wird dies mit dem Vorbild der Natur: Im Gebirge, in Wäldern und in unmittelbarer Nähe von Wasserfällen seien die Anionen-Konzentrationen besonders hoch – und überall dort fühlten sich Menschen besonders wohl.

Dyson-Luftreiniger Pure Cool Cryptomic Mit dem Pure Cool Cryptomic hat Dyson ein vorzügliches Eisen im Feuer. Das Gerät fischt neben Staub, Gerüchen, Gasen und verunreinigenden Partikeln auch Formaldehyd aus der Luft und zersetzt es. (Bildquelle: dyson.de)

Schade nur, dass die Testpresse bislang noch kein Prüfverfahren für eine Positivwirkung der Luftionisation vorgestellt hat. Feststeht, dass manche Ionen-Luftreiniger mit den Vorteilen auch die Nachteile mitnehmen: Bei der Luftionisierung bildet sich im Normalfall nicht nur Ozon, sondern weitere gesundheitsschädliche Reststoffe beim chemischen Abbau der geruchsbildenden Gase und Aerosole. Lassen Sie sich von der Werbung nicht blenden: Dass dem Menschen angeblich hohe Anionen-Konzentrationen in der Luft guttun sollen, ist reine Glaubenssache und in ernstzunehmenden Studien nie nachgewiesen worden.


Tipp: Wir können Ihnen eigentlich nur Luftreiniger empfehlen, die das Ionisationsprinzip mit starken Filtersystemen (HEPA) kombinieren. Bei ihnen wird die Ionisation im Wesentlichen nur zur Clusterbildung von Staub- und Schmutzpartikeln eingesetzt, so dass die Filtersysteme die Hauptaufgabe tragen. Bei einigen Modellen ist die Ionisation sogar eine optional zuschaltbare Funktion, die lediglich die Effizienz der Partikelbindung erhöht.


Luftreiniger mit HEPA-Filter: Wie verhält es sich mit den Abscheidegraden?

Wesentlich effizienter kann die Reinigung der Raumluft von HEPA-Filtern durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um Staubfilter, welche selbst lungengängige Stoffe sowie Viren und Bakterien aus der Luft holen können. Jedem HEPA-Filter wird dabei eine Filterklasse zugeordnet, die den Abscheidegrad beziehungsweise seine Effizienz beschreibt. Ab der Klasse E12 (EPA) können Sie davon ausgehen, dass ein solcher Filter für den Hausgebrauch ausreicht. Die Klassen H13 und H14 (HEPA) hingegen stellen über 99,95 Prozent Effizienz sicher. Soll es um den bestmöglichen Schutz vor luftgetragenen Viren gehen, benötigen Sie zwingend einen Luftreiniger mit möglichst feinporigem HEPA-Filter (Filterklasse H13 oder H14). Denn während die meisten Bakterien einen Durchmesser von etwa 0,6 bis 1,0 µm (Mikrometer) haben, sind Viren bis zu hundert Mal kleiner. Das Coronavirus ist beispielsweise nur ca. 0,12 - 0,16 µm groß.

Übersetzungshilfe

Aerosol ist der Begriff für ein Gas, das Partikel enthält, also Tröpfchen oder Teilchen. Kurz: ein Gemisch aus Aerosolpartikeln und Luft.
Aerosolpartikel sind die Partikel im Gemisch aus Gas und kleinen Tröpfchen, die in der Luft über Stunden schweben. Diese Aerosolpartikel und nicht die Luft, die dabei ist, tragen letztendlich die Viren. Die schwebenden Tröpf­chen liegen in einer Größenordnung von 0,12 bis 1 Millionstel Meter Durch­messer. Zum Vergleich: Das Virus Sars-CoV-2 misst ca. 0,12 Millionstel Meter. 500 Viren neben­einander sind etwa so dick wie ein menschliches Haar.
HEPA steht für High Efficiency Particulate Filter. Ein Filter dieser Klasse hat einen Abscheidegrad von 99,95 bis 99,995 Prozent.
Ein EPA-Filter bringt es „nur“ auf 85 bis 99,5 Prozent.
Die höchste Filtereffizienz besitzen HEPA-Filter der Filterklassen H13 und H14.
Andere Luftreiniger übertreffen gar die Anforderungen der H14-Filterklasse und gehen mit dem H14-HEPA-Heat-Resistant-Filter noch einen Schritt weiter.
Der Luftdurchsatz sagt etwas über die Leistungsfähigkeit eines Luftreinigers aus und gibt an, wie viel Luft pro Stunde durch das Gerät strömt. Anhand des Luftdurchsatzes – meist als m³/h angegeben – können Sie erkennen, ob das gewünschte Modell für Ihre Raumgröße adäquat ist.


Was bringen ULPA-Filter für eine effektive Luftreinigung?

