Das Wichtigste auf einen Blick:
- Flexible Allrounder für jeden Haushalt
- Akkugeräte für kleinere Arbeiten ausreichend
- Zweigangmodelle besser durch regulierbare Drehzahl
- Einsteigergeräte ab 40 Euro, solide Modelle ab ca. 100 Euro
Schlagbohrmaschinen sind vielseitige Werkzeuge für unterschiedlichste Einsatzzwecke. (Bildquelle: amazon.de)
Die Schlagbohrmaschine gehört in jede Werkzeugkiste. Sie ist extrem vielseitig und besonders praktisch, wenn sie über zwei Gänge verfügt. Denn bei größeren Durchmessern oder besonders hartem Material schaffen Sie mit dem ersten Gang und seiner niedrigeren Drehzahl oft bessere Resultate als mit dem zweiten Gang, der schneller dreht. Die kabelgebundene Variante ist keineswegs veraltet, sondern stellt nach wie vor eine sinnvolle und oft preisgünstigere Alternative zu Akku-Geräten dar – besonders für Gelegenheitsanwender, die keinen Wert auf Kabellosigkeit legen.
Mit einer Schlagbohrmaschine können Sie eine Vielzahl von Materialien bearbeiten, egal ob hart oder weich. Löcher in Holz, Metall und Stein sind problemlos möglich, ebenso das Schrauben. Für das Bohren in Gipskartonplatten eignet sich allerdings auch ein praktischer Akku-Bohrschrauber.
Kabelgebunden oder Akku – welche Schlagbohrmaschine passt zu mir?
Seit einigen Jahren ist der Markt klar zweigleisig: Kabelgebundene Schlagbohrmaschinen überzeugen durch konstante Leistung ohne Ladeunterbrechung und sind besonders bei häufigen oder längeren Bohrarbeiten die zuverlässigere Wahl. Akku-Schlagbohrschrauber haben durch die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Technologie und den Einsatz von bürstenlosen Motoren deutlich aufgeholt: Sie bieten heute mehr Leistung, längere Laufzeiten und höhere Haltbarkeit als frühere Akkugeräte. Bürstenlose Modelle (erkennbar an den Bezeichnungen „Brushless", „BL" oder „EC") sind dabei sparsamer, wärmeärmer und wartungsärmer als Geräte mit herkömmlichen Kohlebürstenmotoren. Wer sich für ein Akkugerät entscheidet, sollte auf ein Akku-System eines Herstellers setzen – denn Akkus lassen sich oft zwischen verschiedenen Geräten desselben Systems teilen (z. B. Bosch 18V, Makita 18V, Einhell Power X-Change).Welche Kriterien spielen für Tester bei Schlagbohrmaschinen eine Rolle?
In Heimwerker-Magazinen wie „selber machen" oder „selbst ist der Mann" wird immer versucht, praxisnahe Testszenarien abzubilden, um die Geräte in realistischen Einsatzsituationen zu bewerten. Entscheidende Merkmale sind dabei das Schlagbohren, Bohren und Schrauben. Ein gutes Gerät sollte mühelos kleine Löcher in Beton bohren können. Auch Holz und Metall müssen reibungslos bearbeitbar sein. Im Bereich Schrauben haben Zwei-Gang-Maschinen klare Vorteile, da sie die Drehzahl besser regulieren und damit präzisere Ergebnisse liefern als Modelle mit nur einem Gang. Bewährte und häufig empfohlene Schlagbohrmaschinen für Heimwerker stammen von Bosch (grün), Einhell und Makita. Auch Modelle von DeWalt und Metabo erhalten in aktuellen Tests regelmäßig gute Bewertungen.Auch die Handhabung ist ein wichtiger Aspekt. Die Geräte sollten ergonomisch in der Hand liegen. Die Schalter müssen gut erreichbar und leicht bedienbar sein – idealerweise auch mit Arbeitshandschuhen. Ebenso spielt die Balance der Maschine eine große Rolle, damit Sie sie sicher und komfortabel führen können. Ein verstellbarer Zusatzhandgriff sollte zur Grundausstattung gehören. Viele aktuelle Modelle verfügen zusätzlich über eine integrierte LED-Arbeitsbeleuchtung, die den Bohrbereich direkt ausleuchtet – besonders praktisch bei schlechten Lichtverhältnissen.
Was gilt es beim Kauf einer Schlagbohrmaschine zu beachten?
