Das Wichtigste auf einen Blick:
- 5.1-Surround: fünf Lautsprecher, ein Subwoofer, echter Raumklang
- Dolby Digital und DTS sind die klassischen Heimkino-Tonformate
- Dolby Atmos und DTS:X bringen Klang auch von oben
- Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio: verlustlos, höchste Qualität
- HDMI 2.1 und eARC sind heute Pflicht für 4K- und 8K-Setups
- Streaming, WLAN und Multiroom gehören zum modernen Standard
AV-Receiver verarbeiten Bild- und Tonsignale aus unterschiedlichen Quellen. Die Bezeichnung „5.1" zeigt an, dass das Gerät Tonspuren, zum Beispiel von einer DVD, Blu-ray-Disc oder einem Streamingdienst, dekodieren und auf fünf Hauptkanäle sowie einen Subwooferkanal verteilen kann. Dabei werden jeweils zwei Lautsprecher vorne und hinten, ein Center-Lautsprecher sowie ein Subwoofer angesteuert.
Integra DSX-3: 5.1-Receiver, 80 Watt/Kanal, Dolby Atmos, DTS:X, WLAN, Bluetooth – viel Leistung auf nur 7 cm Bauhöhe. (Bildquelle: amazon.de)
AV-Receiver mit Dolby Digital und DTS
DVDs enthalten Tonspuren mit fünf Hauptkanälen – Front links, Front rechts, Center, Surround links und Surround rechts – sowie einem separaten Tieftonkanal, auch LFE-Kanal (Low Frequency Effects) genannt. Diese sechs Kanäle sorgen dafür, dass Geräusche im Raum so positioniert werden können, dass sie passend zur Leinwand wahrgenommen werden. Wenn Bild und Ton optimal synchronisiert sind, entsteht ein immersives Filmerlebnis. Dolby Digital, ein 1991 von Dolby eingeführtes Mehrkanal-Tonsystem für Filme, bietet sechs diskrete Tonkanäle und steht in direkter Konkurrenz zu DTS. DTS (Digital Theater Systems) wurde 1993 erstmals im Film „Jurassic Park“ eingesetzt und nutzt eine etwas geringere Komprimierung als Dolby Digital. Die ersten AV-Receiver mit Dolby-Digital-Decodierung kamen Mitte der 1990er Jahre auf den Markt.Vom Stereo zum Surround: Weitere Tonformate und Alternativen
Dolby-Digital- und DTS-Tonspuren mit sechs Kanälen finden sich auf DVDs, Blu-ray-Discs und diversen Streamingportalen. Verfügt ein AV-Receiver zusätzlich über einen Dolby Pro Logic II Decoder, kann er fünf Kanäle aus einem analogen Stereosignal erzeugen. Diese Funktion ist besonders praktisch, wenn man Stereo-Musik räumlich über fünf Lautsprecher wiedergeben möchte. Die verlustfreien HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio unterstützen bis zu acht separate Kanäle und werden hauptsächlich bei Blu-ray-Discs verwendet. Für eine vollständige Wiedergabe dieser Formate ist mindestens ein 7.1-fähiger Receiver erforderlich.Immersiver Klang in drei Dimensionen: Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D
Moderne Heimkinos übersteigen klassische 5.1- oder 7.1-Surround-Systeme deutlich. Zeitgemäße AV-Receiver unterstützen objektbasierte 3D-Audioformate, die den Sound nicht nur horizontal, sondern auch vertikal im Raum anordnen – also über dem Hörplatz.