Eine neuere Entwicklung sind ULPA-Filter (Ultra-Low Penetration Air), die noch bessere Abscheidegrade erzielen. Sie müssen mit einer Mindesteffizienz von 99,999 Prozent alle Schwebstoffe aus dem gefilterten Medium entfernen. Dieser Wert ist nicht auf eine bestimmte Partikelgröße bezogen, sondern auf eine bestimmte (Luft-)Geschwindigkeit. Die Filter und Komponenten werden hauptsächlich für Reinräume in der Medizin, Pharmazie, Mikroelektronik oder Kerntechnik angewandt. Für den Hausgebrauch sind sie jedoch überflüssig, entsprechende Raumluft-Reiniger lediglich überteuert.

HEPA-Luftreiniger sind jedoch absolut empfehlenswert: Sie filtern die Luft effizienter als es jeder Ionisator es könnte – und vor allem dauerhaft. Während die Ionisation die Partikel nur zu Boden sinken lässt, werden sie bei einem HEPA-Luftreiniger eingesogen und im Filter gebunden. Selbst Kombimodelle sind überflüssig: HEPA-Luftreiniger funktionieren ohne Ionisation genauso effizient.

Hier wird die Luft schon dünner

Viele Hersteller bewerben ihre Geräte zwar als HEPA-Luftreiniger, verschweigen aber die Filterklasse, die in den meisten Fällen „nur“ H10, H11 oder H13 beträgt. Achten Sie auf das Kleingedruckte in der Gebrauchsanweisung. Und Vorsicht: Auch Geräte, die herausgefilterte Viren zusätzlich mit einer Hitzebehandlung abtöten sollen, sogenannte H14-HEPA-Heat-Resistant-Filter, sind noch keine Garanten für eine virenfreie Atemluft.

Um Aerosole abzufangen, muss ein Luftreiniger die Luft schnell genug bewegen. Dementsprechend sollte ein Luftreiniger über eine möglichst hoch dimensionierte Luftleistung bei voller Filterleistung verfügen. Prof. Dr. Kähler von der Bundeswehr-Universität München, einer der führenden Experten für Aerosole, spricht vom Sechsfachen des Raumvolumens für die Leistungsfähigkeit eines Luftreinigers. Bei einem Raumvolumen von 100 m³ müsse ein Luftreiniger demnach rund 600 m³ Luft pro Stunde filtern, um zu wirken. Einen Bericht über die Studie finden Sie hier.

Hersteller Trotec geht noch weiter. Für einen optimalen Schutz vor luftgetragenen Viren in stark frequentierten Räumen empfiehlt er Luftwechselraten zwischen 10 und 20 Luftwechsel pro Stunde, wie sie beispielsweise in OP-Sälen Standard sind. Zuviel für die meisten Luftreinigungsgeräte im Markt. Die Luftleistung kompakter Luftreiniger für den Massenmarkt ermöglicht meist nur einen ein- bis zweifachen Luftwechsel pro Stunde in kleineren Räumen. Zum Vergleich: Die Münchner Bundeswehr-Universität hatte erfolgreiche Tests mit dem Trotec TAC V+ durchgeführt, einem Profigerät mit einer Ausblasluftmenge von bis zu 1.600 m³ und 15 Luftwechseln pro Stunde.


Wenn Sie 100 Kubikmeter haben [Anm. d. Red.: betreffend das Raumvolumen], dann sollte dieses Gerät mindestens 600 Kubikmeter pro Stunde filtern können. Das ist die eine wichtige Größe, und da scheiden schon mal ganz viele kleine Raumluftreiniger aus. – Physikprofessor Christian Kähler zu den Ergebnissen seiner Forschung in einem Beitrag vom 29.08.2020 gegenüber dem Deutschlandfunk.

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Was sollten Sie vor dem Kauf wissen?

Unser Ratgeber gibt den Überblick:

  1. Eine Frage gleich vorneweg: Helfen Luftreiniger gegen Coronaviren?
  2. Luftreiniger im Test: Wie urteilt die Fachpresse und was zeichnet einen Testsieger aus?
  3. Können Luftreiniger Viren aus der Luft abscheiden? – Das sagt die Stiftung Warentest
  4. Testszenarien
  5. ...

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Wie bewertet Stiftung Warentest Luftreiniger?

„Pollentief rein“ (Erschienen 02/2020)

„Sie versprechen Kontrolle über die Luft zu Hause. Pollen filtern sie meist gut. Doch mit Zigarettenrauch kommen sie weniger klar. Und die Ersatzfilter können ins Geld gehen.“ Ein guter Luftreiniger muss nicht unbedingt teuer sein - zu diesem Urteil kommen die Tester der Stiftung Warentest 3/2020. Der Zweitbeste im Test ist schon für unter 250 Euro zu haben. ...

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