Das Wichtigste auf einen Blick:
- schnelles und unkompliziertes Upgrade gegenüber dem integrierten Kameramikrofon
- sitzt per Blitzschuh direkt auf der Kamera oder dem Camcorder
- Verbindung zur Kamera per 3,5-mm-Klinke, modern auch per USB-C
- Typen: Richtmikrofon in Shotgun-Bauweise oder als drahtlose Funkstrecke mit Sender und Empfänger
- Betrieb über Batterien oder Akkus, teils auch per USB-Buspower
- regelbare Aufnahmepegel sowie zuschaltbare Hoch- und Tiefpassfilter für mehr Klangkontrolle
Rødes VideoMic NTG zählt zu den Richtmikrofonen und nimmt Schall primär von vorne auf. Die rote Rycote-Schwinghalterung dämpft störende Geräusche, die beim Bewegen der Kamera entstehen können. (Bildquelle: Amazon.de)
Warum sollte man ein Kamera-Mikrofon verwenden?
Die Hauptaufgabe einer Kamera beziehungsweise eines Camcorders liegt darin, hochwertige Bilder zu erfassen. Das ist verständlich, denn bei der Videoproduktion steht das Bild meist im Vordergrund, nicht der Ton. Im Kameragehäuse bleibt für professionelle Mikrofonkapseln wenig Platz, weshalb meist nur Standard-Kapseln zur Tonaufnahme verbaut werden, was das Klangergebnis oft beeinträchtigt. Das kann bei der Nachbearbeitung problematisch werden, wenn Umgebungsgeräusche dominant sind oder Stimmen nicht klar hervorstechen. Um diesem Problem vorzubeugen, gibt es zwei praktikable Lösungen.Synchroner Bild- und Tonaufnahme mit dem Kameramikrofon
Sie können den Ton entweder über separate Mikrofone, Audiorekorder und passende Mikrofonarme aufnehmen oder ein Mikrofon direkt an Kamera oder Camcorder anschließen. Die erste Variante erfordert mehr Aufwand in der Postproduktion, da Bild und Ton nachträglich synchronisiert werden müssen. Die zweite Methode ist unkomplizierter: Das Mikrofon wird mit wenigen Handgriffen direkt an die Kamera gekoppelt, wodurch Bild und Ton parallel aufgenommen werden und exakt übereinanderliegen – das spart wertvolle Nachbearbeitungszeit.
Das Funkset Hollyland Lark 150 Duo Kit umfasst zwei akkubetriebene Sender, die sich in der praktischen Aufbewahrungsbox wieder aufladen lassen. (Bildquelle: Amazon.de)
Wie schließt man ein Mikrofon an?
Das Kamera-Mikrofon wird direkt auf den Zubehörschuh von Kamera oder Camcorder gesetzt. Das beigefügte TRS-Kabel mit 3,5-mm-Klinkenstecker verbinden Sie mit dem vorgesehenen Mikrofoneingang. Falls kein passendes Kabel dabei ist, helfen passende Adapter weiter. Zunehmend mehr Mikrofone und Funksysteme verfügen zudem über einen USB-C-Anschluss, der eine direkte Verbindung zu aktuellen Smartphones (ab iPhone 15 und moderne Android-Geräte) oder Tablets ermöglicht, ohne dass zusätzliche Adapter benötigt werden.XLR-Anschlüsse sind vor allem bei Studioaufnahmen mit großen Kameras üblich. Sie erlauben die Verwendung professioneller Kondensatormikrofone mit Phantomspeisung. Um XLR-Mikrofone an Systemkameras oder Camcordern zu verwenden, sind meist Adapter oder spezielle Interfaces erforderlich. Eine Ausnahme bildet das MixMic-Paket von Saramonic, das aus einem Mikrofon und einer XLR-Anschlussbox besteht, die per Klinke und Blitzschuh an Systemkameras montiert wird. So lassen sich zwei Mikrofone mit Phantomspeisung und XLR-Anschluss anschließen.
