Nachhaltige Zahnbürsten Bild: pixabay / monofocus

Nachhaltige Zahnbürsten – worauf achten?

Zahnbürsten gibt es jetzt auch nachhaltig und angeblich CO₂-neutral. Sie werden in einer FSC-zertifizierten Kartonverpackung geliefert, als umweltfreundlich beworben und bei der dritten Nachfüllpacksendung gibt es einen Recyclingbeutel für die alten Bürstenköpfe. In fast jedem Drogeriemarktregal stehen Zahnbürsten, die Umweltfreundlichkeit versprechen, aber bei denen wir eigentlich nie genau wissen, wie nachhaltig sie wirklich sind. Mit Strom putzen sie trotzdem und alle paar Monate muss eine neue Aufsteckbürste her. Und wie steht es um die Chemie bei den Akkus, faire Rohstoffgewinnung, Recyclingkonzepte? Wie nachhaltig kann elektrisches Zähneputzen überhaupt sein? Sind nachhaltige elektrische Zahnbürsten nicht sogar der sinnloseste Kauf im Drogeriemarkt?

Zähneputzen mit Akku: Umweltfreundlich und fair?

Anbieter, die solche Dinge wissen, sind etwa Boombrush oder Happybrush, deren elektrische Zahnbürsten zwar nicht auf Bäumen wachsen, aber in vielerlei Hinsicht umweltschonend sind. Sie wissen, dass Bürstenköpfe aus Plastik der Umwelt schaden, wenn sie im Mülleimer landen oder Altbürsten – je nach Materialfraktion – nicht an Kunststoff-Recycler weitergegeben werden. Die Eco Vibe 3, von Happybrush als „weltweit erste Schallzahnbürste aus recyceltem Material“ vermarktet, schmückt sich mit allerlei Zertifizierendem von Certified B Corporation, FSC (für nachhaltige Waldwirtschaft) oder dem Klimaneutral-Siegel von ClimatePartner. Das Gehäuse wurde aus recyceltem Plastik und die Aufsteckbürsten fast vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt. Auch bei den Verpackungen setzt man auf FSC-zertifiziertes Material und eine reduzierte Abfallmenge. Interdentalbürsten aus Bambus, recycelte Mundspülung-Flaschen, Müllvermeidung durch recyceltes Plastik, ressourcenschonende Herstellung, Klimaneutralität, faire Arbeitsbedingungen, austauschbare Akkus, Bio-Farben als Druckfarben – das alles seien Innovationen der vergangenen und Pläne für die kommenden Jahre.

Kleine Auswahl an „grünen“ elektrischen Zahnbürsten

Boombrush Schallzahnbürste Schallzahnbürste

ohne Endnote

Happybrush VIBE 3 VIBE 3

Gut

1,9

Happybrush ECO VIBE 3 ECO VIBE 3

ohne Endnote

smile brush+ Starterset Starterset

ohne Endnote

Happybrush ECO VIBE 3 Minions ECO VIBE 3 Minions

ohne Endnote

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Zum Vergleich: Hightech-Bürste mit Magnetantrieb, Putz-Feedback und künstlicher Intelligenz

Kann man von Hightech-Bürsten auch Nachhaltigkeit ewarten? In ihnen stecken Bauteile aus verschiedenen Rohstoffen. Durch globale Lieferketten bestehen Umweltrisiken auf der ganzen Welt. Hersteller, die eine grüne Richtung einschlagen wollen, sollten offenlegen, wie sie mit dieser Verantwortung umgehen. Den großen Platzhirschen wie Oral-B und Philips scheint das (noch) egal zu sein.

Wie sieht es mit den Bauteilen einer E-Zahnbürste aus? Stammen die Rohstoffe aus nachhaltigen und fairen Quellen?

Hersteller Happybrush, befragt nach der Herkunft seiner Akkus, räumt ein, dass der Rohstoff Lithium, der für die Akkus benötigt wird, vor allem in Australien und Südamerika gewonnen und vorrangig in Form von Karbonaten oder Hydroxiden gefördert wird. Diese Rohstoff-Verbindungen würden anschließend in vielen Teilschritten weiterverarbeitet, bevor das Lithium in der Produktion von Batterien und Akkus verwendet werden könne. Aus diesem Grund sei eine genaue Rückverfolgung des in den Akkus enthaltenen Lithiums leider nicht möglich.

Was macht eine nachhaltige Zahnbürste aus?

