Die bes­ten elek­tri­schen Zahn­bürs­ten | Test 01/2026

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Wei­tere Bes­ten­lis­ten

Ratgeber: Elektrische Zahnbürsten

Oszil­lie­rend oder mit Schall?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Selbst einfache Elektrozahnbürsten putzen gründlicher als Handzahnbürsten
  • Bürstentpyen: rotierend-oszillierende und vibrierende Bürstenköpfe - aber keine Qualitätsunterschiede
  • Sogenannte U-förmige Zahnbürsten in Tests mit schlechten Noten
  • Zusatzfunktionen nicht immer sinnvoll
  • In Tests überzeugen neben Luxus-Bürsten auch Preiswert-Zahnfeger
  • Nachhaltig: austauschbare Akkus

Elektrische Zahnbürsten reinigen mit mindestens 3.000 Umdrehungen pro Minute, während Schallzahnbürsten noch deutlich schneller arbeiten, oft mit 30.000 oder mehr Bewegungen. Mit einer manuellen Zahnbürste ist eine solche Reinigungsleistung nicht zu erreichen. Genau darin liegt der große Vorteil von Elektrozahnbürsten: Sie sorgen für eine wesentlich gründlichere Reinigung. Zudem kompensieren sie teilweise Fehler in der Putztechnik – sofern sie korrekt verwendet werden.

Oral-B iO Series 9N mit Ladestation und Etui Bei hochwertigen elektrischen Zahnbürsten gehört induktives Laden mittlerweile zum Standard. (Bildquelle: amazon.de)

Vergleich der Reinigungsleistung: Rotation gegen Vibration bei Zahnbürsten

Wenn Sie eine elektrische Zahnbürste erwerben möchten, stehen grundsätzlich zwei etablierte Arten zur Auswahl: vibrierende Schallzahnbürsten und oszillierend-rotierende Modelle. Schallzahnbürsten arbeiten mit Vibrationen, die von einem länglichen Bürstenkopf ausgehen, während Rotationszahnbürsten runde Bürstenköpfe besitzen, die rotieren und teilweise zusätzlich pulsieren. Einige, wie die Oral-B iO, nutzen auch sogenannte „Mikrovibrationen".
Doch welche Technik reinigt tatsächlich am besten? Weder Stiftung Warentest noch Öko-Test konnten bisher einen eindeutigen Favoriten ausmachen. Studien zeigen, dass elektrische Zahnbürsten insgesamt bessere Reinigungsergebnisse liefern als Handzahnbürsten – allerdings nur, wenn sie gleich lange und gründlich angewendet werden.


Empfehlung von Stiftung Warentest: Die richtige Putztechnik

Überlassen Sie Ihrer elektrischen Zahnbürste die Arbeit – führen Sie sie langsam entlang der Zahnoberflächen und achten Sie darauf, keine Bereiche zu vergessen: Vorderseite, Rückseite und Kauflächen. Das empfiehlt Stiftung Warentest auf ihrer Webseite, die außerdem ein Erklärvideo zum Thema Putztechnik bereitstellt.


Abgesehen davon können Sie sich gelassen an Ihren persönlichen Vorlieben orientieren:
Beim Kauf einer elektrischen Zahnbürste sollte das eigene Putzverhalten eine Rolle spielen: Mit einer Rundkopfzahnbürste muss man jeden Zahn einzeln reinigen. Schallaktive Zahnbürsten dagegen säubern mit ihren länglichen Köpfen mehr Fläche auf einmal. – Stiftung Warentest, Dezember 2025

Unterschied Rotations- und Schallzahnbürste im Überblick


Neben der unterschiedlichen Putzbewegung variieren auch Bürstenkopfform und Handhabung deutlich. Rundkopfbürsten sind kleiner und kommen leichter an schwer zugängliche Stellen heran, benötigen jedoch mehr Zeit, da jeder Zahn einzeln gereinigt werden sollte. Dabei kann der Bürstenkopf leicht in die Zahnzwischenräume gleiten.

