Das Wichtigste auf einen Blick:
- Apple AppStore und Google Play Store mit je rund zwei Millionen verfügbaren Apps
- EU-Wettbewerbsrecht öffnet iOS-Plattform seit 2024 für alternative App-Marktplätze
- Unterschiedliche Sicherheitskonzepte bei Apple (geschlossenes System) und Android (offeneres Ökosystem)
- Windows Phone Store nach dem Scheitern der Plattform seit 2019 eingestellt
Früher spielten Websites zum Download von Handy-Software kaum eine Rolle. Doch mit dem Erscheinen leistungsfähiger Smartphones wie dem iPhone änderte sich dies grundlegend. Erstmals stellte der Apple App Store eine zentrale Anlaufstelle für Programme eines spezifischen Betriebssystems dar, die direkt aufs Smartphone geladen werden konnten. Dieses Konzept hat sich bewährt, sodass heute immer mehr App Stores entstehen.
Der App Store von Apple
Der Apple App Store ist das etablierte Modell für die App-Distribution auf iOS-Geräten wie iPhone, iPad und Apple Watch. Er bietet eine immens große Auswahl: Im Jahr 2025 waren rund zwei Millionen Anwendungen verfügbar, wöchentlich nutzen ihn über 850 Millionen Menschen in 175 Ländern. Ein großer Teil der Apps ist kostenlos, während bezahlte Apps meist zwischen 0,99 und einigen Euro kosten. Der App Store leidet jedoch zunehmend unter einer wachsenden Unübersichtlichkeit. Viele Nutzer informieren sich daher inzwischen auf spezialisierten Übersichtsseiten, um gute Apps zu finden.
Ein wichtiger Einschnitt ereignete sich 2024: Auf Druck des EU-Wettbewerbsrechts – konkret des Digital Markets Act (DMA) – musste Apple sein geschlossenes Ökosystem für den europäischen Markt öffnen. Seit März 2024 sind in der EU alternative App-Marktplätze auf iPhones und iPads zugelassen. Erste Anbieter wie der Epic Games Store, AltStore PAL und Aptoide haben seitdem eigene iOS-Stores gestartet. Apples Monopolstellung auf dem App-Markt bleibt dennoch weltweit weitgehend bestehen, da die neuen Möglichkeiten bisher auf die EU beschränkt sind.
Google Play Store
Die Android-Plattform stellt die größte Konkurrenz dar. Der Google Play Store bietet mit rund 2,08 Millionen verfügbaren Apps geringfügig mehr als der Apple App Store an und verzeichnet ebenfalls einen besonders hohen Anteil kostenloser Anwendungen. Für Android-Nutzer existieren zusätzlich alternative Stores: Samsung betreibt den Galaxy Store für eigene Geräte, Amazon pflegt seinen Appstore, und der quelloffene F-Droid Store bietet ausschließlich freie Software an. Auf dem Markt außerhalb von Googles Ökosystem ist auch Huawei mit seiner AppGallery aktiv, die insbesondere für Nutzer neuerer Huawei-Geräte ohne Google-Dienste relevant ist.
Strikte Regulierung vs. offenere Sicherheitspolitik
Während viele Nutzer die Qualitätskontrolle im Apple App Store als zu streng empfinden, ist es bei Android grundsätzlich anders. Das offenere Ökosystem ermöglicht auch die Installation von Apps außerhalb des Play Stores (sogenanntes Sideloading), was jedoch das Risiko von Schadsoftware erhöht. Google hat die Sicherheitsmaßnahmen im Play Store in den vergangenen Jahren erheblich verschärft: Automatisierte Prüfungen und regelmäßige Bereinigungsaktionen sollen die Qualität im Store verbessern. Dennoch bleibt das Risiko für Malware bei Android – insbesondere bei Apps aus inoffiziellen Quellen – höher als im geschlossenen Ökosystem von Apple. Andererseits ermöglicht die Offenheit von Android oft Programme, die im App Store wegen Apples strenger und eigenwilliger Richtlinien nicht verfügbar sind.
Windows Phone Store: Geschichte und Ende
Microsoft hatte mit dem Windows Phone Store einst eine eigene App-Plattform für sein Smartphone-Betriebssystem betrieben. Das Projekt scheiterte jedoch am mangelnden Interesse von Entwicklern und Nutzern: Der Marktanteil von Windows Phone sank auf unter ein Prozent. Microsoft stellte die Weiterentwicklung von Windows Phone 2017 ein, der Store wurde am 16. Dezember 2019 endgültig abgeschaltet. Seitdem konzentriert sich Microsoft im mobilen Bereich auf die Bereitstellung seiner Dienste und Apps für iOS und Android.