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Schwächen
HEPA-Filter für die Dyson-Luftreiniger TP04 und HP04: tonnenförmig, aufgebaut aus einem dichten Gewirr komprimierter Borosilikat-Mikrofasern. Der schwarze Aktivkohlefilter soll gasförmige Verbindungen wie Gerüche und Lösungsmitteldämpfe binden. (Bildquelle: amazon.de)
HEPA-Filter: Was steckt hinter dem Begriff – und worauf kommt es beim Kauf wirklich an?
Wer einen Luftreiniger kaufen möchte, stößt schnell auf den Begriff HEPA. Er verspricht höchste Filterleistung – doch hinter dem Kürzel steckt mehr Verwirrung als Klarheit. Denn „HEPA" ist kein geschütztes Gütezeichen, sondern zunächst nur eine Bezeichnung. Entscheidend ist die Filterklasse dahinter. Dieser Ratgeber erklärt, was HEPA-Filter leisten, welche Klassen wirklich überzeugen und worauf Sie beim Kauf eines Luftreinigers mit HEPA-Filter achten sollten.Was ist ein HEPA-Filter?
HEPA steht für High Efficiency Particulate Air – zu Deutsch: hocheffizienter Partikelluftfilter. Ein solcher Mikrofeinfilter fängt winzige Partikel aus der Atemluft ab: Feinstaub, Pollen, Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen sowie Rauch. Zum Einsatz kommen HEPA-Filter in mobilen Luftreinigern, kombinierten Luftwäschern sowie in Staubsaugern – überall dort, wo Allergiker und gesundheitsbewusste Nutzer besonders feine Partikel aus der Raumluft entfernen möchten.Aufgebaut ist ein HEPA-Filter meist aus feinen Borosilikat-Glasfasern mit einem Durchmesser von nur 1 bis 10 Mikrometern. Diese Fasern sind bewusst ungeordnet angeordnet und in einen Rahmen aus Holz, Kunststoff oder Metall eingefasst. Bei Herstellern wie Dyson, Philips oder Levoit sind die Filter oft tonnenförmig gestaltet, um die Luft aus allen Richtungen anzusaugen. Die Filtermatten sind in wellen- oder zackenförmiger Struktur verbaut, um eine möglichst große Filterfläche zu erzeugen.
Filterklassen im Vergleich: EPA, HEPA und ULPA
Die EU-Norm DIN EN 1822 klassifiziert Schwebstofffilter nach ihrem Abscheidegrad – also dem prozentualen Anteil der Partikel, die bei einem einzigen Durchgang durch den Filter zurückgehalten werden. Je höher die Zahl, desto effizienter der Filter. Als Maßstab dienen Partikel zwischen 0,1 und 0,3 Mikrometern, die sich erfahrungsgemäß am schwersten abscheiden lassen.| Filterklasse | Abscheidegrad |
| EPA E10 | > 85 % |
| EPA E11 | > 95 % |
| EPA E12 | > 99,5 % |
| HEPA H13 | > 99,95 % |
| HEPA H14 | > 99,995 % |
| ULPA U15 | > 99,9995 % |
| ULPA U16 | > 99,99995 % |
| ULPA U17 | > 99,999995 % |
Ein H14-Filter hält demnach zehnmal mehr Partikel zurück als ein H13-Filter – und tausendfach mehr als ein E11-EPA-Filter, der mit gut 95 % Abscheidegrad in vielen günstigen Geräten verbaut ist. Für Menschen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen ist mindestens die Klasse H13 empfehlenswert.
Während viele Hersteller nach der EU-Norm DIN EN 1822 zertifizierte HEPA-Filter verwenden, setzt Philips auf sogenannte NanoProtect-HEPA-Filter nach der US-Norm DOE-STD-3020-2015. (Bildquelle: amazon.de)
Achtung: „HEPA" ist kein geschützter Begriff
Wer einen Luftreiniger mit „HEPA-Filter" kauft, sollte genau hinschauen: Der Begriff „HEPA" ist rechtlich nicht geschützt. Auch Marketingbezeichnungen wie „True HEPA" oder „HEPA-ähnlich" sagen nichts darüber aus, welche Filterklasse tatsächlich verbaut ist. Selbst EPA-Filter (Klassen E10 bis E12), die deutlich schwächere Abscheideraten erreichen, werden von manchen Herstellern unter dem HEPA-Label vermarktet.Ein Beispiel aus der Praxis: Philips verwendet in seinen Luftreinigern nach eigenen Angaben keine HEPA-Filter nach der EU-Norm DIN EN 1822, sondern NanoProtect-HEPA-Filter nach der US-amerikanischen Norm DOE-STD-3020-2015 – mit teils niedrigeren CADR-Werten. Und dennoch zeigte sich im Luftreiniger-Test der Stiftung Warentest, dass der Philips AC2887/10 Feinstpartikel besonders effektiv aus der Luft abschied – besser als manches Gerät mit EU-zertifiziertem HEPA-Filter. Dieses Beispiel zeigt: Normbezeichnungen allein sind kein verlässlicher Qualitätsmaßstab. Entscheidend ist die gemessene Leistung im Test.