Klangstark und vielseitig: Der Pioneer VSX-534D bringt Heimkino-Feeling ins Wohnzimmer – mit Dolby Atmos, DAB+ und reichlich Anschlüssen. (Bildquelle: amazon.de)
Dolby Atmos wurde 2012 für Kinos eingeführt und hat sich mittlerweile als meistgenutztes immersives Audioformat etabliert. Es erlaubt die Positionierung von bis zu 128 unabhängigen Klangobjekten im dreidimensionalen Raum. Für den Heimgebrauch sind zusätzliche Höhenlautsprecher nötig, die entweder in der Decke installiert oder nach oben abstrahlend ausgeführt sind. Übliche Heimkino-Konfigurationen reichen von 5.1.2 (fünf Hauptkanäle, ein Subwoofer, zwei Höhenkanäle) bis zu 7.1.4 oder mehr. Dolby-Atmos-Inhalte finden sich auf Blu-ray, 4K-UHD-Blu-ray sowie bei zahlreichen Streamingdiensten. Zudem sind Atmos-codierte Inhalte abwärtskompatibel und lassen sich auf älteren Geräten als Standard-Dolby-TrueHD wiedergeben.
DTS:X ist das objektbasierte Pendant von DTS, eingeführt im Jahr 2015. Es bietet ähnlich intensive 3D-Klangerlebnisse wie Dolby Atmos, ist aber flexibler hinsichtlich der Lautsprecheranordnung: DTS:X erfordert keine starren Positionen und passt sich dem vorhandenen Setup an. Ein besonderes Merkmal ist die separate Anpassung der Dialoglautstärke. DTS:X ist auf einigen Blu-rays und Streamingplattformen verfügbar.
Auro-3D ist ein kanalbasiertes 3D-Audioformat des belgischen Unternehmens Auro Technologies. Es arbeitet mit einer Drei-Ebenen-Struktur aus Surround-, Höhen- und Overhead-Lautsprechern und unterscheidet sich damit von den objektbasierten Systemen Dolby Atmos und DTS:X. Für ein komplett immersives Auro-3D-Erlebnis sind mindestens neun Lautsprecher plus Subwoofer nötig, wobei vier Höhenlautsprecher eine 5.1-Anlage erweitern. Auro-3D ist abwärtskompatibel und kann auch auf nicht kompatiblen Geräten als klassisches Surround wiedergegeben werden. Das Format wird vor allem bei Musik- und Klassikproduktionen verwendet, ist jedoch wesentlich weniger verbreitet als Dolby Atmos und DTS:X. Nur ausgewählte hochwertige AV-Receiver bekannter Hersteller wie Denon, Marantz und Anthem unterstützen Auro-3D.
Moderne AV-Receiver: HDMI 2.1, 4K/8K und vielfältige Streaming-Optionen
Heutige AV-Receiver sind längst nicht mehr nur Ton-Decoder. Neuere Geräte verfügen standardmäßig über HDMI-2.1-Anschlüsse, die 4K-Signale mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und 8K mit 60 fps unterstützen. Features, die für Gamer wichtig sind, wie VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low Latency Mode), sind ebenfalls verbreitet. Der eARC-Anschluss (Enhanced Audio Return Channel) ermöglicht die verlustfreie Übertragung hochauflösender Audiosignale per HDMI vom Fernseher zum Receiver – optimal für Nutzer, die über TV-Apps oder Streaming-Sticks Inhalte abspielen. HDR-Formate wie HDR10, HDR10+, Dolby Vision und HLG werden von den meisten aktuellen Modellen durchgereicht.Darüber hinaus bieten viele AV-Receiver umfangreiche Netzwerk- und Streamingfunktionen: WLAN, Bluetooth, AirPlay 2, Spotify Connect sowie herstellerspezifische Multiroom-Systeme wie HEOS (Denon/Marantz) oder MusicCast (Yamaha) sind weit verbreitet. Zudem unterstützen zahlreiche Modelle Sprachsteuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant. Zur Anpassung an die Raumakustik helfen automatische Einmesssysteme wie Audyssey MultEQ, YPAO (Yamaha) oder das leistungsfähige Dirac Live (z. B. bei Onkyo), die zudem die Ersteinrichtung erleichtern.
Wer aktuell einen AV-Receiver anschafft, sollte neben Dolby Atmos und DTS:X auch auf genügend HDMI-2.1-Eingänge, eARC-Support und integrierte Streaming-Möglichkeiten Wert legen, um das System für zukünftige Medienformate und Quellen bestens auszurüsten.


























