Stärken
Schwächen
Die Technologie ist zwar speziell, bietet aber enormen Nutzen: Mit SAT>IP werden die hochfrequenten Signale einer Satellitenschüssel umgewandelt und ins heimische Netzwerk eingespeist, sodass sie in Räumen ohne Koaxialkabel bequem über LAN, WLAN oder Powerline empfangen werden können.
Ermöglicht Sat-Fernsehen auf Smartphones und Tablets im Heimnetz: der Sat-IP-Server Telestar Digibit Twin. (Bildquelle: amazon.de)
Sat-IP sorgt für mehr Komfort: Fernsehen im gesamten Haus – ohne Koaxialkabel
Beim klassischen Satellitenfernsehen sind sternförmige Kabelverbindungen erforderlich, bei denen jede Empfangsstation eine eigene Leitung vom LNB oder Multischalter bekommt. Verfügt das Endgerät über einen Twin-Tuner, sind sogar zwei Koaxialkabel nötig. Um diese aufwändige Verkabelung zu vermeiden, kamen Einkabelsysteme auf, die es erlauben, mehrere Geräte an eine einzige Leitung anzuschließen. Das Unicable- bzw. SCR/CSS-System wurde dabei stark weiterentwickelt: Mit Unicable II, auch JESS genannt, können heute bis zu 32 Teilnehmer über ein einzelnes Koaxialkabel versorgt werden. Noch flexibler ist das SAT>IP-System, da das umgewandelte Satellitensignal grundsätzlich von jedem Gerät im heimischen Netzwerk empfangen werden kann – etwa von einem WLAN-Sat-Receiver oder einem Smartphone. Dies funktioniert ohne Qualitätsverlust, da die Signale nicht neu codiert werden.Optimaler Empfang: Ausstattung und Installation von TV-IP-Servern
Für die Verwendung von SAT>IP verbinden Sie den SAT>IP-Server mit einer bestehenden Satellitenanlage, ohne deren Aufbau verändern zu müssen. Der Server kann ein eigenständiges Gerät sein oder in einem TV-Receiver beziehungsweise Fernseher integriert sein. Da bei SAT>IP-Systemen der DVB-S- beziehungsweise DVB-S2-Tuner im Server verbaut ist, benötigen Sie für paralleles Empfangen unterschiedlicher Programme auf verschiedenen Geräten einen SAT>IP-Server mit mehreren Tunern und Antenneneingängen. Bei vier Nutzern bedeutet dies vier Tuner und vier Kabel, die vom Multischalter oder Quad-LNB der Satellitenschüssel gespeist werden. Eine Kombination mit dem Unicable-System ist möglich und in der Praxis gängig: Ein SAT>IP-Server mit Unicable-Unterstützung kann mehrere Tuner über nur ein Koaxialkabel versorgen und reduziert so die Verkabelung erheblich. Als Empfänger im heimischen Netzwerk dienen TV-Receiver und Flachbildfernseher mit SAT>IP-Client sowie Computer, Tablets und Smartphones mit geeigneter SAT>IP-Software. Theoretisch können bestehende Netzwerkgeräte per Firmware-Update oder zusätzlicher Software dafür fit gemacht werden.Hinweis: Die ursprünglich für digitale Satellitensignale entwickelte SAT>IP-Technologie wurde inzwischen auch auf DVB-T und DVB-C ausgeweitet (TV>IP). Mit entsprechenden Geräten lassen sich somit auch Antennen- und Kabelfernsehen umwandeln und ins lokale Netzwerk einspeisen. Wer komplett auf SAT>IP verzichten möchte, kann den Satellitenempfang durch IPTV-Streamingdienste wie waipu.tv ersetzen, die das TV-Signal vollständig über das Internet bereitstellen – ganz ohne Satellitenschüssel und zusätzliche Hardware.