Ein Nachteil rotierender Modelle ist das höhere Risiko für Zahnfleischverletzungen bei zu starkem Druck. Im schlimmsten Fall führt das zu Zahnfleischrückgang. Um dem vorzubeugen, haben viele höherpreisige Elektrozahnbürsten eine sogenannte Andruckkontrolle beziehungsweise einen Drucksensor eingebaut.

Philips Sonicare 9900 Prestige Schallzahnbürste mit Etui Der Philips Sonicare 9900 Prestige erzielt „hervorragende" Reinigungsergebnisse. Ein eingebauter Drucksensor warnt vor zu festem Aufdrücken – ein Pluspunkt für den Schutz des Zahnfleischs. (Bildquelle: philips.com)

Schallzahnbürsten reinigen mehrere Zähne gleichzeitig

Schallzahnbürsten erfordern generell weniger Druck beim Putzen, was das Verletzungsrisiko verringert. Die Bürstenköpfe werden mittels Linearmotor oder elektromagnetischer Impulse angetrieben und erzeugen oftmals etwa 30.000 Bewegungen pro Minute oder mehr – das ist um ein Vielfaches schneller als bei konventionellen Elektrozahnbürsten. Die schnellen Auf- und Abbewegungen erzeugen Schallwellen, die als Brummen bemerkbar sind.
Der große Vorteil dieser Technologie besteht darin, dass mehrere Zähne oder größere Zahnflächen gleichzeitig erreicht werden können. Grundsätzlich ähnelt die Putzbewegung der manuellen Technik, sodass die Umstellung leichter fällt. Vibrationen unterstützen damit die manuelle Reinigung – anders als bei oszillierenden Bürsten, bei denen die Bewegungen nahezu komplett von der Bürste selbst übernommen werden.


Empfindliches Kribbeln? – EasyStart und steigende Vibrationsstufen helfen

Nicht alle Schallzahnbürsten erzeugen genug Borstenschwingungen, um den wichtigen hydrodynamischen Reinigungseffekt voll auszulösen. Eine Mindestfrequenz ist notwendig, um diesen Effekt wirksam zu machen. Zudem empfinden viele Nutzer das Kribbeln im Mund als unangenehm. Modelle mit einer „Easy Start"-Funktion, wie viele Philips Sonicare Schallzahnbürsten, oder mit graduell ansteigender Vibrationsstärke erleichtern den Einstieg ins Zähneputzen mit einer Elektrobürste.



Wondersmile Schallzahnbürste Pro mit Reiseetui Die Schallzahnbürste WonderBrush Pro von Wondersmile bietet vier Reinigungsmodi, einen starken Akku und eine laut ETM TESTMAGAZIN „meisterhafte Plaquebeseitigung". Abgebildet ist das Modell inklusive Reiseetui. (Bildquelle: amazon.de)

Putzkraft im Detail: Hohe Vibrationsfrequenz als Schlüssel zu guter Reinigung

Die Frequenz der Bewegungen des Bürstenkopfs ist ein wichtiger Maßstab für die Reinigungsleistung. Generell verbessert sich die Putzwirkung, je mehr Bewegungen pro Minute ausgeführt werden. Dabei spielt auch die Amplitude, also der Weg, den der Bürstenkopf in jeder Schwingung läuft, eine Rolle. Liegt diese zwischen drei und vier Millimetern, können Sie davon ausgehen, dass Elektrozahnbürsten mit dieser Amplitude eine solide Leistung liefern.


Werden Ultraschallzahnbürsten von Stiftung Warentest berücksichtigt?

Derzeit noch selten. Diese Modelle werden zwar zunehmend angeboten, basieren aber häufig auch auf der Verwechslung mit Schallzahnbürsten: Echte Ultraschallzahnbürsten arbeiten mit etwa 20 Kilohertz und sind darauf ausgelegt, die Zähne ohne sichtbare Bürstenbewegungen zu reinigen – sie benötigen meist eine spezielle Zahncreme. Trotz der Beliebtheit nutzen manche Hersteller von Schallzahnbürsten bewusst die Verwechslungsgefahr und preisen Ultraschall als besonders effektive Reinigungsmethode ihrer Produkte an. Beim Kauf ist daher ein kritischer Blick auf die technischen Angaben empfehlenswert.


