Das Wichtigste auf einen Blick:
- vereinfachte Bedienkonzepte erleichtern bei manchen Modellen die Handhabung (keine Gangwahl nötig)
- schnelle & unkomplizierte Bohrergebnisse
- ideal für Bohrungen in Holz und Gipskarton
- gehört zur Grundausstattung eines Heimwerkers
Akkubohrschrauber bieten dank ihrer kabellosen Bauweise eine hohe Flexibilität. Allerdings fällt ihre Leistung bei einfachen Modellen mitunter geringer aus als bei Geräten mit Kabel, weshalb schwächere Varianten vor allem für leichtere Aufgaben geeignet sind. Beispielsweise gelingt das Bohren in Mauerwerk nur mit Geräten, die zusätzlich über ein Schlagwerk verfügen. Beim Kauf eines Akkubohrschraubers spielen mehrere Aspekte eine entscheidende Rolle – besonders wichtig ist der Akku sowie die Motorentechnologie. Denn wenn Akku oder Motor nicht überzeugen, macht das Arbeiten mit dem gesamten Gerät wenig Spaß.
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, sollten Sie sich klar machen, für welche Einsatzzwecke der Akkubohrschrauber gedacht ist und wie häufig er genutzt wird. Daraus ergibt sich die Wahl des passenden Akkus und der richtigen Geräteklasse. Die Kapazitäten der Akkus variieren stark und wirken sich entsprechend auch auf den Preis des Werkzeugs aus.
Neue Bedienkonzepte erleichtern die Handhabung von Bohrschraubern, da die Elektronik automatisch die Gangwahl übernimmt, wenn der gewünschte Modus aktiviert wird. (Bildquelle: amazon.de)
Der Akku
Beim Akku sind verschiedene Merkmale wichtig. An erster Stelle steht die Spannung, die Auskunft darüber gibt, wie viel Kraft das Gerät hat. Diese liegt je nach Gerätetyp zwischen 3,6 Volt bei kompakten Minischraubern und bis zu 40 Volt bei professionellen Hochleistungsgeräten. Die gebräuchlichsten Klassen für Heimwerker und Profis sind 12 Volt und 18 Volt. Mit steigender Spannung nimmt die Leistung des Akkubohrschraubers zu. Damit sind größere Bohrlöcher, härteres Material oder dickere Schrauben möglich. Ebenso wesentlich ist die Akkulaufzeit, die von der Anzahl der verbauten Akku-Packs und ihrer Kapazität in Ampere-Stunden (Ah) abhängt. Je höher der Ah-Wert, desto länger lässt sich mit einer Akkuladung arbeiten. Für Heimwerker sind Kapazitäten zwischen 2 und 4 Ah in der Regel ausreichend, Profis greifen besser zu 4 bis 6 Ah.
Heute gilt Lithium-Ionen als Standard bei Akkuwerkzeug. Diese Akkus haben keinen Memory-Effekt, eine hohe Energiedichte und eine vergleichsweise lange Lebensdauer. Bei normaler Nutzung halten moderne Lithium-Ionen-Akkus drei bis fünf Jahre. Zudem sind Schnellladegeräte, die den Akku in 15 bis 40 Minuten vollständig aufladen, inzwischen fast Standard und in vielen Sets enthalten.
Wer den Akkuschrauber nur sporadisch für leichte Tätigkeiten nutzt, benötigt keine Hochleistungsausführung. Leistungsstarke Geräte mit 18-Volt-Akku bieten hingegen mehr Kraft und Ausdauer. Bei häufigem oder langem Gebrauch empfiehlt es sich, einen Ersatzakku parat zu haben, um Unterbrechungen während der Arbeit zu vermeiden.
Tipp: Im Akku-System kaufen. Viele Hersteller wie Bosch, Makita, Milwaukee oder Einhell bieten sogenannte Akku-Systeme an, bei denen ein und derselbe Akku mit verschiedenen Geräten der gleichen Marke und Spannungsklasse kompatibel ist. Wer bereits Akkuwerkzeug eines Herstellers besitzt, spart langfristig Kosten, wenn er beim selben System bleibt.
Bürstenloser Motor (Brushless): Lohnt sich der Aufpreis?