  • Austauschbarer Akku: Aufgrund der längeren Nutzungsdauer leisten diese Bürsten einen Beitrag zur Ressourcenschonung und Abfallvermeidung
  • Aufsteckbürsten aus schnell nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus
  • Pflanzenbasierte statt Plastik-Bürstenköpfe (z. B. von TIO)
  • Bauteile und Verpackung aus recycelbaren Materialien
  • Soziale und ökologische Fairness bei der Rohstoffgewinnung und Lieferkette
  • Handzahnbürsten: BPA-frei, erdölfrei, ohne tierische Ausgangs- und Hilfsstoffe (vegan)
  • Wasser- und klimaneutral produziert
  • Borsten: falls gefärbt, dann mit Naturfarben
  • Bio-Druckfarben auf Verpackungen

Thema Nachhaltigkeit bei Zahnbürsten: Was sagt die Stiftung Warentest?

In den großen Zahnbürsten-Tests misst man inzwischen auch den Nachhaltigkeitsaspekten Umwelteigenschaften und Haltbarkeit Bedeutung zu. Die meisten elektrischen Zahnbürsten schneiden in diesem Prüfpunkt „gut“ ab. Ließen sich die Akkus von den Nutzer:innen noch selbst austauschen, hätten sich die meisten Bürsten die Bestnote verdient, heißt es in „test“ 12/2021 (Stiftung Warentest).

Zahnbürsten-Finder: Die besten auf einen Blick

Nachhaltig und ausdauernd: E-Zahnbürste mit einer Laufzeit von knapp 200 Minuten

Zum Vergleich: Die Testsieger-Zahnbürsten Philips Sonicare 9300 Diamond Clean Smart und Philips Sonicare 9900 Prestige halten laut Stiftung Warentest aufgeladen 111 respektive 80 Minuten, die drittplatzierte Oral-B Genius X 2000N nur 71 Minuten.  

Schummeln für den guten Ruf: Greenwashing auch bei Zahnbürsten?

Ein Power-Akku oder Bürstenköpfe aus Naturmaterialien – wenn sich Hersteller damit brüsten, belegt das weder Nachhaltigkeit noch ethischen Konsum, sondern eher eine kreative PR-Abteilung, die sich das grüne Mäntelchen der Nachhaltigkeit umgehängt hat. Fehlende Nachweise, irrelevante Label aus dem Gütesiegeldschungel, unklare Klimaschutzaussagen oder Intransparenz bei den Produktionsketten – das alles sind klassische Fragen des sogenannten Greenwashings, die sich auch bei E-Zahnbürsten stellen können. Wir von Testberichte.de wissen aber auch, dass es selbst den engagiertesten Herstellern nicht möglich ist, alle wichtigen Rohstoffe bis zu deren Ursprung zurückzuverfolgen und durch hohe Transparenz zu überzeugen.

Selbstverständlich haben wir noch einen langen Weg vor uns. Wir können jedoch versuchen, dass wir kontinuierlich daran arbeiten, sämtliche Prozesse und Produkte weiter zu optimieren. – Happybrush.

Ist klimaneutral und putzt „gut“

Nachhaltig putzen: Starke Akkus reichen nicht

Wir von Testberichte.de haben eine klare Vorstellung davon, wie eine nachhaltige E-Zahnbürste aussehen muss. Eine hochwertige Hightech-Bürste auf den Markt zu bringen, reicht uns nicht. Wir sehen zwar viele gute Ansätze hinsichtlich verarbeiteter Materialien und der Langlebigkeit verbauter Akkus. Beides drückt Nachhaltigkeit aus. Etwas schwurbelig wirken die Hersteller aber mit dem Versprechen „weiterer Schritte“. Was wir vermissen, sind ein verpflichtendes Siegel für reparaturfreundliche Elektrozahnbürsten und mehr Transparenz bei der Herkunft der Akkus und der in ihnen verwendeten Rohstoffe. Zur Nachhaltigkeit gehört für uns immer auch, dass die Akkus für einen Austausch vorgesehen sind und von den Nutzerinnen und Putzern leicht und gefahrlos entnommen werden können. Die Hersteller dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen bei Fragen nachhaltigen Ökodesigns und echten Nachhaltigkeitskonzepten, die der Umwelt nützen und nicht nur Geld in die Kassen der Entwickler spülen.