Neue Gerätekategorie: U-förmige Zahnbürsten im Test gescheitert


Im aktuellen Test der Stiftung Warentest (12/2025) wurden erstmals auch sogenannte U-förmige Zahnbürsten geprüft, die alle Zähne gleichzeitig reinigen sollen – ohne manuelle Führung. Das Ergebnis war ernüchternd: Beide getesteten Modelle erhielten sowohl in der Kategorie Zahnreinigung als auch im Gesamturteil die Note „mangelhaft". Wer auf solche Geräte setzt, sollte die aktuelle Testlage im Blick behalten.

Vergleich bei Ausstattung: Wie wichtig sind Timer, Putzprogramme & Co.?


Schallzahnbürste Philips Sonicare 9000 DiamondClean Das Aufladen erfolgt bequem im Ladeglas, zusätzlich befindet sich im Etui ein USB-Anschluss: Die Philips Sonicare DiamondClean 9000 hebt sich deutlich vom Durchschnitt ab. Nur die Akkulaufzeit fällt im Vergleich kürzer aus. (Bildquelle: amazon.de)

Elektrische Zahnbürsten sind bereits ab etwa 10 bis 20 Euro erhältlich, gleichzeitig gibt es aber auch deutlich teurere Modelle. Der Preis hängt vor allem von der Ausstattung und der Akkuqualität ab. Einfache Geräte verfügen meist über zwei Geschwindigkeitsstufen, während hochwertigere Modelle mehrere Putzmodi, Timer und Warnfunktionen bieten. Eine Andruckkontrolle ist besonders bei oszillierenden Bürsten sinnvoll: Wird zu viel Druck ausgeübt, macht das Gerät den Nutzer darauf aufmerksam. Neben verschiedenen Geschwindigkeitsstufen bieten teure Zahnbürsten oft auch spezielle Programme für Zahnfleischmassage oder Zahnaufhellung. Premium-Modelle wie die Oral-B iO Series 10 oder die Philips Sonicare 9900 Prestige bieten zudem eine App-Anbindung mit KI-Analyse: Sensoren erfassen Putzbewegungen, Putzdauer und Putzfläche, eine Smartphone-App gibt Echtzeit-Feedback und Tipps zur Verbesserung der Putztechnik.
Andruckkontrolle bei elektrischen Zahnbürsten – Schutz für das Zahnfleisch

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Elektrische Kinderzahnbürste Janosch by Beurer JZA 70 mit Sanduhr Die Sanduhr unterstützt Kinder bei der Einhaltung der empfohlenen Putzzeit von zwei Minuten, wie bei der Janosch-Kinderzahnbürste JZA 70 von Beurer. (Bildquelle: amazon.de)

Timer für die Putzzeit: Unterschiedliche Ausführungen

Putzzeiten bei elektrischen Zahnbürsten werden über diverse Timer realisiert. Einfachere Geräte bieten einfache Putzzeittimer, die die Bürste nach Ablauf einer bestimmten Zeit automatisch abschalten. Hochwertigere Modelle besitzen oft einen Intervall-Timer, der meist alle 30 Sekunden einen kurzen Vibrationsimpuls gibt und so signalisiert, dass der Nutzer den Quadranten im Mund wechseln sollte. Teilweise sind auch separate Displays verfügbar, die beispielsweise am Spiegel montiert werden können und die Putzzeit sichtbar machen. Erfahrene Nutzer haben jedoch meist ein gutes Gespür für die benötigte Putzdauer.
Stiftung Warentest empfiehlt besonders Kindern Zahnbürsten mit Putzzeittimer. Schließlich soll das noch schwach ausgeprägte Zeitgefühl kompensiert werden. Die Empfehlung lautet, mindestens zweimal täglich für jeweils zwei Minuten zu putzen, wie im Test zu Kinderzahnbürsten beschrieben.


