Dual-SIM-Smartphones (Handys): Geräte für zwei SIM-Karten

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Quelle: flickr.com/kalleboo

Als Dual-SIM-Handys bezeichnet man Mobilfunktelefone, mit denen zwei SIM-Karten parallel betrieben werden können. Gründe dafür gibt es genügend: So kann auf diese Weise auf den parallelen Betrieb eines privaten und eines dienstlichen Handys verzichtet, im Ausland eine günstige, ausländische SIM genutzt oder ganz einfach Tarif-Sharing betrieben werden. Trotz skeptischer Netzbetreiber gibt es daher immer mehr Dual-SIM-Handys, wenngleich man in den Herstellerportfolios schon genauer hinsehen muss. Wobei einige Hersteller sich dem Trend eher verschrieben haben als andere.

Ein Trend aus Asien - wie so viele

Lange Zeit waren Dual-SIM-Handys nämlich vorwiegend im asiatischen Raum anzutreffen. Auf dem europäischen Markt waren diese Handys bislang eher eine Rarität, was sich aber zunehmend ändert: Vor allem Samsung ist in dieser Hinsicht sehr aktiv, aber auch Microsoft führt viele Lumia-Modelle mit Dual-SIM-Fähigkeit. Neben den genannten Herstellern sind es insbesondere Wiko, Simvalley Mobile und Alcatel, die sehr intensiv Dual-SIM-Modelle vertreiben.

Bares Geld beim Telefonieren sparen

Die nur mühsame Akzeptanz von Dual-SIM-Modellen liegt hierzulande sicherlich zum großen Teil an der Skepsis der Netzbetreiber, die diese Handys nur zögerlich ins Programm aufnehmen. Der Grund liegt im sogenannten Tarif-Sharing: Wer zwei SIM-Karten einlegen kann, kann die teuren Tarife des Netzbetreibers umgehen und damit dessen Mischkalkulation zerstören. So kann der Nutzer eine SIM für die Handy-Flat des einen Anbieters, die SIM eines anderen Anbieters aber für günstige Gespräche in andere Netze nutzen. Und in der Tat ist das – neben der parallelen Nutzung privater und geschäftlicher SIM-Karten – das Hauptargument für den Erwerb eines solchen Handys.

Dual Active vs. Dual Standby

Wer Interesse an einem Dual-SIM-Handy hat, sollte beachten, dass es verschiedene Ausführungen gibt. Vor allem günstige Modelle aus dem asiatischen Raum neigen dazu, dass nur jeweils eine von beiden SIMs aktiv sein kann. Das heißt, dass man das Handy ausschalten und neu booten muss, um die andere nutzen zu können. Bei den Handys der im Text bereits genannten Hersteller sollte dies aber nicht mehr nötig sein – hier sind jeweils beide SIM-Karten gleichzeitig aktiv und können somit auch parallel Anrufe und Kurznachrichten empfangen.

Die Wahl bei abgehenden Gesprächen

Was abgehende Anrufe anbelangt, muss der Anwender jeweils über ein Menü wählen, mit welcher SIM-Karte er diese tätigen möchte. Das Gleiche gilt für Datenverbindungen. Hierbei gibt es einen wichtigen Aspekt zu beachten: Die meisten aktuellen Dual-SIM-Handys unterstützen nur das "Dual Standby". Das heißt, man ist nur im passiven Modus auf beiden Karten gleichzeitig erreichbar. Sowie man aktiv einen Anruf tätigt, ist man für diese Zeitspanne nicht auf der anderen Karte erreichbar. Wer echtes Dual-SIM sucht, sollte daher nach dem Schlüsselbegriff "Dual Active" Ausschau halten. Dann kann man auch während Telefonaten auf beiden Karten weiter kontaktiert werden, etwa via SMS. Das Problem betrifft auch große Hersteller: Die Dual-SIM-Variante des HTC One (M8) beispielsweise beherrscht nur Dual Standby. Wie genau Dual-SIM bei Android funktioniert, hat das Magazin AndroidPit schön mit Screenshots aufgezeigt. Qualcomm möchte im Übrigen in Zukunft nicht nur eine parallele Erreichbarkeit erlauben sondern sogar parallele Telefonate - dann könnten zwei Nutzer mit jeweils einem Bluetooth-Headset unabhängig über das gleiche Telefon Gespräche führen.

3G- oder 4G-Unterstützung meist nur auf einem Kartenslot

Ferner ist zu beachten, dass vielfach der zweite SIM-Karten-Slot nicht mit HSPA oder gar LTE arbeitet wie der erste. Dies ist auch bei den hierzulande erhältlichen Dual-SIM-Handys ein häufiges Ärgernis. Erst in der neuesten Generation bieten einige Geräte für beide SIM-Karten eine gleich gute Konnektivität.

Dual-SIM kann auch etwas anderes bedeuten

Vorsicht ist aber auch hier wieder bei den im Internet angebotenen Mobiltelefonen chinesischer Anbieter wie zum Beispiel ZTE geboten. Denn neuerdings gibt es auch Dual-SIM-Handys, die nicht zwei Kartenslots für das GSM-Netz bieten, sondern einen für GSM und den anderen für CDMA. Hintergrund ist, dass in China beide Netztypen Verwendung finden - in Deutschland freilich ist der CDMA-Steckplatz vollkommen nutzlos. Solche Handys können aber wiederum für Reisende dann doch interessant sein - es kommt eben auf den Verwendungszweck an. Und eine letzte Stolperfalle: Manches Handy preiswerter Anbieter wie Wiko besitzt gar keinen eigenen Dual-SIM-Steckplatz, da muss dann der Speicherkartenslot herhalten. Man muss sich also in solchen Fällen entscheiden, was einem wichtiger ist: die zweite SIM oder eine Speichererweiterung.

Autor: Janko