Akkuschrauber

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Ratgeber zu Akkuschrauber

Unterschiedliche Typen und ihre Anwendung

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Arbeitserleichterung beim Eindrehen oder Lösen von Schrauben
  2. dank Lithium-Ionen-Akku immer und überall einsatzbereit
  3. schnelle und einfache Bohrergebnisse

Worauf achten die Tester bei einem Akkuschrauber?

12-Volt-Akkubohrschrauber von Bosch: sehr kompakt. (Bildquelle: amazon.de)

Akkuschrauber werden sehr häufig getestet, vor allem der Allrounder unter den vier Typen: der Akku-Bohrschrauber. In erster Linie ist ihre Hauptfunktion – das Schrauben und Bohren – am interessantesten: Ein Schrauber nützt wenig, wenn er gut in der Hand liegt, aber beim Bohren oder Schrauben nach kurzer Zeit versagt.

In den Vergleichstests der Fachmagazine werden Einhell-Schrauber recht häufig mit dem Prädikat „Preistipp“ ausgezeichnet. Sie überzeugen durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Natürlich ist es auch wichtig, dass der Akkuschrauber gut in der Hand liegt. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. So ist die Größe und Dicke des Griffes ebenso elementar wie die gute Balance zwischen Kopfgewicht und Akku bzw. Griffteil. Aber auch eine saubere Verarbeitung der Materialien und weiche Griffbereiche sind wichtig, da Druckstellen auf Dauer unangenehm werden. Zudem sollten alle Schalter gut zu erreichen sein und nicht klemmen, ansonsten wird das Handling zur Qual.

Ausstattungselemente wie ein Schnellspannbohrfutter mit Spindellock (Spindelarretierung) ist ebenso Komfortmerkmal wie auch Arbeitserleichterung. Denn Bohrer- und Bitwechsel gehen einhändig von der Hand und Sie können gleich weiterarbeiten, ohne das Gerät aus der Hand zu nehmen. Bei einem zweihülsigen Schnellspannbohrfutter benötigen Sie hingegen immer eine zweite Hand zum Festdrehen des Bohrfutters.

Top Akkuschrauber mit Spindelarretierung

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Festool PDC 18/4 Li 5,2-Plus Sehr gut(1,0)
2 Fein ASCM 12QC Sehr gut(1,3)
3 Makita DDF484RTJ Sehr gut(1,3)

Bei vielen Modellen befindet sich am Gerät oder am Akku eine Ladezustandsanzeige, die Ihnen verrät, ob der Akku bald geladen werden muss. Das kann sehr praktisch sein, da Sie so nicht in die missliche Lage geraten, dass der Schrauber unverhofft ausgeht. Beinahe Standard sind Schnellladegeräte, die in 15 bis 40 Minuten einen Akku wieder aufladen. Bei Geräte-Sets mit Wechselakku können Sie dann sogar ohne Arbeitspausen durcharbeiten. Außer bei Minischraubern, die verfügen über fest verbaute Akkus, die mittels Stecklader aufgeladen werden. Sie benötigen 3 bis 6, in Extremfällen auch bis zu 10 Stunden zum Laden. Allerdings sind diese praktischen Helfer auch nur auf einen gelegentlichen und eher kurzen Einsatz ausgelegt.

Welcher Schrauber-Typ für welche Anwendung?

Der Klassiker von Bosch: IXO (5. Generation) für den Möbelaufbau. (Bildquelle: amazon.de)

Generell unterscheidet man zwischen Minischraubern, Bohr- und Schlagbohrschraubern sowie der Sonderform Schlagschrauber. Der Begriff Akkuschrauber wird gerne synonym für alle Typen verwendet. Aber jeder Typ ist auf bestimmte Anwendungsfälle optimiert. Sie unterscheiden sich daher in Aufbau, Ausstattung und Leistungsfähigkeit.

Minischrauber sind bei allen einfachen Schraubanwendungen die erste Wahl, zum Beispiel beim Zusammenschrauben von Möbeln. Sie sind sehr kompakt und auch in der kleinsten Ecke einsetzbar. Mit ihnen können Sie nicht bohren, weil sie nur einen Gang besitzen und die Drehzahl zu gering ist. Auch wenn manche Hersteller einen Bohrer mit Sechskantfassung beilegen, ist das eher eine Spielerei als eine ernst gemeinte Unterstützung.

Der Allrounder, der im Allgemeinen als Akkuschrauber verstanden wird, ist der sogenannte Akku-Bohrschrauber. Mit ihm lassen sich vielfältige Schraub- und Bohrarbeiten außer in Beton bewältigen. Die Geräte sind sehr leistungsstark, je nachdem, welche Voltklasse Sie wählen, und verfügen über zwei Gänge. Einer für niedrige Drehzahlen, der zum Schrauben geeignet ist, und der zweite Gang mit hoher Drehzahl, den man beim Bohren verwendet. Fast jeder Heimwerker hat ihn als Standardausstattung in seinem Werkzeugpark.

Akku-Schlagschrauber haben eine sehr kurze Bauform. (Bildquelle: amazon.de)

Die Gruppe der Akku-Schlagbohrschrauber ist eine Erweiterung der Bohrschrauber. Sie verfügt zusätzlich über ein Schlagwerk, damit auch Bohrungen in härteres Material wie Ziegel- oder Leichtbetonwände möglich sind. Die Maschinen sind in der Regel etwas größer, kopflastiger und schwerer als die Akkubohrschrauber. Für mehrere und große Löcher ist die altbekannte elektrische Schlagbohrmaschine aber immer noch eine gute Alternative, die auch wesentlich billiger ist als ein akkubetriebener Schlagbohrschrauber. Für Betonwände sind hingegen Bohrhämmer (elektrisch oder mit Akku) die bessere Wahl. Ein Schlagbohrer kann zwar auch in Beton bohren, aber das erfordert von Ihnen viel Kraft, dauert länger und verschleißt die Bohrer schneller.