Appell an die Hersteller

Hersteller sollten überlegen, nicht jedes technische Extra als zwingend notwendig anzupreisen, um so den Verkauf anzukurbeln. Dabei bleibt unbestritten, dass elektrische Zahnbürsten keine kürzere Putzzeit ermöglichen als Handzahnbürsten. Wer sicherstellen möchte, dass nicht Geschwindigkeit mit Gründlichkeit verwechselt wird, sollte eine elektrische Zahnbürste mit zuverlässigem Timer auswählen.


Wie schneiden günstige Zahnbürsten in den Tests von Stiftung Warentest ab?


Batteriezahnbürste Oral-B Advance Power Die günstige Batteriezahnbürste Oral-B Advance Power erzielt laut Stiftung Warentest ein „gutes" Ergebnis bei der Reinigung. Allerdings fehlt ein Putzzeit- und Intervalltimer. (Bildquelle: amazon.de)

Auch preiswerte Geräte erzielen laut Stiftung Warentest gute Reinigungsergebnisse – und das oft für überraschend wenig Geld. Im aktuellen Test (12/2025) wurden gute Modelle bereits ab 20 Euro ausgezeichnet, darunter Eigenmarken von Rossmann und Müller. Der Preistipp der Stiftung Warentest geht an die Müller Sensident Perfect Clean Professional. Insgesamt zeigt die umfangreiche Testdatenbank mit 48 geprüften Modellen: Teure Geräte putzen nicht unbedingt besser als günstige. So erhalten auch ältere Empfehlungen wie die dm / Dontodent Akku-Zahnbürste Active Professional weiterhin gute Noten. Preisbewusste finden zudem bei Amazon oder Müller weitere kostengünstige Elektrozahnbürsten.

Für umweltbewusste Nutzer: Geräte mit langlebigen und austauschbaren Akkus

Ein entscheidendes Kaufkriterium ist die Akkuqualität. Er sollte nicht nur ausdauernd sein und jederzeit aufgeladen werden können, sondern auch leicht austauschbar sein. Seit Dezember 2024 bewertet Stiftung Warentest diesen Aspekt verschärft: Wenn der Akku mangelhaft austauschbar ist, werden die Umwelteigenschaften maximal zwei Noten besser bewertet – ein Kauf solcher Geräte kann also das Gesamturteil deutlich drücken. Besonders bei günstigen Modellen ist Austauschbarkeit selten. Selbst bei Testsiegern wie Philips Sonicare oder Braun Oral-B wünscht man sich stärkeren Fokus auf den Umweltschutz durch austauschbare Akkus.
Wichtig ist es, Akkus gut zu pflegen. Temperaturen über 25 Grad und Feuchtigkeit, wie im Bad, sind schädlich. – Stiftung Warentest

Auch Öko-Test bewertet elektrische Zahnbürsten und kritisiert Akkus


Die Akkulaufzeit wird von Öko-Test als teilweise nur mäßig eingestuft. Insgesamt lasse die Technik von Elektrozahnbürsten noch zu wünschen übrig, so das Urteil. Was kurz oder akzeptabel ist, differiert jedoch: Ein Akku, der nach dem Aufladen 100 Minuten hält, gilt als kurz, während optimale Werte 300 Minuten oder mehr betragen. Kritisiert wird außerdem die veraltete Nickel-Metallhydrid-Technologie, die eine geringere Lebensdauer aufweist und weniger nachhaltig ist als Lithium-Ionen-Akkus.
Die moderne Technik nutzt hochwertige Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion), die robuster sind und eine höhere chemische Stabilität sowie längere Lebensdauer besitzen. – Öko-Test 12/2021


Nachhaltiges Zähneputzen: Die Eco Vibe 3 erhält Top-Bewertung bei Smartphone für Klimabewusste