Die Wahl des passenden Modells hängt selbstverständlich von Ihrem individuellen Einsatzbereich ab. Wenn Sie nur gelegentlich mal ein paar Löcher in die Wand bohren möchten, genügt ein einfaches kabelgebundenes Gerät, das bereits ab etwa 40 bis 65 Euro erhältlich ist. Für vielseitigere Anwendungen oder größere Bohrdurchmesser, etwa in Holz, ist ein Zweigang-Modell die bessere Wahl, da Sie die Drehzahl entsprechend anpassen können. Preise für solche Geräte beginnen bei circa 100 Euro; leistungsstarke Akku-Schlagbohrschrauber mit bürstenlosem Motor sind bis rund 300 Euro erhältlich, Profigeräte können auch darüber liegen.Die meisten Schlagbohrmaschinen verfügen über ein Schnellspannbohrfutter, das ein zügiges und werkzeugloses Wechseln der Bohrer ermöglicht. Ältere Varianten besitzen oft noch ein Zahnkranzbohrfutter, das mittels eines Schlüssels fixiert wird – diesen sollten Sie daher nicht verlieren. Ein Zusatzhandgriff erleichtert das sichere Führen der Maschine und gehört ebenfalls zur sinnvollen Ausstattung. Ein Tiefenanschlag kann praktisch sein, ist aber nicht zwingend notwendig, da Sie die gewünschte Bohrtiefe auch mit anderen Techniken bestimmen können.
Wichtig ist zudem die Angabe der Bohrdurchmesser für Holz, Metall und Mauerwerk/Beton, um das für Ihre Anforderungen passende Modell auszuwählen. Für einfache Anwendungen, wie kleine Löcher in Holz oder weiche Wände, reichen Geräte mit vergleichsweise niedriger Leistung aus. Sollen jedoch härtere Materialien bearbeitet oder größere Bohrlöcher erzeugt werden, sind leistungsfähigere Maschinen mit variabler Drehzahl – idealerweise mit mindestens zwei Gängen – zu empfehlen. Damit können Sie durch die richtige Gangwahl und Drehzahleinstellung die Bohrgeschwindigkeit exakt anpassen. Die Leistung kabelgebundener Geräte liegt typischerweise zwischen 500 und 1.500 Watt.
Bei umfassenden Renovierungsarbeiten oder wenn häufig Wände aufgestemmt werden, ist ein Bohrhammer oft die bessere Wahl. Dieses Gerät arbeitet mit einem pneumatischen Hammermechanismus, der den Bohrer aktiv ins Material treibt, sodass Sie weniger Kraft aufwenden müssen – eine deutliche Erleichterung bei anspruchsvollen Aufgaben. Bohrhämmer erzeugen dabei auch weniger Vibration und Lärm als Schlagbohrmaschinen beim Bohren in Beton, was vor allem bei längeren Einsätzen und in Mehrfamilienhäusern relevant ist.
Wie gelingt richtiges Bohren?
- Markieren Sie die gewünschte Bohrstelle – dabei sollten Sie auf Strom- und Wasserleitungen achten, am besten prüfen Sie vorher mit einem Leitungssucher.
- Wählen Sie den passenden Bohrer (beispielsweise für einen 6er-Dübel einen 6 mm Bohrer).
- Berechnen Sie die richtige Bohrtiefe anhand der Dübellänge plus Dübel-Durchmesser (Faustregel).
- Stellen Sie die Bohrtiefe über einen Tiefenanschlag ein oder markieren Sie den Bohrer mit Klebeband.
- Sichern Sie einen festen Stand.
- Führen Sie den Bohrer im rechten Winkel zur Wand an.
- Beginnen Sie langsam, zunächst durch den Putz, und bohren Sie dann je nach Material mit eingeschalteter Schlagfunktion weiter, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist.
- Schalten Sie die Schlagbohrmaschine aus und ziehen Sie sie vorsichtig aus dem Loch.
- Reinigen Sie das Bohrloch gründlich, am besten mit einem Staubsauger.
- Setzen Sie den Dübel ein – fertig!
Bei porösen Wänden empfiehlt es sich, zunächst mit einem kleineren Bohrer vorzubohren und dann auf die korrekte Bohrergröße aufzurüsten, damit die Löcher nicht ausreißen. In weichen Materialien kann es außerdem hilfreich sein, generell einen Bohrer zu wählen, der etwa 1 Millimeter kleiner als der Dübel ist.
Tipp zum Arbeitsschutz: Tragen Sie beim Bohren stets eine Schutzbrille sowie bei lautem Betrieb – insbesondere beim Bohren in Beton – einen Gehörschutz. Schlagbohrmaschinen können beim Einsatz in hartem Material Lärmpegel von bis zu 95 dB(A) erreichen.
Wenn Sie weitere praktische Tipps und Tricks kennenlernen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag „Richtig bohren ganz einfach!". Dort erfahren Sie, wie Sie das Wandmaterial erkennen, welche Dübel für welche Wandtypen geeignet sind und ob Sie spezielle Bohrer einsetzen sollten.