Knackpunkt Akku: Schärfere Regelungen ab Januar 2022

Erfreulicherweise hat das relativ frisch reformierte Elektrogerätegesetz (ElektroG) nun bisherige Regelungen zu mobilen Elektro-Altgeräten verschärft. Ab 2022 ist gefordert, dass Batterien künftig entweder problemlos und zerstörungsfrei im Haushalt oder jedenfalls problemlos und zerstörungsfrei und mit handelsüblichem Werkzeug durch herstellerunabhängiges Fachpersonal entnommen werden können. Eine Reparaturpflicht der Hersteller ist leider nicht enthalten.

Welche Hersteller elektrischer Zahnbürsten sind nachhaltiger als andere?

„Wir tun das Richtige, auch wenn es nicht leicht ist“, beschreibt Apple-Boss Tim Cook den Innovationsdruck der Hersteller ethisch und nachhaltig produzierter Smartphones. Bei elektrischen Zahnbürsten ist das nicht anders: Fair ist schwer. Wo und unter welchen Arbeitsbedingungen etwa die Akkus zusammengesetzt werden oder wie es um die Fairness bei Lieferketten und Rohstoffgewinnung bestellt ist, bleibt auch engagierten Anbietern oft unklar. Andererseits gibt es viele „grüne“ Ansätze, die den Erwartungen der Verbraucher:innen an nachhaltige Zahnbürsten zumindest ein bisschen näherkommen. Dazu zählen etwa Boombrushs Abos für Ersatzbürsten-Köpfe, Recyclingbeutel für alte Bürstenköpfe und lebenslange Garantien. Auch mit seinem Recyclingprogramm stößt Boombrush in die grüne Richtung vor. Damit können Sie Ihren gebrauchten Bürstenaufsatz einsenden und recyceln lassen. Höhere Ansprüche an soziale und ökologische Fairness, klimaneutrale Produktion oder ein nennenswertes Umweltengagement sind allerdings nicht erkennbar.

Bambus statt Plastik: Nachhaltige Aufsteckbürsten für Philips und Oral-B

REDTRON Bambus Ersatzbürstenkopf für Philips Bambus Ersatzbürstenkopf für Philips

Befriedigend

2,6

Outdoor Freakz Aufsteckbürsten Bambus Universal Aufsteckbürsten Bambus Universal

ohne Endnote

A Good Bambus Aufsteckbürsten Sensitive für Oral-B Bambus Aufsteckbürsten Sensitive für Oral-B

Sehr gut

1,3

A Good Bambus Aufsteckbürsten Standard für Philips Sonicare Bambus Aufsteckbürsten Standard für Philips Sonicare

ohne Endnote

truemorrow Aufsteckbürsten aus Bambus Aufsteckbürsten aus Bambus

ohne Endnote

von 5
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Happybrush als grüner Vorreiter: Schallzahnbürsten aus nachwachsenden Rohstoffen

Auch andere wie smile brush+ haben sich dem Thema Nachhaltigkeit mit den Schwerpunkten Ressourcenknappheit, recycelbare Materialien und Vermeidung von Plastikmüll verschrieben und bringen Schallzahnbürsten mit Aufsteckbürsten aus nachwachsenden Rohstoffen unters Volk. Wieder andere halten sich nur an Naturmaterialien wie Holz oder Bambus, während es bei Happybrush Verbesserungen in alle Richtungen gibt: Mit seiner Eco Vibe 3 setzt der Hersteller auf Umweltengagement, ressourcenbewusste Herstellung und klimaneutrale Bürsten. Das Unternehmen trägt das B Corp Zertifikat für höchste soziale und ökologische Standards, verpackt seine Bürsten nachhaltig und setzt sich für ein Trinkwasserprojekt in Ghana ein. Was stört, sind festverbaute Akkus, die einen erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer der Bürsten haben. Ein defekter oder schwacher Akku führt dann dazu, dass Sie die Zahnbürste entsorgen müssen. Nachhaltig ist das nicht – und ein Beleg dafür, dass beim Ökodesign von Elektrozahnbürsten noch manches falsch läuft.

Wertschätzen statt wegwerfen: Geht das bei elektrischen Zahnbürsten?

Im Sinne des Umweltschutzes dürfen Akkus nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen an entsprechenden Sammelstellen abgegeben werden. Außerdem gilt es, die geltenden gesetzlichen Regelungen zur Batterieentsorgung zu beachten. Selbst wenn Sie eine Aufsteckbürste aus Bambus oder Holz erwischt haben, die auf eine elektrische Zahnbürste passt: Da zumindest die Borsten meist aus Nylon oder Polyester gefertigt sind, müssen Sie die Aufsteckbürsten im Restmüll entsorgen. Welche Bauteile einer elektrischen Zahnbürste in den Biomüll dürfen, lässt sich letztlich nur über Ihre Kommune klären, denn hier gibt es durchaus Unterschiede. Elektro-Altgeräte können Sie kostenlos bei Ihrem Wertstoffhof abgeben. Das Recycling der Rohstoffe, die in den Geräten stecken, schont Umwelt und Klima.