Eco Vibe 3

Sehr gut

1,5

happybrush Eco Vibe 3

4,7 von 5 Sternen

2 Tests

4,4 von 5 Sternen

1.553 Meinungen


Im Zahnbürsten-Vergleich der Zeitschrift Smartphone wird die Happybrush Eco Vibe 3 als „nachhaltigste Zahnbürste" ausgezeichnet. Sie zeigt eindrucksvoll, dass gründliche Zahnreinigung ohne riesigen Plastikmüll möglich ist. Das Handstück besteht vollständig aus recyceltem Kunststoff, und die Aufsteckbürsten größtenteils aus nachwachsenden Rohstoffen. In der Kategorie Zahnreinigung schneiden andere Bürsten besser ab. Interessanterweise konnte die identische Eco Vibe 3 bei Stiftung Warentest mit „gut" sowohl bei der Reinigung als auch im Gesamtergebnis überzeugen.



Ein letzter Tipp

Beim Kauf sollten Sie auf gute Verfügbarkeit frischer Aufsteckbürsten achten. Bei besonders günstigen Modellen oder Aktionsware von Discountern besteht oft das Risiko, dass Ersatzbürsten nur schwer oder nur für begrenzte Zeit erhältlich sind. Zudem berichten Testexperten gelegentlich von minderwertigen Nachkaufbürsten.

von Sonja Leibinger

„Hightech-Zahnbürsten als Leidenschaft, große Liebe, heiße Sympathie. Mein Tipp: Auch schlichte Modelle putzen oft sehr gut. Auf eine Putzzeit- und Andruckkontrolle würde ich aber nie verzichten.“

Umfrage von Testberichte.de!

Was ist Ihnen bei einer elektrischen Zahnbürste besonders wichtig?

„Fluo­rid ist ein hei­kles Thema“

Zahnmedizinerin Kiana Meier-Friedhoff Die Zahnmedizinerin Kiana Meier-Friedhoff ist Spezialistin für Kiefergelenkerkrankungen und beantwortet für uns die wichtigsten Fragen zu Zahnreinigung und Mundhygiene. (Bildquelle: zahnarztpraxis-drvoss.de)

Putzt elektrisch wirklich besser als manuell? Wie können Sie Mundgeruch und hartnäckigen Zahnbelag verhindern? Sollten Sie eine rotierende oder eine vibrierende Zahnbürste verwenden? Und müssen Sie wirklich nach jeder Mahlzeit ans Zähneputzen denken? Im Schwerpunkt „Zahnreinigung” auf Testberichte.de widmen wir uns diesen und weiteren Fragen. Antworten hat uns die Zahnmedizinerin Frau Kiana Meier-Friedhoff geliefert.

Welche weiteren Mundhygiene-Maßnahmen empfehlen Sie Ihren Patienten und Patientinnen neben dem täglichen Zähneputzen?

Mehrere sind geeignet. Außer Mundduschen, Ölziehen und Zungenschabern gehören dazu die kleinen Zahnzwischenraum- oder Interdentalbürsten. Bei Letzteren rate ich meinen Patienten dringend, sich von der Prophylaxe die richtige Größe zeigen zu lassen.

Empfehlen Sie zusätzlich zur normalen Zahnbürstenreinigung auch die Verwendung von Zahnseide? Wenn ja, welche?

Bei Zahnseide empfehle ich vor allem die ungewachste Variante, da Speisereste besser daran haften bleiben. Für größere Zahnzwischenräume sind Interdentalbürsten aber die bessere Alternative.

Manche Menschen tun sich schwer mit Zahnseide. Können Mundduschen hier eine Alternative sein?

Unbedingt. Mundduschen sind generell eine gute Alternative für Menschen, die mit anderen Mundhygiene-Maßnahmen wie Zahnseide oder Interdentalbürsten nicht gut zurechtkommen.

Können Mundduschen die normale Reinigung mit der Zahnbürste ersetzen?

Auf gar keinen Fall! Um regelmäßiges und gründliches Säubern der Zähne mit einer Zahnbürste kommt man auch mit der besten Munddusche nicht herum.