Wenn Sie viel im Holz- und Metallbau zu tun haben, werden Sie sich über einen Schlagschrauber freuen. Denn er arbeitet mit sehr hohen Drehmomenten, sodass auch sehr große und lange Schrauben eingeschraubt werden können. Außerdem besitzen die Geräte eine sehr kurze Bauform aufgrund des fehlenden Bohrfutters. Heutzutage sind die Akkuschlagschrauber ein leistungsstarker Ersatz für kabelgebundene Schlagschrauber, die Ihnen beim Lösen von Radmuttern gute Dienste leisten. Zum Bohren sind die Geräte jedoch nicht geeignet.

3,6 bis 18 Volt und mehr: Worin liegen die Unterschiede?

Die kleinen Minischrauber arbeiten meist mit 3,6 Volt. Das reicht, um jede Menge kleine Schrauben ein- und auszudrehen. Die Arbeitstiere für den Heimwerker gibt es hingegen in den gängigen Klassen 10,8 beziehungsweise 12 Volt, 14,4 und 18 Volt sowie höher. Allgemein kann man sagen: Je höher die Leistung (Volt), desto mehr Kraft hat das Gerät. Dazu kommt die Ausdauer, die man über die Kapazität der Akkus (Amperestunden) definiert. Ein Akku mit 1,5 Amperestunden reicht also nicht so lange wie einer mit 3,0 Amperestunden.

Die besten Minischrauber mit 3,6 Volt

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Black + Decker CS3653LC Gut(1,7)
2 Bosch IXO V Gut(1,9)
3 Einhell TE-SD 3,6 Li Gut(2,1)

Bohrschrauber und Schlagbohrschrauber bewegen sich vorrangig in den Voltklassen von 10,8 bis 18 Volt. Aufgrund der fortschreitenden Akkutechnologie sind die Geräte mit 10,8 beziehungsweise 12 Volt schon sehr leistungsfähig. Ihr größter Vorteil besteht aber in der sehr kompakten und kurzen Bauweise, wodurch sie sehr leicht sind. Sie eignen sich vor allem als Zweitgerät und sind ideal für lange Überkopfarbeiten.

Die nächstgrößeren Geräte mit 14,4 oder 18 Volt sind hingegen größer und schwerer, haben dafür aber mehr Kraft und Leistung. Eine ideale Kombination bilden daher Geräte aus unterschiedlichen Voltklassen, so haben Sie für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete immer das passende Gerät. Die Anschaffung lohnt sich allerdings nur bei häufigen und regelmäßigen Bohr- und Schraubarbeiten.

Im Profibereich gibt es bereits Schrauber, die mit bis zu 36 Volt arbeiten, aber das lohnt sich für den DIY-Bereich nicht wirklich, zumal die Akkutechnologie ihren Preis hat und sich nur amortisiert, wenn es auf effizientes und schnelles Arbeiten ankommt.

Heimwerker- oder Profigerät: Gibt es bestimmte Hersteller?

Viele Hersteller am Markt haben sich auf eine Anwendergruppe spezialisiert. So stellen Metabo, Makita, Bosch Professional (blau) und Festool ausschließlich Produkte für die Profis aus Industrie und Handwerk her. Es gibt aber viele ambitionierte Heimwerker, die die Qualität, Leistung und Ausdauer dieser Hersteller schätzen, und daher auch gerne viel Geld für diese Werkzeuge ausgeben. Wenn Sie Anfänger und gelegentlicher Bastler sind, rentieren sich so teure Werkzeuge nicht. Für diese Bedürfnisse gibt es diverse Baumarkt- und Discounter-Eigenmarken sowie Hersteller wie Bosch (grün), Einhell, Ryobi und Co., die in der Regel an der Ausstattung, Verarbeitung und Langlebigkeit der Geräte sparen. Die Maschinen sind preiswerter, aber deswegen nicht schlechter, und reichen für die meisten Anwendungen in Haus und Garten aus.

Das richtige Akkusystem – eine Bindung fürs Leben

Beinahe jeder Werkzeughersteller hat verschiedene Akku-Systeme im Angebot. Wichtig für den Anwender: Entscheiden Sie sich für ein System, dann können mit dem Akku nur die Werkzeuge des jeweiligen Herstellers benutzt werden. Daher sollten Sie sehr genau überlegen, welche Werkzeuge Sie benötigen und dann vergleichen, welcher Hersteller das passende Angebot an kompatiblen Werkzeugen bietet. Denn man bindet sich an einen Hersteller und sein System.

Vorteil: Der Kauf von weiteren Werkzeugen ist billiger, da Sie dann schon ein Ladegerät und einen oder mehrere verschieden starke Akkus besitzen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Platz beim Verstauen.

Wer will, kann sich natürlich aus allen Herstellern das Beste heraussuchen, hat dann aber diverse Akkus und Ladegeräte herumliegen, die untereinander nicht kompatibel sind. Unter Umständen dauert es, bis man den passenden Akku fürs Werkzeug gefunden hat. Zudem geben Sie so definitiv mehr Geld aus als nötig.

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