Ein Aspekt, der beim Kauf eines Akkubohrschraubers zunehmend wichtiger geworden ist, ist die Motorentechnologie. Herkömmliche Geräte arbeiten mit Kohlebürsten-Motoren, die einer mechanischen Abnutzung unterliegen und gelegentlich gewartet oder ersetzt werden müssen. Moderne Akkubohrschrauber im mittleren und oberen Preissegment setzen hingegen auf bürstenlose Motoren (auch Brushless-Motoren genannt).
Bürstenlose Motoren übertragen die Energie nicht mechanisch über Kohlebürsten, sondern erzeugen das magnetische Drehfeld elektronisch. Das reduziert Reibung und Wärmeentwicklung, was den Wirkungsgrad, die Spitzenleistung und die Lebensdauer des Geräts erhöht. Konkrete Vorteile im Überblick: Die Akkukapazität wird effizienter genutzt, was die Laufzeit je nach Modell deutlich verlängert. Das Gehäuse kann durch den kompakteren Motor schlanker gebaut werden, was die Handhabung in engen Bereichen verbessert. Und da es keine Verschleißteile in Form von Kohlebürsten gibt, sind bürstenlose Modelle wartungsfrei. Der einzige Nachteil: Bürstenlose Geräte sind in der Anschaffung teurer als vergleichbare Modelle mit herkömmlichem Motor. Für alle, die regelmäßig und intensiv mit dem Akkubohrschrauber arbeiten, lohnt sich dieser Mehrpreis jedoch in der Regel.
Drehmoment und Gänge
Das Drehmoment beschreibt die Schraubkraft eines Akkubohrschraubers, angegeben in Newtonmetern (Nm). Mit höherem Drehmoment lassen sich festere Materialien bearbeiten und dickere Schrauben einsetzen. Für kleine Schrauben darf das Drehmoment allerdings nicht zu hoch sein – daher sollte das Gerät eine präzise Drehmomenteinstellung besitzen. Nur so gelingt sauberes Arbeiten, ohne Schraubenköpfe zu beschädigen oder das Material zu überbelasten. Für den Heimwerkerbereich empfiehlt sich ein maximales Drehmoment von mindestens 25 bis 50 Nm, Profis benötigen 60 bis 80 Nm für anspruchsvollere Arbeiten. Wichtig ist außerdem die Anzahl der Drehmomentstufen: Hochwertige Modelle bieten zehn oder mehr Stufen, was präzises Arbeiten in verschiedenen Materialien erleichtert.
Die meisten Akkubohrschrauber verfügen über zwei Gänge: Der erste Gang liefert ein hohes Drehmoment bei niedrigerer Drehzahl und eignet sich für Schraubarbeiten, während der zweite Gang eine höhere Drehzahl für schnelles Bohren bereitstellt.
Die Handhabung
Akkuschrauber überzeugen zwar durch ihre Akkuflexibilität, allerdings bringen sie auch Nachteile mit sich – vor allem ihr Gewicht. Dieses steigt mit zunehmender Leistung an. Daher sollte man das Gerät vor dem Kauf ausprobieren, um sicherzustellen, dass es gut in der Hand liegt. Für längere Arbeiten ist ein ausgewogenes Gewicht zwischen 1 und 2 kg optimal; Gummibeschichtungen im Griffbereich reduzieren die Ermüdung zusätzlich. Neben dem Gewicht beeinflussen die Akkus auch, wie gut man an beengte Stellen herankommt. Kompakte Akkubohrschrauber der 12-Volt-Kategorie haben meist Steckakkus im Schaftbereich, die weniger Platz beanspruchen als Modelle mit Schiebeakku, der über den Griff hinausragt. Durch den Einsatz bürstenloser Motoren können die Geräte immer schlanker gebaut werden, sodass die Handhabung in engen Bereichen insgesamt unkomplizierter wird.
Weitere nützliche Ausstattungsmerkmale für den Alltag sind ein Schnellspannbohrfutter, das einen einhändigen Werkzeugwechsel ermöglicht, eine integrierte LED-Beleuchtung für das Arbeiten in schlecht beleuchteten Bereichen sowie eine Ladezustandsanzeige am Gerät oder am Akku, die ein überraschendes Abschalten verhindert. Manche Profimodelle bieten darüber hinaus eine Bluetooth-Verbindung zur Steuerung und Dokumentation über eine Smartphone-App.
Wenn Sie wissen möchten, wie leicht das Bohren von Löchern sein kann, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zum richtigen Bohren. Dort finden Sie viele wertvolle Tipps zur Dübelwahl, zum passenden Bohrer und wie Sie kleine Fehler ausbessern können.