Lässt sich mit einer Munddusche hartnäckiger Zahnbelag selbst entfernen?

Nein. Nur die mechanische Reinigung der Zähne mit der Zahnbürste bringt den gewünschten Effekt.

Was reinigt Zahnzwischenräume und Zahnfleischsaum besser: Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen?

Zahnzwischenraumbürstchen sind hier klar im Vorteil. Das gilt aber natürlich nur, wenn der Zahnzwischenraum es zulässt.

Ist es ratsam, in einen Zungenreiniger zu investieren, und was bringt ein solches Gerät überhaupt?

Es ist durchaus sinnvoll, sich einen speziellen Zungenreiniger zu kaufen. Mit einem Zungenschaber lassen sich Beläge, die sich tagsüber und über Nacht angesammelt haben, gut von der Zungenoberfläche herunterschaben. Auch gegen unangenehmen Mundgeruch hilft eine solche Zungenreinigung, da schlechter Geruch sich in vielen Fällen auf Beläge im Mundraum zurückführen lässt. Am besten sind Zungenschaber, die man auch auskochen oder im Geschirrspüler reinigen kann – also Modelle aus Edelstahl. Vielfach hilft aber auch ein einfacher Löffel: Wenn Sie mit der Kante über die Zungenoberfläche streichen, können Sie auch mit dieser Methode einen Großteil der Beläge entfernen.

Sind elektrische Zahnbürsten besser als herkömmliche Handzahnbürsten?

Ich persönlich empfehle meinen Patienten den Griff zur elektrischen Zahnbürste. Ein klarer Pluspunkt gegenüber normalen Handzahnbürsten besteht in jedem Fall darin, dass sie schwer zugängliche Stellen besser erreichen. Handzahnbürsten dagegen helfen beim Erlernen einer perfekten Putztechnik – beide haben also ihre Vorzüge.

Welcher Bürstentyp ist aus Ihrer Sicht besser: rotierender Bürstenkopf oder vibrierende Schallzahnbürste?

Ich empfehle meinen Patientinnen und Patienten Rotationszahnbürsten. Mit den kreisenden Bürstenkopfbewegungen haben wir in der Praxis die besseren Erfahrungen gemacht.

Die besten Rotationszahnbürsten anzeigen



Keiner der Typen zeigt laut unseren Tests einen eindeutigen Vorteil in der Reinigung. Also zählen auch persönliche Vorlieben. – Stiftung Warentest in „test“-Heft 12/2021

Braucht eine elektrische Zahnbürste wirklich mehrere Reinigungsmodi, zum Beispiel Aufhellen, Zahnfleischmassage oder Tiefenreinigung?

Wer sich vor dem Kauf seiner elektrischen Zahnbürste absichern möchte, sollte durchaus auf eine Mindestausstattung achten. Funktionen wie Zahnfleischmassage, Andruckkontrolle und Geschwindigkeitsregulierung sind meines Erachtens elementar.

Warum sollte eine Andruckkontrolle zur Ausstattung einer elektrischen Zahnbürste gehören? Welche Folgen kann es haben, wenn man beim Zähneputzen zu viel Druck ausübt?

In zwei Fällen rate ich meinen Patienten zu kontrolliertem Andruck auf Zähne und Zahnfleisch: Zum einen bei „weichen“ Zähnen, die bei zu viel Druck an Substanz verlieren könnten; und zum anderen bei Zahnhalsdefekten, wo ein Zuviel an Putzdruck die Empfindlichkeit der Zähne fördern kann.

Wie viel Zeit sollte man sich fürs Zähneputzen generell nehmen? Reichen zwei Minuten oder ist länger immer auch besser?

Wer sich jeder Fläche des Zahns mit möglichst viel Zeit und Aufmerksamkeit widmet, tut immer etwas Gutes für seine Zahngesundheit. Eine feste Faustformel über die empfohlene Zwei-Minuten-Putzzeit hinaus gibt es aber nicht. Manche Patienten benötigen mehr, manche weniger Zeit.