Kaufempfehlung: Achten Sie beim Kauf auf eine ausgewiesene Filterklasse gemäß DIN EN 1822 (H13 oder H14) und bevorzugen Sie Geräte, die in unabhängigen Tests überzeugen. Misstrauisch sollten Sie bei vagen Bezeichnungen wie „HEPA-like" oder „HEPA-Technologie" sein.
Was ist der CADR-Wert bei einem Luftreiniger?
Die Clean Air Delivery Rate (CADR) gibt an, wie viel gereinigte Luft ein Gerät pro Stunde liefert – gemessen in m³/h. Je näher der CADR-Wert am maximalen Luftvolumenstrom des Geräts liegt, desto effizienter arbeitet es. Die CADR-Bewertung wird vom internationalen Verband AHAM für die drei Partikelgrößen Rauch, Staub und Pollen ermittelt. Gasförmige Verbindungen und flüchtige organische Verbindungen (VOCs) werden dabei nicht erfasst – dafür sind Aktivkohlefilter zuständig.
Filter-Luftreiniger arbeiten häufig dreistufig: Ein Vorfilter hält grobe Partikel wie Flusen zurück, der HEPA-Filter bindet Feinstaub, Pollen und Allergene, und ein Aktivkohlefilter neutralisiert Gerüche und gasförmige Schadstoffe. (Bildquelle: beurer-shop.de)
So ist ein HEPA-Luftreiniger typischerweise aufgebaut
Hochwertige Filter-Luftreiniger arbeiten meist dreistufig:1. Vorfilter: Fängt grobe Partikel wie Staub, Tierhaare und Flusen ab und verlängert so die Lebensdauer des eigentlichen HEPA-Filters.
2. HEPA-Filter (oder EPA-Filter): Hält Feinstaub, Pollen, Schimmelpilzsporen und andere Kleinstpartikel zurück. Die Filterklasse entscheidet über die Tiefenwirkung.
3. Aktivkohlefilter: Bindet gasförmige Schadstoffe wie Formaldehyd, Stickoxide, Lösungsmitteldämpfe und unangenehme Gerüche, die der HEPA-Filter allein nicht erfassen kann.
Tests und Kundenmeinungen: Was sagen unabhängige Prüfer?
Die Stiftung Warentest hat Luftreiniger mit HEPA-Filtern mehrfach unter die Lupe genommen. In ihren Tests bewertet sie Geräte nicht allein nach der verbauten Filterklasse, sondern nach der tatsächlich gemessenen Reinigungsleistung – also wie viel Staub, Pollen und Rauch ein Gerät unter realen Bedingungen aus der Luft entfernt. Dabei schnitten mehrere Modelle mit H13- oder H14-Filtern „gut" ab, während einige günstigere Geräte mit niedrigeren EPA-Klassen nur ein „befriedigend" erreichten. Aktuelle Testergebnisse finden Sie direkt auf test.de im Bereich Luftreiniger.Auch Fachmagazine wie die Computerbild und Öko-Test testen regelmäßig Luftreiniger und bewerten dabei ausdrücklich die Filterqualität. Öko-Test legt dabei besonderes Gewicht auf Schadstoffe im Gerät selbst sowie die tatsächliche Reinigungsleistung.
Kundenstimmen aus Shops sowie von Bewertungsportalen zeigen ein differenziertes Bild: Geräte mit H13-Filtern werden von Allergikern besonders positiv bewertet – vor allem in der Pollensaison. Häufige Kritikpunkte betreffen die Betriebslautstärke auf hohen Stufen sowie die Kosten für Ersatzfilter, die je nach Modell zwischen 30 und über 80 Euro liegen können.
Automatikbetrieb beim HEPA-Luftreiniger: Vorsicht geboten
Viele Luftreiniger verfügen über einen Automatikmodus, der die Lüfterdrehzahl anhand von Sensormesswerten regelt. Doch Vorsicht: Die verbauten Partikel- oder VOC-Sensoren erfassen in der Regel nur einen Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Luftschadstoffe. Wer auf maximale Reinigungsleistung angewiesen ist – etwa bei starker Pollenbelastung oder erhöhter Feinstaubkonzentration –, sollte den Luftreiniger manuell auf einer konstant hohen Stufe betreiben. Wie die Redaktion von Stiftung Warentest betont, kann ein Sensor eine niedrige Partikelbelastung melden und die Automatik dadurch herunterschalten, obwohl die Luft noch mit Schadstoffen belastet ist.Fazit: Lohnt sich ein Luftreiniger mit HEPA-Filter?
Für Allergiker, Asthmatiker und Menschen in stark belasteten Innenräumen – etwa in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen oder in Gebäuden mit Schimmelbefall – ist ein Luftreiniger mit HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 eine sinnvolle Investition. Der Begriff „HEPA" allein sagt dabei wenig aus: Entscheidend sind die zertifizierte Filterklasse gemäß DIN EN 1822 sowie die im Test gemessene Reinigungsleistung.Wer gezielt kaufen möchte, sollte auf unabhängige Luftreiniger-Tests auf Testberichte.de zurückgreifen und Geräte miteinander vergleichen – insbesondere im Hinblick auf CADR-Wert, Filterklasse, Lautstärke und Folgekosten für Ersatzfilter.

