Unser Tipp: Zahnbürste für die (gelbe) Tonne

Die Aufsteckbürsten von smile brush+ sind recycelbar und ein Fall für die gelbe Tonne. Den Verzicht auf eine Plastik-Ladestation halten wir für eine löbliche Beigabe. Mit Strom befüllt wird die Bürste über einen direkten USB-Anschluss – etwa am PC oder an einer Powerbank.

Wie lange kann ich den Kopf meiner elektrischen Zahnbürste verwenden?
Zahnpflege-Experten und Zahnärztinnen empfehlen, den Bürstenkopf einer elektrischen Zahnbürste etwa alle drei Monate zu tauschen.

Unter Strom: Wie nachhaltig können E-Zahnbürsten sein? – Die wichtigsten Vorteile & Nachteile im Überblick

Stärken

  1. Ressourcenschonende Herstellung: Manche Anbieter arbeiten mit Partnern aus der Recyclingbranche zusammen und gewährleisten so, dass möglichst wenige Ressourcen verlorengehen und stattdessen wieder dem Produktionskreislauf zugeführt werden
  2. Produktion und Entsorgung wirken sich weniger auf die Umwelt aus, wenn das Material der Aufsteckbürsten aus nachhaltigem Anbau stammt und im Idealfall recycelbar oder sogar biologisch abbaubar ist. Auch der Griff und die Ladestation können aus Rezyklat bestehen und recycelbar sein
  3. Nachhaltigkeit in den Lebenszyklen: Der Akku, nach den Maßstäben von Stiftung Warentest ein wichtiger Bestandteil umweltverträglicher E-Zahnbürsten, kann entweder überdurchschnittlich langlebig sein oder durch die Nutzer:innen selbst ausgetauscht werden
  4. Nachhaltigkeit bei der Nutzung: Ein vollständig aufgeladener Akku kann bei regelmäßiger Anwendung bis zu mehrere Wochen halten

Schwächen

  1. Es gibt keine komplett gartenkompostierbare elektrische Zahnbürste. Bei der Herstellung einzelner Bauteile wie Akku, Borsten oder Ladeteilen kommt immer Chemie zum Einsatz
  2. Die Lebensdauer einer E-Zahnbürste wird häufig durch das Lebensdauerende der verbauten Akkus begrenzt.
  3. Keine Garantie auf Wiederverwertbarkeit: Die Materialien von Borsten und Innenteilen der Aufsatzbürsten bestehen oft aus nicht recycelbaren Materialien
  4. Ob sich – wie so manches Unternehmen aus anderen Branchen – nicht auch mancher Anbieter von E-Zahnbürsten nur ein grünes Mäntelchen im Namen der Nachhaltigkeit umhängt, ist schwer zu erkennen
  5. Für die verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus in E-Zahnbürsten ist u. a. der Rohstoff Lithium unverzichtbar. Er sorgt dafür, dass sich der Akku schneller auflädt, länger hält und auch bei geringem Ladestand mit voller Leistung weiterputzt. Wie bei allen nicht regenerativen Rohstoffen sind die weltweiten Reserven des kostbaren Lithiums allerdings begrenzt

Batterie- und Akkuzahnbürste im Vergleich: Was ist nachhaltiger?

Bei elektrischen Kinderzahnbürsten haben Sie oft die Wahl zwischen Batterien und Akkus. Mit Blick auf nachhaltiges Zähneputzen sind Bürsten mit Akku die bessere Alternative. Durch das mehrfache Wiederaufladen mildern Sie die ineffiziente Art der Energieversorgung durch Batterien. Jedes Mal, wenn ein Akku neu aufgeladen wird, ersetzt er im Prinzip eine Batterie. Je länger die Lebensdauer eines Akkus ist, umso größer ist somit der Einspareffekt des Akkus gegenüber der Batterie. Je nach Art und Nutzung können Sie Akkus ca. 200- bis 1.000-mal wiederaufladen, bevor das Ende der Lebensdauer erreicht ist.

Die besten Kinderzahnbürsten mit Akku

Tipps aus der Redaktion

von Sonja Leibinger

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