Zahnbürsten mit Putzzeit- und Intervalltimer


Wann sollte man seine alte Zahnbürste gegen eine neue austauschen?

Spätestens nach drei Monaten wird eine neue Zahnbürste fällig. Wirken die Borsten aber schon vor diesem Zeitraum ausgefranst und abgenutzt, dürfen Sie das als einen Hinweis auf einen früheren Wechsel zur Folgebürste werten.

Ist es wirklich notwendig, nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen?

Besser wäre es in jedem Fall. Wer viel säurehaltige Lebensmitteln und Getränke zu sich nimmt, sollte eine Stunde mit dem Putzen warten, da es in etwa so lange dauert, bis sich die Schutzschicht – der sogenannte Biofilm – über den Zahn aufbaut. Um diesen Prozess zu unterstützen, kann man den Mund auch mit etwas stillem Wasser ausspülen.

Es gibt Zahnbürsten mit harten, weichen und mittleren Borsten. Welche eignet sich für wen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Eine etwas weichere Zahnbürste wirkt beispielsweise nach einer Parodontose-Behandlung schonender auf das Zahnfleisch. Zu weichen Zahnbürsten sollten außerdem Menschen greifen, die zu etwas mehr Andruck beim Putzen neigen oder deren Zahnsubstanz generell etwas weicher beschaffen ist. Mittelfeste Modelle eignen sich für fast jedes Gebiss, von harten Zahnbürsten und Aufsteckbürsten mit harten Borsten rate ich grundsätzlich ab.

Empfehlen Sie Kindern, von klein auf elektrische Zahnbürsten zu verwenden?

Ich rate immer zu einem Wechsel zwischen der normalen Handzahnbürste und einer elektrischen Bürste, da Kinder die richtige Putztechnik erst erlernen müssen. Mit einer elektrischen Zahnbürste allein gelingt das nicht.

Richtig Zähne putzen – welche Tipps zur Zahnputztechnik haben Sie für unsere Leserschaft?

Gehen Sie am besten systematisch vor, das heißt: Reinigen Sie Ihre Zähne immer nach demselben Muster. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie bestimmte Bereiche vergessen. Vergessen Sie keinesfalls die Übergänge von den Zähnen zum Zahnfleisch und die Bereiche hinter den letzten Zähnen.

Kommen viele Menschen mit Zahnproblemen zu Ihnen, die sich durch richtiges Putzen hätten vermeiden lassen?

Eindeutig ja.

Zertifizierte Naturkosmetik-Zahncremes ohne bedenkliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik oder Parabene werden immer beliebter. Doch vielen dieser Pasten fehlt das schützende Fluorid, wie es in Tests von Öko-Test oder Stiftung Warentest gefordert wird. Was würden Sie Ihren Patienten empfehlen?

Fluorid ist ein heikles Thema. Hier kann es nur um die optimale Dosierung gehen, damit eine Zahncreme ihre Karies-reduzierende Wirkung entfalten, aber keine schädlichen Nebenwirkungen hervorrufen kann. Daher rate ich meinen Patienten, sich ausführlich mit den möglichen Inhaltsstoffen von Zahncremes zu beschäftigen, um selbst entscheiden zu können, was für sie vertretbar ist.

Und noch eine Frage zur richtigen Zahnpasta. Es gibt Universal- und Sensitiv-Zahncremes sowie Zahnpasta mit Weiß-Auslobung. Welche sind nützlich, welche Unfug?

Einige Zahncremes enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können. Ich empfehle meinen Patienten, sich persönlich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, damit sie ein Bewusstsein für die Risiken in diesem Bereich entwickeln und selbst entscheiden können, was für sie das Richtige ist. In meinen Augen ist optimale Zahnreinigung aber ohnehin eher eine Frage der Putztechnik als der Zahnpasta.

Wir bedanken uns bei Zahnärztin Frau Kiana Meier-Friedhoff für die Beantwortung unserer Fragen.

von Sonja Leibinger

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Erschienen: September 2023

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