Wichtig: TRS-Kabel (für Kameras) sind von TRRS-Kabeln (für Smartphones) zu unterscheiden, obwohl beide den 3,5-mm-Klinkenanschluss nutzen. Werden die falschen Kabel verwendet, sind die Tonaufnahmen unbrauchbar. Was ist der Unterschied? TRS-Stecker besitzen zwei schwarze Ringe und drei Kontaktpunkte, TRRS-Stecker hingegen drei schwarze Ringe und vier Kontaktpunkte. Häufig liefert das Mikrofon beide Varianten mit. Verfügt ein TRRS-Kabel über eine Verbindung, kann das Mikrofon auch mit einem Smartphone genutzt werden.
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Welche Mikrofontypen gibt es?
Die meisten Kamera- und Camcorder-Mikrofone sind sogenannte Richtmikrofone in „Shotgun“-Form. Sie sind lang und schmal und werden so an der Kamera befestigt, dass sie horizontal in Bildrichtung zeigen. Die Mikrofonkapsel weist eine „Richtcharakteristik“ auf, die angibt, aus welchen Richtungen der Schall aufgezeichnet wird. Richtmikrofone kommen mit Nieren-, Supernieren- oder Hypernierencharakteristik: Die „Niere“ fokussiert ausschließlich Schall von vorne und blendet Ton von hinten nahezu komplett aus. „Super-“ oder „Hypernieren“ erfassen auch einen kleinen Teil des Rückschalls.Alternativ werden an Kameras auch Funkstrecken eingesetzt, bestehend aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender wird per Clip an der Kleidung befestigt und beinhaltet ein Mikrofon oder kann mit einem Lavaliermikrofon ergänzt werden. Der Empfänger wird am Blitzschuh befestigt und empfängt das Signal drahtlos, das per Kabel an die Kamera weitergegeben wird. Funkstrecken zeichnen in Kugelcharakteristik auf, das heißt rundherum aufnehmen. Moderne Systeme verfügen oft über einen internen Backup-Speicher im Sender sowie aktive Rauschunterdrückung (ENC), die Umgebungsgeräusche bereits während der Aufnahme minimiert.
Noise-Killer: Ein Fellwindschutz wird über das Mikrofon gezogen, um Windgeräusche wirkungsvoll zu reduzieren. Viele Kamera-Mikrofone verfügen zudem über Hoch- oder Tiefpassfilter, mit denen bestimmte Frequenzen gezielt ausgeblendet werden können. (Bildquelle: Amazon.de)
Welche Features bieten Kamera-Mikrofone?
Die meisten Kamera-Mikrofone werden mit Batterien oder Akkus betrieben und bieten zahlreiche nützliche Funktionen. Dazu gehört das Einstellen des Aufnahmepegels, damit die Tonaufnahme weder zu laut noch zu leise wird. Oft gibt es Schalter für Hoch- oder Tiefpassfilter, die bestimmte Frequenzbereiche herausfiltern. Manche Modelle verfügen über Kopfhörerbuchsen zum direkten Monitoring des Signals. Zum Zubehör gehören häufig Kabel, Halterungen, Tragetaschen sowie ein Windschutz, der über das Mikrofon gezogen wird, um Windgeräusche effektiv zu unterdrücken.Ein immer wichtigeres Merkmal moderner Kamera-Mikrofone und Funksysteme ist die 32-Bit-Float-Aufnahme. Diese Technik ermöglicht einen deutlich höheren Dynamikumfang und verhindert das Übersteuern der Tonspuren – selbst bei plötzlichen lauten Geräuschen kann die Aufnahme später ohne Qualitätsverlust korrigiert werden. Für Nutzer, die oft in unvorhersehbaren Umgebungen filmen, etwa bei Veranstaltungen oder Interviews, ist dieses Feature besonders empfehlenswert.










